Suchergebnisse für ‘the’

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König Fussball unter UEFA-Herrschaft
(medienheft.ch, Regula Bähler)
“Während die Schweizer etwas länger den Tränen von Alex Frei folgten als die Österreicher, erlebte Samuel Schmid in Wien live die kroatischen Rauchpetarden, von denen am Fernsehen wiederum nichts zu sehen war. Wie die Übertragung der Euro 08 zeigt, ist Fussball Ansichtssache der UEFA.”

“Eine Heidi- und Geissenpeter-Publizistik tut niemandem einen Gefallen”
(persoenlich.com, Stefan Wyss)
Umfrage unter Journalisten zu den zensierten Uefa-Bildern. Constantin Seibt: “Gerade die Uefa hat es mit ihrem Kontrollzwang zu einem Image geschafft, das übler nicht sein könnte. So hörte ich neulich den Witz: “1933. Eva Braun liegt neben Adolf Hitler im Bett ünd fragt ihn: ‘Dölfi — wie hast du es eigentlich geschafft, den Faschismus zu erfinden?’ Worauf er antwortet: ‘Nun, im Prinzip richtete ich mich nur nach den Vorgaben der Uefa.'”

Kalter Kaffee und TV
(coffeeandtv.de, Lukas)
Lukas langweilt sich etwas am medienforum.nrw – nicht langweilig sind aber die Zitate von Helmut Thoma, zum Beispiel: “In Deutschland besteht eine größere Vielfalt unter den Landesmedienanstalten, als unter den Programmen.”

Is Google Making Us Stupid?
(theatlantic.com, Nicholas Carr)
“What the Internet is doing to our brains.”

20 Recherche-Alternativen zu Google
(axel-springer-akademie.de/blog, Markus Hofmann)
“Eine gute Recherche ist die Mutter guter Inhalte. Das gilt erst Recht für Recherchen im Internet. Die Online-Suche beginnt meistens mit Google – und wird dann mit anderen Tools fortgesetzt.”

blick.ch kopiert sueddeutsche.de
(blog.rebell.tv, sms)
“was tun, wenn einem für die kostenlose gratis-ausgabe von blick.ch nix einfällt? süddeutsche lesen und nachbauen…”

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“Ich warte immer noch auf seinen Anruf. Schnüff.”
(persoenlich.com, Matthias Ackeret)
Bild-Klatschreporterin Annette Pawlu erzählt, wie sie von Wladimir Putin auf den Mund geküsst wurde und wie sich die Arbeit je nach Land unterscheidet: “In der Schweiz war alles ruhiger und beschaulicher. Man hat das Gefühl, man tuckert auf der Arbeits-Autobahn so mit Tempo 100 auf der rechten Spur. In Deutschland fahren alle plötzlich die 200-km/h-Bleifuss-Nummer. Huch!”

Oh, heile Fussballwelt – im TV
(20min.ch)
“Sportminister Samuel Schmid sah am Sonntag das Spiel in Wien und zog danach ein erstaunliches Fazit: Das Spiel am Vortag in Basel habe ihm sicherheitsmässig besser gefallen – denn mit Rauchpetarden könne er nichts anfangen. Rauchpetarden? Das TV-Publikum stand vor einem Rätsel.”

17 Fragen an… Christian Spannagel von “Chrisp’s Virtual Comments”
(wissenschafts-cafe.net)
Dr. Christian Spannagel plädiert dafür, mutig und vorab zu bloggen: “Mich stört die weit verbreitete Einstellung, man müsse seine Ideen möglichst bis zu dem Zeitpunkt unter Verschluss halten, bis sie in einem peer-reviewed Journal veröffentlicht sind, und zwar aus Angst, jemand könnte die Ideen klauen und vorab veröffentlichen.”

Marketingjournalismus
(medienspiegel.ch, Martin Hitz)
Der Medienspiegel macht ein kleines Quiz mit Werbetexten im redaktionellen Teil von Zeitungen.

Der Journalismus lebt – Essay
(welt.de, Mathias Döpfner)
“Die Presse hat immer Krisen erlebt. Auch neben dem Internet wird die Zeitung bestehen – bald ohne Papier. Ihren Lesern muß sie exklusive Neuigkeiten bieten, eigenständige Meinung und begeisternde Sprache.”

Fernsehkritik TV, Folge 13
(fernsehkritik.tv, Video, 48 Minuten)
Im Visier diesmal: “Quoten, Klicks und Kohle” von Thomas Leif, das Model und der Fake, Germanys next Flopmodel, Margarethes letztes Aufbäumen und Fady & Thomas: Alles nur Trick.

iPhone hält sich nicht an “BamS”-Wissen

Apple hat sein neues iPhone vorgestellt. Und es ist fast rührend, mit welcher Treuherzigkeit Bild.de nicht nur berichtet, wie es aussehen wird und was es kann, sondern gleichzeitig zu einem Blick ins eigene Archiv animiert:

Denn wer darauf klickt, sieht nicht die ersten Bilder vom UMTS-iPhone und erfährt auch nicht, wie es “wirklich” aussieht. Er kann sich aber einen guten Eindruck von der Kompetenz der Redaktion machen.

Der verlinkte Artikel stammt aus der aktuellen “Bild am Sonntag”, und er beginnt mit den Worten:

Das wird Apple-Chef Steve Jobs stinken. Eigentlich wollte er das neue iPhone der Welt selbst als erster zeigen. Es sollte die Sensation zum Auftakt der Entwicklerkonferenz WWDC am Montag in San Francisco werden (19 Uhr, MEZ).

Doch vorab sind schon erste Fotos des neuen Super-Handys im Internet aufgetaucht.

Wenn Steve Jobs sie überhaupt zur Kenntnis genommen hat, die Fotos und Berichte, wird er sich gut amüsiert haben. Denn die Bilder haben ungefähr nichts mit dem tatsächlichen neuen iPhone gemein. Es kommt weder in “schreienden Farben” daher, wie die “Bild am Sonntag” behauptete, noch hat es eine zweite Kamera an der Vorderseite, wie die “Bild am Sonntag” vermutete.

Irgendjemand hat mit seinem Grafikprogramm herumgespielt, und die “Bild am Sonntag” ist darauf hereingefallen. Dabei gehören solche Fakes zur traditionellen Apple-Folklore, und in diesem Fall mangelte es den Bildern auch nicht an Warnsignalen — für den, der sie sehen wollte. Bei einem der abgebildeten Telefone fehlt zum Beispiel der Einschaltknopf. Das einschlägige Blog “Engadget” hatte darüber deshalb schon am Samstag das Wort “Faaaaake” geschrieben (mit 24 “a”). Andererseits hat das Wort “geheim”, das die “Bild am Sonntag” stattdessen wählte, ja eine ähnliche Bedeutung.

Mit Dank an Olaf, Sebastian H., Jörg H. — und das fscklog!

Nachtrag, 21:30 Uhr. Na sowas: Bild.de hat den großen Hinweis auf den peinlichen Artikel im Archiv entfernt.

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Das Regime der Flanellmännchen
(faz.net, Michael Jürgs)
“Die Frequenz mancher Sender ist höher als der IQ ihrer Betreiber, und bei vielen bunten Blättern sind die Redakteure dümmer als die Leser. Trotzdem glauben Journalisten notorisch, alles besser zu wissen. Doch zumindest in den Fällen, in denen das stimmt, sollten die Verlagsmanager auf sie hören.”

Schweiz zu eng für guten Medienjournalismus
(stoehlker.ch/weblog)
“Wer über Talent verfügt und fleissig ist, flüchtet ins Ausland, weil dort die Spielräume grösser sind. Ein Medienkritiker bei uns würde nicht nur seine Freunde verletzen, die Zahl seiner attraktiven Partnerinnen und Partner einschränken, sondern auch seine Karriereaussichten bedeutend einschränken. Welcher Ressortleiter oder Chefredaktor würde einen Kollegen einstellen, der ihn einmal kritisch beschrieben hat?”

Verlag der Zukunft
(mediatrend.ch, Christoph J. Walther)
“Um sich zukunftstauglich aufzustellen, müssen Verlage mehr tun als Redaktionen multimedial zusammenzuführen und Werberaum crossmedial zu vermarkten. Welche Faktoren werden darüber hinaus den Verlag 2.0 bestimmen?”

“Das Leichte im Schweren”
(taz.de, Max Hägler)
Der neue Chefredakteur der Abendzeitung, Arno Makowsky, im Interview: “Geistreiche Schlagzeilen schließen immer einen Teil der Leser aus. Deshalb reicht es uns, alle paar Tage eine kreative Schlagzeile zu haben, um unseren Anspruch zu dokumentieren.”

Die Analyse der Analyse
(netzeitung.de, Elke Wittich)
“Genau 105 Minuten vor dem Anpfiff des Eröffnungspiels der Europameisterschaft 2008 ging das ZDF ‘EM-Studio’ auf Sendung. Ganz schön viel Zeit, um eine einzige Frage zu klären.”

Ein Sporttempel für einen totalitären Staat
(nzz.ch, Roman Hollenstein)
Architekt Jacques Herzog spricht über sein Olympiastadion in Peking und über die Moralfrage bei Bauten in China: “Man kann sagen, in einem Land, das nicht unsere gesellschaftlichen, wirtschaftlichen oder moralischen Standards hat, engagiere ich mich nicht. Dann könnte man aber an vielen Orten nicht bauen, im Grunde nicht einmal im Amerika der Bush-Administration.”

medienlese – der Wochenrückblick

Klassenkampf bei Ringier, Knüwer auf und ab, Personalrochaden.

Die Schweizer Boulevardzeitung Blick lancierte einen Gratisableger mit dem Namen Blick am Abend (getestet hier). Gefeiert wurde das im Mascotte, einem mittelgrossen Zürcher Club. Wie der Zürcher Presseverein berichtet, war das Mascotte aber nicht gross genug für die Redaktion des Blatts. Eintritt in den Club hatten nur “etwa sechs Leute des Leitungsteams der Zeitung” sowie externe Gäste und VIPs. Die Macher der Zeitung mussten ihren Erstling selbst feiern, woanders. Einige sprachen von einer “Zweiklassengesellschaft in der Redaktion”.
Read On…

Zu sexy, um nicht wahr zu sein

Auf sueddeutsche.de gibt es ja heute dieses Interview mit dem Paartherapeuten Ragnar Beer, aus dem wir mal kurz zitieren:

sueddeutsche.de: Eine Tageszeitung titelte kürzlich: “Jede zweite Ehefrau geht fremd” …

Beer: Woher wissen die das?

sueddeutsche.de: Die berufen sich auf Ihre Theratalk-Studie.

Beer: Dann haben die wohl etwas falsch verstanden.

sueddeutsche.de: Moment, in dem Artikel steht, dass 55 Prozent der Frauen und 49 Prozent der Männer schon einmal eine Affäre hatten.

Beer: An unserer Studie nahmen aussschließlich Untreue teil. Davon sind 55 Prozent Frauen, 45 Prozent Männer. Mit dem Anteil der Untreuen in der Gesamtbevölkerung hat das nichts zu tun.

Aus der “Abendzeitung”

“55 Prozent der Frauen, auch verheiratete, gaben an, dass sie in ihrer Partnerschaft einen Seitensprung begangen haben. Männer (49 Prozent) leisten sich demnach zwar etwas weniger oft eine Affäre, sind dafür aber häufiger Wiederholungstäter (…).”

Aber wenn Sie jetzt glauben, Sie wüssten längst, welche “Tageszeitung” da wohl gemeint war… Irrtum: Es war die Berliner “Bild”-Schwester “B.Z.”. Und sie war nicht einmal allein. Auch der “B.Z.”-Konkurrent “Berliner Kurier” berichtete: “Jede 2. Ehefrau geht fremd”. Und die “Augsburger Allgemeine”. Und Oe24.at. Und “Men’s Health”. Und alle hatten die falschen und falsch interpretierten Zahlen offensichtlich aus der Münchner “Abendzeitung” abgeschrieben, die bereits vorgestern über Beers Studie berichtet und sogar (anders als “B.Z.” und “Kurier”) mit Beer gesprochen zu haben scheint — und dennoch schrieb: “Jede zweite Frau betrügt ihren Partner” (siehe Kasten).

“Bild” wäre jedoch nicht “Bild”, wenn man sich so eine Geschichte entgehen ließe und den Unsinn nicht wenigstens online ebenfalls ungeprüft weiterverbreitete:

Männer, ihr müsst jetzt stark sein. Eine Umfrage enthüllt: Jede zweite Frau betrügt ihren Partner! Häufigster Grund: Sex-Frust.

Über diese Studie berichten die Berliner “B.Z.” und die Münchener “Abendzeitung”: Der Psychotherapeut Dr. Ragnar Beer (Universität Göttingen) ließ für die Treue-Studie “Theratalk” 5934 Männer und Frauen, viele verheiratet oder in langjährigen Partnerschaften lebend, zu ihrer Treue-Einstellung befragen.

Ergebnis: Die Frauen treiben’s schlimmer als die Männer. 55 Prozent gaben an, schon einmal ihren Partner betrogen zu haben. Das sagte bei den Männern nicht mal jeder Zweite (49 Prozent).

Mit Dank an Carsten K. für den Hinweis.

Sexy Klicks jetzt live bei BILDblog

Herzlich willkommen, liebe Leserinnen und Leser, beim diesjährigen Bilderklickmarathon der “100 schärfsten Frauen der Welt”, zusammengestellt von “FHM” und präsentiert von Bild.de! Schön, dass Sie live dabei sind! Und für alle, die sich erst jetzt hierher verirrt haben: Megan Fox hat in diesem Jahr das hübsche Näschen vorn, dicht gefolgt von Jessica Biel, Jessica Alba, Elisha Cuthbert und — doch was sehe ich da! Kate Beckinsale! Die Zehntplatzierte kann sich sogar über eine… ja, das ist tatsächlich eine waschechte Doppelplatzierung: gleichzeitig zehnt- und siebenundfünfzigstschärfste Frau der Welt! Wahnsinn! Gratulation an dieser Stelle auch an Beyonce Knowles, Natalie Portman, Keira Knightley, Gisele Bündchen, Carmen Elektra, Jessica Simpson, Rachel Bilson und, last not least, Cameron Diaz, die es ebenfalls auf zwei Bild.de-Platzierungen geschafft haben und… ach, schade, schade! Wie wir soeben erfahren, hat Diaz auch bei der Konkurrenz punkten können: Platz 27 beim parallel stattfindenden Klickmarathon der hundert “unsexiesten Frauen”! Das ist bitter… Schwacher Trost für Cameron: Sie ist in guter Gesellschaft! Heidi Klum, Christina Aguilera, Paris Hilton und Pamela Anderson haben es ebenfalls in beide Bild.de-Listen geschafft! Schärfste Frauen ohne Sex-Appeal, da wird Klickgeschichte, ach was: Bild.de-Geschichte geschrieben… Doch was ist das?! … Aus! Vorbei! Der Klickrichter signalisiert: Vorzeitiger Abbruch. Offenbar werden die Bild.de-Plätze 51 bis 100 komplett aus der Wertung genommen, da es sich dabei — anders als bei den ersten 50 — gar nicht um “FHM”-Platzierungen aus der offiziellen “100 sexiest Women in the World 2008”-Liste handelt. Sollte da womöglich der Bild.de-Frauenbeauftragte einfach irgendwelche anderen Listen zweitverwertet haben?! Billiges Faulspiel auf den hinteren Plätzen…? Wurden die Listen gedopt? Das wird wohl erst die Auswertung der Bilderstreckenposten zeigen.

Mit diesem traurigen Verdacht und Dank an die vielen Hinweisgeber geben wir zurück in die angeschlossenen Funkhäuser.

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Klatsch as Klatsch can bringt Umsatz (+)
(werbewoche.ch, Gerti Schön)
Gawker Media, Amerikas erfolgreichstes Blogging-Unternehmen, wirft Millionen ab.

wat denn da los?
(basicthinking.de, Robert Basic)
Deutschlands meistverlinkter Blogger fragt sich, was los ist angesichts mehrerer die Zukunft von Blogs kritisch beleuchtenden Blogtexten: “Was juckt es da, ob eine Firma mehr oder weniger bloggt, auch nicht, ob sie ‘gut’ oder ‘schlecht’ bloggt oder ob ein Blogger Asche macht oder nicht? Es sind nahezu bedeutungslose Ereignisse im Jetzt in einer langen Abfolge, die aber in der Summe gesehen unaufhaltsame Änderungen mit sich führen.”

Habermas, die Medien, das Internet
(perlentaucher.de, Robin Meyer-Lucht)
“Deutschland tut sich nach wie vor schwer damit, die Ressentiments gegenüber dem Internet als scheinbar chaotisches, zersplittertes und desorientierendes Medium aufzugeben. Im Gegenteil: Hierzulande ist man von einer (möglichst von systemisch-ökonomischen Zwängen befreiten) massenmedialen Öffentlichkeit als überlegenem diskursiven Modell tief überzeugt.”

“Unser Land hat die Medienkritiker, die es verdient”
(persoenlich.com, Roger Schawinski)
Roger Schawinski reflechiert über Medienjournalismus in der Schweiz und in Deutschland und beleuchtet im Speziellen die Süddeutsche Zeitung. Er erzählt, wie jedesmal Panik ausgebrochen sei bei Sat.1, wenn man vor einer TV-Premiere lobende Worte dieser Zeitung erhalten habe, da das ein Garant für einen Quotenflop gewesen sei (“so weit entfernt sind diese Fachleute vom real existierenden Fernsehpublikum”).

Look east, young man
(ecin.de, Prof. Monse)
“Während der Westen sich als Heimat der Hobby-Journalisten überschätzt, hat China, für mich überraschend, 73 Millionen Blogs und 47 Millionen Nutzer, die regelmäßig Blogs schreiben.”

The Newspapers: Rating The Top 25 Newspaper Websites
(247wallst.com)

Klopp hält sich nicht an “Bild”-Wissen

Vor zwei Tagen berichtete “Bild”, dass der Fußballtrainer Jürgen Klopp (Borussia Dortmund) Christian Heidel, dem Manager seines ehemaligen Vereins Mainz 05, versprochen habe, keine Spieler abzuwerben. Besonders wichtig war “Bild” dabei der Spieler Neven Subotic. Autor Mirko Frank schrieb:

"Klopp verzichtet auf sein größtes Talent"

Kein Geheimnis: Klopp hätte seinen Lieblingsschüler [Neven Subotic] gerne mitgenommen. (…) Aber: Klopps Versprechen verhindert den Wechsel. (…)

Subotic – das Thema wird Mainz noch ein paar Wochen beschäftigen. Die Bundesliga hat ihn im Auge. Nur eins ist sicher: Klopp lässt die Finger von ihm – für Mainz!
(Hervorhebung von uns)

Heute wurde indes bekannt: Subotic wechselt zu Borussia Dortmund. Und “Bild”-Autor Frank schreibt:

"Für 3,5 Millionen! Klopp holt sein Mainz-Juwel"

Der Trainer [Jürgen Klopp] hatte sich eigentlich mit seinem Ex-Klub darauf geeinigt, keinen Spieler aus Mainz nach Dortmund zu holen. Aber weil Subotic auch die Freigabe für Hoffenheim hatte, durfte Klopp zuschlagen.

Möglich, dass Mainz-Manager Heidel der “Bild”-Zeitung das vor zwei Tagen verschwiegen hatte. Oder, dass Heidel da selbst noch gehofft hatte, Subotic bleibe in Mainz. Möglich auch, dass viele Menschen “Bild” nur wegen des Sportteils lesen.

Mit Dank an Yme S. für den sachdienlichen Hinweis.

Springers internationaler Doppelpass

Es ist noch nicht allzu lange her, da hatte die große Axel Springer AG (laut Presserat) einem kleinen, unabhängigen Internetangebot, das sich kritisch mit der Springer-Zeitung “Bild” auseinandersetzt, vorgeworfen, es versuche, “sich auf einfachem Wege Material für ihre gewerbliche Tätigkeit zu verschaffen”, und “inszeniere die Wirklichkeit, die sie selbst zum Gegenstand ihrer journalistischen Berichterstattung mache, und verstoße somit selbst gegen journalistische Grundsätze wie Wahrhaftigkeit und Glaubwürdigkeit”.

Heute nun macht “Bild” auf der Titelseite sowie groß im Sportteil publizistische Angriffe der Polen auf “unsere” Fußball-Nationalmannschaft zum Gegenstand ihrer journalistischen Berichterstattung (siehe Ausrisse) — und schreibt:

Gestern erschien die polnische Zeitung “Fakt” mit einer Fotomontage auf der Titelseite: Michael Ballack mit Pickelhaube aus dem 1. Weltkrieg und Ritter-Umhang des Deutschen Ordens aus dem Mittelalter. (…)

Heute legt “Fakt” nach — eine Zeichnung auf dem Titelblatt zeigt Ballack in einem Trabi, Beenhakker [den polnischen Nationaltrainer] obendrauf. Überschrift: “Leo, besiege die Trabis.” (…)

Nicht zum Gegenstand ihrer journalistischen Berichterstattung macht “Bild” heute, in welchem Verlag “die polnische Zeitung” erscheint, die die deutsche Mannschaft so angreift: “Fakt” ist eine Schwesterzeitung von “Bild”.

Mit Dank auch an die zahlreichen Hinweisgeber.

Nachtrag, 5.6.2008: “Spiegel Online” findet den Springerschen Doppelpass “pikant” und zitiert den Stellvertretenden Chefredakteur der “Bild”-Zeitung, Alfred Draxler, der von Pikanterie nichts wissen zu wollen scheint: “Die ‘Fakt’ ist eine journalistisch völlig unabhängige Zeitung, wie die ‘Bild’ auch.” Der Axel-Springer-Verlag habe deshalb auch kein Problem damit, kritisch über das polnische Blatt zu berichten – im Rahmen eines “gesunden Binnenpluralismus”. Marietta Slomka hingegen kommentiert die “Aufregung um antideutsche Berichte” im aktuellen “heute journal” mit Süffisanz: “Die deutsche ‘Bild’ macht also Schlagzeilen mit den Schlagzeilen der polnischen ‘Bild’. Na, das trifft sich ja gut…” Und bei n-tv spricht man sogar von einer möglicherweise “geschickt inszenierten Medienkampagne” und bilanziert: “Ein Skandal, produziert vom Springer-Verlag.” Nun ja.

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