Erstwähler, Spiesser, Datenträgerwechsel

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Der Tag, als ein Einser-Abiturient in den Abgrund der deutschen Facebook-Kommentarkultur blickte“
(erbloggtes.wordpress.com)
Ein Blick auf die von „Bild“ in ihrer Bundestagsausgabe präsentierten Erstwähler.

2. „Vermeintlicher Service: Telefon-Aktionen für Zeitungen“
(ndr.de, Video, 4:30 Minuten)
PR-Texte, die via Leserbefragungen in Zeitungen gelangen: „Der Verein der Zuckerindustrie klärte beispielsweise darüber auf, dass Zucker doch nicht so schlecht sei“.

3. „Journalistische Abhängigkeiten“
(taz.de, Svenja Bednarczyk)
Eine Anzeige in der Jugendzeitschrift „Spiesser“: „In seiner Anzeige darf RWE behaupten, was der Konzern will. Jedoch ist Thomas Praktikant und Maria Volontärin der Zeitschrift. Fünf Seiten hinter dem Inserat interviewt Thomas einen Musiker, an einer anderen Stelle im Heft springt Maria im T-Shirt der Linkspartei durchs Bild.“

4. „How many people really pay for digital news?“
(newsosaur.blogspot.de, Alan D. Mutter, englisch)
Ein Vergleich der Zahlungsbereitschaft von US-Konsumenten für Digitalangebote: „As illustrated in the table below, Netflix, the most popular digital pay service of our time, has 40 times more monthly subscribers than the New York Times.“

5. „Die Qualität der Medien schrumpft weiter“
(persoenlich.com)
Das Zürcher Forschungsinstitut für Öffentlichkeit und Gesellschaft (Fög) präsentiert ein weiteres Jahrbuch Qualität der Medien. Siehe dazu auch „Wäre Kurt Imhof eine Zeitung, sie hiesse ‚Blick'“ (bazonline.ch, Benedict Neff).

6. „Impotente Medien“
(neunetz.com, Marcel Weiss)
Marcel Weiss schreibt zur Bundestagswahl und zum Medienwandel. „Der Datenträgerwechsel im Medienkonsum hat einen tiefen Graben geschaffen, der zu einer stärker werdenden Zersplitterung der Öffentlichkeit führt -nur eben anders als von Status-Quo-Apologeten befürchtet. Diese Zersplitterung hat in jeder Hinsicht weit von der Realität der Bevölkerung entfernte, impotente Medien geschaffen.“