Suchergebnisse für ‘falschmeldung’

Nackter Kaiser, Von Menschen gemacht, Gefälschte Schneemassen

1. Kaiser Trump ist nackt
(derstandard.at, Olivera Stajić)
Olivera Stajić warnt in ihrer Kolumne davor, dass normale journalistische Arbeit bei Donald Trump gefährlich sei, weil das nachträgliche Ordnen seiner wirren Reden den US-Präsidenten vernünftiger wirken lasse, als er eigentlich sei. Trump verbreite am laufenden Band Lügen und beschimpfe Gegner, weshalb man sein Verhalten nicht wie normalen politischen Alltag behandeln dürfe. Stattdessen sollten Medien wie im Märchen “Des Kaisers neue Kleider” ganz offen aussprechen, dass der Präsident nicht normal handele, sondern gefährlich und unberechenbar sei.

2. “Wir verkaufen keine Informationen – wir sind Gastgeber von Gemeinschaften”
(journalist.de, Catalina Schröder)
Im Interview mit dem “journalist” betont “Zeit”-Chefredakteur Jochen Wegner, dass in einer von Künstlicher Intelligenz geprägten Welt vor allem der “spürbar von Menschen gemachte” Journalismus sowie persönliche Formate wie Podcasts entscheidend seien, um das Vertrauen des Publikums zu sichern. Zwar setze auch Wegners Redaktion Technologie bereits intensiv zur Effizienzsteigerung ein, doch er stellt klar, dass KI den journalistischen Kern niemals ersetzen dürfe. Originäre Recherche und menschliche Einordnung würden unersetzbar bleiben.

3. Fakes in geordneten Bahnen
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka liege zwar wirklich viel Schnee, doch viele spektakuläre Bilder dazu im Internet seien per KI gefälscht und völlig übertrieben, schreibt Ann-Kathrin Leclère. Diese Fake-Fotos seien so beliebt, weil sie Emotionen wecken und ein friedliches Alltagsleben zeigen würden, das man sonst kaum aus Russland sehe.

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4. Haftbefehl-Doku und ARD-Korrespondentin von der Tann für Grimme-Fernsehpreis nominiert
(spiegel.de)
Das Grimme-Institut habe seine diesjährigen Nominierungen bekannt gegeben, zu denen unter anderem die Netflix-Dokumentation über Rapper Haftbefehl, die ARD-Journalistin Sophie von der Tann sowie der Comedian Till Reiners zählen würden. Die Geschäftsführung habe jedoch kritisiert, dass wichtige Aspekte wie eine “hochkarätige Auseinandersetzungen mit dem Thema Krieg”, der Klimakrise oder der aktuellen politischen Situation in den USA in den TV-Medien zu wenig Raum bekämen. Außerdem fehle es der Unterhaltungsbranche an Mut zu Innovationen. Insgesamt seien aus mehr als 750 Einreichungen 71 Produktionen und Einzelleistungen als Nominierte ausgewählt worden.

5. Preisverleihung: Kooperation mit Otto Brenner Stiftung
(netzwerkrecherche.org)
Nach einer einjährigen Pause schreibe die Otto Brenner Stiftung ihre Auszeichnungen für kritischen Journalismus wieder aus und prämiere dabei erstmals die beste lokale Recherche. Zudem stärke die Stiftung ihre Rechercheförderung, indem sie künftig vier statt drei Recherchestipendien vergebe und die finanziellen Mittel hierfür auf 24.000 Euro erhöhe. Die Preisverleihung finde im Rahmen einer neuen Kooperation mit dem Netzwerk Recherche (NR) am 11. Juni dieses Jahres in Hamburg als Auftakt zur dortigen NR-Jahreskonferenz statt.

6. Was aktuell auf Instagram und TikTok viral geht
(dwdl.de, Simon Pycha)
“DWDL”-Autor Simon Pycha stellt in seinem “Trend-Ticker” diverse virale Social-Media-Trends der vergangenen Wochen vor, die von humorvollen Imitationen berühmter Stars als Eulen bis hin zu nostalgischen Rückblicken auf das Jahr 2016 reichen. Neben kreativen Reaktionen auf politische Debatten zur Zusammenlegung von Bundesländern thematisiert er auch solidarische Aktionen wie lilafarbene Profilbilder als Protest gegen Femizide. Gleichzeitig weist Pycha auf problematische Entwicklungen hin, darunter verbreitete Falschmeldungen über eine angebliche KiKa-Abschaltung sowie Vandalismus an Straßenschildern.

BBC wehrt sich gegen Trump, Falsche KI-Tiere, Schabowskis Zettel

1. BBC wehrt sich gegen Trumps Milliardenklage
(spiegel.de)
Donald Trump habe in Florida Klage gegen die BBC eingereicht. Der US-Präsident fordere 10 Milliarden US-Dollar von dem öffentlich-rechtlichen Sender, der sich dagegen wehre. Trump werfe der BBC vor, ihn in einer Dokumentation durch einen fehlerhaften Zusammenschnitt seiner Rede vom 6. Januar 2021, also vor dem Sturm auf das Kapitol, diffamiert zu haben. Obwohl der britische Sender den Schnittfehler eingeräumt und um Entschuldigung gebeten habe, sieht er keine rechtliche Grundlage für Trumps Klage.

2. Falschmeldungen schüren Ängste vor Muslimen
(tagesschau.de, Lena Maurer)
In Sozialen Medien würden sich aktuell massenhaft Falschinformationen über angebliche Vorfälle auf deutschen Weihnachtsmärkten verbreiten, berichtet Lena Maurer im ARD-“Faktenfinder”. Ziel dieser Beiträge sei es offenbar, gezielt Stimmung gegen Muslime und Migration zu machen. Videos von friedlichen, angemeldeten Demonstrationen zum Jahrestag des Sturzes des syrischen Assad-Regimes würden dabei fälschlich als Erstürmung von Weihnachtsmärkten dargestellt, aus dem Kontext gerissene Aufnahmen mit erfundenen Behauptungen verbreitet und KI-generierte Bilder zur Stimmungsmache genutzt.

3. Lüneburger Gericht: Rundfunkbeitrag ist rechtens – Kritik an Böhmermann kein Grund zur Befreiung
(landeszeitung.de)
Das Verwaltungsgericht (VG) Lüneburg habe mehrere Klagen sogenannter “Beitragsblocker” gegen den Rundfunkbeitrag abgewiesen. Diese hätten mit Hilfe von Musterformularen aus dem Internet argumentiert, die Öffentlich-Rechtlichen würden durch einseitige Berichterstattung etwa zum Krieg in der Ukraine oder zur Corona-Pandemie ihren Auftrag verfehlen. Das VG sei allerdings der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts gefolgt, wonach die Beitragspflicht erst dann verfassungswidrig sei, wenn das Gesamtprogramm über längere Zeit die gebotene Vielfalt “gröblich verfehlt”. Eine pauschale Kritik an einzelnen Sendungen oder Beiträgen reiche nicht aus. Laut einer Gerichtssprecherin seien bei der Kammer über 100 weitere ähnlich gelagerte Verfahren anhängig.

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4. Streit um den Schabowski-Zettel: Stiftung muss Verkäufer nennen
(rsw.beck.de)
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Nordrhein-Westfalen habe entschieden, dass das Bonner Haus der Geschichte offenlegen müsse, von wem es den historischen Schabowski-Zettel für 25.000 Euro erworben hat. Geklagt hatte ein Chefreporter der “Bild”-Zeitung. Es gehe um jenen Sprechzettel, mit dem Politbüro-Mitglied Günter Schabowski am 9. November 1989 die neue DDR-Reiseregelung verkündet und mit seiner Äußerung “sofort, unverzüglich” zumindest indirekt die Maueröffnung ausgelöst habe. Das Haus der Geschichte habe dem Verkäufer des Zettels Anonymität zugesichert. Laut OVG überwiege allerdings das verfassungsrechtliche Informationsinteresse der Presse das Vertraulichkeitsinteresse des Verkäufers.

5. Klima vor acht verpasst Spendenziel und will trotzdem ins Erste
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Verein “Klima vor acht” habe seine Spendenaktion beendet, allerdings statt der angepeilten 250.000 Euro nur rund 135.000 Euro einsammeln können. Mit dem Geld wolle er sich ins Werberahmenprogramm des Ersten einkaufen, um kurz vor der “Tagesschau” einen Spot zum Thema Klima und die Berichterstattung darüber zu platzieren. Allerdings bleibe unklar, ob dieser die Vorgaben des Medienstaatsvertrags für Wirtschaftswerbung erfüllen werde.

6. “Man vertraut der KI schon zu sehr”
(pr-journal.de)
Im Interview mit dem “PR-Journal” warnt Florian Amrhein, Pressesprecher der Heinz Sielmann Stiftung, davor, dass KI-generierte Tierbilder zunehmend professionelle Bilddatenbanken und Soziale Medien fluten würden und dabei oft biologisch falsch seien. So würden sie etwa eine falsche Anzahl an Gliedmaßen oder unrealistische Körperproportionen zeigen. Amrhein zitiert Tierfilmer Sielmann: “Künstliche Darstellungen fördern Unwissen. Heinz Sielmann hat einmal gesagt: Nur was man kennt, schützt man auch. Wenn dieser Bezug fehlt, fehlt auch das Verständnis und damit langfristig der gesellschaftliche Wille, Natur zu bewahren.”

Teil-Rückkehr für Jimmy Kimmel, Rettungsflug, Polizeiberichte

1. Nur eine Teil-Rückkehr für Jimmy Kimmel
(tagesspiegel.de)
Nach massiver Kritik an seiner Absetzung kehrt Jimmy Kimmel mit seiner Late-Night-Show auf Disney und ABC zurück, allerdings nicht flächendeckend. Rund ein Viertel der ABC-Sender, darunter Nexstar und Sinclair, würden die Sendung nicht mehr ausstrahlen. Dies geschehe offenbar aus Rücksicht auf die Trump-nahe Medienaufsichtsbehörde FCC, deren Zustimmung die Sender für eigene Übernahmen benötigen. Kimmels Show war nach Aussagen zum Attentat auf Charlie Kirk vorübergehend aus dem Programm genommen worden. Dies hatte breiten Widerstand in der Öffentlichkeit ausgelöst.

2. Afghaninnen verpassten Rettungsflug wegen fehlendem Rollstuhl, nicht beim Shoppen
(correctiv.org, Sara Pichireddu)
Laut einem Faktencheck von “Correctiv” haben zwei Afghaninnen ihren Rettungsflug nach Deutschland nicht – wie zunächst von der “Bild”-Redaktion behauptet – wegen einer Shoppingtour während des Umsteigens verpasst, sondern weil ein zuvor angemeldeter Rollstuhl in Istanbul fehlte. “Bild” habe die Falschmeldung erst zehn Tage später korrigiert, nachdem sich die falsche Schlagzeile bereits vielfach in Sozialen Netzwerken verbreitet hatte.

3. “Medien haben die Regierung vor sich hergetrieben”
(taz.de, Antje Lang-Lendorff)
Die “taz” hat mit dem Kommunikationswissenschaftler Marcus Maurer gesprochen. Maurer konstatiert, dass große Medienhäuser während der Corona-Pandemie zwar nicht regierungstreu, aber einseitig berichtet hätten. So seien kritische Perspektiven etwa zu sozialen oder wirtschaftlichen Nebenwirkungen der Lockdowns zu selten berücksichtigt worden.

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4. Deutschlands dümmste Journalistin
(kontextwochenzeitung.de, Cornelius W. M. Oettle)
In einer polemisch zugespitzten Kolumne für “Kontext” kritisiert Cornelius W. M. Oettle die Journalistin Julia Ruhs für aus seiner Sicht tendenziöse Inhalte in Ruhs’ Moderation des NDR/BR-Formats “Klar” und nennt sie provokant “Deutschlands dümmste Journalistin”. Ruhs vermarkte sich erfolgreich als Opfer linker Cancel-Kultur, obwohl ihre journalistische Arbeit mehrfach Anlass zur Kritik gegeben habe. Oettle deutet die öffentliche Unterstützung für Ruhs als Ausdruck einer Medienöffentlichkeit, in der Inszenierung zunehmend wichtiger sei als Substanz.

5. Sind Journalisten zu unkritisch?
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 29:38 Minuten)
“Übernehmen Medien zu schnell die Darstellung der Polizei? Sind Journalisten zu unkritisch gegenüber Meldungen der Polizei? Wie steht es mit der Polizei als privilegierte Quelle?” Darüber diskutieren im Deutschlandfunk der Journalist und Buchautor Mohamed Amjahid (“Alles nur Einzelfälle? – Das System hinter der Polizeigewalt”) und Journalismus-Professor Tanjev Schultz.

6. Jugendliche wollen soziale Medien weniger nutzen – schaffen es aber nicht
(spiegel.de)
Eine repräsentative Befragung von Infratest dimap habe ergeben, dass eine Mehrheit der Jugendlichen Soziale Medien zwar weniger nutzen wolle, es aber nicht schaffe, den eigenen Konsum zu begrenzen. Viele Jugendliche empfänden neben positiven Gefühlen auch sozialen Druck und emotionale Belastung. Insbesondere junge Frauen seien davon überdurchschnittlich betroffen.

Eklat um Donnepp Media Award, Kein selbstschießendes Auto, Privatsache

1. Donnepp Media Award wegen Antisemitismusvorwürfen aberkannt
(epd.de)
Im vergangenen Januar wurden die vom “Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises” gestifteten Donnepp Media Awards verliehen. Ein Preis ging an die Abiturientin Judith Scheytt, die sich unter anderem kritisch mit der deutschen Nahost-Berichterstattung beschäftigt. Nun sei Scheytt der Preis aberkannt worden. Ihr werde vorgeworfen, die Hamas-Rhetorik auszublenden und Israel pauschal Kriegsverbrechen vorzuwerfen. Scheytt hat dem auf Instagram widersprochen. Es sei “nicht die Aufgabe von Medienkritik, Verständnis für militärische Operationen zu zeigen.” Teile der Jury seien deutlich gegen die Aberkennung der Preises gewesen. Und auch die für ihren Medienjournalismus ausgezeichnete Mit-Preisträgerin Annika Schneider ist spürbar entsetzt: “Die Vereinsvertreter haben sich offensichtlich mit ihrer Arbeit und ihren Themen nicht ausreichend auseinandergesetzt, weder vor noch nach der Preisverleihung. Sonst hätten sie gewusst, dass die Auszeichnung Kritiker auf den Plan rufen wird – und sich dafür besser gewappnet. Sonst hätten sie verstanden, dass ihr Einknicken genau die Schieflage beweist, die Judith Scheytt immer wieder kritisiert.” Mit bemerkenswerter Konsequenz gibt Schneider nun ihren eigenen Preis zurück: “Ich möchte mich nicht für ‘guten Medienjournalismus’ auszeichnen lassen von einem Verein, der dessen Prinzipien selbst nicht einhält.” Sie werde Statue und Urkunde zurücksenden und die erhaltenen 5.000 Euro zurücküberweisen.

2. Nein, in China gibt es keine selbstschießenden Polizeiautos
(kobuk.at, Hans Kirchmeyr)
Medienberichte über selbstschießende Polizeiautos in China würden auf einer Fehlinformation beruhen, berichtet Hans Kirchmeyr bei “Kobuk”. Ein falsch übersetzter chinesischer Bericht habe ein Kamerasystem mit einem “Schießgerät” verwechselt, das sich bei genauerer Prüfung lediglich als Notruf- und Überwachungstechnik entpuppt habe. Die Falschmeldung habe sich ausschließlich im deutschsprachigen Raum verbreitet, ausgelöst durch ein irreführendes Video des Contentanbieters “KameraOne”.

3. X sieht kein Problem, wenn Nutzer SA-Parole verwenden
(t-online.de, Lars Wienand)
Elon Musks Plattform X weigere sich weiterhin, deutschen Behörden Nutzerdaten herauszugeben, selbst in strafrechtlich relevanten Fällen wie der Nutzung von NS-Parolen. Die Staatsanwaltschaft ermittele deshalb inzwischen gegen mehrere X-Manager wegen möglicher Strafvereitelung. Die Social-Media-Plattform berufe sich auf angebliche Verstöße gegen Europarecht und fordere, dass deutsche Ermittler stattdessen den langwierigen Weg über US-Rechtshilfeabkommen gehen sollen.

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4. Rechtspopulist soll nach Beleidigung von taz-Reporter zahlen
(taz.de)
Wie die “taz” berichtet, muss der rechtspopulistische YouTuber Anthony Lee 100 Euro zahlen, um einer Anklage wegen Beleidigung zu entgehen. In mehreren Videos habe Lee den “taz”-Redakteur Jost Maurin massiv beschimpft, darunter mit Ausdrücken wie “Arsch” und “Idiot”. Die Staatsanwaltschaft sehe darin einen strafbaren Angriff auf die Menschenwürde. Maurin werte die Entscheidung als Signal gegen rechte Demagogie.

5. RTL Group will für Sky-Übernahme vier Mio. Aktien zurückkaufen
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Die RTL Group plane, bis zu vier Millionen eigene Aktien zurückzukaufen, um eine “variable Kaufpreis-Komponente” für die Übernahme von Sky Deutschland abzusichern. Diese Komponente hänge vom künftigen Kurs der RTL-Aktie ab und könne bis zu 377 Millionen Euro betragen. Bertelsmann, Hauptaktionär der RTL Group, wolle dabei die Hälfte der angestrebten Aktien beisteuern.

6. Auch eine Promi-Hoch­zeit ist Pri­vat­sache
(lto.de, Hasso Suliak)
Der Bundesgerichtshof habe entschieden, dass Medien wie die “Bild”-Zeitung nicht identifizierend über nichtprominente Ehepartner von Prominenten berichten dürfen. Im konkreten Fall hatte der Ehemann von Ex-Model Nadja Auermann erfolgreich auf Anonymitätsschutz geklagt. Die Berichterstattung über seine Hochzeit mit Auermann habe seine Privatsphäre verletzt. Laut “Legal Tribune Online” stärke das Urteil den Persönlichkeitsschutz von Privatpersonen und dürfte künftige Promi-Berichterstattung in ähnlichen Fällen deutlich einschränken.

Skrupellose “Bild”-Chefin, Medialer Umgang mit CDU/CSU, Tod im Stream

1. So skrupellos ist die neue BILD-Chefin
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 30:42 Minuten)
In diesem Video beschäftigt sich Mats Schönauer mit Marion Horn, derzeit Vorsitzende der Chefredaktionen der “Bild”-Gruppe und damit verantwortlich für die publizistische und redaktionelle Leitung der größten Boulevardzeitung Deutschlands: “Marion Horn ist eine der mächtigsten Frauen Deutschlands – und eine der gefährlichsten. Denn unter ihrer Leitung als Chefredakteurin der BILD-Zeitung werden katastrophale Falschmeldungen verbreitet, Angst und Hass geschürt und der Ruf von unschuldigen Menschen zerstört.”
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. Der Umgang der Medien mit CDU und CSU
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers, Audio: 43:51 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Bedenken des DLF-Hörers Matthias, Medien würden nicht kritisch genug über die CDU und die CSU berichten. Mit dem Hörer diskutieren Katharina Hamberger aus dem DLF-Hauptstadtstudio, Politik- und Kommunikationswissenschaftlerin Paula Diehl und Michael Borgers aus der DLF-Medienredaktion “mediasres”.

3. Rekordzahl an Angriffen auf Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) macht auf die besorgniserregende Situation für Medienschaffende in Serbien aufmerksam: “Wenn Journalistinnen und Reporter in Serbien im Schnitt alle zwei Tage Opfer körperlicher Gewalt werden, ist das ein Alarmsignal für ganz Europa. Deutschland trägt hier eine besondere Verantwortung: Als gewichtiges EU-Mitglied muss die Bundesregierung klarstellen, dass Serbiens Weg in die EU nur mit einem wirksamen Schutz der Pressefreiheit und anderer Grund- und Menschenrechte vereinbar ist”, so RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus.

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4. KI-Firma Anthropic beendet Streit mit Autoren über Urheberrecht
(handelsblatt.com)
In den USA sei erstmals ein Urheberrechtsstreit gegen ein KI-Unternehmen mit einem Vergleich beendet worden. Die Firma Anthropic (unter anderem mit dem Sprachmodell “Claude”) habe sich mit einer Autorengruppe geeinigt, die ihr vorgeworfen habe, Millionen raubkopierter Bücher zum Training ihres KI-Modells verwendet zu haben. Der Vergleich könne als Signal für ähnliche Verfahren gegen Firmen wie OpenAI, Microsoft oder Meta gewertet werden.

5. KI & Fake News: Wie künstliche Intelligenz gleichzeitig zur Gefahr und Lösung wird
(media-lab.de)
Künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht die schnelle und täuschend echte Produktion von “Fake News”, was Desinformation glaubwürdiger und schwerer erkennbar macht. Gleichzeitig lassen sich KI-Technologien zur Aufdeckung und Bekämpfung dieser Falschinformationen einsetzen etwa durch automatisierte Analysewerkzeuge, Deepfake-Erkennung oder Faktenchecks. Für einen wirksamen Umgang brauche es laut “Media Lab Bayern” eine Kombination aus technischer Innovation, klarer Regulierung, journalistischer Verantwortung und gesellschaftlicher Medienkompetenz.

6. Tod im Stream
(taz.de, Rudolf Balmer)
Der französische Streamer Jean Pormanove (“JP”) sei nach einem zwölftägigen Livestream auf der Plattform Kick gestorben, in dem ihn zwei Begleiter vor laufender Kamera wiederholt gedemütigt, am Schlaf gehindert und geschlagen hätten. Eine erste Autopsie habe keine eindeutige Fremdeinwirkung ergeben, dennoch komme eine Untersuchung wegen Tötung ohne Vorsatz in Betracht. Die Behörden würden nun Sanktionen gegen den Streamingdienst prüfen.

KW 28/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. “Fake News im Sommerloch-Kreml-Propaganda auf Hochtouren?”
(ardaudiothek.de, Katja Hackmann & Thomas Bimesdörfer, Audio: 15:48 Minuten)
Bei “Medien – Cross und Quer” ist Anton Himmelspach, Redakteur und Geschäftsführer des unabhängigen Onlinemagazins “dekoder”, zu Gast. In dem Gespräch geht es um die zunehmenden KI-Fakes aus dem russischen Umfeld: “Droht jetzt eine neue Dimension der Falschmeldungen? Was genau wollen die russischen Propagandaportale erreichen? Und werden ihre Methoden mit Hilfe der künstlichen Intelligenz immer raffinierter?”

2. SLAPPs, Compact und Geheimplan-Recherche: Justus von Daniels zu Pressefreiheit
(spotify.com, Janina Zillekens-McFadden, Audio: 33:09 Minuten)
Janina Zillekens-McFadden spricht bei “Grundgesetzlich”, dem Podcast der Gesellschaft für Freiheitsrechte, mit Justus von Daniels, Chefredakteur von “Correctiv”. Sie unterhalten sich über die Pressefreiheit und die zunehmenden Angriffe darauf. Dabei geht es um strategische Klagen, sogenannte SLAPPs, mit denen Unternehmen Medienschaffende einschüchtern wollen. Außerdem diskutierten sie über die “Correctiv”-Recherche “Geheimplan gegen Deutschland” sowie über ein Urteil zum rechtsextremen Magazin “Compact”.

3. Killt KI die Reichweite unabhängiger Medien?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 30:02 Minuten)
“Wie wird die KI-Ära unabhängige Medien verändern? Auf welche Ausspielwege können, müssen sie jetzt setzen?” Über diese und weitere damit in Zusammenhang stehende Fragen hat Holger Klein mit Sebastian Esser gesprochen, dem Geschäftsführer der Mitgliedschaftsplattform Steady sowie Mitgründer und Herausgeber von “Krautreporter”. Ein angemessen nachdenkliches Gespräch, das keine Patentrezepte, aber gute Gedanken liefert.
(Offenlegung: Wir vom BILDblog nutzen Steady für unsere Mitgliedschaften.)

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4. KI als Werkzeug für den Journalismus
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 27:06 Minuten)
Und noch einmal das Thema Künstliche Intelligenz: In seinem Podcast “Satzzeichen” spricht Christian Jakubetz mit Jim Sengl, Leiter des KI-Kompetenzzentrums für Medien in Bayern, darüber, wie KI sinnvoll im Journalismus eingesetzt werden kann. Sengl betont, dass die Künstliche Intelligenz Journalistinnen und Journalisten unterstützen, aber nicht ersetzen sollte. Außerdem erklärt er, warum kreative Prozesse durch KI ergänzt werden sollten, anstatt sie vollständig auszulagern. Die beiden diskutieren darüber, inwiefern Vertrauen, Verantwortung und Vielfalt in der KI-gestützten Medienarbeit entscheidend sind.

5. AI-Training; AfD bei Demokratisierung und Chinesische Autos mit Raubkopien
(youtube.com, Chan-jo Jun, Video: 30:05 Minuten)
Rechtsanwalt Chan-jo Jun berichtet über aktuelle rechtliche Probleme beim KI-Training mit urheberrechtlich geschützten Inhalten und fordert klare gesetzliche Regeln, um Urheberinnen und Urheber fair an Gewinnen zu beteiligen. Zudem spricht er über laufende Prozesse gegen Fake-Accounts auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und X.

6. Mastodon statt Tech-Monopole: Wie öffentlich-rechtliche Medien das Fediverse für sich nutzen können
(youtube.com, Stefan Pfeiffer & Lars Basche, Video: 42:18 Minuten)
Beim Videopodcast “9vor9” ist Leonhard Dobusch zu Gast. Er spricht mit den Hosts Stefan Pfeiffer und Lars Basche über das Fediverse, ein dezentrales Soziales Netzwerk, das auf offenen Standards basiert. Dobusch erläutert, warum öffentlich-rechtliche Medienhäuser wie ARD und ZDF eine wichtige Rolle bei der Demokratisierung digitaler Kommunikation spielen könnten. Außerdem geht es um die Frage, wie digitale Souveränität politisch relevanter wird und warum der Aufbau offener digitaler Räume gerade jetzt entscheidend ist.

Diffamierter Held, Antisemitische Musk-KI, Überall Ralf Schumacher

1. Messerangriff in Hamburg: Ein Held, der nicht sein darf
(ndr.de, Raja Khadour & Sulaiman Tadmory & Alice Echtermann, Video: 11:16 Minuten)
Der aktuelle Beitrag des NDR-Medienmagazins “Zapp” zeigt, wie rechte Accounts nach einem Messerangriff in Hamburg gezielt eine Desinformationskampagne gegen den syrischen Helfer Muhammad al Muhammad gestartet und ihn als “erfundenen Helden” diffamiert haben. Dabei wird deutlich, wie Künstliche Intelligenz zur Verbreitung solcher Verschwörungsmythen genutzt wird und warum viele Menschen diesen Erzählungen Glauben schenken.

2. Adolf Hitler als Lösung
(taz.de)
Elon Musk hat vor kurzem angekündigt, seinen KI-Chatbot Grok neu justieren zu lassen, offenbar weil dessen Ergebnisse nicht in Musks rechtslibertäres Weltbild passten. Nun habe Grok Menschen mit vermutlich jüdischem Nachnamen “Hass auf Weiße” vorgeworfen und Adolf Hitler gelobt. Jüdische Organisationen wie die Anti-Defamation League hätten Groks Aussagen als “unverantwortlich, gefährlich und antisemitisch” bezeichnet. Elon Musk selbst habe sich bislang nicht dazu geäußerte.

3. Fake über getötete Eisbären zielt gegen Merz
(tagesschau.de, Carla Reveland & Pascal Siggelkow)
Eine prorussische Desinformationskampagne verbreite gezielt Falschmeldungen über Bundeskanzler Friedrich Merz, darunter ein Fake-Video, in dem ihm die Tötung von Eisbären vorgeworfen werde. Die Aufnahmen, angeblich von einer kanadischen Nachrichtenseite, seien KI-generiert und Teil einer Kampagne der russischen Gruppe “Storm-1516”, die für ähnliche Fakes über Politikerinnen und Politiker bekannt sei.

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4. Zeitungsstreiks vor der 10. Tarifrunde: ver.di ruft zu mehrtägigen Arbeitsniederlegungen in Redaktionen auf
(verdi.de)
Vor der zehnten Tarifrunde mit dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger ruft Verdi gemeinsam mit dem Deutschen Journalisten-Verband zu mehrtägigen Streiks in Zeitungsredaktionen auf. Die Gewerkschaften fordern “Verhandlungen auf Augenhöhe” und kritisieren die jüngsten Rückschritte der Verlegerseite als Missachtung journalistischer Arbeit. Besonders im Süden Deutschlands sowie in Nordrhein-Westfalen und an der Ostseeküste solle der Streikdruck deutlich erhöht werden.

5. Für ein digitales Ökosystem
(verdi.de, Lars Lubienetzki)
Markus Beckedahl, Journalist und Gründer des Onlineportals netzpolitik.org, spricht sich dafür aus, sich von den großen, global agierenden Tech-Konzernen in der Onlinewelt zu lösen: “Wir müssen das Konzept des staatsfernen öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf die digitale Welt weiterdenken. Zumindest in der Theorie bin ich davon überzeugt, die Öffentlich-Rechtlichen könnten der richtige Player sein, um gemeinwohlorientierte Plattformen staatsfern zu entwickeln, weiterzuentwickeln, zu betreiben oder zumindest als Mitbetreiber zu agieren.”

6. Nervige Werbung: Warum wir ständig überall Ralf Schumacher sehen
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
“Der Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher macht Werbung für eine Gebrauchtwagenplattform. Der Werbespot wird so häufig ausgestrahlt, dass er Menschen im Internet an den Rand der Verzweiflung bringt.” Matthias Schwarzer erklärt, dass Unternehmen gezielt auf übermäßige Penetranz setzen, um ihre Marke schnell bekannt zu machen und Konkurrenz zu verdrängen. Trotz möglicher Genervtheit der Zuschauerinnen und Zuschauer könne diese Form von “Nerv-Werbung” effektiv sein. Selbst ein Shitstorm sei dabei oft einkalkuliert.

7. Googles KI-Übersichten – das Ende des Journalismus?
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:14 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Kartellbeschwerde einiger unabhängiger Verlage gegen Googles KI-Übersichten: “Die Verlage sollten sich keine Illusionen machen: Selbst wenn sie ein paar Krümel vom großen Kuchen abbekommen, rettet sie das nicht. Die wahre Medienrevolution beginnt, wenn Verlage wieder lernen, dass ihre Leser ihre Kunden sind, nicht Google.”

Ungarisches Mediengesetz, Zweifel am Zweifel, 50 Jahre KEF

1. Appell europäischer Chefredakteure zu ungarischem Mediengesetz
(zeit.de)
92 Chefredakteurinnen und -redakteure aus 21 Ländern haben in einer gemeinsamen Erklärung ein geplantes ungarisches Mediengesetz kritisiert. Dieses Gesetz, das Mitte Juni verabschiedet werden soll, richte sich gegen aus dem Ausland unterstützte Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen. Die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner fordern die EU und die Mitgliedstaaten auf, entschieden gegen diesen Angriff auf die Pressefreiheit vorzugehen.

2. Der Zweifel am Zweifel
(taz.de, Nicholas Potter)
In der “taz” schreibt Nicholas Potter, dass Schriftstellerin Deborah Feldman in der neu gestarteten “Weltbühne” die jüdische Herkunft von Philipp Peyman Engel, dem Chefredakteur der “Jüdischen Allgemeinen”, öffentlich anzweifle. Ihre Vorwürfe stütze Feldman auf anonyme Aussagen und Chatprotokolle aus Engels Familie. Mehrere jüdische Gemeinden hätten jedoch schriftlich bestätigt, dass Engel als jüdisch gelte. Potter erinnert daran, dass Deborah Feldman schon früher ähnliche Behauptungen gegen andere Jüdinnen und Juden aufgestellt habe, und kritisiert, dass der Berliner Verlag ihr dafür eine Plattform biete.

3. Die Obsession der Medien mit der “Generation Z”
(kobuk.at, Sebastian Deiber)
Sebastian Deiber zeigt in seiner Analyse bei “Kobuk”, dass viele Medienberichte über die “Generation Z” auf fragwürdigen Umfragen beruhen, kaum Quellen bieten und übertriebene Schlagzeilen haben. Solche Beiträge seien oft reißerisch, widersprüchlich und würden vor allem der Klickgenerierung dienen. Deiber kritisiert, dass die berichtenden Medien damit stereotype Vorstellungen über ganze Altersgruppen verstärken, obwohl wissenschaftlich kaum belegt sei, dass es echte Generationeneffekte überhaupt gebe.

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4. Spanien: Vor dem Ende der Polarisierung?
(blaetter.de, Julia Macher)
In ihrem Beitrag für die “Blätter” analysiert Julia Macher, wie Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez eine persönliche Krise – eine Anzeige gegen seine Frau – in eine breit angelegte Debatte über Desinformation, Polarisierung und demokratische Erneuerung umgewandelt habe. Besonders in Medien habe sich die politische Polarisierung Spaniens gezeigt. Rechtspopulistische Portale hätten Falschmeldungen verbreitet, die journalistische Selbstkontrolle sei schwach, und viele politische Talkshows würden Meinung und Information vermischen. Ein wirksamer Gegenvorschlag fehle bisher, doch das neue EU-Medienfreiheitsgesetz könnte helfen, für mehr Transparenz und Unabhängigkeit zu sorgen.

5. Eine Medienplattform für Europa
(verdi.de, Volker Nünning)
Die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF würden an einer europäischen Medienplattform namens “Streaming OS” arbeiten, die als gemeinsamer digitaler Raum nach europäischen Werten aufgebaut werden solle. Ziel sei es, der Dominanz großer US-Techkonzerne etwas entgegenzusetzen und die digitale Souveränität Europas zu stärken. SWR-Intendant Kai Gniffke und andere Medienverantwortliche sähen darin eine medienpolitische Chance, um unabhängigen, gemeinwohlorientierten Journalismus europaweit zu fördern.

6. 50 Jahre KEF: Eine selbstbewusste Institution mit Akzeptanz-Problemen
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, erhält die KEF, die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten, zu ihrem 50. Geburtstag zwar viel Lob für ihre unabhängige Arbeit, ihre Empfehlungen würden jedoch zunehmend von der Politik ignoriert. So sei der Vorschlag zur Erhöhung des Rundfunkbeitrags bereits zum zweiten Mal nicht umgesetzt worden und auch bei der geplanten Änderung der Beitragszeiträume seien Konflikte zu erwarten. Niemeier macht deutlich, dass die KEF zwar wichtig für die Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sei, ihre Rolle jedoch unter politischem Druck stehe.

Wie “Bild” die Energiewende sabotiert, Cyberattacke, Spam

1. Wie BILD die Energiewende sabotiert
(youtube.com, Simplicissimus, Video: 35:16 Minuten)
Das Video von “Simplicissimus” zeigt, wie die “Bild”-Redaktion systematisch Stimmung gegen die Energiewende und Elektromobilität mache, indem sie Fakten verdrehe, Angst verbreite und polarisierende Begriffe wie “Heizhammer” etabliere. Der Beitrag legt nahe, dass die Berichterstattung von wirtschaftlichen und politischen Interessen beeinflusst sein könnte, insbesondere von Springer-Chef Mathias Döpfner und dem Großaktionär KKR. Insgesamt wird kritisiert, dass “Bild” eine irreführende Kampagne führe, die bewusst nachhaltige Technologien sabotiere und damit die öffentliche Debatte verzerre.

2. Gezielt getroffen
(taz.de, Anne Fromm & Jean-Philipp Baeck & Pierre Dinh van)
Die Website der “taz” sei am Tag der Bundestagswahl durch einen gezielten Cyberangriff lahmgelegt worden. Die Redaktion ist dem Vorfall in eigener Sache nachgegangen: Die verantwortlichen Angreifer, bekannt unter dem Namen “Hano”, hätten zuvor bereits zahlreiche regierungskritische Medien in Ungarn attackiert und seien vermutlich politisch motivierte Hacktivisten mit möglicher Verbindung zur ungarischen Regierung. Der Vorfall verdeutliche die wachsende Bedrohung kritischer Medien durch gezielte Cyberattacken.

3. Wie ARD-Börsenexpertin Anja Kohl gegen Fakes bei Facebook kämpft
(dwdl.de, Timo Niemeier)
ARD-Börsenexpertin Anja Kohl kämpfe gegen zahlreiche Fake-Profile auf Facebook, die unter ihrem Namen falsche Anlagetipps verbreiten und Menschen betrögen. “Ich fühle mich missbraucht und ich selbst nutze überhaupt keine Plattform des Meta-Konzerns: kein Facebook, kein Instagram, kein WhatsApp, weder beruflich, noch privat. Ich bin selbst auf keiner der Plattformen aktiv”, sagt Kohl gegenüber “DWDL”.

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4. »Wir arbeiten daran« – Meta räumt großes Spam-Problem bei Facebook ein
(spiegel.de)
Der Social-Media-Konzern Meta gebe offen zu, dass seine Plattform Facebook derzeit stark von Spam, Fake-Accounts und manipulierten Inhalten betroffen sei. Das Unternehmen habe verschiedene Maßnahmen dagegen angekündigt, darunter die Reduzierung der Reichweite von Spam-Accounts, die Sperrung betrügerischer Profile und neue Tools zum Melden von Fake-Profilen. Über das Ausmaß der Spam-Inhalte machte Facebook jedoch keine Angaben.

5. Wie brand eins den Journalismus neu denkt – mit Toni Willkommen
(youtube.com, Marcel Hübenthal, Video: 41:48 Minuten)
Im Podcast “Celebrate Organizations” spricht Moderator Marcel Hübenthal mit Toni Willkommen, dem “Chief Growth & Brand Officer” des Wirtschaftsmagazins “brand eins”, über die Bedeutung journalistischer Verantwortung und über konstruktiven Journalismus im digitalen Zeitalter. Außerdem geht es in dem Gespräch um die Frage, wie sich Medienmarken heute durch Community Building, erlebbare Inhalte und gesellschaftliche Verantwortung neu erfinden müssen, um relevant zu bleiben.

6. Tracks East: Siegeszug der Fake News?
(arte.tv, Raphael Jung, Video: 30:26 Minuten)
Autokraten nutzen Desinformation, um weltweit Meinungen zu manipulieren. Mit gezielten Falschmeldungen wollen sie Verwirrung verbreiten und politische Gegner schwächen. In dieser Folge von “Tracks East” geht es unter anderem um Russlands groß angelegte Desinformationskampagnen sowie um die Situation in den USA.

Appell an Bundesregierung, Südkorea-Doku offline, Medien-Ostermann

1. Mein Appell an die Bundesregierung
(journalist.de, Stephan Weichert)
Der Publizist Stephan Weichert richtet sich mit einem Appell an die Bundesregierung: “Dies ist ein Weckruf zur Erneuerung, der eine enthusiastische Gründerbewegung mit Mut zu unternehmerischem Risiko in Gang setzen soll. Die Bundesregierung muss eine breit angelegte journalistische Nachhaltigkeitsinitiative starten. Eine, die sicherstellt, dass sich Kollegen keine Sorgen um ihre Existenz mehr machen müssen, um sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: professionellen Journalismus.”

2. ARD, ZDF und Phoenix nehmen Südkorea-Doku offline
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Fernsehsender Phoenix habe eine Dokumentation zur politischen Krise in Südkorea offline genommen, nachdem massive Kritik aufgrund journalistischer Mängel laut geworden seien. Der Film habe Verschwörungstheorien sowie unkritische und tendenziöse Aussagen rechter Akteure enthalten. Die Doku habe daher nicht den journalistischen Standards und Anforderungen an eine ausgewogene Berichterstattung entsprochen.

3. Stimmungsmache: Der Medien-Mann Manuel Ostermann
(belltower.news, Lars Freudenberger)
Manuel Ostermann, stellvertretender Bundesvorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft und Mitglied der CDU, verbreite regelmäßig rechte Positionen in Medien, etwa durch Forderungen nach mehr Abschiebungen oder Polizeiaufrüstung. Seine Aussagen, die teilweise rassistische Stimmungen bedienen und Gewalt durch Polizeikräfte relativieren würden, würden zunehmend für Kontroversen und Empörung sorgen, insbesondere durch Ostermanns mediale Präsenz als vermeintlicher innenpolitischer Experte.

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4. AUF1: Covid-Falschmeldungen am laufenden Band
(kobuk.at, Charlotte Heß)
Die österreichische Plattform “AUF1” verbreite regelmäßig falsche und irreführende Informationen zu Covid-19 und Impfungen und stütze sich dabei oft auf unseriöse Quellen und falsch interpretierte Studien. Aufgrund der professionellen Aufmachung und erheblichen Reichweite von “AUF1”, insbesondere im FPÖ-Umfeld, könnten diese Verschwörungserzählungen langfristig das Vertrauen in Wissenschaft und Demokratie gefährden.

5. Possen aus der Journalistik
(taz.de, Steffen Grimberg)
“In Woche zwei nach den Bundestagswahlen werden nach und nach die Verlierer sichtbar. Nein, nicht FDP oder BSW. Es ist die Universität Leipzig, genauer deren Institut für Kommunikations- und Medien­wirtschaft.” In seiner “taz”-Medienkolumne erklärt Steffen Grimberg die Hintergründe um die “Possen aus der Journalistik”.

6. Medien berichten häufig klischeehaft
(deutschlandfunk.de, Pia Behme, Audio: 32:53 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, wie Medien über Managerinnen und Vorständinnen berichten. Es diskutieren DLF-Hörerin Anna-Lena Lämmle, Christoph Herwartz vom “Handelsblatt” und Virginia Sondergeld vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung.

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