Focus Money, Turkmenistan, Buchtapete

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Always believe in your soul“
(stefan-niggemeier.de)
Stefan Niggemeier nennt „Focus Money“ das „Fachblatt für Hysteriker mit Alzheimer“ und zeigt zur Veranschaulichung einige Titelblätter der letzten Jahre. Siehe dazu auch „Der Spiegel und die vielen Euro-Tode“ (meedia.de, Stefan Winterbauer) und „Der SPIEGEL und die Inflation“ (nachdenkseiten.de, Jens Berger).

2. „Die Lehren der ‚Spiegel‘-Affäre“
(youtube.com, Video, 5:22 Minuten)
„Zapp“ blickt zurück auf die Spiegel-Affäre. 1962 wurden sieben „Spiegel“-Mitarbeiter wegen angeblichem Landesverrat festgenommen, darunter auch Herausgeber Rudolf Augstein. Nach und nach wurden sie wieder entlassen, zuletzt, nach 103 Tagen in Untersuchungshaft, auch Augstein.

3. „Turkmenischer Bückling“
(nzz.ch, René Zeller)
Die Schweiz empfängt Gurbanguly Berdymuchammedow, Staatschef von Turkmenistan, mit militärischen Ehren. Bei der anschliessenden Pressekonferenz werden den anwesenden Schweizer Journalisten lediglich zwei Fragen zugestanden (die sie unter sich absprechen sollen), Nachfragen sind nicht erlaubt. „Es ist unstatthaft, die Presse aufzubieten, um den diplomatischen Händedruck zu orchestrieren – und die Journalisten wie Lemminge zu dressieren.“

4. „‚Warum lese ich das? Vermutlich, um mich aufzuregen'“
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein liest in Zeitungen die Rubrik „Leute“. „Und dann lese ich ständig, nur im Internet würden unseriöse Sachen stehen, Gerüchte, belangloses Zeug.“

5. „‚Man kann als Zuschauer gar nicht so viel kotzen'“
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Oliver Kalkofe beschreibt Scripted-Reality-Formate: „Formate mit der Aussage: Guck mal, wie scheiße die Welt ist, wie doof die Leute da draußen alle sind. Programme, die boshaft Menschen vor die Kamera schubsen und zum Auslachen vorführen, damit die Blöden unter den Zuschauern denken können: Cool, die sind ja noch bekloppter als ich!“

6. „Mein letztes Buch“
(freitag.de, Malte Herwig)
Malte Herwig digitalisiert seine rund 4500 Bücher: „Die bürgerliche Buchtapete kenne ich aus meiner Kindheit. Auf den Regalen meines Vaters stehen noch immer Enzyklopädien, Kunstbände, Briefeditionen von Goethe bis Adenauer. In keines dieser Bücher hat er je hineingeschaut. Dafür hat er jeden Abend mit Hingabe Kriminalromane gelesen.“