Günther Jauch, Monster, Marketing

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Nachgeplapperte Lügen“
(spiegel.de, Stefan Niggemeier)
Der vom Vorwurf der „schweren Vergewaltigung und der gefährlichen Körperverletzung“ freigesprochene Jörg Kachelmann und seine Frau Miriam zu Gast bei „Günther Jauch“: „Dass jemand bis zum Beweis des Gegenteils als unschuldig zu gelten hat und dass der Beweis der Schuld im Fall Kachelmann in keiner Weise erbracht wurde, das erschien in der Sendung wie eine weltfremde Absonderlichkeit von Juristen, ohne lebenspraktische Relevanz.“ Siehe dazu auch „Freispruch aufgehoben“ (taz.de, Ulrike Winkelmann). Die ARD und die Produktionsfirma „weisen die Kritik von sich“.

2. „Wir nennen Menschen nicht ‚Monster'“
(horizont.net, Roland Pimpl)
Peter Huth, Chefredakteur der Boulevardzeitung „B.Z.“, im Interview: „Wir bei der ‚B.Z.‘ behandeln die Objekte unserer Berichterstattung – und das sind in erster Linie Menschen – mit großer Empathie. Wir fühlen mehr mit den Opfern, als dass wir uns über Täter ereifern oder Taten darstellen, ob es sich nun um Verbrechen handelt oder um soziale Themen, etwa Mieterhöhungen. Und ganz grundsätzlich nennen wir Menschen nicht ‚Monster‘, auch Mörder nicht.“

3. „Artikelkritik – Christoph Titz von Spiegel Online: Analyse von Schavans Doktorarbeit“
(hogymag.wordpress.com, almasala)
Almasala kritisiert den Artikel „Ministerin mit Sigmund-Freud-Schwäche“ von Christoph Titz auf „Spiegel Online“ zu den Plagiatsvorwürfen gegen Annette Schavan: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Glaubwürdigkeit von Christoph Titz zwei Dinge in Frage stellen: (1) seine mangelnde Bereitschaft zu recherchieren und (2) seine Voreingenommenheit.“

4. „FAZ und Bund der ‚Steuerzahler‘: Mit Zahlentricks gegen Steinbrück und gegen höhere Steuern“
(annotazioni.de, Patrick Schreiner)
Patrick Schreiner bemängelt „unterschiedliche Skalen/Maßstäbe“ im FAS-Artikel „So teuer wird es mit Steinbrück“: „Korrigiert man diese Darstellung und verwendet eine einheitliche Skala, wie es seriös wäre, so wird deutlich, wen die Steinbrückschen Steuerpläne wirklich treffen würden. Es ist vor allem Person 4 – und damit ein Mitglied jener kleinen Bevölkerungsgruppe, die über genug Einkommen und Vermögen verfügt, um finanziell deutlich mehr zum Gemeinwesen beizutragen.“

5. „Der größte Marketing-Stunt aller Zeiten“
(georgholzer.at)
Georg Holzer listet auf, wie viele Medien der „Marketing-Aktion“ von Felix Baumgartner höchste Aufmerksamkeit zumessen: „Auch aus Mangel an anderen großen Themen brachten 13 von 14 Blätter den Sprung auf ihr Titelblatt, lediglich das Wirtschaftsblatt hatte Baumgartner nicht auf der Einser. Durch den späten Sprung sprachen hier womöglich produktionstechnische Gründe dagegen.“

6. „Freier Fall: Katze absolviert Rekordsprung von Bücherregal“
(kojote-magazin.de)