Steffen Seibert, NAIIC, RTL 2 News

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. „‚Im Zug des Lebens in Fahrtrichtung'“
(faz.net, Werner D’Inka und Peter Lückemeier)
Steffen Seibert, Ex-Journalist und aktuell Regierungssprecher, im ausführlichen Interview: „Wer sagt, es lasse ihn kalt, Herrn Obama, Herrn Putin oder Herrn Hollande so gegenüberzusitzen, wie ich es jetzt erlebe, der lügt. Journalisten kommen immer nur bis zu einem gewissen Punkt, dann schließt sich die Tür. Kann auch sein, dass dieser Abstand für die Berichterstattung hilfreich ist. Ich stelle fest, auf der anderen Seite der Tür dabei zu sein ist faszinierend. Und es hilft mir viel besser zu verstehen, warum Regierungen so oder so handeln.“

2. „Die Mühlen der PR“
(weltraumer.de, Daniel Raumer)
Das Bild des Pressesprechers als „Nicht-mit-Presse-Sprecher“: „Ich habe es erlebt, dass Pressesprecher ohne Skrupel bei meinem Vorgesetzten anriefen und sich beschwerten, weil ich seriös um eine Stellungnahme gebeten hatte und auch nach mehrfachem telefonischem Abwimmeln durch die Assistentin hartnäckig blieb. Ein Pressesprecher, der sich echauffiert, weil die Presse mit ihm sprechen will, offenbart eine erstaunlich von meinem Verständnis abweichende Interpretation seines Berufs.“ Siehe dazu auch „SPD: Pressesprecher will privat bleiben“ (blogs.taz.de/hausblog, Sebastian Heiser).

3. „Ein offener Brief an Martin Kölling, Japan-Korrespondent des Handelsblatts“
(schnellinterkulturell.de, Marco)
Marco Damm fragt den „Handelsblatt“-Japan-Korrespondenten, ob er, als er über den am 5. Juli veröffentlichten Bericht der NAIIC schrieb, „den Wortlaut der japanischen Fassung mit dem der englischen Fassung“ verglichen habe. „Falls ja, haben Sie übersehen, dass der, an das internationale Publikum gerichtete, englische Report völlig anders formuliert ist und das Reaktorunglück ganz bequem als ‚made in Japan‘ tituliert und den Zwischenfall somit auf schwammige kulturelle Besonderheiten und Einzigartigkeiten der japanischen Obrigkeitshörigkeit, etc. schiebt? Der japanische Report enthält dagegen keinerlei ‚made in Japan‘ Formulierungen, sondern legt den Fokus viel mehr auf das zu enge Verhältnis zwischen Industrie und Politik. Auch hier ist Aussparung des ‚made in Japan‘ wohl überlegt.“

4. „RTL News statt Tagesschau“
(fr-online.de, Peer Schader)
Peer Schader schaut „RTL 2 News“: „Regelmäßige Zuschauer der ‚RTL 2 News‘ wissen aus den vergangenen beiden Wochen, dass in Ecuador ein Hochhaus gebrannt hat, dass sich auf einer chinesischen Autobahn ein riesiges Loch aufgetan hat und dass in Budapest eine Wasserleitung geplatzt ist – aber nichts über den IWF-Jahresbericht zur US-Wirtschaft und fast gar nichts zur Arbeit des NSU-Ermittlungsausschusses.“

5. „Intern: Wenn aus Bildern Brötchen werden“
(iphone-ticker.de)
Die „Wirtschaftswoche“ übernimmt ein Bild von ifun.de. „24 Stunden und zwei freundliche eMails später ist die Geschichte nun aus der Welt. Unkompliziert und ohne einen Anruf beim Anwalt, spendet die WiWo jetzt 100€ an den Bundesverband Deutsche Tafel e.V. – und auch wir legen noch mal 100€ drauf.“

6. „Neues aus Kalau“
(noemix.twoday.net)