Friedrich zu Gast bei der AfD, KI-Regeln, Trickreiche Jugendliche

1. Mit der AfD über Demokratie sprechen
(taz.de, Matthias Meisner)
Der Verleger Holger Friedrich werde beim dieses Wochenende stattfinden “Demokratiekongress” der AfD auftreten. Friedrich beteuere, die AfD nicht zu unterstützen, doch nähmen Beobachter ihm dies angesichts einer Artikelserie gegen die Brandmauer in seiner “Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung” (“OAZ”) kaum ab. Bei der im Februar gestarteten “OAZ” würden sich derweil die Probleme häufen: Ein Großteil der Inhalte stamme aus der “Berliner Zeitung”, der erste Chefredakteur sei bereits nach vier Wochen gegangen und die Auflage schwach.

2. Über­zeugt die Ent­schei­dung Ulmen vs. Spiegel?
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Felix W. Zimmermann bezeichnet die Entscheidung des hanseatischen Oberlandesgerichts Hamburg im Fall Ulmen gegen “Spiegel” salomonisch, aber juristisch angreifbar. Dass der “Spiegel” keinen Deepfake-Video-Verdacht mehr erwecken dürfe, sei zwar nachvollziehbar, weil der Artikel Fall und Deepfake-Debatte eng verwoben habe. Die scharfe Trennung des Gerichts zwischen Deepfake-Fotos und -Videos wirke jedoch überdifferenziert und lebensfremd. Zimmermann erklärt auch, in welchen Punkten Ulmen weiter prozessieren könnte.

3. Wem gehört die Öffentlichkeit
(digitalpolitik.de, Markus Beckedahl)
In seiner medienpolitischen Keynote bei der Medienanstalt Berlin-Brandenburg warnt Markus Beckedahl davor, dass die Kontrolle über die digitale Öffentlichkeit bei wenigen US-Konzernen und deren Eigentümern liege. Reichweite sei für Redaktionen heute nur noch “gemietet”. Die bestehenden Regeln wie der Medienstaatsvertrag und der Digital Services Act trügen in der Praxis kaum. Beckedahl fordert deshalb eine unabhängige europäische Digitalbehörde sowie einen geförderten Aufbau offener, öffentlich finanzierter Infrastruktur wie das Fediverse.

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4. Weg vom Schreibtisch zu den Menschen vor Ort: Diese Tipps haben Lokaljournalist:innen
(netzwerkrecherche.org, Maria-​Mercedes Hering)
Maria-​Mercedes Hering fasst die Ergebnisse eines Webinars zusammen, bei dem 18 Lokaljournalistinnen und -journalisten darüber diskutiert hätten, wie sie wieder näher an die Menschen vor Ort kommen. Benjamin Brumm habe von den Aktivitäten des “Südkurier” berichtet, Anna Niere die Veranstaltungen und Crowd-Recherchen des Online-Mediums “RUMS” aus Münster vorgestellt. Empfohlen würden etwa, das Publikum an sonst verschlossene Orte wie große Baustellen mitzunehmen oder mit Pop-up-Redaktionen kurzzeitig in Innenstädte und Stadtviertel zu gehen.

5. Welche Regeln brauchen wir?
(deutschlandfunk.de, Mike Herbstreuth, Audio: 30:40 Minuten)
Die Technik ist längst in den Redaktionen angekommen, aber die Regeln dafür fehlen noch: Was darf Künstliche Intelligenz im Journalismus? Was muss der Mensch verantworten? Und wo beginnt die Täuschung des Publikums? Über diese Grundsatzfragen diskutieren im Deutschlandfunk (DLF) Christina Elmer (TU Dortmund), Jana Ballweber (KNA) und Jens Becker (DLF-Onlineredaktion).

6. Studie zeigt, wie australische Jugendliche das Social-Media-Verbot austricksen
(spiegel.de)
Eine im “British Medical Journal” veröffentlichte Studie zeige, dass Australiens flächendeckendes Social-Media-Verbot für Personen unter 16 Jahren bislang kaum Wirkung auf das Nutzungsverhalten habe. Die Forschenden hätten über 400 junge Nutzerinnen und Nutzer kurz vor und drei Monate nach Inkrafttreten des Verbots befragt. Bei den 12- bis 13-Jährigen habe sich fast nichts geändert. Minderjährige würden das Verbot umgehen, indem sie Fake-Accounts anlegen, auf Ältere registrierte Konten nutzen oder per VPN zugreifen.