Schneeberg, Siegener Zeitung, Scripted Reality

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „In Schneeberg gingen Nazis auf Journalistenjagd—und die Polizei tat nichts“
(vice.com, Matern Boeselager)
Journalisten werden angegriffen, als sie sich in Schneeberg in einen Demonstrationszug „gegen Asylmißbrauch“ mischen. „Wir waren keine fünf Minuten unterwegs, da kam die Tarnfleckjacke schon wieder angerannt, zeigte auf mich und schrie: ‚Das ist ein Journalist! Achtung, alle Mann, das ist ein Journalist!‘ Die Leute um mich herum johlten, buhten und riefen ‚Lügenpresse, Lügenpresse!'“

2. „Wenn eine Zeitung das Maß verliert“
(schreiben-als-beruf.de, Birte Vogel)
Birte Vogel beschäftigt sich mit dem Artikel „Eine Entwicklung mit Zündstoff“ in der „Siegener Zeitung“: „Ein Artikel wie jeder andere in einer Lokalzeitung, scheint es. Doch wer genau hinschaut, stellt fest, dass hier eine halbe Zeitungsseite darauf verwendet wurde, aus sieben Ladendiebstählen und einem Ehestreit ein Schreckensszenario zu konstruieren.“

3. „Diskussionskultur: Der dumme Konservative!“
(novo-argumente.com, Frank Furedi)
Wer den politischen Gegner der „Dummheit“ bezichtigt, untergräbt die Kultur der offenen Diskussion, findet Frank Furedi. „Es ist natürlich durchaus legitim die Auffassung zu vertreten, konservative Vorstellungen seien dumm. Aber die Taktik, das geistige Vermögen Konservativer abzuwerten, stellt die Kultur der offenen Diskussion und der freien Meinungsäußerung in Frage. Warum die Ansichten derer, die geistig unterlegen sind, überhaupt ernst nehmen oder diskutieren?“

4. „Wenn das Leid noch nicht ausreicht“
(faz.net, Christian Füller und Friederike Haupt)
Der Taifun Haiyan habe mehr als 10.000 Opfer und 25 Millionen Betroffene gefordert, war zu lesen: „Das schienen gesicherte Zahlen zu sein. Es waren aber Behauptungen. Jetzt, eine Woche später, nennen die Vereinten Nationen ganz andere Zahlen – niedrigere. Etwa 3600 Tote und 12,9 Millionen Betroffene. Man muss befürchten, dass noch mehr Tote gezählt werden, weil viele Leichname noch nicht geborgen sind. Aber woher hatten die Hilfsorganisationen so früh ihre Zahlen? Und warum gaben sie diese als Fakten aus?“ Siehe dazu auch „Die Taifun-Katastrophe auf den Philippinen und das Verhalten der Journalisten“ (funkkorrespondenz.kim-info.de, Rupert Neudeck).

5. „Achtung: Alles erfunden“
(tagesspiegel.de, Sonja Álvarez)
Die Landesmedienanstalten und die Kommission für Jugendmedienschutz fordern eine bessere Kennzeichnung von Scripted-Reality-Formaten. „Zum ersten Mal haben sie sich jetzt in Berlin mit Senderverantwortlichen von RTL 2 und Sat 1 sowie Vertretern des Privatsenderverbands VPRT getroffen, um die Möglichkeiten für ein einheitliches Kennzeichnungssystem auszuloten.“

6. „Hey @kaidiekmann, wieso hast Du so viele Fake-Follower?“
(danielbroeckerhoff.de)