Von Männern für Männer, Kein Geld für Bücher, Prekäre Bedingungen

1. Sportjournalismus in Österreich – Von Männern, für Männer, über Männer
(kobuk.at, Judith Kantner)
Das Watchblog “Kobuk” hat sich angeschaut, wie es um den Sportjournalismus in Österreich bestellt ist: “Für diese Analyse haben wir die Print-Sportberichterstattung von Juli bis Dezember 2025 in der Heute-Zeitung (Wien-Ausgabe), der Kronen Zeitung (Wien Krone) und Der Standard untersucht. Dabei wurde in jeder einzelnen Ausgabe erhoben, wie viele Sportartikel sich primär mit Männersport, Frauensport oder gemischten Bewerben beschäftigen und wie Bilder dabei eingesetzt werden.”

2. “Werde gefragt, warum ich Män­nern den Job weg­nehmen muss”
(lto.de, Franziska Kring)
Im Interview mit “Legal Tribune Online” erzählt die Juristin Rena Schwabl, warum sie sich nach dem zweiten Staatsexamen statt für einen klassischen juristischen Beruf für die Selbstständigkeit als Sportreporterin entschieden habe. Sie arbeite mit Saisonverträgen für Sky Sport und Magenta Sport und sei als Social-Media-Reporterin bei Bundesligaspielen von Männern und Frauen im Einsatz. Als Frau im Fußballgeschäft erlebe sie massive Anfeindungen. So habe es etwa 200 sexistische Kommentare unter der Ankündigung eines von ihr kommentierten Länderspiels gegeben.

3. Hamburger Universitätsbibliothek: Kein Geld für neue Bücher
(ndr.de)
Der Hamburger Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky fehle das Geld für den Ankauf von Büchern, sodass sie ihren Kernauftrag derzeit nicht erfüllen könne. Direktor Robert Zepf bedauere, dass neu erscheinende Titel in gedruckter wie elektronischer Form nicht im erwarteten Umfang erworben werden könnten. Hintergrund seien erhebliche Kostensteigerungen, auch wegen der baulichen Probleme des Gebäudes. Bis zu einer Lösung bitte die Bibliothek um Spenden.

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4. Volontariat: Prekäre Bedingungen und was sich ändern muss
(media-lab.de, Ella Gößelein)
Für eine Masterarbeit seien zwölf Volontärinnen und Volontäre verschiedener Medienhäuser befragt worden. Sie hätten zwar von guter sozialer Einbindung und Absicherung berichtet, aber vor allem die niedrige Bezahlung, hohe Arbeitsbelastung und fehlende Planungssicherheit bei befristeten Verträgen kritisiert. Frauen würden zudem sexistische Bemerkungen und erschwerten Zugang zu Netzwerken erleben. Ein Teil der Befragten ziehe schon während der Ausbildung in Betracht, den Journalismus zu verlassen.

5. Newsletter Netzwerk Recherche 258 vom 26.06.2026
(netzwerkrecherche.org, Lena Wrba & Annelie Naumann)
Der Newsletter des Netzwerk Recherche blickt auf die eigene Jahreskonferenz NR26 in Hamburg zurück, bei der mehr als 800 Medienschaffende über Recherche, KI und die Zukunft des Journalismus diskutiert und zugleich das 25-jährige Bestehen des Vereins gefeiert hätten. Außerdem gibt es wie immer einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. Rundfunkbeitrag, Reformen, Risiko: Wie sich der ÖRR neu aufstellt
(ardsounds.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 22:45 Minuten)
Bei “BR24 Medien” ordnet Antonetta Stephany aus der ARD-Rechtsredaktion das Verfahren um den Rundfunkbeitrag in Karlsruhe ein. Medienwissenschaftlerin Annika Sehl von der Katholischen Universität Eichstätt stellt fest, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk in immer mehr Ländern unter Beschuss steht: “Wir sehen in vielen europäischen Ländern delegitimierende Kritik, die auf eine de facto Abschaffung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zielt.”