Spiegel Online, Star-Koch, Aspirin

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Der Run auf Baby Aspirin“
(pharmama.ch)
„Schlucken Sie jeden Tag eine Baby-Aspirin!“, empfiehlt „Bild“ in der Titelgeschichte vom 18. Mai 2013: „Um es kurz zu machen: NICHT jeder kann und soll Aspirin einfach nehmen. Auch wenn es nur 75mg sind oder 100mg.“

2. „Wie die Deutschlands Medien einen Star-Koch erfinden – und die Welt darauf hereinfällt“
(gotorio.squarespace.com, Thomas Knüwer)
Wie Medien einen Koch zum „Star-Koch“ machen: „Nein, Miki Nozawa war kein Star-Koch. Sein Tod war sinnlos. Doch nachträglich ist er aufgestiegen in die Riege der Ducasse und Bocuse, hat die Großen und Schönen der Welt bekocht. Und er dient als traurige Demonstration dafür, dass Journalisten heute nur noch hechelnde Windhunde auf dem Rennkurs namens ‚Boulevard‘ sind.“

3. „ich habe adgefiltert“
(wirres.net, Felix Schwenzel)
Felix Schwenzel antwortet auf ein Plädoyer gegen Werbeblocker von „Spiegel-Online“-Mitarbeiter Frank Patalong: „die verachtung die patalong einem teil seiner leser an den kopf wirft ist nicht nur für ihn typisch. was die leser wollen, entscheidet im verlagswesen immer noch der gesetzgeber und die verlagsleitung. keiner der beteiligten verlage hat meines wissen jemals bei seinen lesern nachgefragt welche art von werbung sie aktzeptabel finden. ausser der taz bittet kein verlag um spenden oder finanzielle unterstützung. kein verlag bietet eine werbe- und trackerfreie webversion seiner seiten für abonnenten oder unterstützer.“ Siehe dazu auch „Warum wir AdBlocker nutzen“ (chriszim.com, 13. Mai).

4. „Viktor Orbán verbittet sich deutsche Einmischung“
(welt.de, Boris Kálnoky)
Für Boris Kálnoky ist die von „Spiegel Online“ angefachte Debatte über Äußerungen von Viktor Orbán („Orbán wirft Merkel Nazi-Methoden vor“) „ein Musterbeispiel dafür, wie aus an sich harmlosen Aussagen ein medialer Sturm angefacht werden kann“.

5. „Es wäre irreführend zu behaupten, Spiegel-Online werfe dem Europäischen Rat Nazi-Methoden vor“
(beim-wort-genommen.de, Jonas Schaible)
Und auch Jonas Schaible beschäftigt sich mit Artikeln und Überschriften von „Spiegel Online“ („Europas Regierungschefs wollen Lissabon-Vertrag aushebeln“): „Es ist also richtig und verdienstvoll, die geplanten Änderungen (oder eher: Nicht-Änderungen) groß zum Thema zu machen. Aber im Titel zu suggerieren, hier würde wieder einmal Recht gebrochen, ist falsch.“

6. „Cartoon-Journalismus aus Taiwan“
(sueddeutsche.de, Kai Strittmatter)
Hintergründe über Nma.tv, das mit rund 500 Mitarbeitern Nachrichten als Comics darstellt: „Einige der Videos wurden Kult, und man darf annehmen, dass sie den Erfolg nicht ihrer Ernsthaftigkeit verdanken, sondern der bizarren, oft surrealen Überzeichnung der Ereignisse, wobei sich die Produzenten weder von Scham noch von Geschmack bremsen lassen.“