Suchergebnisse für ‘youtube’

Kanarienvogel Böhmermann, Elstner & Lorenzo, Schleichwerbung-Streaming

1. Nur Satirikern ist der kalkulierte Grenzübertritt gestattet
(tagesspiegel.de, Paul Dalg)
Vergangene Woche bezeichnete Medienjournalist Joachim Huber in einer Kritik Jan Böhmermann als “Twitter-Zombie” und “Satire-Trump” (“Wo er früher den Nerv, die Nerven der Zeit getroffen hat, nervt der von sich selbst berauschte Na-ja-Satiriker nur noch.”) Dem tritt nun Paul Dalg mit einer Verteidigungsrede entgegen: “Statt zu sagen: “Er nervt”, sollte man sagen: Jan Böhmermann nimmt seinen Job ernst. Als gesellschaftlich relevantes Juckpulver. Es ist wie mit den Kanarienvögeln im Bergbau — solange sie zwitschern, ist die Luft rein. Sollte vom Satiriker Böhmermann einmal nichts mehr zu hören sein, sollten wir uns in Deutschland gehörig in Acht nehmen.”
Weiterer Lesetipp: “Acht Millionen Debile”: Jan Böhmermann angezeigt (dwdl.de, Timo Niemeier).

2. Einstiger Chefredaktor des «Guardian»: «Nur wer phantastischen Journalismus bietet, wird überleben»
(nzz.ch, Felix Simon)
Wer Lesehungrige durch eine Paywall vom Lesen abhält, schaufele am eigenen Grab. So lautet das Credo von Alan Rusbridger, dem erfolgreichen Medienmacher und Ex-Chefredakteur des “Guardian”. Im Interview mit der “NZZ” spricht Rusbridger über die Glaubwürdigkeitskrise der Medien, die Zukunft des Qualitätsjournalismus und seine Ratschläge an jüngere Kolleginnen und Kollegen.

3. Wetten, das war’s..? Frank Elstner trifft Giovanni di Lorenzo
(youtube.com, Frank Elstner, Video: 41:06 Minuten)
In der zweiten Ausgabe von “Wetten, das war’s..?” interviewt Frank Elstner den “Zeit”-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo (ebenfalls empfehlenswert: das Gespräch mit Jan Böhmermann). Dabei geht es unter anderem um die Kunst des guten Interviews, persönliche Fehltritte und historische Fehler, den Fall Relotius und die “Lügenpresse” sowie Lorenzos Lieblingsgäste und Nicht-Lieblingsgäste.

4. Werbebotschaft angekommen?
(sueddeutsche.de, Nicolas Freund)
Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime Video zeigen keine Werbeblöcke, sondern bauen in ihre Filme Produktplatzierungen ein und das in erschreckendem Ausmaß. Bei Netflix soll dies bei etwa drei Viertel der Pruduktionen der Fall sein, bei Amazon bei fast allen, so “SZ”-Redakteur Nicolas Freund.

5. Ex-Bamf-Chefin unzulässig vorverurteilt
(taz.de, Benno Schirrmeister)
Nun hat es auch das Bremer Verwaltungsgericht bestätigt: Die ehemalige Chefin der Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Ulrike B., wurde von der Staatsanwaltschaft unzulässig in den Medien vorverurteilt. Zum Hintergrund des Bamf-Skandals, der keiner war, siehe auch den Artikel von Strafrechtsprofessor Henning Ernst Müller: Einmal Skandal und zurück? Recherche­verbund in der Kritik (uebermedien.de).

6. Erinnert ihr euch an die dramatisierende @DerSPIEGEL -Titelgeschichte zum Fall #Relotius?
(twitter.com/WolfgangMichal)
Wieder einmal kommt beim “Spiegel” ein “perfekter Sturm” auf. Wolfgang Michals lakonischer Kommentar: “Beim Spiegel wird eben viel gesegelt.”

VW-Postille “Welt”, Stumme Radios, Abgezockte Influencer abgezockt

1. Poschardts “Welt” macht Volkswagen den Autohof
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Wer sich am Dienstag die “Welt” kaufte, rieb sich verwundert die Augen. Wesentliche Teile der Zeitung bestanden aus VW-PR. Im Impressum tauchte sogar der Name des VW-Vorstandsvorsitzenden als “Welt”-Chefredakteur auf. Stefan Niggemeier kommentiert: “Axel Springer hat VW mit der “Welt”-Sonderausgabe ein Geschenk gemacht, das ungleich größer ist, als wenn man dem Unternehmen kostenlos alle Seiten für Anzeigen zur Verfügung gestellt hätte. Gerade die scheinjournalistische Inszenierung der VW-Botschaften im redaktionellen Umfeld einer Tageszeitung verschafft ihnen eine besondere Wirkung.”

2. Farbanschlag auf Redaktion in Zürich
(persoenlich.com)
Roger Köppels “Weltwoche” ist Opfer eines Farbanschlags geworden. Zuvor war bereits “Weltwoche”-Redakteur Alex Baur bei einer Feier zum 1. Mai angegriffen worden.

3. Solitär auf allen Kanälen
(kontextwochenzeitung.de, Moritz Osswald)
Ein angehender Medienschaffender berichtet von seinem Besuch im Hauptquartier der Südwestdeutschen Medienholding, dem Pressehaus. Dort “kämpft man ums Überleben”. Entsprechend machen sich beim Besucher gemischte Gefühle breit.

4. Alle mal herschauen
(sueddeutsche.de, Jaqueline Lang)
Die Onlinetalkshow “Black Rock Talk” wendet sich vornehmlich an Menschen mit Migrationshintergrund. Ohne nennenswertes Budget produziert Esra Karakaya alle paar Wochen ihre Sendung in den Räumlichkeiten des Communitysenders Alex Berlin. Es gehe hauptsächlich um Rassismus und Diskriminierung. “Ich will, dass wir über Schmerzhaftes sprechen, aber mit popkulturellem Aufhänger”, so die Moderatorin.

5. Massenhafter Ausfall von Internetradios
(heise.de, Michael Link)
Seit Anfang Mai funktionieren viele Internetradios nicht mehr, da ein Dienstleister für die Senderdatenbank seine Arbeit eingestellt hat. Die Umstellung auf einen anderen Anbieter ist lästig und geht zu Lasten des Komforts.

6. 20 deutsche Influencer in der Türkei abgezockt: Kein Hotel, Reisepässe weg
(maz-online.de)
20 deutsche Influencer sollen von einem falschen Reisebüro in die Türkei gelockt und dort beklaut worden sein. Angeblich sollen es die Diebe nur auf die Reisepässe der ReiseteilnehmerInnen abgesehen haben. Die derart bestohlenen Influencer blieben auf den Kosten für Übernachtung und Rückflug sitzen.

Richtigstellung: Julian Reichelt ist für uns keine Koryphäe

Am Montag hatten wir einen kleinen Auftritt bei der Republica. Gleich zu Beginn (ab Minute 1:39), zu dieser Folie …

Screenshot unserer Präsentation bei der Republica - darauf zu lesen: Einer kann heute leider nicht dabei sein

… sagte unser “6 vor 9”-Kurator Lorenz Meyer:

Der Abend beginnt für uns mit einer kleinen Enttäuschung. Wir haben eigentlich auf den dritten wichtigen Mann gewartet. Eine Koryphäe, eine Lichtgestalt des Journalismus. Er kann heute leider nicht dabei sein. Er ist in der Sophienstraße und hält einen wichtigen Vortrag.

Dazu erschien diese Folie:

Screenshot unserer Präsentation bei der Republica - darauf zu sehen: Eine Ankündigung der Schwarzkopf-Stiftung zu einer Veranstaltung mit Bild-Chef Julian Reichelt zum Thema Verantwortung im Journalismus

BILDblog-Leiter Moritz Tschermak sagte anschließend noch:

Das ist ziemlich schade, denn auf der Bühne mit Julian Reichelt zusammen zu sitzen — ich hatte einmal das Vergnügen — ist ein großes Erlebnis.

Heute Nacht erreichte uns dazu eine E-Mail von “Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt. Ihm sei berichtet worden, dass wir bei unserem Auftritt bedauert hätten, “dass ich keine Zeit hatte, mit Ihnen auf der Bühne zu sitzen”, wir sollen “enttäuscht” gewesen sein. Reichelt: “Jetzt frage ich mich, ob mir da Ihre Einladung durchgerutscht ist oder ob Sie nur den Eindruck erweckt haben, ich hätte mich nicht zu Ihnen getraut. Sollte das der Fall sein, wäre ich zwar nicht überrascht, aber doch betrübt und würde um öffentliche Richtigstellung bitten.” In einer weiteren E-Mail schreibt Reichelt: “Ich habe mir das angesehen und finde, dass Sie hier eindeutig einen falschen Eindruck erwecken.”

BILDblog-Ombudsfrau Erna Belitz sagt dazu:

Der “Bild”-Chef hat Recht! Eine Einladung für den Termin bei der Republica wurde an Julian Reichelt nie ausgesprochen. Außerdem müssen noch weitere glasklar falsche Fakten richtiggestellt werden, die das BILDblog-Team bei der Republica verbreitet hat: Julian Reichelt ist keine Koryphäe und auch keine Lichtgestalt des Journalismus. Solch gravierende Fehler dürfen sich nicht wiederholen!

Glyphosat-Gutachten, Twitters Overblocking, Ausgeblitzt

1. Antwort per Allgemeinverfügung: Glyphosat-Gutachten wird herausgegeben
(fragdenstaat.de, Arne Semsrott)
Auf Druck der “Frag den Staat”-Aktivisten muss das Bundesinstitut für Risikobewertung sein unter dem Tisch gehaltenes Glyphosat-Gutachten rausrücken. Zumindest an die Tausenden Personen, die eine Anfrage über “Frag den Staat” in Gang gesetzt hatten. Die Antragsteller würden individuelle Zugangscodes für eine Website mit dem Gutachten erhalten, denn es bestehe weiterhin ein Veröffentlichungsverbot. Arne Semsrott kommentiert: “Alle rund 40.000 Personen, die ein Gutachten angefragt haben — und alle, die es noch anfragen — erhalten das Dokument. Uns soll aber trotzdem verboten bleiben, es zu veröffentlichen. Das ist schlicht und einfach absurd.”

2. “Gut gemeint, schlecht umgesetzt”
(taz.de Carolina Schwarz)
Die “taz” hat mit Karolin Schwarz über das sogenannte Overblocking bei Twitter gesprochen, mit dem der Mikrobloggingdienst gegen unschuldige Accounts vorgeht. Twitters Meldefunktion werde missbraucht. Es sei ein klassischer Fall von “gut gemeint, aber nicht gut umgesetzt.”

3. Allein gelassen
(sueddeutsche.de, Benedikt Frank)
Als Netflix die Serie “Tote Mädchen lügen nicht” veröffentlichte, in der es um einen Suizid geht, befürchteten Psychologen Nachahmungstaten. Keine unberechtigte Sorge, wie sich nun herausstellt: Nach dem Start der Serie hätten Suizide unter US-Teenagern laut einer Studie stark zugenommen.

4. Keine Blitzermeldungen mehr auf radioeins
(radioeins.de)
Radio Eins hat die Blitzermeldungen aus dem Programm geschmissen. Nachrichtenchef Jan Vesper bezeichnet sie als nicht mehr zeitgemäß. Die Verkehrsunfallstatistik für Berlin und Brandenburg sehe sehr düster aus. Eine der Hauptunfallursachen sei Raserei. Außerdem habe man nur noch selten Blitzermeldungen von Hörern erhalten, was die fehlende Akzeptanz bei den Hörern nahelege.

5. Hurra, es ist kein Mädchen!
(uebermedien.de, Mats Schönauer)
Prinz Harry und Herzogin Meghan haben einen Jungen bekommen. Anlass für Regenbogenexperte Mats Schönauer einen Blick in die Ankündigungs-Schlagzeilen der Regenbogenpresse zu werfen: “Hurra, es ist kein Mädchen!”

6. Starbucks-Becher in “Game of Thrones”-Folge: Sender klärt auf
(dnn.de)
Üble Schleichwerbung oder ein Versehen: In einer Folge der Fantasy-Serie “Game of Thrones” taucht ein Papp-Kaffeebecher mit Plastikdeckel einer internationalen Kaffeekette auf. Der Sender HBO kommentiert: “Der Latte, der in der Episode auftaucht, war ein Fehler. Daenerys hatte eigentlich einen Kräutertee bestellt.” Auch die Kaffeekette nutzt die Gunst der Stunde für eine launige Bemerkung: “Um ehrlich zu sein, wir sind überrascht, dass sie keinen Dragon Drink bestellt hat.”

7. Live-Mitschnitt unserer BILDblog-Jubiläumsveranstaltung
(youtube.com)
IN EIGENER SACHE: Ihr konntet gestern nicht auf der Republica sein oder habt den Livestream verpasst? Kein Problem: Hier gibt es den Mitschnitt unserer Session: Es ist ein wilder Ritt durch 15 Jahre “Bild”- und Boulevardbeobachtung, mit den übelsten Kampagnen, der schlimmsten Hetze und dem falschesten Katzenbenzin. Viel Spaß!

Twitters Sperr-Wut, Kevin Kühnerts Abiturprüfung, Duell um “Motorwelt”

1. Twitter sperrt erste Accounts wegen Wahlwitzen
(golem.de, Friedhelm Greis)
Twitter hat Nutzer gesperrt, weil sie Wahlwitze mit Bezug zur AfD gemacht haben. Der bekannte IT-Rechtsanwalt Thomas Stadler wurde wegen einer drei Jahre alten Äußerung gesperrt, die er ausdrücklich mit einem Zwinkersmiley als ironisch gekennzeichnet hatte. Siehe dazu auch “Twitter sperrt meinen Account wegen eines drei Jahre alten Tweets”. Auch die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli hatte es erwischt. Siehe dazu auch: Twitter sperrte zwischenzeitlich Account von SPD-Politikerin Chebli (spiegel.de).

2. Wie sich öffentlich-rechtliche Angebote verändern
(deutschlandfunkkultur.de, Tim Wiese)
Seit dem 1. Mai gilt der neue Rundfunkstaatsvertrag, und mit ihm gelten für ARD, ZDF und Deutschlandradio neue Regeln im Netz. Texte würden auf den öffentlich-rechtlichen Portalen immer weniger eine Rolle spielen, so der Medienjournalist Daniel Bouhs. Dafür dürfen die öffentlich-rechtlichen Sender nun auch Plattformen wie Facebook, Youtube oder Instagram mit speziell dafür entwickelten Inhalten bespielen. Die Hinwendung zu den sozialen Netzwerken berge jedoch Gefahren, so Bouhs.

3. In Hamburg durchgefallen
(faz.net, Patrick Bahners)
Das Interview der “Zeit” mit dem Juso-Chef Kevin Kühnert hat wegen dessen Äußerungen zu Enteignungen für viel Aufsehen gesorgt. Patrick Bahners fragt sich, wer die Enteignungen ins Gespräch gebracht hat und kommentiert: “Es war wie eine Abiturprüfung — hier zwei unterschütterliche Routiniers, dort ein gewitzter Prüfling.”

4. Duell um die “Motorwelt”
(sueddeutsche.de, Uwe Ritzer)
Die Mitgliederzeitschrift “ADAC Motorwelt” ist mit einer Druckauflage von 14 Millionen Exemplaren Europas auflagenstärkste Zeitschrift. Der ADAC hatte bereits vor längerer Zeit Umbau- und Sparmaßnahmen angekündigt. Anscheinend soll von 2020 an der Medienkonzern Burda das Mitgliedermagazin produzieren und vertreiben. Aber auch Springer sei an dem lukrativen Deal interessiert.

5. Überfall auf Enthüllungsjournalist
(taz.de, Bernhard Clasen)
In der Ukraine ist ein Journalist von Unbekannten überfallen und schwer verletzt worden. Man vermutet einen Zusammenhang mit seinen Recherchen zum Thema Korruption städtischer Beamter. Vor drei Jahren hatte es schon den Versuch gegeben, ihn zu erschießen. Nun liegt er schwer verletzt im Koma und ringt um sein Leben.

6. Tausche Liebe gegen Geld
(zeit.de, Meike Laaf)
Die Podcastszene professionalisiert sich. Das hat Vor-, aber auch Nachteile, denn jetzt geht es auf einmal ums große Geld. Unternehmen wie Luminary und Spotify pumpen gewaltige Beträge ins System und sperren ihre Podcasts hinter Paywalls und Anmeldeschranken. Meike Lauf analysiert die Situation und erklärt die Vermarktungswege.

7. BILDblog auf der re:publica: Best-/Worst-of 15 Jahre BILDblog
(19.re-publica.com)
IN EIGENER SACHE: Wir bespielen heute Abend um 20 Uhr Stage 2 auf der re:publica in Berlin. Es wird ein wilder Ritt durch 15 Jahre “Bild”- und Boulevardbeobachtung, mit den übelsten Kampagnen, der schlimmsten Hetze und dem falschesten Katzenbenzin. Kommt gerne vorbei. Wir freuen uns auf Euch!

DW-Türkei-Kanal, Steingarts Podcast-Expansion, Ungültiges Baby

1. “Journalismus ohne Risiko gibt es nicht.”
(sueddeutsche.de, Hans Hoff)
Die Deutsche Welle (DW) hat sich mit einigen internationalen Partnern zusammengetan und einen YouTube-Kanal für die Türkei gestartet. In Anlehnung an die türkische Ländervorwahl hat man den Kanal “+90” getauft. “Kontakt halten, Meinungsfreiheit und Vielfalt stärken” sei das Ziel. Man setze auf längere Erklärstücke und wolle keinen “Billigramsch” anbieten, so Intendant Peter Limbourg über die Pläne des Senders.

2. Phoenix lässt über Misstrauen gegen Medien diskutieren
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Am 3. Mai wird der Internationale Tag der Pressefreiheit begangen. Bereits am Vorabend bietet der Fernsehsender Phoenix einen Themenabend unter dem Motto “Wie mächtig sind Medien?” an. Zunächst gibt es drei Dokus über die Situation in den USA. Um 21:45 Uhr geht es dann in einer Diskussion um das gewachsene Misstrauen gegenüber den Medien und die Frage, inwiefern diese selbst dazu beigetragen haben.

3. Was für ein Job!
(twitter.com, Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs, Video: 1 Minute)
Die Redaktion von “Zeiglers wunderbarer Welt des Fußballs” (WDR) hat einen wunderbaren Filmschnipsel von 1977 aus dem Archiv ausgegraben: “Was für ein Job! Dieser Mann betreibt alleine einen Fussball-Ergebnisdienst. Er hört mit Kurzwellengeräten ausländische Radiosender ab und verkauft die Ergebnisse an deutsche Sender.”

4. Diese Instagram-Accounts gingen im April durch die Decke
(horizont.net, Giuseppe Rondinella)
“Horizont Online” lässt regelmäßig die wachstumsstärksten deutschsprachigen Instagram-Accounts ermitteln. Im April kommen die Top 4 der Kanäle mit dem größten Follower-Zuwachs aus Heidi Klums Model-Rekrutierungsmaschine “Germany’s Next Topmodel”.

5. Ohne Werbung: Gabor Steingart baut an einem Medienimperium mit 30 neuen Leuten.
(turi2.de, Markus Trantow & Peter Turi)
Gabor Steingart war zwei Jahrzehnte beim “Spiegel” und danach einige Jahre in führender Position beim “Handelsblatt”. Vergangenes Jahr hat Steingart ein eigenes Medienunternehmen gegründet und bietet den täglichen Newsletter “Morning Briefing” und einen begleitenden Podcast an. Nun will er expandieren und für fünf bis zehn neue Podcasts sein Personal von 20 auf 50 Mitarbeiter aufstocken.
Weiterer Lesehinweis: Podcast Logbuch: Netzpolitik feiert 300. Ausgabe mit einer Gala in Berlin (netzpolitik.org, Markus Reuter).

6. Glücks-Tragödie bei Harry & Meghan: Ist ihr Baby ungültig?
(uebermedien.de, Mats Schönauer)
Yellow-Press-Experte Mats Schönauer pflegt beim medienkritischen Onlineportal “Übermedien” die Rubrik “Topf voll Gold”. Anlässlich der Schwangerschaft von Herzogin Meghan lädt Schönauer zum lustigen Schlagzeilenbasteln ein: Anhand einer vorgegebenen, eher nüchternen bis langweiligen Meldung darf man raten, was ein Regenbogenblatt Knalliges daraus gemacht hat. Die Ergebnisse dürften überraschen.

Missliebige Missbrauchs-Doku, Mächtige InfluencerInnen, Filter-Omen

1. Arte nimmt Missbrauchs-Doku aus dem Programm
(sueddeutsche.de, Benjamin Emonts)
Der Fernsehsender Arte musste eine vielbeachtete Dokumentation über Missbrauch in der katholischen Kirche (“Gottes missbrauchte Dienerinnen”) aus der Mediathek nehmen. Der Grund: Eine Person habe sich nach Angaben des Senders in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt gefühlt und eine einstweilige Verfügung erwirkt. Arte hält die Entscheidung für falsch und prüft die rechtlichen Möglichkeiten.
Weiterer Lesetipp: Matthias Drobinski hat den Film über sexuelle Gewalt gegen Nonnen für Süddeutsche.de rezensiert. Der Film habe Schwächen, doch die Stärke des Films überwiege: “Das Schweigen ist gebrochen.”

2. Neue gegen alte Mediengeneration
(taz.de, Anne Fromm)
Der Komikerin Enissa Amani passte eine Kritik bei “Spiegel Online” nicht, und so keilte sie auf ihren Social-Media-Kanälen heftig gegen die Verfasserin aus. Der öffentlich ausgetragene Streit zeigt auch die neuen Machtverhältnisse. Heutzutage haben InfluencerInnen dank hunderttausender treuer Fans viele Möglichkeiten, sich zu wehren. Amani konstruierte gar einen Kampf gegen die “Mächtigen”, zu denen sie “Spiegel Online” und “Bild” zählt. “taz”-Redakteurin Anne Fromm kommentiert: “Da tönt eine Form der Elitenkritik, die man sonst eher aus der rechten Ecke kennt. Allerdings sind “die da oben” und “wir hier unten” eben nicht mehr so leicht voneinander zu trennen, wenn man, wie Amani, bei Instagram über eine halbe Million Menschen erreicht.”
Siehe dazu auch: Am längeren Hebel (sueddeutsche.de, Quentin Lichtblau).

3. Ende einer Trolljagd – Compact-Magazin scheitert am BGH mit Nichtzulassungsbeschwerde
(kanzleikompa.de, Markus Kompa)
Für Rechtsanwalt Markus Kompa und seinen Mandanten Richard Gutjahr war 2017 ein aufreibendes Jahr: Journalist Gutjahr war ins Visier einiger besonders bösartiger und hartnäckiger Verschwörungstheoretiker geraten, mit ziemlich unangenehmen Folgen für sich und seine Familie. Nun gelang ein wichtiger juristischer Sieg gegen den Verlag des rechtsdrehenden und verschwörerischen “Compact”-Magazins, der von Kompa und Gutjahr in zwei Instanzen erfolgreich verklagt worden war. Weil das OLG Köln hiergegen keine Revision zuließ, habe der Verlag Beschwerde beim Bundesgerichtshof erhoben. Diese sei vergangene Woche vom 6. Zivilsenat des BGH als unbegründet abgewiesen worden. Ein teurer Spaß für das “Compact”-Magazin, so Kompa: “Dieser Rechtsstreit kostet die Gegenseite damit rund 25.000,- €.”

4. Netzwelt-Newsletter: Nach den Anschlägen
(spiegel.de, Sonja Peteranderl)
Nach den Terroranschlägen in Sri Lanka mit mehr als 300 Toten verhängte die Regierung eine Netzsperre und blockierte unter anderem Facebook, WhatsApp, Instagram und YouTube. Der Grund: Man wolle die Verbreitung von Hass und Falschnachrichten eindämmen. Die Blockade wurde im Netz von vielen Menschen positiv aufgenommen und gelobt. Sonja Peteranderl kommentiert: “Dass die Blockade so viel Zustimmung erhält, entspringt dem Gefühl der Ohnmacht, das sich nach globalen Hasskampagnen und live ins Netz übertragenen Anschlägen wie in Christchurch verbreitet hat. Es gibt aber keine einfache Lösung gegen Gewalt. Statt Netzwerke abzuschalten, müssen sie zu einer stärkeren Moderation des Hasses gezwungen werden. Und das bedeutet eben viel Aufwand, Arbeit und Frust, für Konzerne, Regierungen und die Zivilgesellschaft.”

5. Die Geschichten hinter der Forschung erzählen
(deutschlandfunk.de, Annika Schneider, Audio: 5:10 Minuten)
Beim “Deutschlandfunk” geht es um das Wissenschaftsmagazin “Science Notes”, das vor einem Jahr mit einer Startauflage von 5.000 Stück auf den Markt kam. Die Klaus-Tschira-Stiftung fördere das Magazin für mindestens zwei weitere Ausgaben. Annika Schneider ist äußerst angetan von Inhalten und Aufmachung: “‘Science Notes’ ist ein Designheft, das nicht nur zum Schmökern auf dem Sofa einlädt, sondern sich auch auf dem Couchtisch gut macht. Das dicke Papier zieren stilvolle Grafiken und außergewöhnliche Schriftarten. So will die Redaktion eine Brücke aus dem wissenschaftlichen Elfenbeinturm mitten in die Gesellschaft schlagen.”

6. Omen für EU-Urheberrechtsreform: Uploadfilter sperren Mueller-Bericht
(heise.de, Martin Holland)
Uploadfilter des Webportals Scribd, einer Art YouTube für Dokumente, sperrten den gemeinfreien Abschlussbericht des US-Sonderermittlers Mueller. Kritiker sehen dies als weiteren Beweis für die Fehleranfälligkeit von Uploadfiltern, die nach der EU-Urheberrechtsreform bald notwendig sein dürften.

Linker “Welt”-Hitler, Notre-Dame, Chaos Computer Club besorgt

1. Hufeisenweitwurf mit der “Welt”
(taz.de, Daniel Kretschmar)
Gestern schlagzeilte die “Welt”: “Hitlers politische Karriere begann im Linksextremismus”. Der “taz”-Redakteur Daniel Kretschmar kommentiert die steile These von Hitler als Linkem: “Die ständigen Versuche, alles Linke durch die bizarrsten Vergleiche zu delegitimieren, tragen aber weder zur Erklärung vergangener noch gegenwärtiger Phänomene bei. Das ist auch nicht der Sinn solcher Rhetorik. Die soll einzig und allein alle Kritik an den gegebenen Verhältnissen vernebeln und für generell unzulässig erklären.”

2. Die Reform kommt – stirbt das Netz?
(sueddeutsche.de, Simon Hurtz)
Der EU-Rat hat der Urheberrechtsreform zugestimmt. Wie lange dauert es, bis die Richtlinie umgesetzt wird? Drohen Upload-Filter? Und was macht Deutschland? Simon Hurtz mit den wichtigsten Antworten zu dem nicht einfachen Komplex.
Weiterer Lesehinweis: In der “taz” kommentiert Svenja Bergt: “Hätte Deutschland im EU-Rat anders abgestimmt — also mit einem Nein oder auch nur einer Enthaltung –, dann wäre diese Reform gar nicht erst durchgegangen. Dass also am Ende zwei Handvoll deutscher Bundespolitiker:innen darüber entscheiden konnten, ob die EU-weite Reform so kommt oder nicht, das ist wirklich alles andere als lustig.”

3. Notre-Dame brennt und das deutsche Fernsehen sendet…
(youtube.com, Planet Interview Video)
Um sich über den Brand der Pariser Notre-Dame zu informieren, schaltete Jakob Buhre den Fernseher ein und zappte sich durch die Kanäle. Auf CNN und BBC World News wurde live vom Brand berichtet, während unsere Öffentlich-Rechtlichen ihr reguläres Programm abspulten, einschließlich der Nachrichtenkanäle Phoenix, tagesschau24 und ZDFinfo. Allein bei arte hätte man so etwas wie einen aktuellen Bezug konstruieren können: Dort lief eine Liebeskomödie aus … Paris.

4. Wie eine Studie die Tür zur regionalen Presseförderung öffnen könnte
(kress.de, Steffen Grimberg)
Der Lokaljournalismus macht einen Schrumpfungs- und Konzentrationsprozess durch. Besonders deutlich wird dies in Thüringen, das beinahe flächendeckend von drei Titeln der Funke-Gruppe abhängig ist. Ein neues Gutachten legt nun Grundlagen für die inhaltliche Förderung von lokalen und regionalen Presseangeboten, wenn die vom Markt getragene Vielfalt schwindet.

5. Chaos Computer Club besorgt über aktuelle Angriffe auf die Pressefreiheit
(ccc.de, Linus Neumann)
Der Chaos Computer Club bezeichnet die drei jüngsten Festnahmen der Whistleblower Chelsea Manning, Julian Assange und Ola Bini als “frontalen Angriff auf die Pressefreiheit” und als schockierende und koordinierte Verletzungen von Menschenrechten. Der CCC fordert die sofortige Freilassung von Chelsea Manning aus ihrer Beugehaft in den USA, die Freilassung von Ola Bini aus ecuadorianischer Haft und keine Auslieferung von Jullian Assange an die USA, wo dessen Chancen auf ein faires Verfahren gering seien. “Wir rufen die Bürger, Journalisten und Regierungen Europas auf, sich für diese Ziele einzusetzen”, so der Appell des Clubs an die Öffentlichkeit.

6. TV Movie ist die schlimmste Seite im deutschsprachigen Internet. Ein Thread als Beweisführung.
(twitter.com/gavinkarlmeier)
Gavin Karlmeier hat sich angeschaut, was sich hinter den spektakulären Promi-Meldungen der Fernsehzeitschrift “TV Movie” verbirgt. Es ist der Blick ins große leere Nichts.

Assange-Anklage, Informationselite-Paywall, Satire bitte auch senden

1. Die Anklage gegen Assange ist eine Warnung an alle Journalisten
(sueddeutsche.de, Bastian Obermayer)
Was die US-Justiz gegen “WikiLeaks”-Gründer Julian Assange vorbringt, sei äußerst dünn, befindet Bastian Obermayer auf Süddeutsche.de. Große Teile der Anklage würden normale Recherchearbeit beschreiben: “Wenn solche Anklagen Schule machen, und wenn Journalisten — egal ob sie Australier sind wie Assange oder eben Deutsche — deswegen mit Verhaftung und Auslieferung in die USA rechnen müssen, dann leben wir tatsächlich in einer dunklen Zeit für den Enthüllungsjournalismus.”
Weitere Lesehinweise: Der ehemalige “WikiLeaks”-Mitarbeiter James Ball erklärt im Gespräch mit Jannis Brühl (“SZ”), warum er Julian Assange für hochmütig hält — und man den Verhafteten dennoch unterstützen müsse: “Wir gingen die Depeschen durch, er ging Twitter durch”.

2. Die gesellschaftlichen Folgen von Paywalls: Sind wir auf dem Weg zur Informationselite?
(nzz.ch, Cosmin-Gabriel Ene)
Cosmin-Gabriel Ene kritisiert die Tendenz der Verlage, wichtige Online-Inhalte nur noch nach Abschluss eines kostspieligen und bindenden Abos herauszurücken. Die Verleger würden damit ihren Kunden die Möglichkeit vorenthalten, einzelne Texte oder Tagesausgaben zu geringen Preisen nach Bedarf zu kaufen, so Ene: “Dabei wäre in der Welt gedruckter Presseerzeugnisse niemand je auf die Idee gekommen, den Verkauf der Einzelausgabe zu unterbinden.” Sein Kommentar in Richtung der Verlage: “Dass die Leser bei solch einer Missachtung ihrer Kundenbedürfnisse den Verlagen den Rücken kehren, sollte eigentlich kein Medienmanager übersehen. Egal, mit wie viel Selbstmitleid er vom Sündenfall der Kostenlos-Kultur im Netz lamentiert.” Nicht ganz unwichtig ist dabei aber wohl auch der Hinweis, dass Ene ein Unternehmen gründete, das eine Paywall-Lösung zum Einzelartikelkauf anbietet.

3. Armin Wolf an ORF-Chef: “Scharfe Satire auch senden”
(derstandard.at)
Am Samstag fand in Österreich die Romy-Verleihung statt, ein Film- und Fernsehpreis, der in Erinnerung an die Schauspielerin Romy Schneider jährlich von der Tageszeitung “Kurier” vergeben wird. ORF-Anchorman Armin Wolf hat sich dort nicht nur für seine vierte Romy bedankt, sondern auch den Senderverantwortlichen ins Gewissen geredet. Dabei ging es unter anderem um eine Satiresendung, in die der Sender eingegriffen hatte. (Weitere Informationen dazu: Satire wird zum Drahtseilakt: “Vom Neonazi zum Sportminister — eine typisch österreichische Karriere”: Warum der ORF ein Stück über Vizekanzler Strache aus dem Programm nahm (sueddeutsche.de, Peter Münch).)
Weiterer Lesehinweis: Wolfs vollständige Dankesrede gibt es bei ihm im Blog.

4. Richtig & Wichtig (S01E01): Überwachungsstaat
(youtube.com, Tilo Jung)
Nachdem das ZDF mit den beiden Machern des Aufwachen-Podcasts Tilo Jung und Stefan Schulz zwei Sendungen ihrer politischen Late Night Show “Richtig und Wichtig” aufgezeichnet hatte, verschwanden die Bänder über ein Jahr in irgendeinem düsteren Keller der Anstalt. Nun hat ZDF Neo den Piloten ausgestrahlt — an einem Sonntagmorgen um 4:55 Uhr … Wer so früh noch nicht wach war: Bei Youtube kann man sich die Sendung anschauen.

5. Google und Facebook haben Probleme mit der Transparenz
(tagesspiegel.de, Nico Schmidt)
Gemäß einer Recherche des europäischen Journalisten-Netzwerks “Investigate Europe” kommt der Kampf gegen Fake News zur Europawahl nur schleppend voran. Und immer noch gibt es keine Verpflichtung der großen Social-Media-Plattformen wie Facebook und Twitter, ihren Nutzern anzuzeigen, wer für welche politischen Werbeanzeigen gezahlt hat.
Weiterer Lesehinweis: Rechtsextreme Hetze: Youtube sperrt Kanal des “Volkslehrers” (tagesspiegel.de, Alexander Fröhlich).

6. Warum die Brexit-Verschiebung uns alle freuen sollte
(dwdl.de, Hans Hoff)
“DWDL”-Kolumnist Hans Hoff freut sich, dass der Brexit verschoben ist. Er hatte bereits arbeitslose Phoenix-Journalisten und Langeweile bei Twitter und Facebook befürchtet. Doch jetzt könne es, Gott sei Dank, weitergehen mit der großen Brexit-Show.

7. Liebe Medien, wenn Ihr schon Straßenumfragen zu “Enteignungen” macht…
(twitter.com, Lorenz Meyer)
Der “6 vor 9”-Kurator auf Twitter: “Liebe Medien, wenn Ihr schon Straßenumfragen zu “Enteignungen” macht, erklärt den Leuten, dass es sich nicht um “Raub” handelt. Der Staat muss im Gegenzug nämlich eine Entschädigung zahlen und die muss “angemessen” sein. Es ist also eine Art verordneter Kauf.”

Pressefreiheit für Assange, Leon Lovelock, Warner stoppt Trump-Video

1. Pressefreiheit gilt auch für Assange
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Gestern hat Ecuador dem “WikiLeaks”-Gründer Julian Assange den Asylstatus aberkannt, woraufhin er von der britischen Polizei verhaftet wurde. Markus Reuter kommentiert: “Man kann Assange wegen mutmaßlicher sexueller Übergriffe gegen Frauen ein Arschloch nennen. Man kann Julian Assange für einen politisch Irrlichternden halten, der im US-Präsidentschaftswahlkampf zu Gunsten von Trump agierte. Man kann ihn für einen rücksichtlosen Egomanen halten, dem andere egal waren. Man muss Assange dafür kritisieren, dass Wikileaks Informationen oftmals unredigiert veröffentlichte und damit Menschen in Gefahr brachte. All das ist richtig. Was man allerdings nicht kann, ist ihn für seine offensichtlich relevanten Leaks sowie die Etablierung einer neuen digitalen Veröffentlichungskultur zu verurteilen. Hier hat sich Julian Assange verdient gemacht.”
Weiterer Lesehinweis: “Reporter ohne Grenzen” fordert: Assange nicht an die USA ausliefern.

2. Das ist das Weltpresse-Foto des Jahres 2019
(faz.net)
Das Foto des weinenden Flüchtlingskindes an der texanischen Grenze zu Mexiko ist zum Weltpresse-Foto des Jahres 2019 gewählt worden. “Das Bild zeigt eine andere, psychologische Art der Gewalt”, so Jury-Mitglied Alice Martins.

3. Flut von Fake News
(faktenfinder.tagesschau.de, Silke Diettrich)
Im Zeitraum vom 11. April bis zum 19. Mai wird in Indien ein neues Parlament gewählt. Für die größte Demokratie der Welt mit den mehr als 900 Millionen Wahlberechtigten eine gewaltige logistische Herausforderung. Außerdem könnten Fake News die Wahlen beeinflussen: In den sozialen Medien würden unzählige Falschmeldungen, Gerüchte und gefälschte Fotos kursieren.

4. Der YouTuber Leon Lovelock verbreitet gefährliche Verschwörungstheorien
(vice.com, Johann Voigt)
Der Fitness-YouTuber Leon Lovelock interviewt seit Kurzem verschiedene deutsche Rapper, von denen einige ohne weitere Einordnung ihre kruden Verschwörungstheorien verbreiten können. Johann Voigt schreibt dazu: “Es wirkt so, als wäre Leon Lovelock mit der guten Absicht YouTuber geworden, Leute dazu zu bringen, besser mit sich selbst umzugehen. Doch er hat sich in der Idee verrannt, dass man als Mensch in irgendeiner Form fremdgesteuert wird. Mit diesem Mindset bietet er zusammen mit Kollegah, Pa Sports oder Kianush, die in ihren Ansichten um einiges radikaler sind als er, einen Nährboden für Verschwörungstheorien. Nicht in den dunklen Ecken des Internets, sondern im YouTube-Mainstream.”

5. Wie Roger Schawinski und die “Welt” eine Sex-Arbeiterin bloßstellen
(uebermedien.de, Juliane Wiedemeier)
Juliane Wiedemeier erzählt, was es mit dem Konflikt zwischen der Luxus-Prostituierten und studierten Philosophin Salomé Balthus und dem Schweizer Talkmaster Roger Schawinski, ihrem anschließenden Rauswurf bei der “Welt” und der Tätigkeit des “Welt”-Kolumnisten Don Alphonso als “ungebetener Job-Vermittler” auf sich hat.

6. Warner stoppt Trumps Wahlwerbung
(wuv.de, Susanne Herrmann)
Donald Trump hat auf Twitter ein Wahlkampfvideo verbreitet, das mit Batman-Filmmusik unterlegt war (“The Dark Knight Rises”). Das fand das amerikanische Filmstudio Warner Bros. weniger witzig und ließ das Video bei Twitter sperren.

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