Radioquote, Henri-Nannen-Preis, Öko-Test

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Radioquote: Die fragwürdige Währung“
(radioszene.de, Sebastian Pertsch)
Sebastian Pertsch schreibt zur Radioquote: „Angeblich wird täglich im Schnitt 4 Stunden lang Radio gehört. Die Hördauer beträgt exakt 199 Minuten, die Verweildauer 249 Minuten. Aha. (…) Ich kann mich nicht daran erinnern, wann die Verweildauer je gefallen war. Scherzhaft sagen nicht wenige Radiokollegen nach jeder ma: Irgendwann gibt es mehr Hörer als Deutschland Einwohner hat.“

2. „Warum man mit Online-Journalismus kein Geld verdient“
(jensrehlaender.tumblr.com)
Jens Rehländer, Ex-Redaktionsleiter von Geo.de, sieht die Zukunft von Journalismus im Netz negativ. „Wer also den Glauben an Durchbruch des Online-Journalismus nicht aufgeben will, dem bleibt nur eines: ihn persönlich verwirklichen. Denn mehr Durchbruch wird nicht kommen.“ Siehe dazu auch „Warum ich als Journalist nur noch die Monster füttere“ (blog.rebellen.info, martin) und „Ob Online oder Print: Warum Journalismus in beiden Welten eine Perspektive hat“ (lousypennies.de, Stephan Goldmann).

3. „BILD und der Nannen-Preis“
(carta.info, Wolfgang Michal)
Wolfgang Michal fragt nach dem Freispruch von Christian Wulff, ob „Bild“ den Henri-Nannen-Preis 2012 in der Kategorie „Investigation“ verdient hat oder nicht. „Was ist eine investigative Leistung wert, die etwas skandalisiert, was für einen Skandal nicht reicht? Die Jury des Henri-Nannen-Preises ist wohl dem Hype der eigenen Branche erlegen.“

4. „Ist ÖKO-TEST kriminell?“
(oekotest.de)
Das Verbraucher-Magazin „Öko-Test“ streitet vor dem Oberlandesgericht Frankfurt um Aussagen von Walter Krämer – und verliert: „Die Äußerung des Professors sei insgesamt als Meinungsäußerung zu bewerten und durch das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Es folgt damit einer seit einiger Zeit festzustellenden Tendenz. Gerichte gehen inzwischen mehr und mehr dazu über, selbst die übelsten Beschimpfungen und falschen Tatsachenbehauptungen noch als zulässige Meinungsäußerungen einzustufen. Dadurch halten sie sich Arbeit vom Hals, die wegen des ganzen Mülls im Internet überhand nehmen würde.“

5. „Bye-bye – Irrtum ausgeschlossen“
(sonntagszeitung.ch, Stefanie Rigutto)
Stefanie Rigutto listet 8 Irrtümer über den Reisejournalismus auf.

6. „Demonstranten verhindern Debatte mit Sarrazin“
(cicero.de, Petra Sorge)
Demonstranten stören eine „Cicero“-Podiumsdiskussion mit Thilo Sarrazin – was zur Absage der Veranstaltung führt. Siehe dazu auch „Der Gast muss gehen“ (berliner-zeitung.de, Martin Klesmann) und „Zum Stand der Meinungs- und Redefreiheit in Deutschland“ (danisch.de, Hadmut Danisch).