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KW 48/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Wo stehen Lokalmedien?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 35:05 Minuten)
Im Deutschlandfunk-Podcast “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Zwickmühle des deutschen Lokaljournalismus: Während eine aktuelle Studie dessen Rolle als unverzichtbaren “Pfeiler der Demokratie” hervorhebt, kämpfen viele Häuser ums wirtschaftliche Überleben. Über diesen Spagat zwischen gesellschaftlicher Relevanz und finanziellem Mangel sprechen “MOZ”-Chefredakteur Claus Liesegang, Ralf Heimann vom Projekt “RUMS” und die Medienforscherin Leyla Dogruel.
Transparenzhinweis: Ralf Heimann hat auch schon für das BILDblog geschrieben, unter anderem die achtteilige Serie “Kleine Wissenschaft des Fehlers”.

2. Peinlich, peinlicher, ARD – Wie der ÖRR Boateng reinwaschen will
(youtube.com, Sashka, Video: 17:26 Minuten)
Sashka kritisiert in ihrem Video, dass die dreiteilige ARD-Dokuserie “Being Jérôme Boateng” wie eine reine Image-Kampagne wirke, die den durch Skandale beschädigten Ruf des ehemaligen Fußballspielers auf Kosten der Gebührenzahler aufpoliere. Statt die schweren Vorwürfe gegen ihn sachlich aufzuarbeiten, biete die Serie Boateng eine unkritische Plattform. Die Perspektiven der betroffenen Frauen und die Machtdynamiken würden weitgehend ausgeblendet.
Weiterer Lesetipp aus dem Archiv: Siehe auch unsere Berichterstattung: Die “Bild”-Redaktion hat vergessen, wie “SCHMUTZIG” sie berichtet hat (bildblog.de, Moritz Tschermak).

3. Wie erklärt man seinen Lesern, dass das Privatleben von Konstantin Wecker die Öffentlichkeit etwas angeht?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 32:49 Minuten)
Die “Süddeutsche Zeitung” (“SZ”) hat eine große Recherche über Konstantin Wecker veröffentlicht (nur mit Abo lesbar), in der es um die Beziehung des Musikers zu einer Minderjährigen geht. Holger Klein spricht mit “SZ”-Investigativchef Ralf Wiegand über die Recherche, für die es auch Kritik gebe: “Wie geht die Redaktion mit der Kritik um? Wieso hat sich die ‘Süddeutsche’ entschieden, die Geschichte – auch in dieser Detailtiefe – zu erzählen? Und was unterscheidet diesen Fall von anderen MeToo-Recherchen?”

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4. Brandon Q. Morris, wie verkauft man zwei Millionen Bücher?
(zeit.de, Jochen Wegner & Christoph Amend, Audio: 5:21:02 Stunden)
Im Podcast “Alles gesagt?” bestimmen nicht die Moderatoren Jochen Wegner und Christoph Amend das Ende, sondern allein der Gast. Diesmal nutzte Matthias Matting diese Freiheit für ein über fünfstündiges Gespräch: Der Physiker und Autor, auch bekannt unter seinem Pseudonym Brandon Q. Morris, verrät sein Arbeits- und Geschäftsmodell hinter zwei Millionen verkauften Büchern, spricht über die Unmöglichkeit des Beamens und blickt auf die Anfänge des Internets sowie auf seine Jugend in der DDR zurück.

5. Wie schützen wir die Demokratie vor Tech Bros und KI?
(wind-und-wurzeln.podigee.io, Marina Weisband, Audio: 45:09 Minuten)
Künstliche Intelligenz könnte viele Berufe obsolet machen. Besonders bitter: Die Systeme lernen mit den Werken von Journalisten, Musikerinnen und Künstlern, die sich nun plötzlich in Konkurrenz zur Maschine befinden und von dieser möglicherweise verdrängt werden. In der neuen Ausgabe von “Wind und Wurzeln” analysiert Marina Weisband diesen gigantischen Werttransfer weg von der Gesellschaft hin zu wenigen Konzernen.

6. Der Absturz von Dieter Bohlen
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 26:46 Minuten)
In seinem neuesten Video macht Mats Schönauer dem Musikproduzenten und “Pop-Titan” Dieter Bohlen schwere Vorwürfe: Bohlen schüre gemeinsam mit dem Goldhändler Dominik Kettner gezielt Panik vor einem angeblichen Wirtschaftskollaps, um daraus Profit zu schlagen. Außerdem verbreite er rechtspopulistische Narrative und Falschinformationen, um Kettners Gold-Produkte als vermeintlich einzige Rettung vor Enteignungen zu bewerben.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

Kulturabbauministerium, Trump und die Medien, “Gefährlichste Straßen”

1. Das Kulturabbauministerium
(taz.de, Georg Seeßlen)
Die aktuelle Kritik an Kultur- und Medienstaatsminister Wolfram Weimer wegen dessen geschäftlicher Verflechtungen verstelle den Blick auf das gravierendere Problem, schreibt Georg Seeßlen in seiner “taz”-Kolumne: eine gezielte Politik des Kulturabbaus. Anstatt die Unabhängigkeit der Kunst zu schützen, betreibe Weimer eine neoliberale Kommerzialisierung und nehme zunehmend direkten Einfluss auf Inhalte. Dies zeige sich unter anderem in der Verdoppelung der Förderung für den rechtskonservativen Thinktank “Republik21” bei gleichzeitigem Spardruck auf andere Projekte. Der Angriff auf die freie Kulturlandschaft leite letztlich den Abbau der Demokratie selbst ein, so Seeßlen.

2. Diese Journalistin bietet Trump die Stirn
(youtube.com, Daniel Bröckerhoff, Video: 7:12 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin “Zapp” thematisiert den offenen Angriff von US-Präsident Donald Trump auf die ABC-Korrespondentin Mary Bruce. Trump habe sie nach einer kritischen Frage an den saudischen Kronprinzen zum ermordeten “Washington-Post”-Journalisten Jamal Khashoggi beschimpft und ihren Sender bedroht. “Zapp” zieht das Fazit, dass Trumps Umgang mit Medien zunehmend autokratische Züge annehme. In den USA erfordere kritischer Journalismus inzwischen enormen Mut und starke Nerven.
Zusätzlicher Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die jüngste Attacke Trumps auf eine Reporterin: “Der mächtigste Mann der Welt nennt eine Journalistin ‘Schweinchen’. Alle schweigen, und das Protokoll verschweigt es. Wenn Journalismus sich so disziplinieren lässt, ist er kein Wachhund mehr, sondern ein Schoßhund.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:08 Minuten)

3. Wenn die bürgerliche Mitte mit Neonazis paktiert
(blog.campact.de, Matthias Meisner)
Nach dem Abschied von Langzeit-Präsident Thomas Krüger sehe sich der designierte Nachfolger an der Spitze der Bundeszentrale für politische Bildung, der SPD-Politiker Sönke Rix, bereits vor Amtsantritt einer Kampagne konservativer und rechter Medien ausgesetzt. Matthias Meisner warnt in diesem Zusammenhang vor einer zunehmenden Diskursverschiebung. Selbst etablierte Medien wie der “Tagesspiegel”, die “Berliner Zeitung” oder der öffentlich-rechtliche MDR würden durch unkritische Berichterstattung die Grenzen nach Rechtsaußen verschwimmen lassen.

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4. Die “gefährlichsten Straßen Deutschlands”
(rwi-essen.de)
Die Autorinnen und Autoren der “Unstatistik des Monats” kritisieren Medienberichte über eine Allianz-Studie zu den vermeintlich gefährlichsten Straßen Deutschlands. Dort werde systematisch absolutes Verkehrsaufkommen mit tatsächlichem Unfallrisiko verwechselt. Die Einstufung von Nordrhein-Westfalen und Bayern als besonders gefährlich sei ein logischer Fehlschluss, da ohne Bezugsgrößen wie gefahrene Kilometer lediglich die hohe Verkehrsdichte abgebildet werde, nicht jedoch die echte Gefährdungslage.

5. Grokipedia: Musks Angriff auf die Wahrheit
(verdi.de, Lorenz Matzat)
Aus Frust über eine angebliche “Wokepedia” habe Elon Musk mit seiner “Grokipedia” eine KI-basierte Alternative lanciert, die laut ersten Studien gezielt “alternative Fakten” und geschönte Darstellungen rechter Akteure präsentiere. Dieses Vorgehen folge der Desinformationsstrategie Steve Bannons, Kommunikationsräume global zu beeinflussen. Als Gegenmaßnahmen schlügen Experten vor, “Grokipedia”-Inhalte konsequent aus den Trainingsdaten anderer KI-Modelle auszuschließen.

6. Was die Podcast-Branche 2025 bewegt
(blog.medientage.de, Petra Schwegler)
Auf der Fachkonferenz “So Many Voices” hat die Podcast-Szene ihre Erfahrungen ausgetauscht. Der zunehmenden Professionalisierung und drohenden Austauschbarkeit durch Künstliche Intelligenz müsse mit mutigen Experimenten und Authentizität begegnet werden. Trotz der Dominanz von Formaten mit Prominenten und Algorithmen böten Nischen oder hyperlokale Inhalte weiterhin Chancen für Relevanz.

Vertuschte Studie?, Menschlicher Journalismus, Innovations-Irrtum

1. Menschlicher Journalismus hat Zukunft
(journalist.de, Bernward Loheide)
Angesichts der Medienkrise und des KI-Fortschritts plädiert Bernward Loheide, Chefredakteur der Katholischen Nachrichten-Agentur, für eine Rückbesinnung auf “menschennahen Journalismus”, der Vertrauen schaffe und konstruktive Perspektiven biete. Menschlichkeit und authentischer Dialog seien die entscheidende Zukunftschance für Medienhäuser, um sich gegen Algorithmen und “Fake News” zu behaupten.

2. Meta soll Studie zu psychischen Schäden vertuscht haben
(spiegel.de)
Gerichtsakten zufolge soll der Social-Media-Konzern Meta eine interne Studie unterdrückt haben, die belege, dass der Verzicht auf die Plattformen das psychische Wohlbefinden der Nutzerinnen und Nutzer verbessert. Die Enthüllung sei Teil einer Klage von US-Schulbezirken, die dem Unternehmen vorwerfen, das eigene Wachstum über die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen zu stellen. Meta weise die Vorwürfe zurück und führe methodische Mängel als Grund für den Abbruch der Studie an.

3. Der Konflikt, den keine*r braucht
(patreon.com, LowerClassJane)
“LowerClassJane” kritisiert die neue ZDF-Sendung von Jan Fleischhauer und ähnliche Formate scharf als inhaltslose Inszenierungen, die Krawall über politische Aufklärung stellen würden. Progressive Gäste seien in diesen Shows chancenlos und würden lediglich als Dekoration missbraucht, um fragwürdige Debatten zu legitimieren. Statt sich an diesen Konflikten zu beteiligen, plädiert die Autorin für einen konsequenten Boykott. Den Formaten müsse durch Entzug von Substanz die Relevanz genommen werden.

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4. Steffen & Stefan und der Innovations-Irrtum im deutschen TV
(dwdl.de, Peer Schader)
Medienjournalist Peer Schader kritisiert die TV-Sender, die aus Sicherheitsdenken an den “Altmeistern” festhalten würden, statt jungen Talenten echte Chancen, Budgets und Programmplätze zur Primetime zu geben: “Die Hensslers und Raabs von morgen brauchen nicht nur Sendeplätze, auf denen sie gefunden und gesehen werden können – sie brauchen auch die Geduld und Beharrlichkeit ihrer Auftraggeber, für die es zunehmend selbstverständlich ist, neuen Produktionen direkt den Stecker zu ziehen, wenn sie nach zwei Folgen noch nicht quotenknallen.”

5. Warum Elon Musk die Wikipedia hasst
(youtube.com, Leonhard Dobusch, Video: 10:25 Minuten)
Elon Musk habe seine KI-Konkurrenz “Grokipedia” gestartet, weil er die unabhängige und nicht-käufliche Wikipedia nicht nach seinen ideologischen Vorstellungen kontrollieren könne, analysiert Leonhard Dobusch. Im Gegensatz zur transparenten Wikipedia fungiere Musks Projekt als undurchsichtige Blackbox, die gezielt rechte Narrative verstärke und etablierte Fakten untergrabe.

6. Der KiKA sollte im linearen TV bleiben – logo!
(taz.de, Katharina Federl)
In ihrer Kolumne plädiert Katharina Federl leidenschaftlich für den Verbleib des Kinderkanals KiKA im linearen Fernsehen und kritisiert die geplante Verschiebung in reine Online-Angebote als Fehler. Sie warnt davor, dass Streaming-Apps Kinder durch Überangebot und Ablenkung überfordern könnten. Das klassische TV biete hingegen einen kuratierten, niedrigschwelligen Zugang zu Bildung.

KW 47/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Was ist beim Grazer Amoklauf schiefgegangen?
(youtube.com, Zeitgeist, Video: 27:50 Minuten)
Das Video übt scharfe Kritik an der sensationslüsternen Berichterstattung vieler österreichischer und deutscher Medien (unter anderem “Krone”, “oe24”, “Bild”, “Auf1”, aber auch “Profil”) nach dem Amoklauf an einer Grazer Schule am 10. Juni dieses Jahres. Es wird detailliert aufgezeigt, wie Journalistinnen und Journalisten ethische Grenzen überschritten haben, indem sie traumatisierte Kinder interviewt, Falschinformationen über Motive verbreitet und den Täter durch unverpixelte Fotos und Namensnennung heroisiert haben. Dies habe auch die Gefahr von Nachahmungstaten (“Columbine-Effekt”) massiv erhöht.

2. Viel Lärm und wenig Echo? Die Weltklimakonferenz und die Medien
(ardaudiothek.de, Thomas Bimesdörfer & Stefan Eising, Audio: 19:41 Minuten)
Die Weltklimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém ist vorüber. Thomas Bimesdörfer und Stefan Eising haben bei “Medien – Cross und Quer” Janina Schreiber aus der ARD-Klimaredaktion eingeladen und mit ihr über die medial vermittelte Wahrnehmung der Konferenz gesprochen: “Bekommt dieses Treffen auch die öffentliche Aufmerksamkeit, die sich die Veranstalter für ihr Thema erhoffen? Oder sind Großveranstaltungen dieser Art inzwischen zu Ritualen erstarrt? Ist das Ringen um einzelne Formulierungen in Abschlusserklärungen vielleicht einfach nicht spannend genug, um den Weg in die Schlagzeilen zu finden?”

3. Macht Behörden-PR dem Lokaljournalismus das Geschäft kaputt?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 28:55 Minuten)
Machen Kommunen mit ihren Aktivitäten auf Social-Media-Plattformen der Lokalpresse Konkurrenz oder verdrängen sie sogar, wie manche Verleger behaupten? Darüber spricht Holger Klein mit dem Journalisten und Rechtsanwalt Hermann von Engelbrechten-Ilow: “Lässt sich das Verbot für Kommunen, eigene Radiosender oder Zeitungen zu betreiben, so einfach auf Social-Media-Auftritte übertragen? Wie passt das mit der Pflicht zur Öffentlichkeitsarbeit zusammen, die Behörden eben auch haben? Und liegen die Probleme des Lokaljournalismus in Wahrheit nicht ganz woanders – und vor allem: viel tiefer?”

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4. Unterschätzen Medien die Gefahr von rechts?
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 34:14 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob Medien, auch die öffentlich-rechtlichen, die Gefahr von rechts unterschätzen. Der DLF-Hörer und Mitarbeiter des Flüchtlingsrats Baden-Württemberg Julian Staiger diskutiert darüber mit dem Kommunikationswissenschaftler Marcus Maurer.

5. Pinar Atalay, was ist Ihre Rolle in gesellschaftlichen Debatten?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 26:03 Minuten)
Bei “Läuft”, dem Medienpodcast von “epd medien” und Grimme-Institut, unterhält sich Alexander Matzkeit mit Pinar Atalay, die einige Zeit die “Tagesthemen” moderiert hat und seit September alle zwei Wochen bei n-tv eine Talkshow präsentiert: “Was zeichnet sie aus? Was bringt sie mit? Und wie sieht sie die Rolle der Medien und damit auch ihre eigene Rolle in einer polarisierten Gesellschaft?”

6. Podcast-Markt im Umbruch
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 46:19 Minuten)
Lukas Schöne spricht bei “This is Media Now” mit Sarah Berg-Türkis, Audiolead beim “Zeit”-Verlag, über die strategische Bedeutung von Podcasts. Im Fokus stehen dabei der erfolgreiche Wandel vom reinen Reichweitenmodell hin zu kostenpflichtigen Abonnements auf externen Plattformen. Zudem diskutieren die beiden darüber, wie Live-Events und nahbare Hosts dabei helfen können, in einer schnelllebigen Medienwelt eine treue Hörerschaft aufzubauen.

KW 46/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Was tun, wenn KI-Bots falsche Informationen über dein Leben verbreiten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 24:54 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast “Holger ruft an” spricht Holger Klein mit den “Tamedia”-Journalisten Celina Euchner und Oliver Zihlmann. Euchner berichtet, wie KI-Seiten sie fälschlicherweise zur Frau des Rappers Kontra K ernannt hätten. Ihr Kollege Zihlmann erklärt, dass über die Hälfte der Artikel im Internet inzwischen “KI-Schrott” sei, und die Chatbots auch mit diesen Falschinformationen trainiert würden, wodurch ein Teufelskreis entstehe.

2. Der Medienleitfaden – wie besser zu Femiziden berichten?
(bonjourno.de, Olivia Samnick, Audio: 37:27 Minuten)
Im Podcast “Bonjourno” geht es um die problematische Berichterstattung über Femizide, bei der oft verharmlosende Begriffe wie “Beziehungsdrama” verwendet würden, anstatt die Morde als strukturelles Problem zu benennen. Sonja Peteranderl berichtet von ihren Recherchen zu geschlechtsspezifischer Gewalt in Lateinamerika und stellt einen Leitfaden vor, den sie für andere Journalistinnen und Journalisten mitentwickelt hat. Den zweiten Teil der themenspezifischen Gesprächsreihe gibt es hier. Dort ist Christine Meltzer zu Gast: “Sie ist Juniorprofessorin für Kommunikationswissenschaft an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und hat gleich zwei große Reports zur Femizid-Berichterstattung herausgebracht. Was hat sich seit dem letzten Femizide Report 2021 bis 2024 getan?” (bonjouro.de, Audio: 39:44 Minuten)

3. Wie gelingt gute Content Moderation?
(leibniz-hbi.de, Kristina Kobrow, Audio: 34:33 Minuten)
Beim “BredowCast” hat Moderatorin Kristina Kobrow den Wissenschaftler Matthias Kettemann vom Leibniz-Institut für Medienforschung zu Gast. Die beiden diskutieren darüber, was Content-Moderation ist, also welche Inhalte auf Plattformen wie TikTok oder Facebook gelöscht, versteckt oder verstärkt werden. Kettemann erläutert, warum es einen Mix aus automatisierten Systemen (Künstliche Intelligenz) und menschlichen Moderatoren brauche, und stellt einen neuen “Code of Conduct” vor, den er mitentwickelt hat.

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4. Was Wut im Netz mit uns macht
(deutschlandfunknova.de, Nina Bust-Bartels & Hanna Klimpe, Audio: 56:50 Minuten)
In ihrem Vortrag erklärt die Kommunikationswissenschaftlerin Hanna Klimpe, dass Empörung in Sozialen Medien zwar wichtige Debatten wie #MeToo gestärkt habe, die Plattformlogik aber auch rechtsextreme Inhalte belohne. Diese ständige Flut negativer Beiträge führe bei vielen zu “Newsfatigue” (Nachrichtenmüdigkeit) und verstärke ein Gefühl der Ohnmacht, anstatt Handlungsfähigkeit zu mobilisieren. Klimpe fordert daher, die “demokratische Empörung” aus dem Netz in reale Strukturen zu überführen.

5. Mit 15 Jahren täglich Einschaltquoten verfolgt: EndemolShine-Chef über Reality Shows und KI im TV
(youtube.com, Philipp Westermeyer, Video: 1:04:57 Stunden)
Fabian Tobias, Geschäftsführer der Produktionsfirma EndemolShine, ist zu Gast im “OMR”-Podcast von Philipp Westermeyer. Sie sprechen über die aktuelle Lage der Fernsehbranche und die großen EndemolShine-Produktionen wie “Wer wird Millionär?”, “The Masked Singer” und “Kitchen Impossible”. Außerdem geht es um die Neuausrichtung von “Die Höhle der Löwen” sowie die aktive Suche nach einem neuen Investor für die Sendung.

6. Jimmy Wales, Wikipedia’s founder/co-founder
(youtube.com, Jung & Naiv, Tilo Jung, Video: 3:22 Minuten)
Bei “Jung & Naiv” kam es zu einem ungewollten Rekord: Kaum hatte das Interview mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales begonnen, war es auch schon wieder vorbei. Die harmlose Einstiegsfrage “Gründer oder Mitbegründer?” reichte aus, um Wales derart in Rage zu bringen, dass er die Diskussion als “dumm” bezeichnete und das Set nach kurzer Zeit schon wieder verließ.

Trump vs. BBC, AfD-Aussteiger Ahrens, “Servicemagazin”

1. Einlenken oder dagegenhalten?
(tagesschau.de, Gabi Biesinger)
Nach dem Rücktritt der gesamten Führungsspitze wegen einer irreführend geschnittenen Dokumentation über Donald Trump stecke die BBC in einer tiefen Krise. US-Präsident Trump drohe dem Sender nun mit einer Milliardenklage. Bis morgen Abend müsse zudem eine Richtigstellung und eine persönliche Entschuldigung erfolgen.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Die BBC sieht gerade nicht aus wie die würdigste Verteidigerin der Pressefreiheit. Deshalb hat sie etwas gutzumachen. Also nicht zahlen, liebe BBC, nicht einknicken. Um sich und allen anderen zu zeigen: Wir lassen uns nicht einschüchtern.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:18 Minuten)


2. So plante Erik Ahrens die TikTok-Strategie der AfD
(ndr.de, Tom Fugmann, Video: 26:16 Minuten)
Das NDR-Medienmagazin “Zapp” beschäftigt sich mit Erik Ahrens, dem ehemaligen digitalen Vordenker der AfD und selbsternannten Aussteiger aus der rechtsextremen Szene. Der Beitrag zeigt Ahrens’ widersprüchlichen Weg vom linken Aktivisten zum rechtsextremen Strippenzieher, der AfD-Politiker Maximilian Krah auf TikTok groß gemacht habe. Ob es sich bei Erik Ahrens’ jüngster Wandlung um echte Reue, Selbstinszenierung oder Wichtigtuerei handele, bleibe jedoch offen.

3. Welche Rolle spielt Brandenburg?
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
In Brandenburg finde in wenigen Tagen die entscheidende Abstimmung über den Reformstaatsvertrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks statt. Der Vertrag, der bereits von den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten beschlossen wurde, sehe Einschnitte bei Programmen und strengere Regeln, zum Beispiel bei der “Presseähnlichkeit”, vor, müsse aber von allen 16 Landtagen bestätigt werden. “taz”-Redakteurin Ann-Kathrin Leclère hat die wichtigsten Fragen und Antworten dazu zusammengestellt.

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4. “Autofocus” – Wie das Werbeformat einer Industrielobby zum “Servicemagazin” im ORF wurde
(kobuk.at, Hans Kirchmeyr)
Hans Kirchmeyr kritisiert das ORF-Format “Autofocus” als getarnte PR-Sendung für die österreichische Automobilindustrie. Die Sendung, die als “Servicemagazin” bezeichnet werde, sei ursprünglich von der Autolobby initiiert und finanziert worden. Kirchmeyr belegt mit Beispielen, wie “Autofocus” kritiklos die Interessen der Industrie bedient.

5. Fokus auf die Timelines – Dokumentarfilm und Internetkultur
(54books.de, Lennart Rettler)
Der Autor Lennart Rettler lobt aktuelle deutsche Dokumentarfilme wie “Lord of the Toys”, “Goldhammer” und “Soldaten des Lichts” dafür, dass sie die Mechanismen und Abgründe der Internetkultur präzise abbilden. Die Filme würden auf einordnende Experten verzichten. Stattdessen würden sie auf reine Beobachtung setzen und zeigen, wie ihre problematischen Protagonisten (YouTuber, Influencer, Reichsbürger) rassistische oder verschwörungsideologische Inhalte als Geschäftsmodell nutzen.

6. Reality-TV: Von wegen Unterschichtenfernsehen
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Entgegen dem weit verbreiteten Mythos des “Unterschichtenfernsehens” seien Reality-TV-Formate längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen und würden alle Bildungsschichten erreichen. Daten der AGF Videoforschung sollen zeigen, dass das Publikum der Top-10-Reality-Shows im Schnitt sogar einen höheren Bildungsabschluss habe. Sender wie RTL würden betonen, dass sich diese Formate vom “Guilty Pleasure” zum “Talk of Town” gewandelt hätten, weil sie Eskapismus, soziale Erlebnisse und Diskussionsstoff bieten.

Übernimmt die KI?, Schwarzes Portal mit roten Zahlen, Frauenfeindlichkeit

1. Wie viel Künstliche Intelligenz verkraftet Social Media?
(dwdl.de, Simon Pycha)
Simon Pycha beschreibt bei “DWDL”, wie KI-generierte Inhalte wie “Slops” oder “Sludge-Videos” Social Media dominieren, weil sie billig zu produzieren sind. Plattformen wie TikTok würden diesen Trend sogar aktiv fördern, indem sie KI-Skripte anbieten, um die Monetarisierung zu steigern. Diese Entwicklung erhöhe jedoch das Risiko für die Verbreitung von Desinformation, die für das Publikum kaum noch als künstlich zu erkennen ist.
Weiterer Gucktipp: Auf YouTube erklärt Mats Schönauer, “wie KI-Kanäle YouTube übernehmen”: “In diesem Video zeige ich euch, wie YouTube mit AI-Slop überflutet wird – von pseudowissenschaftlichen KI-Kanälen wie ‘Sleepless Historian’ bis hin zu Fake-Videos, die politische Propaganda verbreiten – und wie aufwendig produzierte Kanäle wie ‘Kurzgesagt’ von der KI-Flut bedroht werden.” (youtube.com, Video: 23:42 Minuten)

2. Haben wir eigentlich alle ADHS?
(journalist.de, Julia Belzig)
Die Journalistin Julia Belzig stellt in ihrem Text die These auf, dass der Journalismus aufgrund seiner Struktur überdurchschnittlich viele Menschen mit ADHS anziehe. Sie warnt jedoch davor, das Krankheitsbild als “Superkraft” zu romantisieren, da der Alltag für Betroffene oft von Chaos, emotionalen Problemen und dem Gefühl, an Kleinigkeiten zu scheitern, geprägt sei. Belzig kritisiert zudem, dass Social Media ein falsches Bild der Krankheit vermittele.

3. Burkhard Ewert über digitale Erfolge, politische Vorwürfe und historische Vergleiche
(youtube.com, Markus Trantow, Audio: 46:17 Minuten)
Burkhard Ewert, Chefredakteur der “Neuen Osnabrücker Zeitung” (“NOZ”), berichtet im “turi2”-Podcast, dass seine Redaktion nun allein durch digitale Abos finanziert werde, was er als “Meilenstein” bezeichnet. Angesprochen auf den Vorwurf eines Rechtsrucks der “NOZ” verteidigt Ewert etwa Interviews mit der AfD, da diese einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung repräsentiere und man nicht “pauschal diffamieren” dürfe. Die Bedrohung durch Google-KI-Zusammenfassungen und dadurch ausbleibenden Klicks sieht er als Ansporn für Journalistinnen und Journalisten, wieder mutigere und schnellere Geschichten zu schreiben, “die eine KI nicht kann”.

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4. Schwarzes Portal mit roten Zahlen: Bilanzverlust beim “Exxpress” steigt
(derstandard.at, Oliver Mark)
Das rechte österreichische Portal “Exxpress” habe seinen Bilanzverlust für das Jahr 2024 auf 6,92 Millionen Euro ausgeweitet, nachdem er im Vorjahr bereits 4,38 Millionen Euro betragen habe. Mehrheitseigentümerin des Mediums sei das deutsche Unternehmen “Vius”, das auch hinter dem Portal “Nius” von Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt stehe.

5. Gema erzielt Auftakterfolg gegen ChatGPT
(spiegel.de)
Die Verwertungsgesellschaft Gema habe einen juristischen Auftakterfolg gegen den ChatGPT-Entwickler OpenAI erzielt. Das Landgericht München habe entschieden, dass die Verwendung von Texten bekannter Lieder (wie von Herbert Grönemeyer oder Reinhard Mey) eine unerlaubte Vervielfältigung darstelle, und OpenAI zu Schadensersatz verurteilt. Das Urteil in diesem Grundsatzverfahren sei noch nicht rechtskräftig. Es gelte als wahrscheinlich, dass der Rechtsstreit weitergeht.
Weiterer Gucktipp: Auf YouTube prognostiziert Anwalt Chan-jo Jun: “Die Entscheidung wird die KI-Szene in Aufruhr versetzen.” (youtube.com, Video: 13:13 Minuten)

6. Nicht alles ist Unterhaltung
(taz.de, Laura Verseck)
Laura Verseck kritisiert in ihrem Kommentar das RTL-Format “Temptation Island” dafür, dass die Produktion das übergriffige Verhalten eines Kandidaten unkommentiert ausgestrahlt habe. Der Teilnehmer Aleks Petrović habe in der Sendung offen erzählt, wie er seine Partnerin nach der Verlobung zum Sex gedrängt habe. Verseck argumentiert, dass “nicht alles Unterhaltung ist”. Eine Redaktion, die solche sexualisierten Grenzüberschreitungen ohne Einordnung sendet, trage eine Mitverantwortung für deren Normalisierung.

KW 45/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. ZEIT-Journalistin Rieke Havertz über Trump und die Medien in Amerika
(youtube.com, Cornelia Lüers & Helmut Loerts-Sabin, Video: 1:34:48 Stunden)
Rieke Havertz, internationale Korrespondentin der “Zeit”, berichtet, dass die gesellschaftliche Spaltung in den USA unter Donald Trump ein gefährliches Ausmaß erreicht habe. Diese Spaltung werde von Trump strategisch genutzt, um die Presse als “Fake News” zu diskreditieren, was die Arbeitsbedingungen für Journalistinnen und Journalisten massiv erschwere. Trump-Anhänger würden die etablierten US-Medien boykottieren. Gleichzeitig setze die Regierung kritische Reporterinnen und Reporter durch Klagen, den Entzug von Akkreditierungen und die Verkürzung von Arbeitsvisa unter Druck.

2. KI im Journalismus
(youtube.com, Svea Eckert, Video: 1:34:50 Stunden)
Anlässlich der “Woche der Pressefreiheit” fand am 3. November an der Lüneburger Leuphana Universität eine Podiumsdiskussion statt: Tech-Journalistin Svea Eckert diskutierte dort mit Fachleuten von ARD, “Hamburger Abendblatt” und aus der Wissenschaft über die Chancen und Risiken von generativer Künstlicher Intelligenz für den Journalismus. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie KI die gesellschaftliche “Wachhund”-Rolle der Medien verändert und wie viel Automatisierung möglich ist, ohne die Glaubwürdigkeit zu verlieren.

3. Demokratie und Journalismus – Verantwortung in Zeiten des Wandels
(youtube.com, Michel Friedman, Video: 59:43 Minuten)
Beim SWR-“Demokratieforum” auf dem Hambacher Schloss diskutiert Michel Friedman mit Anette Dowideit (“Correctiv”), Peter Müller (ehemaliger Verfassungsrichter) und Carsten Knop (“FAZ”) über die Verantwortung des Journalismus in Zeiten, in denen antidemokratische und rechtsextreme Bewegungen auf dem Vormarsch sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Medien aufklären können, ohne diesen Kräften eine Bühne für deren Propaganda zu bieten.

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4. Wie Medien die Vergangenheit im Westbalkan erzählen
(youtube.com, Barbara Oertel, Video: 1:41:05 Stunden)
Beim “taz Talk” spricht Moderatorin Barbara Oertel mit Dinko Gruhonjić, Journalist und Dozent aus Novi Sad, Getoarbë Mulliqi, Journalistin und Direktorin eines kosovarischen Journalistenverbands, und Alexander Vojvoda von der Organisation Pro Peace über die Rolle der Medien im Westbalkan bei der Aufarbeitung der Kriege der 1990er-Jahre. Die Gäste diskutierten über die schwierige politische Lage, die massive Verschlechterung der Pressefreiheit in Serbien und Kosovo sowie die Gefahren, denen Journalistinnen und Journalisten durch Angriffe, Polizeigewalt und Hetzkampagnen ausgesetzt sind.

5. Ende eines Hypes – Wohin steuert Social Media?
(sr-mediathek.de, Katrin Aue & Michael Meyer, Audio: 19:05 Minuten)
Nach Jahren des Wachstums würden aktuelle Zahlen zeigen, dass sich weltweit die Zeit, die Menschen mit Social Media verbringen, verringere. Viele Leute zögen sich von den Plattformen zurück. Besonders auffällig sei dies bei Nutzerinnen und Nutzern unter 30 Jahren. Handelt es sich um eine langfristige Entwicklung? Was sind die Ursachen? Und wie reagieren die Plattformbetreiber? Darüber sprechen Katrin Aue und Michael Meyer mit Simon Berlin vom “Social Media Watchblog”.

6. Innenansichten: Die Selbstkritik der Medien
(youtube.com, Tanjev Schultz & Markus Wolsiffer, Video: 37:42 Minuten)
Im Podcast “Die Medienversteher” sprechen Tanjev Schultz und Markus Wolsiffer über die Notwendigkeit des Medienjournalismus, also der kritischen Selbstbeobachtung der Medienbranche. Sie analysieren, dass diese Selbstkritik oft schwierig sei, da Journalistinnen und Journalisten aus Kollegialität oder Karriereangst oft zögern würden, Fehler der eigenen Zunft aufzudecken.

Eingeschränkter Zugang, Leben ohne Lokalzeitung, Pumuckls Stimme

1. US-Regierung schränkt Zugang zum Weißen Haus für Journalisten ein
(spiegel.de)
Die US-Regierung habe den Zugang für Journalistinnen und Journalisten zu den Büros der Pressesprecherin im Weißen Haus mit sofortiger Wirkung eingeschränkt. Als offizielle Begründung für die Maßnahme sei der Schutz sensibler Informationen genannt worden. Diese Verschärfung folge auf ähnliche Einschränkungen im Pentagon und einen bereits zuvor vollzogenen Ausschluss großer Nachrichtenagenturen aus dem ständigen Reporter-Pool.

2. Verwendet OE24 LLMs?
(youtube.com, Mario Zechner, Video: 7:32 Minuten)
Mario Zechner untersucht in seinem Video, ob die österreichische Nachrichtenseite Oe24.at im großen Stil KI-Texte einsetzt, indem er ein verdächtiges Merkmal zählt: die sogenannten Doppelgeviertstriche, also lange Gedankenstriche. Diese würden von KI-Sprachmodellen häufiger verwendet als in redaktionellen deutschen Texten. Zechner hat für seinen Test Tausende Oe24.at-Artikel der vergangenen fünf Jahre heruntergeladen und ausgewertet. Und siehe da: Die Anzahl dieser Striche sei 2025 stark angestiegen, und zwar kurz nachdem Oe24.at eine hohe staatliche KI-Förderung erhalten habe.
Weiterer Lesetipp zur Medienlandschaft in Österreich: Medien am Oasch: “Die Inseratenpraxis und politische Abhängigkeiten stürzen österreichische Zeitungen in die Krise. Es drohen Insolvenz und Hunderte Stellenkürzungen.” (taz.de, Florian Bayer)

3. Leben ohne Lokalzeitung? Bericht aus Thüringen erschienen
(netzwerkrecherche.org)
Das Netzwerk Recherche hat einen Zwischenbericht zum Dialogprojekt “Lückenfüller” veröffentlicht, der die Folgen des Rückzugs der gedruckten Lokalzeitung in der Region Greiz in Thüringen untersucht. Darin hätten die Autoren analysiert, welche Informationslücken entstanden sind, wie sich die Menschen nun stattdessen informieren und welche Erwartungen sie an den Lokaljournalismus haben.

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4. Scharfe Kritik: Urheberallianz lehnt ZDF-Selbstverpflichtung ab
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Die “UrheberAllianz”, die Kreativ-Gewerke wie Kamera und Schnitt vertritt, lehne eine vom ZDF angekündigte “Selbstverpflichtung” zur Vergütung als mangelhaft ab. Zuvor seien jahrelange Verhandlungen ergebnislos geblieben. Das ZDF habe einen Schlichtungsvorschlag (PDF), der Wiederholungshonorare vorgesehen habe, abgelehnt. Die Verbände würden die Selbstverpflichtung des ZDF als “rechtlich nicht haltbar” kritisieren.

5. Social Media muss in Therapie
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Ann-Kathrin Leclère stellt fest, dass die weltweite Nutzung von Social Media sinkt, da die Plattformen mit KI-generierten Inhalten überflutet würden und das Vertrauen der Nutzerinnen und Nutzer in die Beiträge schwinde. Sie vergleicht die Netzwerke mit einem “schlechten Freund”, der kaum noch sozial sei, sondern die Menschen nur noch durch aggressive Algorithmen und Shitstorms ermüde. Statt die Plattformen aufzugeben, fordert Leclère, sie “in Therapie zu schicken”.

6. Warum Pumuckls Stimme Sorgen auslöst
(tagesschau.de, Helen Roth)
Im neuen Pumuckl-Film werde die Stimme des Kobolds mithilfe von Künstlicher Intelligenz so verändert, dass sie fast genauso wie die des verstorbenen Originalsprechers Hans Clarin klinge. Dies löse bei professionellen Synchronsprecherinnen und -sprechern wie Katrin Fröhlich, der deutschen Stimme von Cameron Diaz, große Besorgnis aus. Sie fürchten nicht nur um ihre Arbeitsplätze, sondern kritisieren auch die rechtliche Grauzone beim Stimmenklau sowie den künstlerischen Verlust.
Weiterer Gucktipp: Im Podcast “Hollywoodgeflüster” unterhält sich Charles Rettinghaus mit dem Schauspieler und Synchronsprecher Nicolas Böll: “Nicolas gibt ehrliche Einblicke in die Realität des Schauspiel- und Synchronberufs, spricht über den schmalen Grat zwischen Kreativität und Routine und darüber, wie man trotz aller Umstände die Freude an der Arbeit bewahrt.” (youtube.com, Video: 1:05:13 Stunden)

Lobbygeld wie noch nie, Totalschaden abgewendet, Ist der ÖRR zu einseitig?

1. Big Tech steckt so viel Geld in EU-Lobbyarbeit wie noch nie
(netzpolitik.org, Esther Menhard)
Eine gemeinsame Analyse von LobbyControl und dem Corporate Europe Observatory zeige, dass die Tech-Branche mit 151 Millionen Euro jährlich mehr Geld für Lobbyarbeit in der EU ausgebe als jede andere Branche. Konzerne wie Meta, Microsoft und Amazon würden damit gegen Regulierungen wie den Digital Services Act kämpfen und inzwischen mehr Lobbyisten (890) beschäftigen als es EU-Abgeordnete (720) gebe.

2. Totalschaden abgewendet: Sachsen stimmt ÖRR-Reform zu
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Der neue Reformstaatsvertrag für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk habe im sächsischen Landtag kurz vor dem Scheitern gestanden. Erst nach einer 30-minütigen Beratungspause und einem dramatischen Appell von Ministerpräsident Michael Kretschmer habe es die erforderliche Mehrheit gegeben. Uwe Mantel kommentiert bei “DWDL”: “Ganz durch ist der Reformstaatsvertrag nun aber immer noch nicht. In Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen dürfte die Verabschiedung im Parlament kaum in Frage stehen, spannender wird es in Brandenburg. Dort bräuchte es die Ja-Stimmen des BSW, das in Sachsen nicht zugestimmt hat.”

3. Zu grün, zu links, zu einseitig? Was am ÖRR-Vorwurf dran ist
(youtube.com, Konstanze Nastarowitz, Video: 44:38 Minuten)
Der Beitrag des NDR-Medienmagazins “Zapp” untersucht die weit verbreitete Kritik, der öffentlich-rechtliche Rundfunk sei zu “links-grün” und biete zu wenig Meinungsvielfalt. Als zentrales Beispiel dient der Streit um das NDR-Format “Klar”, bei dem die Absetzung der als konservativ geltenden Moderatorin Julia Ruhs massive Vorwürfe von “Cancel Culture” auslöste. Eine Mainzer Studie sowie Medienexperten würden eine “leichte Schieflage” nach links und ein Defizit an konservativen Perspektiven bestätigen. Sie warnen aber auch davor, dass das Problem von Kritikern oft bewusst übertrieben dargestellt werde.

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4. Ergötzen am Leid der anderen
(taz.de, Sophia Fichtner)
Sophia Fichtner kritisiert die 30-jährige “Stern-TV”-Langzeitdoku über die Neonazi-Familie Ritter als voyeuristische Ausbeutung von Elend, Gewalt und Drogensucht. Aktueller Anlass ist ein Gerichtsprozess, bei dem Mitglieder der dritten Generation wegen einer brutalen, gefilmten Gewalttat verurteilt wurden. Fichtner wirft “Stern TV” vor, die rechtsextreme Ideologie der Familie (Hitlergrüße, Hetze) völlig unkritisch und ohne Einordnung zu zeigen und aus dem Elend der Ritters ein Geschäftsmodell zu machen.

5. “Diese Leute wollen in die Medienbranche, aber es war vom Lebenslauf her bis jetzt nicht möglich”
(uebermedien.de, Annika Schneider, Audio: 46:34 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast “Nice & Nötig” spricht Annika Schneider mit Laura Bohné vom Bayerischen Rundfunk. Bohné leitet dort ein Talente-Programm, das gezielt Menschen mit nicht-akademischen oder “gebrochenen” Lebensläufen in den Journalismus holen soll. Die beiden diskutieren darüber, warum diese Vielfalt für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk notwendig ist und wie diese neuen Talente den Redaktionsalltag und die Themenwahl im Sender konkret verändern.

6. Naomi Seibt beantragt offenbar Asyl in den USA
(spiegel.de)
Die AfD-nahe und rechtsextreme Influencerin Naomi Seibt habe laut Medienberichten in den USA Asyl beantragt. Gegenüber dem US-Sender Fox News habe die 25-Jährige behauptet, sie werde in Deutschland von Geheimdiensten überwacht und werde nicht ausreichend vor der Antifa geschützt. Seibt habe in der Vergangenheit rechtsextreme Verschwörungsmythen verbreitet und sei auch von US-Thinktanks sowie Elon Musk unterstützt worden.

7. Neue Netflix-Doku: “Babo: Die Haftbefehl-Story”
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:11 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kritisiert der “6-vor-9”-Kurator die neue Doku über den Rapper Haftbefehl bei Netflix: “Die Doku inszeniert sich als ‘roh’ und ‘ungeschönt’, läuft aber mit schmalziger Musik und manipulativem Schnitt. Sorry, aber das ist kein Dokumentarfilm, das ist ein Trauma-Porno mit Klarlack drüber.”

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