Fernsehredakteure, Syrien, 1968

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Fernsehen, eine deutsche Kulturtragödie“
(sueddeutsche.de, Alexander Gorkow)
Alexander Gorkow vermisst mutige Produzenten, die in Deutschland „Fernsehen mit literarischen Mitteln“ machen: „Einfluss haben in Deutschland hingegen eigentlich bretthart abgesicherte Fernsehredakteure, die trotzdem große Quotenängste haben, und die deshalb von einer Handvoll schlauer Produzenten, die um diese Ängste wissen, immer wieder den gleichen Pudding serviert bekommen. (…) Die Milliarden, die in den Sendern verdient und an Gebühren eingezogen werden, machen also keinesfalls kreativ.“

2. „Das Antiinformationsministerium“
(martin-lejeune.tumblr.com)
Martin Lejeune berichtet als freier Journalist aus Syrien: „Die erste Frage, die ein Journalist von seinem Gesprächspartner gestellt bekommt, ist nicht, wie man Damaskus findet oder was man für eine Haltung zu den Vorgängen in Syrien habe, sondern in welchem Hotel man denn übernachte. Wenn man dann den Namen eines Hotels nennt, das nicht zu den drei VIP-Hotels gehört, gilt man in den Augen von manchen Gesprächspartnern bereits als Exot. Würde man den Namen eines Hotels nennen, in dem nur Einheimische, zumeist Binnenflüchtlinge, übernachten (pro Nacht im 6-Bett-Zimmer 2,50 Dollar), würde man eventuell sogar für Irritationen sorgen.“

3. „Plötzlich ein Terrorverdächtiger“
(blog.zeit.de, Yassin Musharbash)
Deutsche Medien bringen einen deutschen Konvertiten in Zusammenhang mit dem Überfall auf das Westgate-Einkaufszentrum in Nairobi.

4. „Dank ‚Tagesschaum‘: Moderations-Trauma von Küppersbusch geheilt!“
(stefan-niggemeier.de)
Friedrich Küppersbusch zieht Bilanz zur WDR-Sendung „Tagesschaum“: „Das Ding hat einen halben ‚Tatort‘ gekostet und dafür haben wir 38-mal diesen Marktanteil höher gemacht. Da würde ich als Senderentscheider sagen: Das hab ich nicht ganz falsch gemacht. Zum Schluss hatten wir 5,8 %, damit stellt man normalerweise den Vizekanzler.“

5. „Zwei Magazine, eine Idee.“
(twitter.com/popkulturjunkie)
Die aktuellen Titelseiten von „Spiegel“ und „Focus“.

6. „Das paßt den Deutschen nicht, Februar 1968“
(schmalenstroer.net)