„Emmas“ Tendenzen, Rosen-Replik, Sprachgebrauch der Rechtsextremen

1. Tendenzjournalismus bei „Emma“
(taz.de, Patricia Hecht & Anne Fromm)
Die „Emma“ lässt Chemnitzer Frauen erzählen, wie bedrohlich arabische Männer sind — und verzichte auf Recherche, so der in der „taz“ geäußerte Vorwurf, der sich auf diesen „Emma“-Text bezieht. Es sei nicht der erste Beitrag des Magazins, der einen rechten Sound anschlage: „Schon nach der Kölner Silvesternacht veröffentlichte die Redaktion mehrere Artikel, in denen sie unter anderem behauptete, „Männer in großen Rudeln“ seien über Frauen hergefallen, die Gewalt habe der auf dem Kairoer Tahir-Platz geglichen — auch wenn ägyptische FrauenrechtlerInnen das bestritten. Alice Schwarzer brüstete sich damit, als eine der wenigen die „Realität zu benennen“ und kritisierte den angeblichen Hohn von Politik und Medien, die die Realität verschweigen würden. Schon damals bekam sie dafür vor allem Applaus von Rechts.“

2. #diekanon: Ein Blick hinter die Kulissen der Zeit-Kanons
(einfacherdienst.de, Kristina Kämpfer)
Der „Zeit“-Bildungskorrespondent Thomas Kerstan erntete für seinen Wissens-Kanon mit 100 essentiellen Werken einiges an Kritik: Unter den 100 Autoren fanden sich nur sieben Frauen. Der „Einfache Dienst“ hat dies zum Anlass genommen, die letzten sieben veröffentlichten Kanons der „Zeit“ zu untersuchen und das jeweilige Geschlechterverhältnis auszuwerten.

3. Nutzung von Online-Audio-Angeboten steigt
(blmplus.de, Wolfgang Flieger)
Auf dem „Digitalradiotag“ wurden der Digitalisierungsbericht Audio 2018 und der erste Teil des Online-Audio-Monitors 2018 der Landesmedienanstalten vorgestellt. Im Blog der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien fasst Wolfgang Flieger die wichtigsten Ergebnisse der Studien zusammen. Die Nutzung von Online-Audio-Angeboten sei insgesamt angestiegen, eine wichtige Rolle würden dabei Wortinhalte und Podcasts spielen.

4. Rosen-Replik
(facebook.com, Klaus Meier)
Der amerikanische Journalismus-Professor Jay Rosen hatte sich zum Abschluss seines dreimonatigen Forschungsaufenthalts in Deutschland mit einem offenen Brief und einigen kritischen Anmerkungen an die deutschen Journalistinnen und Journalisten gewandt. Auf Facebook hat sich sein deutscher Kollege, der Journalismus-Professor Klaus Meier, mit einer Replik zu Wort gemeldet. Rosens Ausführungen seien leider „recht schwammig und missverständlich“.

5. Nicht den Sprachgebrauch der Rechtsextremen übernehmen
(neuemedienmacher.de)
Die „Neuen deutschen Medienmacher“ sind ein bundesweiter, unabhängiger Zusammenschluss von Medienschaffenden mit und ohne Migrationsgeschichte, der sich unter anderem für interkulturellen Journalismus einsetzt. Anlässlich der Vorkommnisse in Chemnitz hat das Netzwerk eine Stellungnahme veröffentlicht. Bei der Berichterstattung über die rechtsextremen Ausschreitungen in Sachsen übernähmen Medien immer wieder die Perspektive der Rechtsradikalen. Anhand praktischer Beispiele zeigen die Medienmacher, wo die Probleme bei der Berichterstattung aus ihrer Sicht liegen.

6. Polizei auf Social Media: Bundesweit 331 Profile
(ndr.de, Daniel Bouhs & Andrej Reisin, Video, 7:30 Minuten)
Wie Daniel Bouhs und Andrej Reisin bei „Zapp“ berichten, baut die Polizei ihre Präsenz in sozialen Netzwerken rasant aus. Bundesweit würden Polizeibehörden bereits 331 Profile betreiben. Darunter 159 offizielle Twitter-Accounts, 138 bei Facebook, 25 bei Instagram, acht bei Youtube und einen bei Snapchat. „Zapp“ hat mit Polizeibeamten und einem Polizei- und Konfliktforscher über das Wirken der Polizei als Medienakteur gesprochen.