Krisenkommunikation, Lutz Marmor, Netflix

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Hoeneß‘ großer Coup“
(wiwo.de, Ferdinand Knauß)
Das „Zeit“-Interview mit Uli Hoeneß sei ein „Lehrstück der professionellen Krisenkommunikation“, schreibt Ferdinand Knauß: „Hoeneß exerziert meisterhaft vor, was ein skandalisierter, gefallener Held in so einer Situation tun muss: Ein öffentliches Umdeutungsmanöver ist notwendig, um aus dem für seine Taten selbst verantwortlichen Sünder ein Opfer der Umstände zu machen. Die Zeitredakteure geben ihm dafür die perfekte Vorlage: ‚Halten Sie sich eigentlich für süchtig?‘.“

2. „Herr Marmor, Sie als alter Rocker …“
(journalist.de, Hans Hoff)
Ein Interview. Lutz Marmor: „Ein Intendant ist ein Möglichmacher.“ Hans Hoff: „Och, echt?“ Marmor: „Doch, genau das ist meine Funktion. Ich muss Freiräume schaffen, rechtliche, kreative und journalistische.“ Hoff: „Das Zitat hängen sich jetzt ganz viele Redakteure in ihre Büros und gucken immer wieder drauf, weil sie es nicht glauben können.“

3. „Ha, ha, Haltung“
(zeit.de, Tina Hildebrandt)
Ein Besuch bei der ZDF-„Heute-Show“: „In den USA informieren sich viele Zuschauer, vor allem jüngere, längst nicht mehr über die Nachrichten, sondern nur noch durch die Daily Show, eines der Vorbilder der heute-show. In Deutschland ist das inzwischen ähnlich. Auf Partys kann man Dialoge hören wie: ‚Hast du das mit Nordkorea mitbekommen? Ja, ich hab’s in der heute-show gesehen.'“

4. „Wie Internet und US-Serien die Fernsehgewohnheiten ändern“
(tagesspiegel.de, Bodo Mrozek)
US-Serien haben „die Sehgewohnheiten des Publikums nachhaltig verändert“, schreibt Bodo Mrozek: „Psychologische Konzeptionen lösen die einfache Zuordnung in ein moralisierendes Gut-Böse-Schema ab.“

5. „Comeback mit Online-Serien: Netflix ist wieder obenauf“
(blogs.faz.net, Roland Lindner)
Der Gründer von Netflix, Reed Hastings: „Die Idee für Netflix entstand aus einem Alltagsärgernis. Hastings musste 40 Dollar Säumnisgebühr zahlen, weil er den Film ‚Apollo 13‘ zu spät in eine Videothek zurückgebracht hatte. Er fragte sich, ob es kundenfreundlichere Wege des Filmverleihs geben könnte. 1997 rief er Netflix zunächst als Versanddienst ins Leben, der Kunden gegen monatliche Gebühr DVDs per Post nach Hause lieferte, die sie beliebig lange behalten konnten – Porto inklusive, ohne jegliche Strafgebühren.“

6. „I’m still here: back online after a year without the internet“
(theverge.com, Paul Miller, englisch)