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“Bild” löst gelösten Fall

Am 2. November berichtete “Bild” das erste Mal über “die hübsche Daniela (17)”, die damals seit zwei Wochen vermisst wurde (siehe Ausriss). “Bild” forderte ihre Leser auf, die Polizei anzurufen, wenn sie Daniela gesehen haben sollten und schrieb:

Ist die Realschülerin (10. Klasse) entführt worden oder einfach nur abgehauen? Die Mutter: “Dieses Jahr hatte sie nur Einsen und Zweier. Alles lief gut für meine Daniela.”

Außerdem hieß es einleitend:

Nach dem Frühstück legte Daniela (17) einen Zettel auf den Küchentisch: “Mama, nach der Schule gehe ich noch einkaufen.” Das letzte Lebenszeichen der hübschen Schülerin (…)

Dann war eine Weile Ruhe. Doch vorgestern berichtete “Bild” wieder über das vermisste Mädchen und schrieb:

Das letzte Lebenszeichen: ein Zettel auf dem Küchentisch: “Mama, gehe nach der Schule noch shoppen.”

Anlass war diesmal ein Brief der Mutter an Daniela, den “Bild” zusammen mit dem erneuten Aufruf an die Leser veröffentlichte, gegebenenfalls die Polizei zu informieren.

Und gestern konnte “Bild” tatsächlich erleichtert vermelden:

Jetzt rief die junge Frau bei BILD an.

“Es geht mir gut”, sagte sie. “Aber ich will nicht mehr nach Hause. Ich lebe bei einer Familie, passe auf deren Kinder auf und verdiene mir so ein wenig Geld. Ich habe zu essen und zu trinken.”

Der Hinweis auf den ominösen Zettel fehlte auch hier nicht:

Daniela hatte ihrer Mutter nur einen Zettel in die Küche gelegt (“Gehe nach der Schule noch shoppen”) und war verschwunden.

Tatsächlich aber war alles ganz anders, als “Bild” wiederholt nahe legte: Daniela hatte nämlich einen Abschiedsbrief an ihre Mutter geschrieben, in dem sie ihr mitteilte, dass sie abhauen würde und nicht zurückkommen will. Auch war nicht der vermeintliche Zettel von “Bild” das “letzte Lebenszeichen” von Daniela, sondern eine E-Mail an die Polizei, in der sie den Inhalt des Abschiedsbriefs bestätigte. Folglich gab es auch keine Hinweise auf eine Straftat.

Und: Nach unseren Informationen wusste “Bild” all das auch — und zwar schon vor Veröffentlichung des ersten Artikels am 2. November. Dennoch erwähnt “Bild” nichts davon.

Übrigens: Seit vorgestern kann man die wahre Geschichte in einer Pressemitteilung der Polizei Aalen nachlesen, in der auch steht, warum die öffentliche Fahndung erst jetzt eingeleitet wurde:

"Nachdem in der BILD eine von der Mutter veranlasste Veröffentlichung zu der Vermissten erschienen war, meldeten sich sowohl Personen, die die Vermisste an verschiedenen Orten gesehen haben wollten, als auch solche, die angaben, dass sie sich in ihrer Gewalt befinde.
Da die Ernsthaftigkeit nicht genau eingeschätzt werden kann, muss die Polizei davon ausgehen, dass möglicherweise im Zuge des Vermisstseins eine Straftat an ihr begangen wurde."

Und wir fassen zusammen: “Bild” erweckt wider besseres Wissen den Eindruck, eine 17-Jährige sei möglicherweise entführt worden, verschweigt ihren Abschiedsbrief und bringt mit einem eigenen öffentlichen Fahndungsaufruf offenbar Trittbrettfahrer dazu, eine Straftat vorzutäuschen, so dass die Polizei am Ende tatsächlich die öffentliche Fahndung einleiten muss.

Mit Dank an Martin M. für den sachdienlichen Hinweis.

Pack’ die Badehose ein!

Diese große Schlagzeile steht heute auf Seite 2 der “Bild”-Zeitung:

"Wenn das keine Lustreise ist! 80 EU-Abgeordnete mit Ehepartner in die Karibik"

In diesem Zusammenhang sollte man vielleicht auf drei Dinge hinweisen:

Erstens ist die Karibik nicht nur ein beliebtes Urlaubsparadies, sondern in weiten Teilen auch Entwicklungsregion.

Zweitens, schreibt “Bild” selbst im Text über die Ehepartner:
"Für (auf eigene Kosten mitreisende) Ehepartner"

Und drittens zeigt “Bild” unter der Zeile “Und diese Deutschen sind dabei” fünf Europaabgeordnete. Einer davon ist Andreas Schwab und eine weitere Lissy Gröner (siehe Ausriss).

Andreas Schwab teilt uns aber mit:

Das ist eine “lustige” Geschichte. (…) Nur: Leider fahre ich nicht mit. Und das war schon seit langem klar.

Und von Lissy Gröner erfahren wir:

Ich wäre gerne dabei gewesen, kann aber leider wegen mehrerer wichtiger Termine nicht an der Dienstreise teilnehmen.

P.S.: Der EU-Abgeordnete Michael Gahler, der auch mit nach Barbados reist, hat zum heutigen “Bild”-Artikel übrigens eine informative Pressemitteilung herausgegeben, die den Titel trägt: “BILD hat recht — aber noch viel mehr unrecht!”

Nachtrag, 17.11.06: “Bild” berichtigt den Karibik-Artikel in ihrer heutigen Korrekturspalte — allerdings nur teilweise:

Nachtrag, 17.11., 18.56 Uhr: Andreas Schwab versichert uns auf Nachfrage noch einmal, dass er “seinen Platz” nicht “kurzfristig einem anderen Abgeordneten-Kollegen zur Verfügung gestellt” habe.

Jetzt XV


Wenn irgendwo eine “Hure erschossen” wird, ist das natürlich ein Thema – für “Bild”. Und so schreibt “Bild” heute (in Teilen ihrer Ausgabe) über die am 25. März 2006 ermordete Anamaria Negoita, die in Hof als Prostituierte arbeitete:

“Womit der Killer nicht rechnete: Eine Überwachungskamera nahm ihn auf!

Jetzt wurden die Bilder erstmals von der ‘Soko Karina’ veröffentlicht.

Nun ja: Tatsächlich wurden die Bilder am vergangenen Freitag von der “Soko Karina” veröffentlicht — allerdings nicht wirklich “erstmals”, wie “Bild” behauptet. Erstmals veröffentlicht wurden die Bilder indes vor siebeneinhalb Monaten. Und seitdem sahen sie (abgesehen von den Lesern verschiedener Zeitungen) allein in Sendungen wie “Aktenzeichen XY ungelöst” vom 4. Mai oder “Kripo Live” vom 11. Juni über 4,5 Millionen Zuschauer.

Jetzt wurden die Bilder nur erstmals von der “Bild”-Zeitung veröffentlicht.

Mit Dank an farry2003 für den Hinweis und Wolfgang K. auch für den Scan.

“Bild” als WIKIPEDIAblog (1)

“Bild”-Autor Sven Kuschel (“Lesbe (taubstumm) sticht Lesbe (taubstumm) nieder”, “Waldmensch metzelt Spaziergänger nieder”), schreibt heute über “Wikifehlia”:

Dieter Thomas Heck in Internet-Lexikon beleidigt

“Wikifehlia” habe “sein erstes Promi-Opfer”, heißt es eingangs. Zwar ist Heck keineswegs das erste “Promi-Opfer”, aber was da über Heck im Internet-Lexikon stand, ist wirklich eindrucksvoll. “Bild” schreibt:

So heißt es bei “Wikipedia” in Hecks Lebenslauf, er habe “nach einem Bombenangriff drei Tage lang onanierend unter einer Kellertreppe” gelegen: “Wegen dieses Traumas begann er nach seiner Rettung zu stottern.”

Weiter heißt es: “Heck nahm Gesangsunterricht, um seine Impotenz loszuwerden” — und es wird sogar behauptet, Heck habe “vor dem Krieg als Verkaufsleiter einer Kondomfirma gearbeitet”!

Immerhin steht im Text auch:

Die Schmutz-Einträge wurden mittlerweile gelöscht.

Bemerkenswerterweise steht im “Bild”-Text aber nicht, wann die “Schmutz-Einträge” überhaupt gemacht wurden. Dabei lässt sich das bei Wikipedia gut nachvollziehen: Die von “Bild” zitierten Passagen wurden nämlich am 13. November mittags von einem anonymen Nutzer abgeändert. (Derselbe Nutzer hat übrigens am Morgen des 13. November auch die Einträge zu Bata Illic und zu Karl Moik vandalisiert, was allerdings binnen einer Minute bemerkt und rückgängig gemacht wurde.)

Zur Erinnerung: Am selben Tag hatte “Bild” ihre Leser aufgefordert, Fehler im Online-Lexikon Wikipedia zu finden und zu melden.

Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.

Kuckucksei

So sieht er aus, der Teaser, mit dem Bild.de heute eine aktuelle “BamS”-Story (“Wieviel Geld kriegt Bohlens kleiner Sohn?”) ankündigt:

Ganz ähnlich also wie in der gedruckten “BamS”: Auch dort findet sich direkt links neben dem Kopf von Dieter Bohlen in großen Lettern dieses “Luxusunterhalt”-Zitat.

Aber es ist nicht so, wie Sie denken.

Nein, nein: Der O-Ton mit dem “Luxusunterhalt”, den “BamS” und Bild.de so prominent neben Bohlens Konterfei gerückt haben, ist, wie man erst im Artikel selbst erfährt, nichts weiter als die (verkürzte) grundsätzliche Einschätzung irgendeines “BamS”-Experten — denn, wie die “Bild am Sonntag” sogar selber weiß:

“Der Pop-Produzent äußerte sich (…) nicht zu dem Fall.”

Mit Dank an Marco S. für den Hinweis.

Mehr dazu hier.

Sie wusste es!

Was gab es für eine Aufregung auf dem Boulevard, als vor rund zwei Wochen bekannt wurde, dass der zweite Sohn von Britney Spears und Kevin Federline doch nicht, wie bis dahin angenommen, Sutton Pierce heißt, sondern Jayden James. Das kann man sogar auf dessen Geburtsurkunde und auf dem Scheidungsantrag von Spears nachlesen, die erstaunlicher Weise im Internet zu finden sind. Auch Christiane “Ich weiß es!” Hoffmann, die sich ja des Öfteren mit Britney Spears beschäftigt und deren Kernkompetenz angeblich bekanntlich Prominente sein sollen sind, hatte das irgendwie mitbekommen. Jedenfalls schrieb sie vorgestern über Spears:

Nur zwei Monate nach der Geburt von Baby Nr. 2 Jaden James hat sie sich neu erfunden.
Hervorhebung und Fehler im Original.

Nur zwei Tage nach dieser Kolumne (in der übrigens auch ein Ausriss aus dem besagten Scheidungsantrag abgebildet wurde) hat Christiane “Ich weiß es!” Hoffmann es aber schon wieder vergessen und schreibt über Spears:

Nachdem die Pop-Prinzessin (…) das alleinige Sorgerecht für Sean Preston (13 Mon.) und Sutton Pierce (59 Tage jung) beantragte (…)
Hervorhebung und Fehler im Original.

Mit Dank an Svenya, Christine N. und Steffi für den Hinweis.

Nachtrag, 14.20 Uhr: Bei Bild.de wurde Christiane Hoffmanns Fehler von heute übrigens offenbar selbständig korrigiert. Und der von vorgestern ist inzwischen auch berichtigt.

Michelle Godot

Irgendwann wird es bestimmt soweit sein. Irgendwann wird Michelle Hunziker wieder “Deutschland sucht den Superstar” moderieren. Vielleicht nicht nächstes Jahr, vielleicht nicht überüberübernächstes. Aber wenn es dann soweit sein sollte, wird die “Bild”-Zeitung sagen können: Bei uns stand es zuerst.

Schon am 19. November 2005 hatte “Bild” nach einem “Check” festgestellt, dass “die schöne Michelle” im Vergleich mit der “Käse-Tussi” Tooske Ragas die bessere Moderatorin der Sendung ist, und forderte: “Schickt die Käse-Tussi nach Hause”.

Zwei Wochen später schien es fast soweit zu sein:

Schöne Michelle zurück zu Superstars?

Okay, die Rückkehr verzögerte sich noch ein bisschen. Aber im Januar 2006 schien es fast soweit zu sein:

RTL will ihre Vorgängerin Michelle Hunziker wieder ins Programm nehmen. Muß die Käse-Tussi jetzt zurück nach Holland?

Ein wesentliches Indiz für die bevorstehende Rückkehr sah “Bild” übrigens in der Tatsache, dass RTL “die schöne Michelle” “zurück ins Programm” hole: “Die Schweizerin soll neben Hape Kerkeling (41) die neue Tanzshow ‘Let’s Dance’ moderieren.” Neben Hape Kerkeling (41) moderierte dann allerdings nicht Michelle, sondern Nazan Eckes.

Nun ist fast ein Jahr rum, die neue “Superstar”-Saison beginnt, und “Bild” eröffnet sie heute (traditionell, möchte man fast sagen) mit dieser Schlagzeile:

Käse-Tussi schwanger! Kommt jetzt Michelle?

“Bild” schreibt:

Nach der Schwangerschaft von “Superstar”-Moderatorin Tooske Ragas (32) soll Michelle Hunziker (29) als Ersatz bereitstehen. (…)

RTL-Sprecherin Anke Eickmeyer vielsagend zu BILD: “Wir hoffen, dass Tooske moderiert. Aber Michelle ist natürlich eine sehr charmante und gute Moderatorin.”

Vielsagend, soso. Uns sagte Frau Eickmeyer heute auf Nachfrage: “Michelle ist bei uns nicht im Gespräch.”

Forsetzung folgt.

Fnockk!

Hat Uwe Seeler es tatsächlich vergessen? Weiß die “große Fußball-Legende” (“BamS”) etwa nicht mehr, wann ihre Achillessehne riss? Denkt “Uns Uwe” wirklich, er habe 1970 sein Comeback in der Nationalmannschaft nach seiner Achillessehnen-OP gefeiert? Scheint so.

Jedenfalls stand gestern, anlässlich des 70. Geburtstags von Uwe Seeler in der “BamS”:

“Bei der WM 1970 feierte ich mein Comeback in der Nationalmannschaft nach meiner Achillessehnen-OP. Viele trauten mir das nicht zu. Ich habe körperlich eine Schippe drauflegen müssen, habe deshalb Sondertraining gemacht. Meine Frau Ilka übernahm für mich einige Touren als Vertreter für Adidas, damit ich für die Hitze-WM in Mexiko fit wurde.”

Tatsächlich riss Uwe Seelers Achillessehne. Allerdings schon am 20. Februar 1965 bei einem Spiel gegen Eintracht Frankfurt. Angeblich mit einem Knall, der so laut war, dass er bis auf die Tribünen zu hören gewesen sein soll. Die Verletzung damals hätte fast das Karriereende für Seeler bedeutet. Im Herbst desselben Jahres spielte er aber schon wieder für die Nationalmannschaft und wurde bekanntlich 1966 in England Vize-Weltmeister.

Entweder hat also Uwe Seeler was durcheinander gebracht. Oder die “BamS” hat den Knall nicht gehört.

Mit Dank an Norman S. für den sachdienlichen Hinweis.

…und die Nationalflagge mitsingen!

Weil Jürgen Klinsmann möglicherweise Trainer der Fußball-Nationalmannschaft der USA wird, hat “Bild” gestern “die wichtigsten Fragen” dazu “beantwortet”. Darunter diese:

Singt er die US-Hymne mit?

Unwahrscheinlich! Klinsi hat immer betont, dass er sich als Deutscher fühlt und unsere Hymne mit Inbrunst singt. Der Text von “Stars and Stripes”, der US-Hymne, dürfte allerdings kein Problem für ihn sein.

Im Gegensatz zur “Bild”-Zeitung, für die schon der Titel der US-Hymne ein Problem ist. Sie heißt nämlich “The Star-Spangled Banner”. “Stars and Stripes” nennt man die amerikanischen Flagge.

Danke an Reinhard T. für den Hinweis!

“Bild” nicht

Seit vier Tagen kämpft “Bild” in einer Serie für die deutsche Sprache, die “wie ein weidwundes Tier auf der Lichtung” stehe und “kein scharfes Schwert zur Selbstverteidigung” habe. “Bild” klagt u.a. über Anglizismen, die Zumutungen der Jugendsprache und die allgemeine Sprachlosigkeit.

Bestimmt zu Recht.

Nachtrag, 16.30 Uhr:
Negativ wirkt sich bei dieser Serie natürlich auch die bekannte Englischschwäche von “Bild” aus: “Denglisch” grassiert, weil Jugendliche amerikanische Idole anhimmeln, die in “screenplays” auftreten? In Drehbüchern??

Mit Dank an Christian D. und Jens F. und Gruß an Peter K.

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