Suchergebnisse für ‘spiegel online’

FAQ zur Rundfunkreform, “Ruptly” macht weiter, Wenn KI Radio macht

1. Wie die Öffentlich-Rechtlichen aus der Krise kommen sollen
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Ann-Kathrin Leclère hat die wichtigsten Fragen und Antworten zur Rundfunkreform zusammengestellt, beispielsweise: Warum braucht es Reformen? Wer kümmert sich darum? Was wurde beschlossen? Wer hat Angst vor welchen Änderungen? Und was ist mit dem Rundfunkbeitrag?

2. Wie das insolvente Kreml-Medium Ruptly unter neuem Namen in Abu Dhabi weitermacht
(rnd.de, Felix Huesmann)
Wie Felix Huesmann beim “RedaktionsNetzwerk Deutschland” berichtet, setze die russische Staatsmedienagentur “Ruptly” ihre Tätigkeit trotz eines in Deutschland eröffneten Insolvenzverfahrens unter dem neuen Namen “Viory” von Abu Dhabi aus fort. Das Unternehmen operiere aus einer Freihandelszone am Persischen Golf, um EU-Sanktionen zu umgehen, und nutze ein internationales Netzwerk von über 3000 Journalisten und Journalistinnen zur Verbreitung pro-russischer Inhalte.

3. Harris-Interview: Trump verklagt US-Sender
(zdf.de)
Donald Trump habe den US-Sender CBS wegen eines Interviews mit Kamala Harris auf eine Entschädigung in Höhe von zehn Milliarden US-Dollar verklagt. CBS habe angeblich Harris’ Aussage zum Gaza-Krieg manipuliert. Trump sehe dies als “Wahlbeeinflussungsbetrug”, CBS weise die Vorwürfe zurück.

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4. Wenn KI einen Radiosender übernimmt
(tagesschau.de, Sabina Matthay)
Sabina Matthay berichtet von einem Experiment der Jugendwelle “Off” des öffentlich-rechtlichen Radio Krakau, bei dem Künstliche Intelligenz (KI) als virtuelle Moderatoren eingesetzt worden sei. Der eigentlich auf drei Monate ausgelegte Versuch sei nach nur einer Woche aufgrund massiver Kritik abgebrochen worden. Besonders umstritten sei ein KI-generiertes Interview mit der verstorbenen Literaturnobelpreisträgerin Wisława Szymborska gewesen. Sabina Matthay sieht gleich mehrere Themen berührt: “Es geht um Persönlichkeitsrechte, Urheberrechte, die Kennzeichnung KI-gestützter Inhalte, um ethische und rechtliche Fragen journalistischer Verantwortung.”

5. Fit for News: Die Herausforderung, Nachrichten-Kompetenz zu vermitteln
(de.ejo-online.eu, Stephan Ruß-Mohl)
Eine Mehrheit der Jugendlichen in Deutschland misstraue Medien, Journalistinnen und Journalisten. Das Projekt “Fit for News” des Europäischen Instituts für Journalismus- und Kommunikationsforschung in Leipzig entwickele daher Unterrichts- und Trainingsprogramme, die sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte befähigen sollen, Nachrichten zuverlässig zu beschaffen, zu prüfen und zu nutzen. Stephan Ruß-Mohl stellt das Projekt vor.

6. ChatGPT kann nun auch das Internet durchsuchen
(spiegel.de)
Das Softwareunternehmen OpenAI habe seine ChatGPT-App um eine Internetsuchfunktion erweitert, die zunächst nur Premium-Nutzern zur Verfügung stehe und direkt mit Google und Microsofts Bing konkurriere. Die neue Funktion integriere Technologien aus dem früheren “SearchGPT”, biete verlinkte Quellen, ermögliche Anschlussfragen und erlaube Webseitenbetreibern, selbst zu entscheiden, ob sie in den Suchergebnissen erscheinen möchten.

Eulen-Clickbait, Milliardäre mischen die Karten neu, 71-Stunden-Woche

1. Ich klicke auf Clickbait, damit ihr nicht müsst
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 16:33 Minuten)
In seinem Video berichtet Mats Schönauer über Youtube-Kanäle wie “Die weise Eule”, die irreführende und oft gefälschte Inhalte als Bildungsvideos präsentieren. Er erklärt, wie solche Kanäle gezielt Kinder sowie unkritische Zuschauerinnen und Zuschauer ansprechen und Künstliche Intelligenz einsetzen, um täuschend echte, aber falsche Inhalte zu erstellen: “Ich hab’ mir das ausgeklügelte System der Clickbait-Channel mal genauer angeguckt und zeige in diesem Video, mit welchen perfiden Tricks die Kanäle arbeiten, warum sie das alles machen und was für unschöne Folgen das im echten Leben hat.”
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. Milliardäre mischen die Karten neu
(t-online.de, Nicole Diekmann)
Nicole Diekmann prangert in ihrer Kolumne das Verhalten von US-Milliardären wie Jeff Bezos und Mark Zuckerberg an, die direkten Zugang zu Medien und Sozialen Netzwerken haben und entsprechende Vorgaben machen können: “Sollte Kamala Harris diese Wahl gewinnen, sollte sie sich daran erinnern, wie duckmäuserisch sich diese Männer zeigten, als sie Sorgen um ihre Imperien hatten. Und diesen Hebel nutzen. Um zu regulieren. Damit zum Beispiel Leute wie Donald Trump samt ihren Unterstützern, samt ihrem auf Fake News, Hetze und Menschenverachtung basierenden Modell endlich eingehegt werden.”

3. X zahlt Nutzern wohl Tausende Dollar für Desinformation und KI-Bilder
(spiegel.de)
Nach Recherchen der BBC können Nutzer auf der Plattform X/Twitter bis zu mehrere Tausend US-Dollar verdienen, indem sie Desinformation und KI-generierte Bilder zu den US-Wahlen teilen. X habe vor Kurzem seine Monetarisierungsregeln angepasst, so dass Nutzer durch die Einrichtung von Premium-Accounts Geld verdienen können, wobei besonders kontroverse, oft politische Beiträge belohnt würden.
Weiterer Lesehinweis: Elon Musk muss wegen Millionentombola vor Gericht erscheinen (spiegel.de).

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4. “Unser Ziel ist es, dass möglichst viele vom Podcasten leben können”
(medientage.de, Petra Schwegler)
Die zwei Spotify-Verantwortlichen Saruul Krause-Jentsch und Yves Brunschwiler sprechen im Interview mit dem Blog der Medientage München über die Zukunftsstrategie für Podcasts auf ihrer Plattform. Sie erklären, wie Spotify Creator dabei unterstützen will, vom Podcasten leben zu können, und welche Rolle innovative Werbeformate dabei spielen. Zudem betonen sie das Potenzial von Video-Podcasts und die neuen Monetarisierungsmöglichkeiten für die Creator-Community.

5. “Es gibt schon genügend Blasen, in denen sich die Menschen bewegen”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Alexander Krei hat sich mit ProSiebenSat.1-Chefredakteur Sven Pietsch über die Nachrichtensendung aus dem neuen Senderstudio unterhalten. Pietsch betont die Bedeutung wertungsfreier Berichterstattung angesichts zunehmender Polarisierung in der Gesellschaft. Außerdem erläutert er die umfangreiche Berichterstattung zur bevorstehenden US-Wahl und die Planung zur Bundestagswahl, bei der ProSiebenSat.1 auch kontroverse Themen ausgewogen präsentieren wolle.

6. Jugendliche sind wieder länger online
(zeit.de)
Laut der “Jugend-Digitalstudie 2024” der Postbank seien Jugendliche wieder länger online und verbringen derzeit durchschnittlich 71,5 Stunden pro Woche im Internet, vor allem über das Smartphone. Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen gebe es vor allem bei der Nutzung des Desktop-PCs, den Jungen deutlich häufiger nutzen.

Anatomie eines Systemversagens, Ohne Empfehlung, ÖRR-Reform

1. Medien und Nahost: Anatomie eines Systemversagens
(schantall-und-scharia.de, Fabian Goldmann, Audio: 42:02 Minuten)
“Nach einem Jahr Krieg liegen große Teile des Nahen Ostens in Trümmern. Und mit ihnen die Glaubwürdigkeit des deutschen Journalismus.” Mit diesen Worten leitete Fabian Goldmann seinen vielbeachteten Essay Medien und Nahost: Anatomie eines Systemversagens ein. Nun hat Goldmann den Text für seinen Podcast “Schantall und Scharia” eingesprochen.

2. Ab jetzt ohne Empfehlung
(taz.de, Nicholas Potter)
Anders als in vorangegangenen US-Wahlkämpfen geben die “Washington Post” und die “Los Angeles Times” dieses Mal keine Wahlempfehlungen ab. Aus journalistischer Sicht sei das genau richtig, findet Nicholas Potter, schränkt dies jedoch ein: “Die richtige journalistische Praxis ist die eine Sache. Die Rettung der liberalen Demokratie jedoch eine völlig andere, die mit allen möglichen Mitteln unterstützt werden muss. Denn nach deren Abschaffung wird es keine freie Presse mehr geben.”
Weiterer Lesetipp: Offenbar 200.000 Abo-Kündigungen bei US-Zeitung: Die ausbleibende Wahlempfehlung der “Washington Post” hat anscheinend sehr konkrete Auswirkungen auf die Abozahlen. Amazon-Gründer und “Washington-Post”-Eigentümer Jeff Bezos “begründete den umstrittenen Schritt in einem Meinungsbeitrag vor allem mit gesunkenem Vertrauen der amerikanischen Öffentlichkeit in die Medien. Zuvor hatte der Sender NPR berichtet, dass nach der Entscheidung mehr als 200.000 Leser der traditionsreichen Zeitung ihre Abos gekündigt hätten.” (tagesspiegel.de)

3. ÖRR-Reform: Das sind sind die Last-Minute-Änderungen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier berichtet in seinem Artikel über “die Last-Minute-Änderungen” bei der Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Deutschland, bei der verschiedene Interessengruppen erfolgreich Lobbyarbeit betrieben hätten. Zu den wichtigsten Änderungen zählten Anpassungen bei der Presseähnlichkeit von Online-Inhalten der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, die Erlaubnis zur Kooperation mit privaten Anbietern, die Deckelung der Ausgaben für Sportrechte auf 5 Prozent des Gesamtetats sowie die vorgezogene Abschaltung der linearen Spartenkanäle.

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4. Holen wir uns das Internet zurück!
(netzpolitik.org, Paul Robben & Karla Hildebrandt)
In ihrem Gastbeitrag bei netzpolitik.org fordern Paul Robben und Karla Hildebrandt die Enteignung und Demokratisierung der großen Tech-Konzerne. Sie kritisieren, dass bisherige Regulierungen die undemokratische Macht der Konzerne nicht ausreichend eingeschränkt hätten. Stattdessen plädieren sie für eine gemeinschaftlich verwaltete, transparente digitale Infrastruktur, die im Sinne des Gemeinwohls funktioniere.

5. Media Capture: Welche Dynamiken kontrollieren Medien weltweit?
(de.ejo-online.eu, Bissera Zankova & Ivo Indzhov)
Der Artikel von Bissera Zankova und Ivo Indzhov beschreibt, dass und wie weltweit immer mehr Medien ihre Unabhängigkeit verlieren und durch “Media Capture” von Regierungen oder wirtschaftlichen Eliten kontrolliert werden. Diese Dynamiken beeinträchtigten die Meinungsfreiheit und demokratischen Prozesse, indem Medien als Instrumente der Desinformation und Einflussnahme missbraucht würden.

6. Bitte sparsam dosieren
(deutschlandfunk.de, Stephan Beuting, Audio: 41:00 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um Meinungen und Urteile in politischen Talkshows und Social-Media-Diskursen: Wann wäre weniger davon wünschenswert? Und wie ließe sich das erreichen? Es diskutieren die DLF-Hörerin Barbara Mürdter, der Philosoph Tobias Rosefeldt und Dirk-Oliver Heckmann vom Deutschlandfunk.

Demokratieabbau, Sprengender Journalist, Tucker Carlson

1. Senderabbau heißt Demokratieabbau
(tagesspiegel.de, Claudia Seiring)
“In Zeiten von Fake News, Trollen und selbstgemachten ‘Info-Kanälen’ entscheidet die Politik, die Programmvielfalt der Öffentlich-Rechtlichen zu beschneiden. Ein falscher Schritt”, kommentiert Claudia Seiring im “Tagesspiegel” die politischen Reformbestrebungen rund um die Öffentlich-Rechtlichen.
Weitere Lese- und Hörtipps: Bei netzpolitik.org findet Anna Biselli: Wir müssen über Journalismus für alle reden: “Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll weniger Textinhalte produzieren dürfen. So sieht es zumindest der Entwurf für einen Reformstaatsvertrag vor. Dabei wäre es höchste Zeit, das anachronistische Konzept der Presseähnlichkeit zu verbannen und über ganz andere Fragen nachzudenken.” Die Redaktion von “Legal Tribune Online” (“LTO”) fasst noch einmal zusammen, worum es bei der Reform eigentlich geht: Das ändert sich mit der Rund­fun­k­re­form. Ebenfalls bei “LTO” kommentiert Medienrechtler Wolfgang Schulz: “Das ganze atmet ein gutes Stück Reaktion auf populistischen Druck”. Und beim Bayerischen Rundfunk gibt es eine 24-minütige Ausgabe des Podcasts “BR24 Medien” mit dem Titel: Reformen beschlossen – was soll sich bei den Öffentlich-Rechtlichen ändern? (ardaudiothek.de, Linus Lühring, Audio: 24:17 Minuten)

2. Israelischer Journalist hilft bei Gebäudesprengung der Armee im Libanon
(spiegel.de)
Der israelische Journalist Danny Kushmaro habe im Südlibanon aktiv an einer Gebäudesprengung durch das israelische Militär teilgenommen. Kushmaro habe auf Anweisung israelischer Soldaten den Zündmechanismus betätigt und anschließend darüber berichtet. Kollegen aus Israel würfen ihm vor, die Unabhängigkeit des Journalismus zu gefährden und die Grenze zwischen Berichterstattung und militärischer Beteiligung überschritten zu haben.

3. Der Mega-MAGA-Medienmacher
(taz.de, Nicholas Potter)
Nicholas Potter beschreibt, wie der US-amerikanische Fernsehmoderator und politische Kommentator Tucker Carlson trotz seines Rauswurfs bei “Fox News” weiterhin großen Einfluss auf die US-amerikanische Rechte und insbesondere auf Donald Trump ausübe: “Tucker Carlson ist bis heute eine Schlüsselfigur der US-Rechten. Seine Reichweite mag insgesamt geringer geworden sein, doch er hat so viel Einfluss auf die Republikaner wie noch nie. Und im Gegensatz zu Trump und Vance ist er jemand, der sich keine Sorgen um die Größe seines Publikums machen muss.”

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4. Mehr Positivität folgen!
(zeit.de, Eike Kühl)
Eike Kühl findet, dass es sich lohne, von Twitter auf Alternativen wie Bluesky umzusteigen, obwohl diese Netzwerke vergleichsweise wenig Nutzerinnen und Nutzer hätten. Kühl geht auf seine eigenen Erfahrungen ein und beschreibt, wie er sich bewusst eine neue, positivere Community aufgebaut habe. Er betont, dass diese Veränderung eine Chance für eine gesündere und angenehmere Online-Erfahrung biete, auch wenn es Zeit brauche, bis mehr Menschen folgen.

5. Wie Erzählperspektiven auf Social Media Frauen stärken können
(media-lab.de, Eva Prieto Wunderlich)
Eva Prieto Wunderlich schreibt darüber, wie der gezielte Einsatz von Ich-Perspektiven in Sozialen Medien Frauen stärken kann. Diese persönliche Erzählweise schaffe Nähe und Identifikation. Im Gegensatz dazu wirke die dritte Person distanzierter und schwäche den Effekt der Vorbildfunktion und des positiven sozialen Vergleichs.

6. Warum Politiker jetzt Ansteckmikrofone halten
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
“Ansteckmikrofone werden normalerweise am Jackett, am Pullover oder am T-Shirt befestigt – so wird es seit Jahrzehnten im Fernsehen praktiziert. Auf Tiktok und Youtube allerdings halten Influencer die kleinen Geräte neuerdings in der Hand. Ein Trend, der längst auch die Politik erreicht hat.” Matthias Schwarzer ist der Frage nachgegangen, welche Gründe es für das bewusst falsche Benutzen der Ansteckmikros geben könnte.

US-Wahl-Attacken, Israel: Gezielte Tötungen?, Ministerium droht Attac

1. Microsoft warnt vor ausländischer Beeinflussung der US-Wahl
(spiegel.de)
Aus einem Report des Microsoft Threat Analysis Center gehe hervor, dass Russland, China und Iran versuchen würden, die anstehende Wahl in den USA im jeweils eigenen Interesse zu beeinflussen. Demnach konzentriere sich Russland auf die Diskreditierung der Demokratin Kamala Harris, während China mit Bots republikanische Kandidaten angreife, die dem Staat kritisch gegenüberstehen, und Iran zum Boykott pro-israelischer Kandidaten aufrufe.
Weiterer Lesetipp: “In den USA funktionieren Memes besser”: “Kommunikationswissenschaftler Michael Johann forscht zu Memes in der Politik. Ein Gespräch über Wahlkämpfe und KI-generierte Katzenfotos.” (taz.de, Martin Seng)

2. “Israel nimmt Journalisten gezielt ins Visier”
(taz.de, Daniel Bax)
Jodie Ginsberg ist Geschäftsführerin des “Komitees zum Schutz von Journalisten” CJP. Die “taz” hat sie gefragt, ob die israelische Armee im Krieg in Gaza Journalisten systematisch ins Visier nehme. Ginsbergs erschütternde Antwort: “Uns sind mindestens fünf Fälle bekannt, in denen Journalisten gezielt ins Visier genommen wurden, und wir untersuchen mindestens zehn weitere Fälle von gezielter Tötung. Aber die Zahl könnte weitaus höher sein.”

3. Süddeutsche ohne Süddeutschland?
(verdi.de)
Die “Süddeutsche Zeitung” (“SZ”) fahre ihre Lokalberichterstattung in den Landkreisen rund um München weitgehend zurück: “Am Mittwoch teilte die Chefredaktion der SZ zusammen mit der Ressortleitung den rund 60 Beschäftigten in einer außerordentlichen Konferenz mit, dass die Außenbüros in den Landkreisen aufgegeben werden und die Berichterstattung stark zurückgefahren wird.”
Weiterer Lesetipp: Warnstreik bei der Süddeutschen Zeitung (verdi.de, Jutta Czeguhn).

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4. Finanzministerium droht Attac wegen kritischer Satire-Webseite
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Das Bundesfinanzministerium drohe der NGO Attac mit rechtlichen Schritten, weil diese eine satirische Website erstellt habe, die eine offizielle Initiative zweier FDP-geführter Ministerien kritisiere und das Design der Originalseite nachahme. “Getroffene Hunde bellen”, kommentiert Attac-Bildungsreferent Holger Oppenhäuser in einer Pressemitteilung: “Offenbar passt es dem Lindner-Ministerium nicht, dass sein Pseudobildungsprojekt öffentlich kritisiert wird. Aber wir lassen uns nicht einschüchtern. Die Seite gibt inhaltlich die richtige Antwort, und gestalterisch gilt einmal mehr: Das ist alles von der Kunstfreiheit gedeckt!”

5. Die Gewinner:innen der Grow-Stipendien 2024/25 stehen fest!
(netzwerkrecherche.org)
Die diesjährigen “Grow-Stipendien” des Netzwerk Recherche und der Schöpflin Stiftung zeichnen drei Medienprojekte aus, die “den gemeinnützigen und gemeinwohlorientierten Journalismus und die Medienvielfalt voranbringen”: Jacob Queißners “Gerda” plant, kritischen Lokaljournalismus in Gera auszubauen, Laura Vorsatz entwickelt ihren Podcast “Feminismus mit Vorsatz” weiter, und das “WAV Recherchekollektiv” aus Zürich stärkt seine investigativen Strukturen. Alle Projekte erhalten finanzielle Unterstützung, Coachings und Workshops, um ihre Arbeit zu professionalisieren und auszubauen.

6. Land­kreis darf keine kos­ten­losen Anzeigen anbieten
(lto.de)
Der Bundesgerichtshof habe entschieden, dass ein Landkreis keine Stellenanzeigen privater Unternehmen und öffentlich-rechtlicher Institutionen kostenlos auf seinem eigenen Onlineportal veröffentlichen darf, da dies gegen das Gebot der Staatsferne der Presse verstoße. Diese Praxis werde als wettbewerbswidrige geschäftliche Handlung der öffentlichen Hand angesehen, die Medienhäusern potenzielle Einnahmen entziehe.

Textangebote im Netz, Kampf gegen Wortspiele, Bedrohung durch KI

1. Textangebote im Netz sollen eingeschränkt werden
(tagesschau.de, Mandy Mülling)
“Wie viel Text dürfen öffentlich-rechtliche Sender online veröffentlichen? Die Ministerpräsidenten beraten über einen Reformentwurf, der enge Regeln vorsieht. Für tagesschau.de, sportschau.de und andere Angebote wären die Auswirkungen massiv.” tagesschau.de beschreibt sozusagen in eigener Sache die Auswirkungen des Reformentwurfs. Der Text von Mandy Mülling ist mit einer Bilderstrecke angereichert, die das Ganze sehr anschaulich darstellt.
Weiterer Lesetipp: Auch an anderer Stelle weist die “Tagesschau”-Redaktion auf mögliche Reformfolgen hin: “Tagesschau”-Reformpläne lösen Ärger auf Instagram aus (t-online.de).
Und noch ein Lesetipp aus dem öffentlich-rechtlichen Kosmos: Tom Buhrow war auch 2023 bestbezahlter ARD-Intendant (dwdl.de, Timo Niemeier).

2. Wie Instagram, X und Tiktok den US‑Wahlkampf beeinflussen
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
Matthias Schwarzer beschreibt, wie schwierig es sei, sich in den Sozialen Medien über die anstehende Wahl in den USA zu informieren. Instagram reduziere aktiv die Sichtbarkeit politischer Inhalte, X/Twitter unter Elon Musk fördere politische Inhalte, besonders in Unterstützung für Donald Trump und die Republikaner. TikTok agiere vorsichtiger, wobei es immer noch Probleme mit der Verbreitung von Desinformation gebe.

3. China will Wortspiele noch mehr wegzensieren
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Der chinesische Staat intensiviere seine Zensur und habe eine Kampagne gegen Wortspiele, Memes und zweideutige Begriffe gestartet, die zur Umgehung der bestehenden Zensur genutzt würden. Die Maßnahme ziele darauf ab, “unregelmäßige und unzivilisierte” Sprache im Internet zu unterbinden, da diese als Bedrohung für die ideologischen Werte angesehen werde.

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4. Eine große, ungerechte Bedrohung
(faz.net)
Tausende Künstlerinnen, Künstler und Kreativschaffende hätten ein Statement zum Thema KI unterzeichnet: “Der unlizenzierte Gebrauch kreativer Arbeit für das Training generativer Künstlicher Intelligenz ist eine große, ungerechte Bedrohung für den Lebensunterhalt der Menschen hinter diesen Arbeiten, und sollte verboten werden.”

5. Blauer Panther: Doppelte Freude für “Maxton Hall” und “Pumuckl”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Alexander Krei stellt die diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger des TV- und Streaming-Awards “Blauer Panther” (vormals Bayerischer Fernsehpreis) vor. Der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten ging an den Kabarettisten Dieter Nuhr, der bei der Preisverleihung persönlich anwesend war – anders als der zweite Preisträger in der Kategorie Unterhaltung neben Heidi Klum, der Satiriker Jan Böhmermann. In der Kategorie Information/Journalismus bekamen Sophie von der Tann und Andreas Pichler jeweils einen Preis verliehen.

6. Drohnenfotos von Kunstwerken verletzen Urheberrechte
(spiegel.de)
Der Bundesgerichtshof (BGH) habe entschieden, dass das Veröffentlichen von Drohnenaufnahmen von urheberrechtlich geschützten Kunstwerken nicht von der Panoramafreiheit gedeckt sei. Ein Buchverlag hatte Luftaufnahmen von Kunstwerken auf Abraumhalden im Ruhrgebiet ohne Zustimmung der Urheber veröffentlicht und damit nach Ansicht des BGH die Rechte der Künstler verletzt.

“FragDenStaat”-Chef veurteilt, Musks Verlegetricks, Dummfluencerin

1. FragDenStaat-Chefredakteur Arne Semsrott verurteilt
(netzpolitik.org, Ben Bergleiter)
“Ein Berliner Gericht verurteilt den Journalisten Arne Semsrott wegen der Veröffentlichung von Gerichtsdokumenten zu einer Geldstrafe auf Bewährung. Doch für Semsrott ist das Urteil nur der Auftakt: Er will einen Paragrafen, der die Pressefreiheit einschränkt, notfalls bis vor das Bundesverfassungsgericht bringen.” Ben Bergleiter fasst noch einmal zusammen, worum es in dem Fall geht und warum dieser so wichtig für die zukünftige Rechtsprechung werden könnte.
Weiterer Lesetipp: Bei “Legal Tribune Online” kommentiert Felix W. Zimmermann den juristischen Aspekt: “Ob sich der dann zuständige BGH-Strafsenat der Auffassung seiner Kolleg:innen aus dem VI. Zivilsenat des BGH anschließt, wird sich zeigen. Der hatte entschieden, dass die Bestimmung in Konflikt mit der Meinungs- und Pressefreiheit steht und sich für eine eingeschränkte ‘konventionskonforme’ Auslegung der Strafnorm ausgesprochen.”

2. “Ein Kulturwandel ist dringend nötig”
(fachjournalist.de, Nadine Zeidler, Audio: 16:44 Minuten)
Im aktuellen “Fachjournalist”-Podcast spricht Nadine Zeidler mit dem Medienwissenschaftler Björn Staschen über den Einfluss der sozialen Herkunft auf den Zugang zum Journalismus. Staschen stellt dabei die Ergebnisse seiner Studie vor, die zeige, dass der Beruf von Menschen aus einkommensstarken, bildungsbürgerlichen Familien dominiert werde. Er gibt zudem Empfehlungen, wie die Diversität in Redaktionen erhöht und der Zugang für Nichtakademikerinnen und Nichtakademiker verbessert werden könne.

3. Elon Musk setzt bei Klagen gegen X auf einen Richter mit Tesla-Aktien
(spiegel.de)
Elon Musks Plattform X/Twitter habe eine trickreiche Änderung ihrer Geschäftsbedingungen durchgeführt: “Rechtliche Streitigkeiten werden künftig in einem Bezirk ausgetragen, in dem das Musk-Unternehmen zwar nicht sitzt – aber ein bestimmter Richter.”

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4. Deutscher ging es nicht: “Derrick” feiert seinen 50. Geburtstag
(rnd.de, Imre Grimm)
Imre Grimm hat einen kritischen Glückwunsch zum 50. Geburtstag von “Derrick” verfasst, einer deutschen Krimiserie, die in mehr als 100 Länder verkauft wurde: “Man sprach laaangsam in ‘Derrick’ und gestelzt. Jemand sagt einen Satz auf. Pause. Jemand antwortet. Pause. Dazwischen Landschaft. Das hatte etwas Kontemplatives, wirkt heute aber schnell nervtötend. Gern zeigte die Kamera Details wie Gebüsch oder Straßenlaternen, aber – in zeittypischem Voyeurismus – auch genüsslich Schülerinnen in der Umkleidekabine.”

5. Journalismus unter KI-Bedingungen
(verdi.de, Günter Herkel)
Günter Herkel fasst die wichtigsten Themen der 11. Medienpolitischen Tagung der Gewerkschaften Verdi und DGB zusammen. Es sei unter anderem um die Frage gegangen, wie Künstliche Intelligenz den Journalismus verändert, mit Chancen für Recherche und Verifizierung, aber auch mit Risiken wie Desinformation und Arbeitsplatzverlust. Außerdem habe man über die mögliche Einschränkung der Meinungsvielfalt durch eine “Fusion light” im öffentlich-rechtlichen Rundfunk diskutiert.

6. Emma, die virtuelle Dummfluencerin der Tourismuszentrale
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Die Deutsche Zentrale für Tourismus habe sich bei ihrer Medienarbeit für eine virtuelle, KI-generierte Influencerin namens Emma entschieden, was im Netz für Spott und Verwunderung sorge. Thomas Knüwer kommentiert: “Sehr viele wollen zu den coolen Kids gehören und geben sehr viel Geld für sehr sinnlose KI-Anwendungen und, sagen wir, problematische Dienstleister aus. Das ist erstmal ärgerlich, liefert aber schöne Pointen. Doch leider wird es auch dem Standort schaden.”

KW 42/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Realitätsfabrik Mediensystem
(schweigenistzustimmung.de, Jens Brodersen & Patrick Breitenbach, Audio: 2:06:59 Stunden)
“Man muss in letzter Zeit ansehen, wie Debatten verunglücken, fast überall Desinformation herumgereicht werden und scheinbar nur noch das Rückenmark die Kommunikation beherrscht. Einordnung häufig Fehlanzeige. Ist das Zufall, Zeitgeist, Ziel oder alles zusammen?” Jens Brodersen und Patrick Breitenbach unterhalten sich über die “Realitätsfabrik Mediensystem” und das bietet, wie eigentlich immer bei ihrem Podcast “Schweigen ist Zustimmung”, lohnenswerte Gedanken und Perspektiven.

2. Diese Talkshows sind Gift!
(youtube.com, Maurice Höfgen, Video: 28:38 Minuten)
Maurice Höfgen kritisiert in seinem Video die Art und Weise, wie politische Talkshows, insbesondere die von Maybrit Illner, die öffentliche Debatte prägen. Er bemängelt eine fehlende Struktur und Führung in der Sendung, einen fehlenden Faktencheck und einen fehlenden Kontext. Darüber hinaus kritisiert Höfgen, dass sich die Diskussionen oft auf Nebenschauplätze wie Migration konzentrierten, während dringendere Themen wie Investitionen und Schuldenpolitik ignoriert würden.

3. Wie hart ist es, über einen Vergewaltigungsprozess wie den in Avignon zu berichten?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 21:26 Minuten)
Holger Klein spricht mit Annika Joeres, die für “Zeit Online” aus Frankreich über einen großen Vergewaltigungsprozess berichtet: “Wie ist das für eine Journalistin, über einen Fall dieses Ausmaßes zu berichten? Schaut sie die Videos an? Gibt es eine Grenze zum Voyeurismus in der medialen Abbildung, die nicht überschritten werden sollte? Und was für eine Debatte hat die breite Berichterstattung über den Fall in Frankreich (und auch in Deutschland) ausgelöst?”
Hinweis: “Übermedien” hat dem Podcast eine Triggerwarnung beigefügt.

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4. Was ist Hassrede?
(deutschlandfunknova.de, Inga Bones, Audio: 55:13 Minuten)
Die Philosophin Inga Bones spricht in ihrem Vortrag bei Deutschlandfunk Nova darüber, wie der Begriff “Hassrede” definiert werden kann und welche Unterschiede es zu Beleidigungen oder Diskriminierungen gibt. Sie betont, dass es wichtig sei, Hassrede präzise zu definieren, da Meinungsfreiheit ein wichtiges Grundrecht sei, das dennoch klare Grenzen haben sollte.

5. KINO.TO – Die verbotene Streamingrevolution
(ardaudiothek.de, Maxie Römhild, Audio: fünf Folgen zwischen 36 und 44 Minuten)
Der fünfteilige Podcast des MDR erzählt die Geschichte des illegalen Streamingdienstes kino.to, der 2008 in Deutschland entstand und eine ganze Generation von Nutzern prägte. Im Mittelpunkt steht der Aufstieg und Fall des Gründers Dirk B., der mit gestohlenen Filmen Millionär wurde, bis die Behörden seine Aktivitäten beendeten. Und es geht um die Frage, ob auch die Nutzer eine Mitschuld an der millionenfachen Verletzung des Urheberrechts tragen.

6. Thomas Gottschalk darf noch sagen, was er will
(spiegel.de, Maximilian Sepp, Video: 18:51 Minuten)
Ende vergangener Woche sorgte ein “Spiegel”-Interview (nur mit Abo lesbar) für großes mediales Aufsehen, das Alexander Kühn und Vicky Bargel mit dem Entertainer Thomas Gottschalk geführt haben. Jetzt gibt es eine Art “Making of” zu dem Gespräch, in dem Bargel verrät, wie die Umstände des Interviews waren und wie sie es einordnet.

Nostalgie als Waffe, Gniffkes Selbstverpflichtung, Entführte Maus

1. Wenn Nostalgie zur Waffe wird – das Gottschalk-Syndrom
(moment.at, Natascha Strobl)
Natascha Strobl kritisiert in ihrer Kolumne die Art und Weise, wie Personen wie Thomas Gottschalk Nostalgie als Mittel benutzen, um gewalttätiges und übergriffiges Verhalten der Vergangenheit zu verharmlosen und sich darüber zu beklagen, dass derartiges Verhalten heute nicht mehr akzeptiert wird. Der einstige TV-Star Gottschalk illustriere diese Haltung mit seinen Geschichten über sein früheres, unangemessenes Verhalten gegenüber Frauen und das Schlagen seiner Kinder, die er ohne Reue und “beinahe stolz” erzähle.
Dazu auch Hörtipp in eigener Sache: Im aktuellen Medienkommentar bei radioeins geht es am Rande auch um die Causa Gottschalk: “Gottschalk ist das Paradebeispiel eines TV-Dinosauriers, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Seine antiquierten Ansichten, die gelegentlichen Fehltritte und seine trotzige Uneinsichtigkeit sind legendär – aber nicht im positiven Sinne.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:47 Minuten)

2. ARD-Chef Gniffke will mit Verlegern Frieden schließen
(spiegel.de)
Der ARD-Vorsitzende Kai Gniffke habe eine Selbstverpflichtung der öffentlich-rechtlichen Sender vorgeschlagen, die die Zeitungsverlage unterstützen und deren Geschäft schützen soll. Sie würde beispielsweise vorsehen, dass die Sender gezielt auf Zeitungsangebote verlinken. Mit seinem Vorschlag gehe Gniffke auf die Gegenseite zu. Das könnte den Öffentlich-Rechtlichen an anderer Stelle in der Debatte über den Rundfunkstaatsvertrag helfen. Mit Blick auf die von den Bundesländern geplanten Staatsvertragsregeln gebe es Sorgen um den Fortbestand der Social-Media-Formate für junge Menschen: “Die ‘Tagesschau’ ist die erfolgreichste Medienmarke bei TikTok und bei Insta. Das würde ich ungern beschädigen, weil es unserem Auftrag entgegenlaufen würde, der Dominanz von polarisierenden und von emotionalisierenden Inhalten etwas entgegenzusetzen. Das muss doch in unser aller Interesse sein.”

3. Tierquälerei-Vorwurf: Produktionsfirma nimmt Rosin in Schutz
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Anfang der Woche wiesen wir in den “6 vor 9” auf einen Artikel hin, laut dem der Deutsche Tierschutzbund den bekannten Fernsehkoch Frank Rosin angezeigt haben soll. Rosin soll in einer Sat.1-Kochsendung lebende Flusskrebse in heißem Fett gebraten haben, was als Tierquälerei einzustufen sei, da Krebstiere Schmerzen empfinden können. Wie “DWDL” berichtet, habe sich nun die Produktionsfirma Endemol Shine Germany zu den Vorwürfen geäußert und versucht, die Verantwortung auf einen Dienstleister abzuschieben.

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4. NRW: Zusammenschluss im Zeitungsmarkt
(verdi.de, Frank Biermann)
“Die Konzentration im NRW-Zeitungsmarkt, insbesondere in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL), setzt sich fort. Die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt streben eine Kooperation an. Auch die Lippische Landes-Zeitung und das Mindener Tageblatt planen, ihre Verlagsaktivitäten künftig in einer gemeinsamen Holding zu bündeln.” Frank Biermann fasst die hinsichtlich Presse- und Meinungsvielfalt unerfreulichen Vorgänge im Gewerkschaftsmagazin “M” zusammen.

5. Bubble Tea in Taipei
(journal-nrw.de, Lima Fritsche)
Die Kölner Journalistikstudentin Lima Fritsche erzählt von ihrem Auslandssemester in Taiwans Hauptstadt Taipeh, wo sie nicht nur ihre Chinesischkenntnisse verbessert, sondern auch in die lokale Kultur und das Nachtleben eintaucht. Sie studiert an der National Chengchi University, nehme an kleinen, interaktiven Kursen teil und nutze die Gelegenheit, sich journalistisch weiterzuentwickeln.

6. “Maus”-Figur aus Köln taucht wieder auf – in Mainz
(faz.net)
Nun sei klar, wer die beliebte Mausfigur vor dem WDR-Gebäude in Köln, nun ja, entführt habe: die Kampagnenorganisation Campact. Mit dem “Maus-Kidnapping” wolle diese auf die drohenden Kürzungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufmerksam machen. Man plane, die Maus im Rahmen einer Tour durch mehrere Städte als Symbol gegen diese Kürzungen einzusetzen. Der WDR poche auf die Rückgabe der Figur.

Opfer der “Bild”-Zeitung, Reporter angegriffen, 7 Herausforderungen

1. Die Opfer der BILD-Zeitung
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 50:10 Minuten)
“In diesem Video zeige ich euch, mit welchen brutalen Mitteln die BILD-Zeitung Leben zerstört. Ehemalige BILD-Reporter berichten, wie sie Menschen gejagt und erpresst haben – und Opfer von BILD erzählen, wie die Zeitung sie missbraucht, ihren Ruf zerstört und ihr Leid noch viel größer gemacht hat.” Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”, auf dem sein sehenswertes Video basiert.

2. Reporter nach Interview mit Musiker angegriffen
(spiegel.de)
In Düsseldorf sei ein Reporter der Deutschen Welle nach einem Interview mit dem syrischen Musiker Al Shami von Mitgliedern des Sicherheitspersonals eines Konzerts attackiert worden. Bereits während des Interviews sei es zu Drohungen und Beleidigungen gegen den Journalisten und dessen Kollegin gekommen. Die Deutsche Welle wie auch der Deutsche Journalisten-Verband verurteilen den Übergriff als Angriff auf die Pressefreiheit.

3. TikTok ist sich seines Suchtpotenzials offenbar bewusst
(netzpolitik.org, Ben Bergleiter)
Interne Dokumente sollen zeigen, dass TikTok sich des Suchtpotenzials seiner Plattform, besonders für Jugendliche, bewusst sei. Bisherige Präventionsmaßnahmen hätten kaum Wirkung gezeigt. Laut Untersuchungen könnten junge Nutzerinnen und Nutzer bereits nach 35 Minuten, in denen sie über 260 Videos sehen, eine Abhängigkeit entwickeln. TikToks Bildschirmlimit von 60 Minuten habe die Nutzungsdauer von durchschnittlich 107 Minuten pro Tag kaum reduziert.

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4. K I: 7 Herausforderungen für die Medien
(de.ejo-online.eu, Nicolas Becquet)
Nicolas Becquet beschreibt sieben Herausforderungen, die Künstliche Intelligenz (KI) für die Medienlandschaft mit sich bringt. Dazu gehöre die Notwendigkeit, KI zu entmystifizieren und verantwortungsvolle Nutzungsrichtlinien zu schaffen. Medien müssten auf die Risiken eines “Informationswirrwarrs”, der Technologieabhängigkeit und der Schwächung der “Linkwirtschaft” reagieren, um weiterhin als verlässliche Informationsquellen in einem zunehmend automatisierten und manipulierten Umfeld agieren zu können.

5. Klimaleugnung in den Medien
(verdi.de, Günter Herkel)
Günter Herkel schreibt, dass Klimaleugnung heute weniger die Existenz des Klimawandels leugne, sondern zunehmend die Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen anzweifle. Dies sei vor allem in rechten Kreisen verbreitet. Akteure wie die AfD und Klimaskeptiker würden populistische Narrative nutzen, um Klimapolitik als irrational, elitär und gesellschaftsschädigend darzustellen. Diese neue Form der “Klimaleugnung in den Medien” verzögere dringend notwendige Klimaschutzmaßnahmen und vertiefe gesellschaftliche Polarisierungen, so Herkel.

6. Von wegen “Rentner-Bravo”
(taz.de, Franziska Betz)
Die früher als “Rentner-Bravo” geschmähte “Apotheken Umschau” habe sich modernisiert und greife nun Themen wie Gendern, Body-Shaming und Diskriminierung auf. Unter der Leitung von Dennis Ballwieser und Julia Rotherbl setze das Magazin verstärkt auf wissenschaftlich fundierte Informationen und eine vielfältigere Ansprache, ohne dabei klassische Inhalte zu vernachlässigen.

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