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Nostalgie als Waffe, Gniffkes Selbstverpflichtung, Entführte Maus

1. Wenn Nostalgie zur Waffe wird – das Gottschalk-Syndrom
(moment.at, Natascha Strobl)
Natascha Strobl kritisiert in ihrer Kolumne die Art und Weise, wie Personen wie Thomas Gottschalk Nostalgie als Mittel benutzen, um gewalttätiges und übergriffiges Verhalten der Vergangenheit zu verharmlosen und sich darüber zu beklagen, dass derartiges Verhalten heute nicht mehr akzeptiert wird. Der einstige TV-Star Gottschalk illustriere diese Haltung mit seinen Geschichten über sein früheres, unangemessenes Verhalten gegenüber Frauen und das Schlagen seiner Kinder, die er ohne Reue und “beinahe stolz” erzähle.
Dazu auch Hörtipp in eigener Sache: Im aktuellen Medienkommentar bei radioeins geht es am Rande auch um die Causa Gottschalk: “Gottschalk ist das Paradebeispiel eines TV-Dinosauriers, der die Zeichen der Zeit nicht erkannt hat. Seine antiquierten Ansichten, die gelegentlichen Fehltritte und seine trotzige Uneinsichtigkeit sind legendär – aber nicht im positiven Sinne.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:47 Minuten)

2. ARD-Chef Gniffke will mit Verlegern Frieden schließen
(spiegel.de)
Der ARD-Vorsitzende Kai Gniffke habe eine Selbstverpflichtung der öffentlich-rechtlichen Sender vorgeschlagen, die die Zeitungsverlage unterstützen und deren Geschäft schützen soll. Sie würde beispielsweise vorsehen, dass die Sender gezielt auf Zeitungsangebote verlinken. Mit seinem Vorschlag gehe Gniffke auf die Gegenseite zu. Das könnte den Öffentlich-Rechtlichen an anderer Stelle in der Debatte über den Rundfunkstaatsvertrag helfen. Mit Blick auf die von den Bundesländern geplanten Staatsvertragsregeln gebe es Sorgen um den Fortbestand der Social-Media-Formate für junge Menschen: “Die ‘Tagesschau’ ist die erfolgreichste Medienmarke bei TikTok und bei Insta. Das würde ich ungern beschädigen, weil es unserem Auftrag entgegenlaufen würde, der Dominanz von polarisierenden und von emotionalisierenden Inhalten etwas entgegenzusetzen. Das muss doch in unser aller Interesse sein.”

3. Tierquälerei-Vorwurf: Produktionsfirma nimmt Rosin in Schutz
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Anfang der Woche wiesen wir in den “6 vor 9” auf einen Artikel hin, laut dem der Deutsche Tierschutzbund den bekannten Fernsehkoch Frank Rosin angezeigt haben soll. Rosin soll in einer Sat.1-Kochsendung lebende Flusskrebse in heißem Fett gebraten haben, was als Tierquälerei einzustufen sei, da Krebstiere Schmerzen empfinden können. Wie “DWDL” berichtet, habe sich nun die Produktionsfirma Endemol Shine Germany zu den Vorwürfen geäußert und versucht, die Verantwortung auf einen Dienstleister abzuschieben.

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4. NRW: Zusammenschluss im Zeitungsmarkt
(verdi.de, Frank Biermann)
“Die Konzentration im NRW-Zeitungsmarkt, insbesondere in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL), setzt sich fort. Die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt streben eine Kooperation an. Auch die Lippische Landes-Zeitung und das Mindener Tageblatt planen, ihre Verlagsaktivitäten künftig in einer gemeinsamen Holding zu bündeln.” Frank Biermann fasst die hinsichtlich Presse- und Meinungsvielfalt unerfreulichen Vorgänge im Gewerkschaftsmagazin “M” zusammen.

5. Bubble Tea in Taipei
(journal-nrw.de, Lima Fritsche)
Die Kölner Journalistikstudentin Lima Fritsche erzählt von ihrem Auslandssemester in Taiwans Hauptstadt Taipeh, wo sie nicht nur ihre Chinesischkenntnisse verbessert, sondern auch in die lokale Kultur und das Nachtleben eintaucht. Sie studiert an der National Chengchi University, nehme an kleinen, interaktiven Kursen teil und nutze die Gelegenheit, sich journalistisch weiterzuentwickeln.

6. “Maus”-Figur aus Köln taucht wieder auf – in Mainz
(faz.net)
Nun sei klar, wer die beliebte Mausfigur vor dem WDR-Gebäude in Köln, nun ja, entführt habe: die Kampagnenorganisation Campact. Mit dem “Maus-Kidnapping” wolle diese auf die drohenden Kürzungen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk aufmerksam machen. Man plane, die Maus im Rahmen einer Tour durch mehrere Städte als Symbol gegen diese Kürzungen einzusetzen. Der WDR poche auf die Rückgabe der Figur.

Opfer der “Bild”-Zeitung, Reporter angegriffen, 7 Herausforderungen

1. Die Opfer der BILD-Zeitung
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 50:10 Minuten)
“In diesem Video zeige ich euch, mit welchen brutalen Mitteln die BILD-Zeitung Leben zerstört. Ehemalige BILD-Reporter berichten, wie sie Menschen gejagt und erpresst haben – und Opfer von BILD erzählen, wie die Zeitung sie missbraucht, ihren Ruf zerstört und ihr Leid noch viel größer gemacht hat.” Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”, auf dem sein sehenswertes Video basiert.

2. Reporter nach Interview mit Musiker angegriffen
(spiegel.de)
In Düsseldorf sei ein Reporter der Deutschen Welle nach einem Interview mit dem syrischen Musiker Al Shami von Mitgliedern des Sicherheitspersonals eines Konzerts attackiert worden. Bereits während des Interviews sei es zu Drohungen und Beleidigungen gegen den Journalisten und dessen Kollegin gekommen. Die Deutsche Welle wie auch der Deutsche Journalisten-Verband verurteilen den Übergriff als Angriff auf die Pressefreiheit.

3. TikTok ist sich seines Suchtpotenzials offenbar bewusst
(netzpolitik.org, Ben Bergleiter)
Interne Dokumente sollen zeigen, dass TikTok sich des Suchtpotenzials seiner Plattform, besonders für Jugendliche, bewusst sei. Bisherige Präventionsmaßnahmen hätten kaum Wirkung gezeigt. Laut Untersuchungen könnten junge Nutzerinnen und Nutzer bereits nach 35 Minuten, in denen sie über 260 Videos sehen, eine Abhängigkeit entwickeln. TikToks Bildschirmlimit von 60 Minuten habe die Nutzungsdauer von durchschnittlich 107 Minuten pro Tag kaum reduziert.

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4. K I: 7 Herausforderungen für die Medien
(de.ejo-online.eu, Nicolas Becquet)
Nicolas Becquet beschreibt sieben Herausforderungen, die Künstliche Intelligenz (KI) für die Medienlandschaft mit sich bringt. Dazu gehöre die Notwendigkeit, KI zu entmystifizieren und verantwortungsvolle Nutzungsrichtlinien zu schaffen. Medien müssten auf die Risiken eines “Informationswirrwarrs”, der Technologieabhängigkeit und der Schwächung der “Linkwirtschaft” reagieren, um weiterhin als verlässliche Informationsquellen in einem zunehmend automatisierten und manipulierten Umfeld agieren zu können.

5. Klimaleugnung in den Medien
(verdi.de, Günter Herkel)
Günter Herkel schreibt, dass Klimaleugnung heute weniger die Existenz des Klimawandels leugne, sondern zunehmend die Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen anzweifle. Dies sei vor allem in rechten Kreisen verbreitet. Akteure wie die AfD und Klimaskeptiker würden populistische Narrative nutzen, um Klimapolitik als irrational, elitär und gesellschaftsschädigend darzustellen. Diese neue Form der “Klimaleugnung in den Medien” verzögere dringend notwendige Klimaschutzmaßnahmen und vertiefe gesellschaftliche Polarisierungen, so Herkel.

6. Von wegen “Rentner-Bravo”
(taz.de, Franziska Betz)
Die früher als “Rentner-Bravo” geschmähte “Apotheken Umschau” habe sich modernisiert und greife nun Themen wie Gendern, Body-Shaming und Diskriminierung auf. Unter der Leitung von Dennis Ballwieser und Julia Rotherbl setze das Magazin verstärkt auf wissenschaftlich fundierte Informationen und eine vielfältigere Ansprache, ohne dabei klassische Inhalte zu vernachlässigen.

ÖRR-Reform, Medien über Migration, Schwierige Neuanfänge

1. Bitte mehr kürzen!
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
In ihrem Essay in der “taz” fordert Ann-Kathrin Leclère mutige Reformen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, um im digitalen Zeitalter relevant zu bleiben. Sie plädiert für eine Zusammenlegung von 3sat und Arte, um Ressourcen zu sparen und eine modernere Ausrichtung zu ermöglichen. Dabei betont sie, dass Reformen nicht bedeuten dürfen, Inhalte oder Arbeitsplätze zu opfern.

2. Anhörung zur ÖRR-Reform: Das sagen Verbände und Sender
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier fasst die Stimmen zur öffentlichen Anhörung zur Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zusammen. Es gebe sowohl Lob als auch Kritik aus der Branche. Verbände wie der VAUNET und der BDZV würden die geplanten Kürzungen und eine stärkere Fokussierung auf das Programm begrüßen, aber die aus ihrer Sicht unklare Umsetzung kritisieren und weitere Einschränkungen für die Onlineaktivitäten der Sender fordern.

3. Wie Medien über Migration berichten
(deutschlandfunk.de, Fanny Buschert, Audio: 43:33 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Berichterstattung über Migration. Mit Moderatorin Fanny Buschert diskutieren DLF-Hörer Michael Philips, Michael Watzke, DLF-Korrespondent für Bayern, und der Kommunikationswissenschaftler Pablo Jost.

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4. Schwierige Neuanfänge für Exiljournalisten
(verdi.de, Ulrike Wagener)
Journalistinnen und Journalisten im Exil hätten es schwer, in der deutschen Medienlandschaft Fuß zu fassen. Viele Medienschaffende hätten auch im Exil mit Bedrohungen und fehlenden Arbeitsmöglichkeiten zu kämpfen. Zudem würden sprachliche und berufliche Hürden, Sicherheitsrisiken und struktureller Rassismus ihre Lage erschweren, berichtet Ulrike Wagener.

5. Wie reaktionär ist Stefan Raab, Anja Rützel?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 24:56 Minuten)
Alexander Matzkeit spricht im Podcast “Läuft” mit der Fernsehkritikerin und Trash-Edelfeder Anja Rützel über das Comeback von Stefan Raab. Es geht um Raabs neues Fernsehformat bei RTL+, um Fernsehen im Influencer-Zeitalter und um die Frage,ob Raab reaktionär ist.

6. YouTube sperrt offenbar Kanal von Kayvan Soufi-Siavash
(spiegel.de)
Wie der “Spiegel” unter Berufung auf einen (lesenswerten) Artikel bei t-online.de berichtet, habe Youtube offenbar den neuen Kanal von Kayvan Soufi-Siavash, besser bekannt als Ken Jebsen, gesperrt. Soufi-Siavash habe versucht, die Sperrung seines alten Kanals zu umgehen, was gegen die Richtlinien von Youtube verstoße. Zudem sollen seine Aktivitäten hinter einem undurchsichtigen Geflecht von Briefkastenfirmen verborgen gewesen sein, was zu seiner kurzen Rückkehr auf die Plattform geführt haben könnte.

Verschwiegener Geldgeber, “Bild” macht arm, Reformstaatsvertrag

1. Die Millionen des verschwiegenen Geldgebers
(t-online.de, Lars Wienand & Jonas Mueller-Töwe)
Bei t-online.de berichten Lars Wienand und Jonas Mueller-Töwe, dass Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt mit seinem politischen Krawallportal “Nius” offenbar in den Fernsehmarkt einsteigen will. Sowohl bei diesem Vorhaben als auch ganz generell sei das Projekt stark vom Investor Frank Gotthardt abhängig. Gotthardt, in der Berichterstattung stets als Milliardär geführt, dessen Vermögen in den vergangenen Monaten allerdings um 900 Millionen Euro geschrumpft sein soll, habe bereits Millionen in “Nius” gesteckt. Seine anderen, eher regionalen Medienprojekte führen allerdings Verluste ein, und Gotthardt verliere das Interesse an ihnen. Es wird spekuliert, dass “Nius” ein ähnliches Schicksal drohe, sollte das Projekt ein Zuschussgeschäft bleiben.

2. BILD Lesen macht arm – Wärmepumpe wird am günstigsten
(volksverpetzer.de, Philip Kreißel)
Philip Kreißel kritisiert in seinem Artikel beim “Volksverpetzer” die Fehlinformation von Medien wie “Bild” und “Welt” über das Heizen mit Wärmepumpen. Er zeigt auf, dass die Wärmepumpe langfristig die günstigste und effizienteste Heizmöglichkeit sei, und weist darauf hin, dass die Strompreise durch den Ausbau der erneuerbaren Energien gesunken seien. Gas werde durch geopolitische Entwicklungen und den Emissionshandel hingegen teurer. Die oft durch Beiträge großer Medienkonzerne beeinflusste Entscheidung für fossile Heizmethoden sei finanziell unklug.

3. Reformstaatsvertrag: was sich bei ARD und ZDF ändern soll
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 20:57 Minuten)
Bei “BR24 Medien” sprechen Heike Raab, Staatssekretärin und Koordinatorin der Rundfunkkommission, Hubert Krech, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redakteursausschüsse, und Gudrun Riedl, Redaktionsleiterin von BR24, über die Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Hauptthemen sind die zukünftige Finanzierung, mögliche Streichungen von Radio- und TV-Spartensendern sowie die Fokussierung auf digitale Video- und Audioinhalte statt Text. Außerdem wird über eine gemeinsame technische Plattform diskutiert, auf der die Inhalte von ARD, ZDF und möglicherweise auch privaten Anbietern gebündelt werden könnten.

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4. Schmitz-Portrait: Griff nach den Sternen
(clap-club.de, Bijan Peymani)
“Clap”-Reporter Bijan Peymani schreibt über Gregor Peter Schmitz, Chefredakteur des “Stern”, und dessen ehrgeizige Aufgabe, das Magazin mit Unterstützung von RTL neu zu positionieren und ein digitales Geschäftsmodell zu etablieren. Schmitz betont, dass er für dieses Vorhaben ein Maximum an Ressourcen und Freiheiten zur Verfügung habe, doch trotz der finanziellen Unterstützung bleibe das Projekt herausfordernd: “Das ist echt anspruchsvoll, und ja, wir sind spät dran.”

5. EuGH verlangt von Facebook Verfallsdatum für Werbedaten
(spiegel.de)
Der Europäische Gerichtshof habe entschieden, dass Facebook personenbezogene Daten nicht unbegrenzt und unterschiedslos für Werbezwecke speichern dürfe. Vorausgegangen war eine Klage des Datenschutzaktivisten Max Schrems, der kritisiert habe, dass Facebook aus seinen Daten Rückschlüsse auf seine sexuelle Orientierung ziehe. Das Urteil könne weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Online-Werbebranche haben, da es alle Unternehmen betreffe, die ähnliche Datenpraktiken anwenden.

6. Inszenierung mit gefährlichen Nebenwirkungen
(netzpolitik.org, Vincent Först)
Vincent Först beschreibt, wie politische Videos auf TikTok Politikerinnen und Politiker als starke Symbolfiguren inszenieren, oft auf Kosten der Inhalte und mit gefährlichen Botschaften. Diese stark emotionalisierenden Videos würden durch gezielte Schnitttechniken und Musik dramatische Effekte erzeugen, populistische Botschaften verbreiten und dabei Millionen von Klicks generieren.

Medien-Zwist, Aus der “Astro Show” gefordert, Bildnutzung durch KI

1. Woher kommt diese Lust am taktischen Foul?
(berliner-zeitung.de, Tomasz Kurianowicz & Moritz Eichhorn & Michael Maier & Margit J. Mayer)
Am vergangenen Freitag erschien im “Spiegel” ein Artikel (nur mit Abo lesbar) über die “Berliner Zeitung”: “Seit der Ost-Berliner Software-Millionär Holger Friedrich mit seiner Frau Silke die ‘Berliner Zeitung’ übernommen hat, herrscht dort viel Verständnis für Autokraten, Impfgegner und Russlanderklärer.” Nun haben Chefredaktion und Herausgeber der “Berliner Zeitung” mit einem offenen Brief reagiert, im dem sie dem “Spiegel” mangelnde Professionalität vorwerfen. Auf X/Twitter fragt sich Medienkritiker Stefan Niggemeier: “Hab ich was übersehen oder enthält diese Erwiderung der versammelten Führungsriege der Berliner Zeitung auf den Artikel des Spiegel tatsächlich keinen einzigen konkreten Beleg für Fehler oder ‘Fouls’?”

2. “Verdummung durch Esoterik”: ORF-Stiftungsrätin fordert Aus der “Astro Show”
(derstandard.at, Oliver Mark)
Die neue “Astro Show” des ORF sorgt für Widerstand. Nun hat sich die ehemalige österreichische Politikerin Sigrid Pilz mit einer Beschwerde an den öffentlich-rechtlichen Sender gewandt: “Ich möchte mich als Stiftungsrätin ausdrücklich darüber beschweren, dass der ORF mit einer Astroshow unwissenschaftliche Schwurbelei verbreitet und damit die Wissenschaftsskepsis in der Bevölkerung befördert. Ich ersuche Sie dringend, dieses und vergleichbare bereits bestehende Angebote aus dem Programm zu nehmen. Der ORF hat einen Bildungsauftrag und darf auch in der Unterhaltung nicht zur Verdummung durch Esoterik beitragen.”
Weiterer Lesetipp: “Blick in die Sterne – Die Astro Show” – Eine Rezension (steadyhq.com/de/sternengeschichten, Florian Freistetter).

3. Die ARD lehnt eine Schlichtung ab
(verdi.de)
Die Gewerkschaft Verdi kritisiert die ARD für eine aus ihrer Sicht kompromisslose Haltung, angemessene Tariferhöhungen abzulehnen und sich von der Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst abzukoppeln. Nach Auffassung von Verdi führe diese Strategie der ARD zu einer Verschärfung des Tarifkonflikts.
Weiterer Lesetipp: Ton verschärft sich: Gewerkschaften sagen Gespräch mit ARD ab (dwdl.de, Timo Niemeier).

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4. Heike Raab über ÖRR-Reform: “Wollen mehr Klasse statt Masse”
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier hat sich mit Heike Raab, Koordinatorin der Rundfunkkommission, über die umfassende Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Rahmen des neuen Reformstaatsvertrags unterhalten. Im Fokus des Gesprächs stehen Themen wie die Reduzierung der Spartensender, die Neuordnung der Sportrechte, die Abgrenzung zur Presseähnlichkeit bei Onlineangeboten sowie offene Fragen zur zukünftigen Finanzierung.

5. DJV fordert Green-KI
(djv.de)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) fordert die Entwicklung einer rechtssicheren und urheberrechtskonformen “Green-KI”, um Medien und anderen Institutionen den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu ermöglichen. Anlass ist eine Studie, die belege, dass das Training generativer KI-Modelle derzeit nicht mit dem geltenden Urheberrecht vereinbar sei. Der DJV betont, dass ein gesetzlicher Rahmen notwendig sei, der Urheberrechte wahrt und eine faire Vergütung sicherstellt, um kulturelle Vielfalt und Demokratie zu schützen.

6. LAION darf urheberrechtlich geschütztes Bild für KI-Training anbieten
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Wie netzpolitik.org berichtet, hat das Landgericht Hamburg entschieden, dass der gemeinnützige Verein LAION ein urheberrechtlich geschütztes Foto eines Fotografen für das Training einer Künstlicher Intelligenz verwenden durfte. Der Fotograf hatte geklagt, weil er die Nutzung seines Fotos durch kommerzielle KI-Unternehmen für problematisch halte. Das Gericht habe jedoch keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine unzulässige Zusammenarbeit von LAION mit kommerziellen Unternehmen gesehen.

Medialer Flächenbrand, Freispruch rechtskräftig, “Neckarquelle”

1. Medialer Flächenbrand
(republik.ch, Dennis Bühler)
Dennis Bühler beschreibt die dramatische Situation in der Schweizer Medienlandschaft, die von massiven Sparmaßnahmen bei Tamedia und anderen Verlagen geprägt sei. Die Fokussierung auf hohe Renditen, insbesondere bei der Tamedia-Gruppe, führe zu Stellenabbau, Qualitätsverlust und einer Abnahme der Meinungsvielfalt: “In den letzten Jahren schritt der Niedergang der Schweizer Medien ungebremst voran. Gerade auf lokaler und regionaler Ebene gibt es immer mehr relevante Ereignisse und Institutionen, über die gar nicht erst berichtet wird, weil es vor Ort kaum mehr unabhängige Redaktionen und Journalistinnen gibt. Oder gar keine.”

2. Freispruch von Journalist rechtskräftig
(netzpolitik.org, Martin Schwarzbeck)
Der Journalist Fabian Kienert wurde freigesprochen, nachdem er wegen des Setzen eines Links auf das Archiv einer verbotenen Seite angeklagt worden war. Die Staatsanwaltschaft legte zwar Revision ein, habe aber die Frist zur Begründung verstreichen lassen, sodass der Freispruch jetzt rechtskräftig sei. Kienert habe eine Verfassungsbeschwerde eingereicht, um die Hausdurchsuchung bei ihm als Verletzung der Pressefreiheit überprüfen zu lassen.

3. Jeder zehnte Jugendliche hat wegen Social Media suchtähnliche Symptome
(spiegel.de)
Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe 2022 mehr als jeder zehnte Jugendliche in Europa suchtähnliche Symptome bei der Nutzung von Social Media gezeigt, wobei Mädchen häufiger betroffen gewesen seien als Jungen. Trotzdem betone die WHO, dass Social Media auch positive Auswirkungen auf soziale Bindungen haben könne, und fordere eine bessere digitale Bildung für Jugendliche.

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4. ZDF schmeißt Moderator Matthias Fornoff raus
(t-online.de)
Der langjährige Leiter der ZDF-Hauptredaktion Politik und Zeitgeschehen, Matthias Fornoff, sei nach einer mehrmonatigen Versetzung nun vom Sender entlassen worden. Es habe Vorwürfe der Belästigung von ZDF-Kolleginnen gegeben. Eine interne Untersuchung habe zwar keine strafrechtliche Relevanz ergeben, Fornoffs Verhalten sei aber nicht mit den Werten des Senders vereinbar. Matthias Fornoff habe sich überrascht von den Anschuldigungen gezeigt und rechtliche Schritte eingeleitet, um seine Wiedereinstellung zu erreichen.

5. “Bildschön, aber richtig!” Erkenntnisse aus der Fachtagung
(genderleicht.de, Angelika Knop)
Angelika Knop berichtet über ihre wichtigsten Erkenntnisse von einer Fachtagung zur Darstellung von Frauen in Medien. Oft fehle es an geeigneten Bildern für wichtige Frauenthemen, insbesondere bei sensiblen Themen wie Gewalt, was zu stereotypen Darstellungen führe. Expertinnen hätten vorgeschlagen, kreativer und sensibler mit Bildmaterial umzugehen, zum Beispiel durch Kooperationen mit Hochschulen und das bewusste Hinterfragen von Symbolbildern.

6. Das Ende der “Neckarquelle”
(kontextwochenzeitung.de, Wolfgang Messner)
Wolfgang Messner berichtet, dass die traditionsreiche Lokalzeitung “Neckarquelle” nach 144 Jahren an den Konkurrenten “Schwarzwälder Bote” verkauft wurde, was für den Ort Schwenningen einen großen Verlust darstelle. Mit der Übernahme seien viele Entlassungen einhergegangen. Auch die lokale Prägung der Zeitung habe unter der Übernahme gelitten. Nun prüfe die Staatsanwaltschaft den Verkauf, da es Hinweise gebe, dass das Unternehmen zuvor finanziell ausgezehrt worden sei.

Ampel muss helfen, Streit um Fußball-Fernsehrechte, Genderwahn-Wahn

1. Ampel muss Non-Profit-Journalismus helfen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) erinnert die Regierungskoalition an ein Versprechen aus dem Koalitionsvertrag: “Non-Profit-Journalismus muss als eigenständiger gemeinnütziger Zweck in der Abgabenordnung verankert werden. Zu einer gesetzlichen Regelung gibt es keine Alternative, wenn die Bundesregierung ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag einlösen und Rechtssicherheit für gemeinnützigen Journalismus schaffen will”, so ROG-Geschäftsführerin Anja Osterhaus.

2. Die Kronen Zeitung im Genderwahn-Wahn
(kobuk.at, Andrea Gutschi)
Andrea Gutschi kritisiert in ihrem Artikel, dass sich die österreichische “Kronen Zeitung” übermäßig mit dem sogenannten “Genderwahn” beschäftige. Statt sachlich über Gender-Themen zu berichten, werde immer wieder Empörung erzeugt, oft ohne wirklichen Bezug zum Thema: “Viele dieser Artikel sind voller künstlicher Aufregung und unsachlich. Fast schon krampfhaft versucht die Krone wieder und wieder einen Genderwahn herbeizuschreiben.”

3. Illegale Inhalte sollen schwerer auffindbar sein
(netzpolitik.org, Anna Biselli)
Anna Biselli beschäftigt sich bei netzpolitik.org mit den angekündigten Änderungen auf der Messaging-Plattform Telegram, die dessen Gründer und Chef Pavel Durov auf Druck der französischen Behörden angekündigt hat. Biselli ist skeptisch, was den tatsächlichen Veränderungswillen angeht: “Auffällig ist, dass sich die Änderungsankündigungen abgesehen von der Datenweitergabe vor allem auf die Suchfunktion beziehen. Zu einer etwaigen strengeren Moderation äußert sich Durov nicht.”

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4. Lokaljournalismus als Garant für Demokratie
(verdi.de, Günter Herkel)
Günter Herkel berichtet über einen Kongress zum Thema “Demokratie und Journalismus”, bei dem über die Herausforderungen der Medienbranche, insbesondere des Lokaljournalismus, diskutiert wurde. Zentrale Themen waren die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Lokalmedien, die Rolle der Medienvielfalt für die Demokratie und die zunehmenden tätlichen Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten, die den öffentlichen Diskurs und die Pressefreiheit gefährden.

5. TikTok löscht Konten russischer Propagandamedien
(spiegel.de)
TikTok habe Konten der russischen Medienunternehmen RT und “Sputnik” wegen “verdeckten Einflussoperationen” dauerhaft gelöscht. Auch andere Social-Media-Plattformen wie Meta (Facebook, Instagram) hätten RT weltweit gesperrt. Die Europäische Union habe RT bereits seit 2022 wegen Desinformation blockiert. Im Gegensatz dazu seien RT-Accounts auf Elon Musks Plattform X (ehemals Twitter) außerhalb der EU weiterhin erreichbar.

6. Auk­tion um Bun­des­liga-Fern­seh­rechte muss wie­der­holt werden
(lto.de)
Wie “Legal Tribune Online” berichtet, hat der Sportstreamingdienst DAZN im Rechtsstreit mit der Deutschen Fußball Liga (DFL) um die Vergabe der Bundesliga-TV-Rechte einen juristischen Sieg errungen. Dadurch müsse die Auktion für das größte TV-Rechtepaket wiederholt werden. Der Streit entbrannte, nachdem DAZN behauptete, die DFL habe ein besseres Angebot des Streamingdienstes aufgrund einer kurzfristig geforderten Bankbürgschaft abgelehnt.

Telegram-Chef lenkt ein, Fake-Leser und Eigenlob, AfD scheitert mit Klage

1. Telegram-Chef Durow kündigt Kooperation mit Behörden an
(spiegel.de)
Der in Frankreich festgenommene und nur gegen eine Kaution von 5 Millionen Euro vorübergehend freigelassene Telegram-Chef Pawel Durow lenkt offenbar ein: “Wir haben klargestellt, dass die IP-Adressen und Telefonnummern derjenigen, die gegen unsere Regeln verstoßen, auf berechtigte Anfragen hin an die zuständigen Behörden weitergegeben werden können”. Zudem seien alle problematischen Inhalte, die man in der Suche identifiziert habe, nicht mehr zugänglich.

2. AfD scheitert mit Klage zur Besetzung des MDR-Rundfunkrats
(horizont.net)
Laut der Nachrichtenagentur dpa ist die AfD vor dem Sächsischen Verfassungsgericht mit dem Versuch, per Klage einen Abgeordneten in den MDR-Rundfunkrat zu entsenden, gescheitert. Vor der Wahl zum Rundfunkrat sei die Geschäftsordnung geändert worden, was die AfD die notwendige Mehrheit kostete. Das Gericht habe entschieden, dass die Rechte der AfD-Fraktion nicht verletzt worden seien, “da die Aufgaben des Rundfunkrats nicht spezifisch parlamentarisch” seien.

3. Correctiv: “Wir müssen uns in den Wind stellen und kämpfen”
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 27:20 Minuten)
Das Onlinemedium “Correctiv” wurde für den Grimme Online Award nominiert. Bei “Läuft”, dem Podcast von epd medien und dem Grimme-Institut, spricht Alexander Matzkeit mit “Correctiv”-Chefredakteur Justus von Daniels und Brigitte Baetz, Vorsitzende der Nominierungskommission des Grimme Online Awards: “Wie plant man eigentlich die mediale Aufarbeitung einer Recherche wie der zum ‘Geheimplan gegen Deutschland’? Wer kann sowas überhaupt noch leisten? Und wie geht man mit der Kritik daran um?”

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4. Großer Vertrauensverlust
(taz.de, Daniel Zylbersztajn-Lewandowski)
“Die fehlerhaften Berichte des Elon Perry erschüttern den ‘Jewish Chronicle’. Vier Prominente Autoren beenden die Zusammenarbeit. Was ist da los?” In der “taz” erklärt Daniel Zylbersztajn-Lewandowski die Hintergründe des Skandals um die älteste, durchgehend erscheinende jüdische Zeitung der Welt, die ihren Sitz in London hat.

5. Trauer um Reporter Christoph Maria Fröhder
(hr.de)
Wie der Hessische Rundfunk (hr) mitteilt, ist der Journalist und Reporter Christoph Maria Fröhder im Alter von 81 Jahren gestorben. In ihrem Nachruf schreibt hr-Programmdirektorin Gabriele Holzner: “Mit Christoph Maria Fröhder verliert die Medienwelt einen streitbaren, aber auch vor allem mutigen und investigativ arbeitenden Kollegen. Seine teils unter Einsatz seines Lebens entstandenen Berichte vom Golfkrieg in den 1990er Jahren oder seine zahlreichen exklusiven Recherchen für die ARD und den Hessischen Rundfunk werden uns in Erinnerung bleiben”.

6. Fake-Leser und erfundenes Eigenlob für 4,6 Millionen Haushalte
(persoenlich.com, Nick Lüthi)
Die Schweizer Gratiszeitung “20 Minuten” habe in der Ausgabe zu ihrem 25-jährigen Bestehen auf einer Testimonial-Seite Bilder von begeisterten Leserinnen und Lesern veröffentlicht, die teilweise von einer Künstlichen Intelligenz (KI) generiert worden seien. Aufgeflogen sei die Sache durch einen aufmerksamen Leser, der den KI-Schwindel bemerkte und das Ganze auf X/Twitter meldete. “20 Minuten” habe sich für den “wertvollen Hinweis” bedankt und von einem “isolierten Vorfall” gesprochen.

Angriffe auf die Pressefreiheit, Influencer statt Trollfarmen, Goma

1. 72 Angriffe auf die Pressefreiheit
(verdi.de)
Einem Monitoring-Bericht zufolge wurden in der ersten Jahreshälfte 2024 in Deutschland 72 Angriffe auf die Pressefreiheit dokumentiert, darunter gewaltsame Übergriffe auf Medienschaffende bei Demonstrationen, Vandalismus und juristische Einschüchterungsversuche. “Der MFRR-Report schlüsselt auf, mit welcher komplexen Bedrohungslage Journalist*innen in Deutschland zu tun haben. Die Bilanz ist alarmierend und wirft ein schlechtes Licht auf die Verfassung unserer Demokratie. Unliebsame Berichte gewaltsam verhindern zu wollen, ist zutiefst antidemokratisch. Die geringe Aufklärungsquote von Straf- und Gewalttaten gegen Medien taugen aber auch nicht zur Abschreckung”, kommentiert Tina Groll, Vorsitzende der Deutschen Journalistinnen- und Journalisten-Union in Verdi.

2. Influencer statt Trollfarmen: Wie Russland seine Desinformations-Taktik ändert
(socialmediawatchblog.de, Martin Fehrensen & Simon Hurtz)
In der aktuellen Ausgabe des “Social Media Watchblogs” beschäftigen sich Martin Fehrensen und Simon Hurtz mit der veränderten Desinformationstaktik Russlands, die sich von Trollfarmen hin zu Influencern verlagert habe, um westliche Demokratien gezielt zu destabilisieren. Dabei werden reichweitenstarke Influencer rekrutiert, die mit authentischen Followern gezielt politische Narrative verstärken sollen. Diese Methode gelte als effektiver, da sie Vertrauen nutze und nicht auf künstliche Accounts oder Bots angewiesen sei.

3. Stellungnahme zum Doppelgänger-Vorwurf: “Meinungsfreiheit ist nicht verfassungsfeindlich”
(freitag.de, Philip Grassmann & Elsa Koester & Sebastian Puschner)
Der “Freitag” meldet sich in eigener Sache zu Wort. Das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz werfe Freitag.de vor (PDF), Nachrichten zu verbreiten, die “grundsätzlich ins russische Narrativ passen” und die in Russlands Desinformationskampagnen Verwendung fänden. Die Redaktion frage sich: “Seit wann ist die Wahrnehmung der verfassungsrechtlich garantierten Meinungsfreiheit ein Grund, in einem Bericht des Verfassungsschutzes erwähnt zu werden? Die Forderung nach Frieden dürfte sicherlich vom Grundgesetz gedeckt sein. Das Landesamt für Verfassungsschutz verstößt mit seinem Bericht ausgerechnet gegen eine der Normen, die es doch angeblich schützen soll. Das ist der eigentliche Skandal.”

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4. Reporter in Goma: zwischen journalistischer Ethik und Überleben
(de.ejo-online.eu, Innocent Buchu)
Journalistinnen und Journalisten in Goma, einer Großstadt im Osten der Demokratischen Republik Kongo, arbeiten unter äußerst prekären Bedingungen, die ihre berufliche Unabhängigkeit und Integrität gefährden. Sie erhalten oft kein regelmäßiges Gehalt, arbeiten ohne Verträge und stehen unter politischem und wirtschaftlichem Druck, der sie zu Praktiken wie Bestechung und Selbstzensur verleite. Innocent Buchu, Dozent und Wissenschaftsjournalist in Goma, beschreibt in seinem Artikel, wie diese schwierigen Bedingungen nicht nur die journalistische Ethik, sondern auch die Qualität der Informationen beeinträchtigen.

5. Australiens Regierung plant Mindestalter für Nutzung sozialer Medien
(spiegel.de)
Der australische Premierminister Anthony Albanese plane ein Mindestalter von 16 Jahren für die Nutzung Sozialer Medien, um Kinder vor negativen Einflüssen zu schützen. Kritiker warnen, dass das Gesetz sozial benachteiligte Kinder ausschließen und nicht effektiv durchgesetzt werden könne, während andere fordern, die Plattformen selbst strenger zu regulieren.

6. Google muss 2,4 Mil­li­arden Euro Strafe zahlen
(lto.de)
Wie “Legal Tribune Online” berichtet, muss der Konzern Google nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) 2,4 Milliarden Euro Strafe zahlen, da er sich mit seinem Preisvergleichsdienst einen unerlaubten Vorteil verschafft und damit seine marktbeherrschende Stellung missbraucht habe. In einem anderen Verfahren habe der EuGH entschieden, dass Irland dem Unternehmen Apple durch Steuervergünstigungen rechtswidrige Beihilfen in Höhe von etwa 13 Milliarden Euro geleistet habe, die das Unternehmen nun zurückzahlen müsse.

“Nius”-Beitrag beanstandet, Google zerschlagen?, Abzocke mit KI-Videos

1. Medienaufsicht beanstandet “Nius”-Beitrag über Flüchtlinge
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg habe einen Beitrag des rechten Krawall-Mediums “Nius” wegen Verletzung journalistischer Sorgfaltspflichten beanstandet, da die Interviewten wohl nicht korrekt über den Zweck der Aufnahmen aufgeklärt wurden. Besonders problematisch sei, dass einer der Interviewten minderjährig gewesen sei und möglicherweise keine ausreichende Einwilligung vorgelegen habe. “Nius” habe angekündigt, rechtlich gegen die Entscheidung vorzugehen.
Weiterer Lesetipp: Nius erhält Zulassung für bundesweiten Spartensender: “Im Internet ist Nius TV bereits auf Sendung, doch die Zulassung für ein bundesweites Fernsehprogramm fehlte der Plattform um Ex-‘Bild’-Chefredakteur Julian Reichelt bisher. Das soll sich demnächst allerdings ändern.” (dwdl.de, Alexander Krei)

2. Warum Google jetzt zerschlagen werden sollte
(netzpolitik.org, Ulrich Müller)
In einem Gastbeitrag für netzpolitik.org argumentiert Ulrich Müller, dass eine Zerschlagung von Google notwendig sei, um dessen Monopolstellung und Machtmissbrauch insbesondere im Bereich der Onlinewerbung zu beenden. Er weist darauf hin, dass bisherige Maßnahmen wie Strafzahlungen und Verhaltensauflagen nicht ausgereicht hätten und strukturelle Eingriffe wie die Abspaltung von Unternehmensteilen notwendig seien, um die Machtkonzentration zu brechen. Müllers Fazit: “Die Machtkonzentration in der digitalen Welt ist zu groß, zu schwerwiegend und sie schadet der Demokratie. Sie erfordert mutige Maßnahmen. Google sollte aufgespalten werden.”

3. Achtung Abzocke: Wie ORF-Stars für Fake-Videos missbraucht werden
(youtube.com, Carl Johann Holzer & Christiane Wassertheurer, Video: 8:26 Minuten)
Bei “Zeit im Bild” des öffentlich-rechtlichen ORF sprechen verschiedene österreichische Medienpersönlichkeiten über das Problem von gefälschten Videos, die mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz erstellt werden. Diese Fake-Videos würden genutzt, um Menschen in betrügerische Geldanlagen zu locken, wodurch jährlich Verluste in Millionenhöhe entstünden. TV-Moderator Armin Wolf ist äußerst besorgt – er sei sich sicher, dass man in ein bis zwei Jahren nicht mehr unterscheiden könne, ob ein Video echt oder gefälscht sei: “Das wird die Hölle, den Unterschied zwischen Fakt und Fake zu erkennen.”

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4. Ansätze der Wahlberichterstattung
(verdi.de, Danilo Höpfner, Audio: 25:13 Minuten)
Bei “M – Der Medienpodcast” spricht der Journalist Benjamin Denes von der Electronic Media School über Herausforderungen bei der lokalen und regionalen Wahlberichterstattung. Er wirbt für Objektivität und Nüchternheit: “Es ist nicht unsere Aufgabe, populistische Parteien zu bekämpfen, sondern über Missstände und Lösungen zu berichten”, so Denes.

5. “Bleiben Sie optimistisch”
(journalist.de, Maik Meuser)
Maik Meuser, Journalist und Moderator bei RTL, betont in der Gastbeitragsserie “Mein Blick auf den Journalismus”, dass die Klimakrise ein komplexes Thema sei, das schwer zu vermitteln sei. Meuser plädiert für einen “konstruktiven Journalismus”, der nicht nur die Probleme, sondern auch Lösungen aufzeige, um Mut zu machen und Hoffnung zu wecken: “Die Fakten sind zum Schreien. Die meisten Menschen wollen aber nicht angeschrien werden.”

6. Kleinstkinder sollten weder fernsehen noch aufs Handy schauen
(spiegel.de)
Die schwedische Gesundheitsbehörde habe ein komplettes Verbot von Bildschirmnutzung für Kinder unter zwei Jahren empfohlen, um mögliche negative Auswirkungen auf deren Entwicklung zu vermeiden. Auch für ältere Kinder und Jugendliche seien strenge Zeitlimits für die Nutzung von Smartphones und Tablets empfohlen worden.

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