Dirk Bach, Sperrfristen, Lob

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „Küsse des Todes. Wie Sie einen Journalisten abschiessen können“
(blog.tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Wie man Journalisten nachhaltig lahmlegen kann. Mit Lob: „Schon ehrlich gemeintes Lob bringt – gehäuft verabreicht – jeden Produktionsmotor ins Stottern. Das Opfer wird versuchen, sofort etwas ähnlich Begeisterndes aufs Papier zu bringen. Die Folge: Es sieht auf die Wirkung, nicht auf die Sache.“

2. „Ekelhaft“
(werkkanon.blogspot.de, Roland)
Zum Tod von Dirk Bach steht auf der Facebook-Seite des „Stern“: „Den ‚Like‘-Button erklären wir hiermit zum Kondolenz-Knopf.“ Und auf der von „Bild“: „P.S. Gefällt mir = Mein Beileid!“.

3. „‚Error 404‘ – Brain not found“
(chpf.tumblr.com)
Um eine Diskussion anzustoßen, wird auf der Berliner Polizei eine „Strafanzeige gegen Unbekannt“ eingereicht: „Unter dem Titel ‚Jetzt brennt er in der ewigen Homo-Hölle‘ wurde auf kreuz.net ein Artikel veröffentlicht, der mich verletzt, verärgert und mein sonst so ruhiges Blut in Wallung versetzt.“

4. „Wie Sperrfristen ihre Glaubwürdigkeit verlieren“
(netzwertig.com, Martin Weigert)
Martin Weigert beschäftigt sich mit gebrochenen Sperrfristen: „Sobald eine Story eine gewisse Signifikanz besitzt, können sich Redakteure im Jahr 2012 mit großer Gewissheit darauf einstellen, den Artikel schon vorzeitig publizieren zu können (oder zu müssen).“

5. „Plädoyer für einen ‚echten‘ Wissenschaftsjournalismus“
(wissenschaftsjournalismus.ch, Beate Kittl)
Wissenschafts-PR übernimmt zunehmend die Rolle der Wissenschaftsjournalisten. Eine Rede von SDA-Journalistin Beate Kittl.

6. „Postmortales“
(noemix.twoday.net)