Web-Reportagen, Unglückliche Studie, Assanges Verurteilung

1. Serie: Wie Web-Reportagen entstehen
(journalist-magazin.de, Stefan Heijnk)
Journalistik-Studierende der Hochschule Hannover haben sich in 17 Werkstatt-Beiträgen die Produktion von aufwändigen Web-Reportagen angeschaut. Journalismus-Professor Stefan Heijnk gibt einen Überblick über die (verlinkten und nachlesbaren) Beiträge und weist auf einige interessante Details und Entwicklungen hin.

2. Darf’s ein bisschen rechtsextremer sein?
(uebermedien.de, Juliane Wiedemeier)
Die Friedrich-Ebert-Stiftung hat ihre „Mitte Studie“ über die Verbreitung rechtsextremer Einstellungen veröffentlicht und dabei einiges vermasselt. Juliane Wiedemeier rekonstruiert den Fall und die Folgen: „Eine Studie, die voreingenommen an ihr Thema herangeht und ihren Fragebogen unglücklich formuliert. Medien, die aus anderen Medien abschreiben, statt die Original-Quelle selbständig auszuwerten, und die bereitwillig den Alarmismus der Autor:innen übernehmen. Eine Reaktion, die dann wiederum übertrieben die deutsche Bevölkerung vor jedem Vorwurf des Ressentiments in Schutz nimmt.“

3. Nazidenke, verpixelt
(taz.de, Peter Weissenburger)
In Neuseeland steht demnächst der Prozess gegen den mutmaßlichen Attentäter von Christchurch an. Im Vorfeld haben sich die fünf größten Nachrichtenmedien des Landes auf einen Pressekodex verständigt: Man werde den Attentäter nur äußerst beschränkt zitieren und rechtsextreme Symbole wie Handzeichen nicht zeigen oder zumindest verpixeln.

4. Über 30 Journalisten erstatten Anzeige
(deutschlandfunk.de, Margit Hillmann)
In Frankreich häufen sich die Beschwerden von Journalistinnen und Journalisten, die in Zusammenhang mit den Gelbwesten-Protesten über Behinderungen ihrer Arbeit, Einsatz von Gewalt und willkürliche Festnahmen durch die Polizei berichten. Der Journalistengewerkschaft SNJ seien seit November über 80 derartige Fälle gemeldet. Gewerkschaftsvorstand Dominique Pradalié: „Wir haben noch nie eine solche Repression gegen Journalisten in unserem Land gesehen. Und ich bin schon sehr lange Journalistin und Gewerkschafterin. Das hat es so noch nie gegeben.“

5. Wikileaks-Gründer Julian Assange zu 50 Wochen Gefängnis verurteilt
(heise.de, Detlef Borchers)
WikiLeaks-Gründer Julian Assange ist wegen des Verstoßes gegen die Kautionsauflagen von einem britischen Gericht zu einer Gefängnisstrafe von 50 Wochen verurteilt worden. Er war 2012 in die Botschaft Ecuadors in London geflüchtet, um einer drohenden Verhaftung zu entgehen. Außerdem muss Assange die Auslieferung an die USA befürchten.

6. „Die Oma ist irgendwann weg. Aber das Grundgesetz, das bleibt.“ Interview mit Oliver Wurm zum Grundgesetz als Magazin
(dirkvongehlen.de)
Wie kommt man auf die Idee, das Grundgesetz als Magazinversion in Kioskregale zu bringen? Dirk von Gehlen hat sich mit dem Journalisten und Magazin-Macher Oliver Wurm unterhalten. Es geht um die Entstehung der Idee, Wurms Lieblingsstelle im Grundgesetz, Reaktionen auf das Heft und das bevorstehende Grundgesetz-Jubiläum.