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Serbokroaten für Eintracht Frankfurt

Fast im Maßstab 1:5 zeigt die Frankfurter Ausgabe der “Bild”-Zeitung heute den 21-jährigen kroatischen Stürmer Ante Rukavina von Hajduk Split, an dem Eintracht Frankfurt angeblich Interesse hat. Oder, genauer: zeigt jemanden, den “Bild” für den 21-jährigen kroatischen Stürmer Ante Rukavina von Hajduk Split hält.

Nicht nur Kroaten werden sich darüber wundern, dass ihr angeblicher Landsmann das Trikot der serbischen Fußballnationalmannschaft trägt — dank der Größe des Fotos deutlich am Wappen auf Brust und Hosenbein zu erkennen. Kein Wunder: Der abgebildete Mann heißt zwar so ähnlich (Antonio Rukavina), ist aber Serbe und spielt bei Partizan Belgrad.

Wär’ als Abwehrspieler aber vermutlich auch keine gute Verstärkung für Frankfurts Sturm.

Mit Dank an Sebastian, Lars W. und Daniel M.!

Drei Streifen für ein Halleluja

Adidas-Boss: DFB-Vertrag sichert 3000 Arbeitsplätze

Holla, wie viele Mitglieder hat denn heutzutage so eine Nationalmannschaft? Wie viele Fußballspieler, Trainer, Betreuer in diversen Mannschaften des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) müssen da mit dreistreifigen Trikots, Schuhen und Taschen ausgestattet werden, dass 3000 Adidas-Mitarbeitern davon ein Auskommen haben? Oder sind die 3000 Leute dafür zuständig, all die Fans zu versorgen, die sich Ausrüstungen im Stil der Deutschen Fußballnationalmannschaft, also auch ab 2011 weiterhin von Adidas kaufen werden? Aber wären das nicht im Zweifelsfall eher Arbeitsplätze in China oder Indonesien als in Deutschland?

Bekannt ist das Gerücht, dass jeder siebte Arbeitsplatz in Deutschland vom Auto abhängt. Kann es sein, dass jeder zehntausendste von der Ausrüstung der Deutschen Fußballnationalmannschaft abhängt?

Kaum. Denn “Adidas-Boss” Herber Hainer hat im “Bild”-Interview über den DFB-Vertrag bloß gesagt:

“Das steigert unsere Umsätze, unseren Börsenkurs und hilft dabei, unsere mehr als 3000 Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern.”

Mehr Arbeitsplätze als die genannten 3000 hat Adidas in Deutschland gar nicht, und im Sinne des Unternehmens ist zu hoffen, dass sie nicht sämtlich davon abhängen, dass die Firma den DFB ausstattet.

Für “Bild” hat es trotzdem gereicht, Hainer den Titel “Gewinner” des Tages zu verleihen. Denn:

[…] der Millionenvertrag mit dem DFB sichert mehr als 3000 Arbeitsplätze in Deutschland.

Ganz sicher nicht.

Danke an Christian H.!

“Bild” entdeckt “Bundesliga-Sensation”

"Das ist ein Hammer!"
So berichtet die “Bild”-Zeitung heute im Sportteil über eine “Bundesliga-Sensation”, die “für alle Fußball-Fans eine tolle Nachricht” sei. Und der “Hammer” sieht laut “Bild” so aus:

"BILD erfuhr exklusiv: Die Bundesliga kriegt ihre Relegationsspiele zurück! Ab der Saison 2008/2009 werden der Drittletzte der Bundesliga und der Dritte der Zweiten Liga wieder um den letzten Platz in der ersten Liga kämpfen."
Für Fußballinteressierte dürfte der Hammer ein ganz anderer sein: “Bild” bringt diese Hammer-Meldung nicht nur neun Tage nach kicktipp.de und fussball.com, sondern auch zehn Tage, nachdem auf der offiziellen DFB-Seite ein Interview mit Ligaverbands-Präsident Dr. Rainhard Rauball erschien, in dem es unter anderem hieß:

Frage: Per Antrag wurde heute auch für die Möglichkeit der Einführung von Relegationsspielen um den Abstieg aus der ersten und der zweiten Liga ab der Saison 2008/2009 gestimmt. Kommt die Relegation?

Rauball: Das war heute eine Grundsatzentscheidung. Es bedarf in diesem Fall noch eines Beschlusses der DFB-Bundestages, und ohne diesen Beschluss kann nichts passieren.

Dieser DFB-Bundestag tagt Ende Oktober in Mainz, die offizielle Zustimmung, die als sicher gilt, steht also noch aus.

Und weil das alles im Prinzip schon länger bekannt ist, gibt es kaum einen Grund, heute in großer Aufmachung und “exklusiv” über das Thema zu berichten — außer vielleicht den, dass inzwischen auch viele andere Medien die Sache als Neuigkeit verkaufen und “Bild” dabei nicht unerwähnt lassen. Und manche, wie beispielsweise ORF.at, berichten sogar so:

"Laut

Mit Dank an Jack, Christoph S., Martin N., Michael S., Benjamin H., Manuel S. und Knut.

6 vor 9

Der totale Blackout
(zeit.de, Roger Schawinski)
Am Beispiel der ambitionierten Krimiserie “Blackout” erzählt Ex-Sat.1-Chef Roger Schawinski, wie er vergeblich Qualität im Privatfernsehen durchsetzen wollte.

Club der Weltretter
(taz.de, Anke Lübbert)
Klimaschutz ist Mainstream. Selbst Hochglanzmagazine und ProSieben engagieren sich für die gute Sache – allerdings mit zweifelhaften Motiven.

«Walder wird über den jeweiligen Tellerrand hinausschauen»
(werbewoche.ch, Carole Scheidegger)
Ringier hat am Donnerstag eine Reorganisation im Bereich Zeitungen bekannt gegeben. Ringier Konzernsprecher Marco Castellaneta sprach mit der Werbewoche über den Sinn der neuen Position eines Redaktionsdirektors, die weiteren Pläne für die Blick-Gruppe und die Zusammenarbeit des designierten Blick-Chefs Bernhard Weissberg und des Redaktionsdirektors Marc Walder.

Wiki-Scanner spürt Manipulationen auf
(spiegel.de, Konrad Lischka, Frank Patalong und Christian Stöcker)
Was haben Scientology, Wal-Mart, al-Dschasira und die CIA gemeinsam? Sie alle schreiben heimlich das globale Internet-Lexikon Wikipedia um. Doch mit dem Wiki-Scanner kommt die Community den Maulwürfen jetzt mühelos auf die Schliche.

Fußball kommt heim
(freitag.de, Martin Krauß)
Die Fußballbundesliga hat wieder begonnen, und die ARD schwelgt unbeholfen zwischen gestern und heute.

Zeitungen und Ihre ?Themen??
(niloc.ch)

6 vor 9

Dossier: Crossmediale Redaktionen in Deutschland
(journalismus-darmstadt.de, Klaus Meier)
?Das multimediale Web-Dossier Crossmediale Redaktionen in Deutschland gibt detaillierte Einblicke in fünf Zeitungsredaktionen: Die Welt (Berlin), Handelsblatt (Düsseldorf), HNA (Kassel), Stadt-Anzeiger (Köln), Südkurier (Konstanz). Studierende des Studiengangs Online-Journalismus haben in meiner Projekt-Lehrveranstaltung das Dossier vor Ort recherchiert?.

plebsTV.com – Leser-Reporter 2.0?
(medienrauschen.de, Igor Schwarzmann)
?(…) wenn ich mir plebstv.com anschaue, so fürchte ich, dass der BILD-Leser-Reporter dagegen wie ein Spielzeug aus vergangener Zeit aussehen wird.?

?11 Freunde? geben nicht ab
(taz.de, Benjamin Imort)
?Die Konkurrenz kam, und sie ging. Zuletzt wurde ‘Rund’ eingestellt. Doch das Original, das Fußball-Magazin ’11 Freunde’, ist erfolgreich wie nie.?

Murdoch plant kostenlose Netz-Ausgabe
(Spiegel Online, Konrad Lischka)
?Eine aufgerufene Seite bringt bei WSJ.com viermal so viel Werbegelder wie bei der weitgehend kostenfreien – und beliebten – Konkurrenz von Nytimes.com. Sprich: Die zahlenden Kunden bei WSJ.com sind Werbetreibenden mehr wert als die vielen, nicht so attraktiven Online-Leser der ‘New York Times’.?

Microsofts Meriten
(sueddeutsche.de)
?Welches ist das wichtigste IT-Produkt der letzten 25 Jahre? Bei einer Umfrage landen vier Erzeugnisse aus dem Hause Gates ganz vorne. Nur ein Konkurrent schafft den Sprung in die Top Five.?

Hambach Reloaded
(telepolis.de, Gerrit Wustmann)
?Im Juni veröffentlichte der Deutsche Journalistenverband einen Appell mit historischen Wurzeln, um gegen die Beschneidung der Meinungs- und Pressefreiheit durch die Bundesregierung zu protestieren – der Appell ist heute aktueller denn je?.
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Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.

Nachrichten-Sperre für “Pokal-Rambo”

“Bild” ereiferte sich vergangenen Montag über “Pokal-Rambos”. Insbesondere mit den Fußballern Fernando Meira, Gledson da Silva Menezes und Per Mertesacker war “Bild” böse — und mit dem Deutschen Fußball Bund. Die drei Fußballer waren nämlich in DFB-Pokal-Spielen wegen Fouls vom Platz gestellt worden, aber, so behauptete “Bild”:

"Pokal-Rambos: Schwachsinn! Sie werden nicht für die Bundesliga gesperrt"

Doch trotz ihrer Platzverweise dürfen die Rambos am kommenden Wochenende beim Bundesliga-Start wieder munter mitmischen. Weil ihre Sperren nur für den Pokal gelten. Für Millionen Fans ist das eine Schwachsinns-Regel.

Immerhin wusste “Bild” weiter hinten im Text zu berichten:

Gut, dass es neben den Spielsperren auch Zeitsperren gibt. (…) Die DFB-Sportrichter müssen entscheiden, ob einer der Pokal-Rambos auf Zeit gesperrt wird. BILD meint: Zumindest Treter Gledson muss auch für die Liga gesperrt werden!

Wie gesagt, das war am Montag. Am selben Tag entschied das DFB-Sportgericht, Gledson auch für die Bundesliga zu sperren.

Irgendwie scheint das bislang nicht in der “Bild”-Sportredaktion angekommen zu sein. Anders als anderswo, stand jedenfalls nach der großen Empörung vom Montag weder am Dienstag noch heute etwas über Gledsons Liga-Sperre in “Bild”. Merkwürdig.

Und blöd für Millionen Fans “Bild”-Leser. Die wundern sich am kommenden Wochenende bestimmt, dass Gledson nicht mitspielt, obwohl es da doch diese “Schwachsinns-Regel” gebe, wegen der “Pokal-Rambos” nicht für die Bundesliga gesperrt “werden”.

Aber, wer weiß, vielleicht findet “Bild” in den nächsten Tagen doch noch Platz für eine Fortsetzung. Vielleicht in etwa so: “Nach BILD-Bericht: Pokal-Rambo doch für Liga gesperrt!”

Mit Dank an Norman S., Wojtek B. und Malte für den Hinweis.

Nachtrag, 16.55 Uhr (mit Dank an skov): Offenbar hat die Nachricht, dass Gledson für zwei Liga-Spiele gesperrt wurde, es gestern immerhin in Mecklenburg-Vorpommern in die “Bild” geschafft.

Kurz korrigiert (443)

Bestimmt ist es eine gezielte Provokation, dass der Fußballtrainer von Schalke 04 auf Bild.de heute "Vize-Trainer: Mirko Slomka"als “Vize-Trainer” bezeichnet wird (siehe Ausriss), obwohl er doch seit 2006 Chef-Trainer ist. Schließlich wissen die Sportexperten Mitarbeiter von Bild.de doch ganz bestimmt, dass der ehemalige Schalke-Torwart Frank Rost im November 2006 angeblich von Slomka aus der Startelf genommen wurde, weil er ihn als “Co-Trainer” bezeichnet haben soll. Klar wissen die das, stand ja auch bei Bild.de.

Mit Dank an Katy H. für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 22.07 Uhr: Möglicherweise meint Bild.de mit “Vize-Trainer” gar nicht “Co-Trainer”, sondern “Vizemeister-Trainer”. Das wäre Mirko Slomka natürlich.

Nachtrag, 31.07.07: Muss wohl doch der “Co-Trainer” gemeint gewesen sein. Jetzt ist Slomka bei Bild.de jedenfalls nur noch “Trainer”.

Kurz korrigiert (437)

In einem Interview der aktuellen “Bild am Sonntag” (siehe Ausriss) fragt Oliver Pocher den Fußballspieler Ailton:

(…) Und wann bitte hast du zuletzt getroffen?

Und Ailton antwortet (laut “BamS”):

In Zürich! Oft sogar: 13 Tore in 8 Spielen — perfecto! (…)

Fußballdaten.de, der “Kicker”, aber auch die Zürcher Grashopper selbst wissen zwar bloß von 8 Toren in 13 Spielen, doch…

… weil ja alle Journalisten bei Axel Springer “grundsätzlich, auch im Falle besonderen Termindrucks, dafür Sorge [tragen], dass Interviews vom Gesprächspartner mündlich oder schriftlich autorisiert werden”, ließe das nur einen Schluss zu: Ailton hat der “BamS” irgendwelchen Unsinn erzählt, den Unsinn anschließend sogar autorisiert* — und in der “BamS”-Sportredaktion hat’s niemand gemerkt…

*) Warum der Brasilianer Ailton im “BamS”-Interview wiederholt ausgerechnet spanische Vokabeln (“Hombre”, “Cojones”, “perfecto”) benutzt haben soll, entzieht sich unserer Kenntnis.

Mit Dank an Bernd H., Gerhard T., Dietrich K. und Michael H..

Nachtrag, 18.40 Uhr (mit Dank an Jan W.): Vergangenen Mittwoch wusste übrigens auch “Bild” noch, dass Ailton “in 13 Spielen immerhin acht Tore geschossen” hatte.

Kurz korrigiert (427-429)

Wir wissen nicht, welches Spezialgebiet der Bild.de-Praktikant hat, der heute über den Fußballtrainer Stephan Beckenbauer schreiben durfte, den “Sohn der Lichtgestalt Franz Beckenbauer”. Fußball ist es eher nicht.

In der Bayern-Jugend trickst unter anderem Diego Pizarro, Sohn von Ex-Stürmer Claudio Pizarro.

Sagen wir so: An dieser Stelle wären die bei “Bild” üblichen Altersangaben in Klammern wirklich sinnvoll gewesen. Wenn Diego Pizarro (16) der Sohn von Claudio Pizarro (28) wäre, hätte Claudio Pizarro mit elf Jahren Vater werden müssen. (Die beiden sind Brüder.)

Wie einst Vater Franz. 1990 führte uns der Kaiser in Italien zum WM-Titel. 1994 schenkte er den Bayern den Uefa-Cup-Sieg, 1996 noch einmal die Deutsche Meisterschaft.

1994 wurde der FC Bayern nicht Uefa-Cup-Sieger, sondern Deutscher Meister. Und 1996 nicht Deutscher Meister, sondern Uefa-Cup-Sieger.

Mit Dank an die zahlreichen Hinweisgeber.

Nachtrag, 27. Juni. Der Lichtgestalt-Beauftragte von Bild.de hat inzwischen seinen Dienst angetreten, die FC-Bayern-Titel korrekt zugeordnet und den Satz über Pizarro sicherheitshalber ersatzlos gestrichen.

Sehen alle gleich aus

Okay, dass Lagos in einem “Bild”-Artikel über den nigerianischen Fußballer Obafemi Martins als Hauptstadt Nigerias bezeichnet wird, obwohl sie das schon seit 1991 nicht mehr ist, mag man der “Bild”-Sport-Redaktion noch verzeihen. Die sollen sich ja schließlich in erster Linie mit Fußball auskennen.

Aber: “Bild” zeigt auch ein schönes großes Foto, dessen Quelle mit “WITTERS” angegeben wird, eines schwarzen Fußballspielers und behauptet, es zeige “Bertis Stürmer-Star” Obafemi Martins:

"Mord-Anschlag auf Bertis Stürmer-Star"

Und sucht man bei Witters in der Fotodatenbank nach “Obafemi Martins”, findet man das Foto sogar. Nur zeigt es trotzdem nicht Obafemi Martins (Newcastle United), sondern Taye Taiwo (Olympique Marseille). Dummerweise hat das offenbar niemand in der “Bild”-Sport-Redaktion gemerkt.

Mit Dank an Sven P. und Alex für den sachdienlichen Hinweis.

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