1. Petition fordert Stopp für nächstes AfD-Interview bei “logo!”
(faz.net)
Mehr als 250.000 Menschen hätten eine Petition gegen die Ausstrahlung eines weiteren AfD-Interviews im Kinderkanal KiKa unterzeichnet. Anlass sei ein vorangegangener Beitrag der Kindernachrichten “logo!” mit Sachsen-Anhalts AfD-Kandidaten Ulrich Siegmund gewesen, der massive Kritik ausgelöst habe. Die Initiative fordere nun, ein geplantes Interview mit Mecklenburg-Vorpommerns AfD-Chef Enrico Schult nicht zu senden. Rechtsextreme dürften in Formaten für Kinder keine ungefilterte Plattform erhalten. Das ZDF verteidige das Format hingegen mit seinem öffentlich-rechtlichen Informations- und Orientierungsauftrag.
2. Pressefreiheit entscheidet sich in der Regulierung von Big Tech
(digitalpolitik.de, Markus Beckedahl)
Markus Beckedahl warnt davor, dass die Pressefreiheit zunehmend von wenigen Tech-Konzernen abhänge. Der Vertrieb journalistischer Inhalte liege faktisch bei den Algorithmen von Meta, Google, TikTok und X. Diese profitorientierten Plattformen würden Zuspitzung belohnen, während seriöse Recherchen im Gegenzug Reichweite einbüßen. Beckedahl fordert daher, europäische Digitalgesetze wie den DSA und den DMA gegen den Widerstand der US-Regierung konsequent durchzusetzen. Außerdem sollten öffentlich-rechtliche Medien unabhängige und offene Vertriebswege aufbauen, um sich aus der Plattformabhängigkeit zu befreien.
3. No SLAPP: Strategische Verteidigung
(verdi.de, Eberhard Reinecke & Sven Tamer)
Bei “M – Menschen machen Medien” gibt es das mittlerweile fünfte Kapitel des No-SLAPP-Handbuchs zur Abwehr nicht-gerechtfertigter Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten. Da deutsche Gerichte Klagen kaum allein mit Verweis auf den Schikane-Charakter abweisen würden, komme es auf eine kluge Verteidigung an. Neben sauberer Trennung von Fakten und Meinung sowie präziser Verdachtsberichterstattung könnten Redaktionen den Klägern das Kostenrisiko zuschieben: Etwa indem man Unterlassungserklärungen modifiziert abgebe (“ohne Anerkennung einer Rechtspflicht”), die Übernahme gegnerischer Anwaltskosten jedoch verweigere.
4. Meta-Kontrolleure warnen vor »Community Notes« statt Faktenchecks
(spiegel.de)
Das unabhängige Aufsichtsgremium von Meta habe den Social-Media-Konzern davor gewarnt, professionelle Faktenchecks durch sogenannte Community Notes zu ersetzen. Bei diesem Modell fügen Nutzerinnen und Nutzer Kontexthinweise selbst ein, ähnlich wie beim Kurznachrichtendienst X/Twitter. Meta teste dieses Crowdsourcing-System derzeit in 16 Ländern Lateinamerikas für Facebook, Instagram und Threads. Das Oversight Board betone, dass Community Notes kein vollwertiger Ersatz für Faktenprüfungen seien und Desinformationen Vorschub leisten könnten.
5. Zoom auf das frittierte Huhn
(taz.de, Anastasia Zejneli)
Nach zwölf Jahren beende die britische Comedian Amelia Dimoldenberg ihr Erfolgsformat “Chicken Shop Date”. Die Interviewreihe, bei der Prominente in einfachen Londoner Schnellimbissen interviewt werden, gelte als prägender Vorreiter moderner Web- und Kurzvideo-Formate. Der Reiz liege in Dimoldenbergs trockener Schlagfertigkeit, in den absurden Schnitten und dem bewussten Aushalten peinlicher Stille. Dadurch habe sie Stars wie Billie Eilish, Paul Mescal oder Paul McCartney ungeschminkte, private Reaktionen entlockt. Virale Clips auf TikTok hätten dem Kanal zu Weltruhm und 3,45 Millionen Abonnentinnen und Abonnenten verholfen. Zahlreiche internationale Nachahmer hätten versucht, den Mix aus Parodie und Flirt zu kopieren.
6. “Widow’s Bay” dominiert, Matthew Rhys und Jean Smart im Olymp
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Bei der Verleihung der Primetime Emmys 2026 habe die Horror-Comedy-Serie “Widow’s Bay” (Apple TV) mit insgesamt 14 Auszeichnungen triumphiert. Für ein historisches Novum habe Hauptdarsteller Matthew Rhys gesorgt. Er sei als erster Schauspieler im selben Jahr für zwei verschiedene Produktionen ausgezeichnet worden: für “Widow’s Bay” sowie für die Netflix-Miniserie “The Beast in Me”. Als beste Dramaserie habe sich erneut “The Pitt” (HBO Max) mit Hauptdarsteller Noah Wyle durchgesetzt.
