Ines Pohl, Regionalzeitung, Einschaltquote

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „‚taz‘ entschuldigt sich für Altmaier-Outing – zu Unrecht!“
(queer.de, Micha Schulze)
Jan Feddersen spekuliert in einem Kommentar unter dem Titel „Pseudobarockes Geschwurbel“ über die sexuelle Orientierung von Peter Altmaier. Daraufhin entschuldigt sich Ines Pohl, Chefredakteurin der „taz“, für den in der Montagsausgabe gedruckten Beitrag und lässt ihn von taz.de entfernen („politisch wie moralisch ist die sexuelle Orientierung eines Menschen irrelevant. Sie ist Privatsache“). Micha Schulze sieht das anders: „Homo, hetero oder bi zu sein, ist kein Tabu und nichts, was man verheimlichen oder für das man sich schämen müsste. Darüber zu reden oder zu schreiben, ist weder eine Bedrohung noch eine Beleidung und schon gar keine ‚Hetzjagd‘, wie selbst in der schwulen Blogosphäre zu lesen war. Mit dem bewussten Verschweigen unterstützt man stattdessen ein Klima, das es manchen Teenagern noch immer schwer macht, ihr Coming-out problemlos anzugehen.“

2. „Der ewige Junggeselle Peter Altmaier und die Selbstzensur der ‚taz'“
(stefan-niggemeier.de)
Auch Stefan Niggemeier findet es „legitim, darüber zu spekulieren“. „Peter Altmaier ist entweder jemand, der glaubt, dass seine Homosexualität etwas ist, dass er verschweigen muss. Oder er wird für schwul gehalten, obwohl er es gar nicht ist. Wenn er selbst nicht bereit ist, für Aufklärung zu sorgen, muss man wenigstens darüber diskutieren dürfen.“

3. „Programmier-Crashkurs für Journalisten“
(digitalerwandel.de)
„Dieser Beitrag erklärt erst die Grundlagen und die Grundausstattung der Web-Entwicklung und bietet dann einen Überblick über aktuelle Web-Techniken und Frameworks, die man als Journalist zumindest einmal gehört haben sollte.“

4. „Seinen Leser lieben – ein paar Gedanken zur Zukunft der Zeitung“
(ankommen.nordbayerischer-kurier.de, Joachim Braun)
Die Verlagserlöse im Printgeschäft seien „wieder auf dem Stand von Anfang der 1990er Jahre“, bemerkt Joachim Braun in einem Beitrag zur Zukunft der Regionalzeitung. „In einer Zukunft, in der jeder User Zugang hat zu allen Informationen, zählen nur noch: Qualität, Unabhängigkeit und Kundennähe.“

5. „Eine Währung veraltet“
(sueddeutsche.de, Simon Feldmer)
Durch die Veränderung der Nutzungsgewohnheiten sinkt die Bedeutung der klassischen Einschaltquote.

6. „Wissenschafts-PR ist auch nur PR“
(scilogs.de, Peter Zekert)
Peter Zekert bezweifelt die These von Florian Aigner, wonach Universitäten, die Forschungserfolge nach außen tragen, keine Werbung, sondern Information produzieren. „Am Ende handelt es sich auch hier um interessengeleitete Kommunikation (selbst wenn man der Meinung ist, die eigene Institution gehöre zu den ‚Guten‘)“.