Suchergebnisse für ‘falschmeldung’

Social-Media-Verbot?, Burkard rudert zurück, Christliche Influencer

1. “Ein Social-Media-Verbot macht den Jugendschutz schlechter”
(netzpolitik.org, Sebastian Meineck)
Der Medienrechtler Stephan Dreyer kritisiert im Interview mit netzpolitik.org, dass die politische Debatte über ein Social-Media-Verbot für Minderjährige nach australischem Vorbild weitgehend von der komplexen Forschungslage entkoppelt sei. Zudem würde ein derartiges Verbot gegen geltendes EU-Recht wie den Digital Services Act verstoßen. Dreyer warnt davor, dass nationale Alleingänge rechtlich kaum durchsetzbar seien und ein pauschales Verbot den Jugendschutz sogar verschlechtern könne. Außerdem verlören Jugendliche wichtige Teilhabe- sowie Kommunikationsräume.

2. Wir werden zu Wölfen gemacht
(taz.de, Annekathrin Kohout)
Die unkommentierte Veröffentlichung der Epstein-Files diene lediglich als Rohmaterial für die “Reaktionsmaschinerie” der Sozialen Medien, stellt die Kulturwissenschaftlerin Annekathrin Kohout in ihrer “taz”-Kolumne fest. Statt zur Aufklärung beizutragen, würden die Akten von Content Creatorn und True-Crime-Formaten zu Unterhaltung verarbeitet. Dadurch verschwimme die Grenze zwischen authentischem Material, Fiktion und gezielter Desinformation bis zur Unkenntlichkeit.

3. Merz in den Epstein-Files: Erwähnung ist kein Hinweis auf Straftaten
(correctiv.org, Gabriele Scherndl)
Gabriele Scherndl stellt klar, dass Behauptungen über eine Verwicklung von Bundeskanzler Friedrich Merz in den Epstein-Skandal haltlos seien, da sein Name lediglich in einem den Akten beigefügten Blogpost über die Trilaterale Kommission auftauche. Die bloße Erwähnung belege keinerlei Kontakt zu dem Sexualstraftäter, werde jedoch in Sozialen Medien gezielt aus dem Kontext gerissen, ähnlich wie bei Falschmeldungen über Stephanie von Bismarck oder KI-generierten Bildern von Politikern. Die Unübersichtlichkeit der riesigen Datenmenge des US-Justizministeriums biete einen idealen Nährboden für Verschwörungsmythen.

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4. Notfalleinsätze bei RTL nach Entlassungen? Burkard rudert zurück
(dwdl.de, Timo Niemeier)
RTL-Moderatorin Katja Burkard habe ihre Aussagen aus dem Podcast “Zwischen den Zeilen” revidiert, wonach es im Zuge der Bekanntgabe des Stellenabbaus beim TV-Sender zu Zusammenbrüchen und Krankenwageneinsätzen gekommen sei. In einem Instagram-Video habe sie eingeräumt, ungeprüftes Hörensagen weiterverbreitet zu haben. Sie habe nun klargestellt, dass die dramatischen Schilderungen über medizinische Notfälle nicht der Wahrheit entsprächen.

5. Wie christliche Influencer mit dem rechten Rand flirten
(youtube.com, Angela Giese & Felix Wolf, Video: 28:31 Minuten)
“Hat der christliche Glauben ein Comeback in der GenZ? Wenn man sich die Social-Media-Accounts von Christfluencern ansieht, hat man den Eindruck, die Antwort lautet: ja. Sie propagieren den ‘Jesus Glow’ und versprechen jungen Menschen, dass der Glaube ihnen in Krisenzeiten Halt und Orientierung bietet.” Angela Giese und Felix Wolf haben sich auf die Spur der sogenannten Christfluencer gemacht, die am rechten Rand fischen würden: “Wir zeigen, wie mit dieser schwarz-weißen Weltanschauung die politischen Linien zu Rechtspopulisten und der AfD verschwimmen. Dabei sprechen wir mit Theologen, Aussteigern und folgen der Spur in die USA bis zu Donald Trump.”

6. Instagram-Chef bestreitet Suchtpotenzial der App
(spiegel.de)
Instagram-Chef Adam Mosseri habe in einem richtungsweisenden Prozess in Los Angeles bestritten, dass die App “klinisch süchtig” macht, und den Konsum lediglich mit der Begeisterung für Fernsehserien verglichen. Die Klägerin werfe den Plattformen vor, durch Funktionen wie das endlose Scrollen gezielt psychische Probleme verursacht zu haben. Der hinter Instagram stehende Social-Media-Konzern Meta argumentiere, dass die Ursachen in den vorbestehenden schwierigen Familienverhältnissen der Frau zu suchen seien. Snapchat und TikTok hätten sich bereits vor Prozessbeginn mit der Frau auf einen Vergleich geeinigt.

7. Ein Reality-Format jagt das nächste
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:34 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Der “6-vor-9”-Kurator kritisiert anlässlich des fast nahtlosen Übergangs vom “Dschungelcamp” zu “Germany’s Next Topmodel”, dass seriöse Medien diese Reality-Formate oft wie echte Dokumentationen besprächen, obwohl es sich um konstruierte Inszenierungen handele: “Man muss sich mal vorstellen, ein Journalist würde über einen Spielfilm schreiben: ‘Brad Pitt hat gestern mutig gegen die Zombie-Invasion gekämpft.’ Das wäre doch absurd, oder?”

Metas Werbeverbot, Problematische Reise-Influencer, Zu schlau für TV

1. “Das Wort Demokratie kann problematisch sein”
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Ingo Dachwitz beschreibt in seinem Artikel, wie Metas pauschales Verbot politischer Werbung in der EU zu willkürlichen Sperrungen bei NGOs, Museen und Unternehmen führe. Selbst harmlose Aufklärungskampagnen oder Spendenaufrufe würden darunter fallen. Offiziell begründe der Social-Media-Konzern diesen Schritt mit der Komplexität neuer EU-Transparenzregeln. Kritiker würden dahinter jedoch den Versuch vermuten, sich jeglicher Regulierung zu entziehen und Strafzahlungen zu vermeiden.

2. Epstein taucht in Epstein-Akten auf!
(uebermedien.de, Boris Rosenkranz)
Die mediale Aufarbeitung der neu veröffentlichten Epstein-Akten sei oft von Sensationsgier und mangelnder Sorgfalt geprägt, findet Boris Rosenkranz bei “Übermedien” (jetzt frei lesbar). Er bemängelt, dass viele Redaktionen statt auf tiefergehende Analysen lediglich auf schnelles “Namedropping” und Clickbait setzen würden. Dadurch würden selbst harmlose Erwähnungen in den Dokumenten zu Skandalen aufgebauscht.

3. Wie rechte Influencer*innen Reisen für Propaganda-Zwecke instrumentalisieren
(belltower.news, Kiran Bowry)
Kiran Bowry analysiert in seinem Text, wie rechte Influencer das vermeintlich unpolitische Genre der Reise-Vlogs instrumentalisieren. Insbesondere der YouTuber Kurt Caz verbreite durch inszenierte “Gefahrensituationen” rassistische und nativistische Narrative. Bowrys Botschaft an die Medien: “Faktenchecks genügen nicht. Ohne Einordnung bleiben Reise-Influencer*innen wirksame Akteure bei der schleichenden Normalisierung rechtsextremer Weltbilder.”

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4. Gezielte Angriffe auf Medienschaffende
(verdi.de)
Aus einer Antwort der Bundesregierung gehe hervor, dass zwischen April 2024 und November 2025 mehr als 800 politisch motivierte Straftaten gegen Medienschaffende registriert worden seien. Angesichts dieser Bedrohungslage fordert die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union, Journalistinnen und Journalisten im Rahmen der anstehenden Strafgesetzbuch-Novelle (§ 116 StGB-E, PDF) ausdrücklich als schutzwürdige Berufsgruppe gesetzlich zu verankern.

5. Sieben Forderungen gegen Desinformation
(neuemedienmacher.de)
Die Neuen deutschen Medienmacher*innen haben einen Sieben-Punkte-Katalog vorgelegt (PDF), um die “Leerstelle bei der Mehrsprachigkeit” zu schließen. Hiesige Medienangebote hätten der Vielsprachigkeit von Falschmeldungen bisher kaum etwas entgegengesetzt. Zu den zentralen Forderungen zählen der massive Ausbau mehrsprachiger Angebote im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sowie eine stärkere Diversität in Redaktionen. Das Ziel sei es, manipulative Narrative frühzeitig zu identifizieren und Faktenchecks in mehreren Sprachen anzubieten.

6. Zu schlau fürs Fernsehen: Der Publizist Roger Willemsen
(wdr.de, Anke Rebbert, Audio: 13:23 Minuten)
Anlässlich seines zehnten Todestages erinnert das WDR-“Zeitzeichen” an den Publizisten Roger Willemsen, der als “boulevardtauglicher Intellektueller” das Fernsehen der 90er-Jahre geprägt habe. Autorin Anke Rebbert beschreibt, wie der promovierte Musik-Experte durch seinen einzigartigen, zugewandten Moderationsstil zum Publikumsliebling avanciert sei, bevor er sich Ende der 90er-Jahre bewusst aus dem Talkshow-Geschäft zurückgezogen habe.

KW 04/26: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Müssen Korrespondenten in der Ukraine inzwischen darum kämpfen, im Nachrichtenchaos noch durchzudringen?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 32:38 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit dem ARD-Korrespondenten Vassili Golod in Kiew: “Wie ist es inzwischen, aus dem Krieg in der Ukraine zu berichten? Und wie sehr müssen Reporter vor Ort um die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit buhlen bei all den vielen Meldungen von Krisen in der ganzen Welt, die Tag für Tag kursieren?”

2. Das Ende der BILD-Zeitung
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 20:45 Minuten)
“Bild” bleibe laut Mats Schönauer trotz massiv sinkender Verkaufszahlen der gedruckten Zeitung durch ihre riesige Online-Präsenz weiterhin eines der mächtigsten und einflussreichsten Medien. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt Schönauer, wie die “Bild”-Redaktion regelmäßig Falschmeldungen und Lügen verbreite, die Medien weltweit oft ungeprüft übernähmen.
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

3. Medien, Macht und die Gewöhnung an Rechts!
(youtube.com, Wolfgang M. Schmitt & Stefan Schulz, Video: 52:36 Minuten)
Wolfgang M. Schmitt und Stefan Schulz analysieren bei “Die Neuen Zwanziger” anhand von Podcast-Ausschnitten, wie führende Medienvertreter Friedrich Merz trotz rassistischer Äußerungen und außenpolitischer Fehltritte verharmlosen und normalisieren würden. Dabei gehe es darum, das bürgerliche Lager zu schützen. Außerdem diskutieren die beiden über die Gefahr einer schleichenden Gewöhnung an rechtspopulistische Positionen. In manchen Fällen verlören Journalistinnen und Journalisten die kritische Distanz und würden selbst offensichtliche Lügen oder gefährliche politische Annäherungen an die AfD schönreden.

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4. Verdient das ZDF einen neuen Intendanten?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 23:34 Minuten)
Alexander Matzkeit thematisiert im Gespräch mit “FAZ”-Redakteur Michael Hanfeld die angestrebte Wiederwahl von ZDF-Intendant Norbert Himmler und die wachsende Kritik des Fernsehrats an Himmlers vager Haltung in Debatten.

5. Die Medienhölle – Episode #002
(youtube.com, Jörg Wagner, Video: 1:33:02 Stunden)
Jörg Wagner analysiert in seiner “Medienhölle” die manipulative Berichterstattung des Portals “Nius” über einen Auftritt des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Daniel Günther in der Talksendung von Markus Lanz und diskutiert im Anschluss mit Stefan Ruß-Mohl über ein verengtes Meinungsspektrum im Journalismus. Zudem behandelt Wagner die Hintergründe zum linearen Ende des BR-Jugendsenders Puls. Und er führt ein Interview mit dem Wetterexperten Jörg Kachelmann, der erklärt, warum er sich als KI-Avatar klonen ließ.

6. Vom Luxus zum Spendenlink – wenn Mitleid zum Geschäftsmodell wird
(youtube.com, Sashka, Video: 16:32 Minuten)
YouTuberin Sashka kritisiert Influencerinnen und Influencer, die ihren luxuriösen Lebensstil offen zur Schau stellen (“flexen”), aber bei finanziellen Engpässen oder Steuerschulden sofort nach Mitleid bei ihren Fans suchen, um Spenden oder Verkäufe zu generieren. Anhand von Beispielen zeigt sie, dass oft schlechte Planung oder Unwissenheit über Steuerthemen der Grund für die Pleiten seien, diese Fehler aber emotionalisiert als Schicksalsschlag verkauft würden.

Nackter Kaiser, Von Menschen gemacht, Gefälschte Schneemassen

1. Kaiser Trump ist nackt
(derstandard.at, Olivera Stajić)
Olivera Stajić warnt in ihrer Kolumne davor, dass normale journalistische Arbeit bei Donald Trump gefährlich sei, weil das nachträgliche Ordnen seiner wirren Reden den US-Präsidenten vernünftiger wirken lasse, als er eigentlich sei. Trump verbreite am laufenden Band Lügen und beschimpfe Gegner, weshalb man sein Verhalten nicht wie normalen politischen Alltag behandeln dürfe. Stattdessen sollten Medien wie im Märchen “Des Kaisers neue Kleider” ganz offen aussprechen, dass der Präsident nicht normal handele, sondern gefährlich und unberechenbar sei.

2. “Wir verkaufen keine Informationen – wir sind Gastgeber von Gemeinschaften”
(journalist.de, Catalina Schröder)
Im Interview mit dem “journalist” betont “Zeit”-Chefredakteur Jochen Wegner, dass in einer von Künstlicher Intelligenz geprägten Welt vor allem der “spürbar von Menschen gemachte” Journalismus sowie persönliche Formate wie Podcasts entscheidend seien, um das Vertrauen des Publikums zu sichern. Zwar setze auch Wegners Redaktion Technologie bereits intensiv zur Effizienzsteigerung ein, doch er stellt klar, dass KI den journalistischen Kern niemals ersetzen dürfe. Originäre Recherche und menschliche Einordnung würden unersetzbar bleiben.

3. Fakes in geordneten Bahnen
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Auf der russischen Halbinsel Kamtschatka liege zwar wirklich viel Schnee, doch viele spektakuläre Bilder dazu im Internet seien per KI gefälscht und völlig übertrieben, schreibt Ann-Kathrin Leclère. Diese Fake-Fotos seien so beliebt, weil sie Emotionen wecken und ein friedliches Alltagsleben zeigen würden, das man sonst kaum aus Russland sehe.

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4. Haftbefehl-Doku und ARD-Korrespondentin von der Tann für Grimme-Fernsehpreis nominiert
(spiegel.de)
Das Grimme-Institut habe seine diesjährigen Nominierungen bekannt gegeben, zu denen unter anderem die Netflix-Dokumentation über Rapper Haftbefehl, die ARD-Journalistin Sophie von der Tann sowie der Comedian Till Reiners zählen würden. Die Geschäftsführung habe jedoch kritisiert, dass wichtige Aspekte wie eine “hochkarätige Auseinandersetzungen mit dem Thema Krieg”, der Klimakrise oder der aktuellen politischen Situation in den USA in den TV-Medien zu wenig Raum bekämen. Außerdem fehle es der Unterhaltungsbranche an Mut zu Innovationen. Insgesamt seien aus mehr als 750 Einreichungen 71 Produktionen und Einzelleistungen als Nominierte ausgewählt worden.

5. Preisverleihung: Kooperation mit Otto Brenner Stiftung
(netzwerkrecherche.org)
Nach einer einjährigen Pause schreibe die Otto Brenner Stiftung ihre Auszeichnungen für kritischen Journalismus wieder aus und prämiere dabei erstmals die beste lokale Recherche. Zudem stärke die Stiftung ihre Rechercheförderung, indem sie künftig vier statt drei Recherchestipendien vergebe und die finanziellen Mittel hierfür auf 24.000 Euro erhöhe. Die Preisverleihung finde im Rahmen einer neuen Kooperation mit dem Netzwerk Recherche (NR) am 11. Juni dieses Jahres in Hamburg als Auftakt zur dortigen NR-Jahreskonferenz statt.

6. Was aktuell auf Instagram und TikTok viral geht
(dwdl.de, Simon Pycha)
“DWDL”-Autor Simon Pycha stellt in seinem “Trend-Ticker” diverse virale Social-Media-Trends der vergangenen Wochen vor, die von humorvollen Imitationen berühmter Stars als Eulen bis hin zu nostalgischen Rückblicken auf das Jahr 2016 reichen. Neben kreativen Reaktionen auf politische Debatten zur Zusammenlegung von Bundesländern thematisiert er auch solidarische Aktionen wie lilafarbene Profilbilder als Protest gegen Femizide. Gleichzeitig weist Pycha auf problematische Entwicklungen hin, darunter verbreitete Falschmeldungen über eine angebliche KiKa-Abschaltung sowie Vandalismus an Straßenschildern.

BBC wehrt sich gegen Trump, Falsche KI-Tiere, Schabowskis Zettel

1. BBC wehrt sich gegen Trumps Milliardenklage
(spiegel.de)
Donald Trump habe in Florida Klage gegen die BBC eingereicht. Der US-Präsident fordere 10 Milliarden US-Dollar von dem öffentlich-rechtlichen Sender, der sich dagegen wehre. Trump werfe der BBC vor, ihn in einer Dokumentation durch einen fehlerhaften Zusammenschnitt seiner Rede vom 6. Januar 2021, also vor dem Sturm auf das Kapitol, diffamiert zu haben. Obwohl der britische Sender den Schnittfehler eingeräumt und um Entschuldigung gebeten habe, sieht er keine rechtliche Grundlage für Trumps Klage.

2. Falschmeldungen schüren Ängste vor Muslimen
(tagesschau.de, Lena Maurer)
In Sozialen Medien würden sich aktuell massenhaft Falschinformationen über angebliche Vorfälle auf deutschen Weihnachtsmärkten verbreiten, berichtet Lena Maurer im ARD-“Faktenfinder”. Ziel dieser Beiträge sei es offenbar, gezielt Stimmung gegen Muslime und Migration zu machen. Videos von friedlichen, angemeldeten Demonstrationen zum Jahrestag des Sturzes des syrischen Assad-Regimes würden dabei fälschlich als Erstürmung von Weihnachtsmärkten dargestellt, aus dem Kontext gerissene Aufnahmen mit erfundenen Behauptungen verbreitet und KI-generierte Bilder zur Stimmungsmache genutzt.

3. Lüneburger Gericht: Rundfunkbeitrag ist rechtens – Kritik an Böhmermann kein Grund zur Befreiung
(landeszeitung.de)
Das Verwaltungsgericht (VG) Lüneburg habe mehrere Klagen sogenannter “Beitragsblocker” gegen den Rundfunkbeitrag abgewiesen. Diese hätten mit Hilfe von Musterformularen aus dem Internet argumentiert, die Öffentlich-Rechtlichen würden durch einseitige Berichterstattung etwa zum Krieg in der Ukraine oder zur Corona-Pandemie ihren Auftrag verfehlen. Das VG sei allerdings der aktuellen Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts gefolgt, wonach die Beitragspflicht erst dann verfassungswidrig sei, wenn das Gesamtprogramm über längere Zeit die gebotene Vielfalt “gröblich verfehlt”. Eine pauschale Kritik an einzelnen Sendungen oder Beiträgen reiche nicht aus. Laut einer Gerichtssprecherin seien bei der Kammer über 100 weitere ähnlich gelagerte Verfahren anhängig.

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4. Streit um den Schabowski-Zettel: Stiftung muss Verkäufer nennen
(rsw.beck.de)
Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Nordrhein-Westfalen habe entschieden, dass das Bonner Haus der Geschichte offenlegen müsse, von wem es den historischen Schabowski-Zettel für 25.000 Euro erworben hat. Geklagt hatte ein Chefreporter der “Bild”-Zeitung. Es gehe um jenen Sprechzettel, mit dem Politbüro-Mitglied Günter Schabowski am 9. November 1989 die neue DDR-Reiseregelung verkündet und mit seiner Äußerung “sofort, unverzüglich” zumindest indirekt die Maueröffnung ausgelöst habe. Das Haus der Geschichte habe dem Verkäufer des Zettels Anonymität zugesichert. Laut OVG überwiege allerdings das verfassungsrechtliche Informationsinteresse der Presse das Vertraulichkeitsinteresse des Verkäufers.

5. Klima vor acht verpasst Spendenziel und will trotzdem ins Erste
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Der Verein “Klima vor acht” habe seine Spendenaktion beendet, allerdings statt der angepeilten 250.000 Euro nur rund 135.000 Euro einsammeln können. Mit dem Geld wolle er sich ins Werberahmenprogramm des Ersten einkaufen, um kurz vor der “Tagesschau” einen Spot zum Thema Klima und die Berichterstattung darüber zu platzieren. Allerdings bleibe unklar, ob dieser die Vorgaben des Medienstaatsvertrags für Wirtschaftswerbung erfüllen werde.

6. “Man vertraut der KI schon zu sehr”
(pr-journal.de)
Im Interview mit dem “PR-Journal” warnt Florian Amrhein, Pressesprecher der Heinz Sielmann Stiftung, davor, dass KI-generierte Tierbilder zunehmend professionelle Bilddatenbanken und Soziale Medien fluten würden und dabei oft biologisch falsch seien. So würden sie etwa eine falsche Anzahl an Gliedmaßen oder unrealistische Körperproportionen zeigen. Amrhein zitiert Tierfilmer Sielmann: “Künstliche Darstellungen fördern Unwissen. Heinz Sielmann hat einmal gesagt: Nur was man kennt, schützt man auch. Wenn dieser Bezug fehlt, fehlt auch das Verständnis und damit langfristig der gesellschaftliche Wille, Natur zu bewahren.”

Teil-Rückkehr für Jimmy Kimmel, Rettungsflug, Polizeiberichte

1. Nur eine Teil-Rückkehr für Jimmy Kimmel
(tagesspiegel.de)
Nach massiver Kritik an seiner Absetzung kehrt Jimmy Kimmel mit seiner Late-Night-Show auf Disney und ABC zurück, allerdings nicht flächendeckend. Rund ein Viertel der ABC-Sender, darunter Nexstar und Sinclair, würden die Sendung nicht mehr ausstrahlen. Dies geschehe offenbar aus Rücksicht auf die Trump-nahe Medienaufsichtsbehörde FCC, deren Zustimmung die Sender für eigene Übernahmen benötigen. Kimmels Show war nach Aussagen zum Attentat auf Charlie Kirk vorübergehend aus dem Programm genommen worden. Dies hatte breiten Widerstand in der Öffentlichkeit ausgelöst.

2. Afghaninnen verpassten Rettungsflug wegen fehlendem Rollstuhl, nicht beim Shoppen
(correctiv.org, Sara Pichireddu)
Laut einem Faktencheck von “Correctiv” haben zwei Afghaninnen ihren Rettungsflug nach Deutschland nicht – wie zunächst von der “Bild”-Redaktion behauptet – wegen einer Shoppingtour während des Umsteigens verpasst, sondern weil ein zuvor angemeldeter Rollstuhl in Istanbul fehlte. “Bild” habe die Falschmeldung erst zehn Tage später korrigiert, nachdem sich die falsche Schlagzeile bereits vielfach in Sozialen Netzwerken verbreitet hatte.

3. “Medien haben die Regierung vor sich hergetrieben”
(taz.de, Antje Lang-Lendorff)
Die “taz” hat mit dem Kommunikationswissenschaftler Marcus Maurer gesprochen. Maurer konstatiert, dass große Medienhäuser während der Corona-Pandemie zwar nicht regierungstreu, aber einseitig berichtet hätten. So seien kritische Perspektiven etwa zu sozialen oder wirtschaftlichen Nebenwirkungen der Lockdowns zu selten berücksichtigt worden.

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4. Deutschlands dümmste Journalistin
(kontextwochenzeitung.de, Cornelius W. M. Oettle)
In einer polemisch zugespitzten Kolumne für “Kontext” kritisiert Cornelius W. M. Oettle die Journalistin Julia Ruhs für aus seiner Sicht tendenziöse Inhalte in Ruhs’ Moderation des NDR/BR-Formats “Klar” und nennt sie provokant “Deutschlands dümmste Journalistin”. Ruhs vermarkte sich erfolgreich als Opfer linker Cancel-Kultur, obwohl ihre journalistische Arbeit mehrfach Anlass zur Kritik gegeben habe. Oettle deutet die öffentliche Unterstützung für Ruhs als Ausdruck einer Medienöffentlichkeit, in der Inszenierung zunehmend wichtiger sei als Substanz.

5. Sind Journalisten zu unkritisch?
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 29:38 Minuten)
“Übernehmen Medien zu schnell die Darstellung der Polizei? Sind Journalisten zu unkritisch gegenüber Meldungen der Polizei? Wie steht es mit der Polizei als privilegierte Quelle?” Darüber diskutieren im Deutschlandfunk der Journalist und Buchautor Mohamed Amjahid (“Alles nur Einzelfälle? – Das System hinter der Polizeigewalt”) und Journalismus-Professor Tanjev Schultz.

6. Jugendliche wollen soziale Medien weniger nutzen – schaffen es aber nicht
(spiegel.de)
Eine repräsentative Befragung von Infratest dimap habe ergeben, dass eine Mehrheit der Jugendlichen Soziale Medien zwar weniger nutzen wolle, es aber nicht schaffe, den eigenen Konsum zu begrenzen. Viele Jugendliche empfänden neben positiven Gefühlen auch sozialen Druck und emotionale Belastung. Insbesondere junge Frauen seien davon überdurchschnittlich betroffen.

Eklat um Donnepp Media Award, Kein selbstschießendes Auto, Privatsache

1. Donnepp Media Award wegen Antisemitismusvorwürfen aberkannt
(epd.de)
Im vergangenen Januar wurden die vom “Verein der Freunde des Adolf-Grimme-Preises” gestifteten Donnepp Media Awards verliehen. Ein Preis ging an die Abiturientin Judith Scheytt, die sich unter anderem kritisch mit der deutschen Nahost-Berichterstattung beschäftigt. Nun sei Scheytt der Preis aberkannt worden. Ihr werde vorgeworfen, die Hamas-Rhetorik auszublenden und Israel pauschal Kriegsverbrechen vorzuwerfen. Scheytt hat dem auf Instagram widersprochen. Es sei “nicht die Aufgabe von Medienkritik, Verständnis für militärische Operationen zu zeigen.” Teile der Jury seien deutlich gegen die Aberkennung der Preises gewesen. Und auch die für ihren Medienjournalismus ausgezeichnete Mit-Preisträgerin Annika Schneider ist spürbar entsetzt: “Die Vereinsvertreter haben sich offensichtlich mit ihrer Arbeit und ihren Themen nicht ausreichend auseinandergesetzt, weder vor noch nach der Preisverleihung. Sonst hätten sie gewusst, dass die Auszeichnung Kritiker auf den Plan rufen wird – und sich dafür besser gewappnet. Sonst hätten sie verstanden, dass ihr Einknicken genau die Schieflage beweist, die Judith Scheytt immer wieder kritisiert.” Mit bemerkenswerter Konsequenz gibt Schneider nun ihren eigenen Preis zurück: “Ich möchte mich nicht für ‘guten Medienjournalismus’ auszeichnen lassen von einem Verein, der dessen Prinzipien selbst nicht einhält.” Sie werde Statue und Urkunde zurücksenden und die erhaltenen 5.000 Euro zurücküberweisen.

2. Nein, in China gibt es keine selbstschießenden Polizeiautos
(kobuk.at, Hans Kirchmeyr)
Medienberichte über selbstschießende Polizeiautos in China würden auf einer Fehlinformation beruhen, berichtet Hans Kirchmeyr bei “Kobuk”. Ein falsch übersetzter chinesischer Bericht habe ein Kamerasystem mit einem “Schießgerät” verwechselt, das sich bei genauerer Prüfung lediglich als Notruf- und Überwachungstechnik entpuppt habe. Die Falschmeldung habe sich ausschließlich im deutschsprachigen Raum verbreitet, ausgelöst durch ein irreführendes Video des Contentanbieters “KameraOne”.

3. X sieht kein Problem, wenn Nutzer SA-Parole verwenden
(t-online.de, Lars Wienand)
Elon Musks Plattform X weigere sich weiterhin, deutschen Behörden Nutzerdaten herauszugeben, selbst in strafrechtlich relevanten Fällen wie der Nutzung von NS-Parolen. Die Staatsanwaltschaft ermittele deshalb inzwischen gegen mehrere X-Manager wegen möglicher Strafvereitelung. Die Social-Media-Plattform berufe sich auf angebliche Verstöße gegen Europarecht und fordere, dass deutsche Ermittler stattdessen den langwierigen Weg über US-Rechtshilfeabkommen gehen sollen.

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4. Rechtspopulist soll nach Beleidigung von taz-Reporter zahlen
(taz.de)
Wie die “taz” berichtet, muss der rechtspopulistische YouTuber Anthony Lee 100 Euro zahlen, um einer Anklage wegen Beleidigung zu entgehen. In mehreren Videos habe Lee den “taz”-Redakteur Jost Maurin massiv beschimpft, darunter mit Ausdrücken wie “Arsch” und “Idiot”. Die Staatsanwaltschaft sehe darin einen strafbaren Angriff auf die Menschenwürde. Maurin werte die Entscheidung als Signal gegen rechte Demagogie.

5. RTL Group will für Sky-Übernahme vier Mio. Aktien zurückkaufen
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Die RTL Group plane, bis zu vier Millionen eigene Aktien zurückzukaufen, um eine “variable Kaufpreis-Komponente” für die Übernahme von Sky Deutschland abzusichern. Diese Komponente hänge vom künftigen Kurs der RTL-Aktie ab und könne bis zu 377 Millionen Euro betragen. Bertelsmann, Hauptaktionär der RTL Group, wolle dabei die Hälfte der angestrebten Aktien beisteuern.

6. Auch eine Promi-Hoch­zeit ist Pri­vat­sache
(lto.de, Hasso Suliak)
Der Bundesgerichtshof habe entschieden, dass Medien wie die “Bild”-Zeitung nicht identifizierend über nichtprominente Ehepartner von Prominenten berichten dürfen. Im konkreten Fall hatte der Ehemann von Ex-Model Nadja Auermann erfolgreich auf Anonymitätsschutz geklagt. Die Berichterstattung über seine Hochzeit mit Auermann habe seine Privatsphäre verletzt. Laut “Legal Tribune Online” stärke das Urteil den Persönlichkeitsschutz von Privatpersonen und dürfte künftige Promi-Berichterstattung in ähnlichen Fällen deutlich einschränken.

Skrupellose “Bild”-Chefin, Medialer Umgang mit CDU/CSU, Tod im Stream

1. So skrupellos ist die neue BILD-Chefin
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 30:42 Minuten)
In diesem Video beschäftigt sich Mats Schönauer mit Marion Horn, derzeit Vorsitzende der Chefredaktionen der “Bild”-Gruppe und damit verantwortlich für die publizistische und redaktionelle Leitung der größten Boulevardzeitung Deutschlands: “Marion Horn ist eine der mächtigsten Frauen Deutschlands – und eine der gefährlichsten. Denn unter ihrer Leitung als Chefredakteurin der BILD-Zeitung werden katastrophale Falschmeldungen verbreitet, Angst und Hass geschürt und der Ruf von unschuldigen Menschen zerstört.”
Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

2. Der Umgang der Medien mit CDU und CSU
(deutschlandfunk.de, Michael Borgers, Audio: 43:51 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Bedenken des DLF-Hörers Matthias, Medien würden nicht kritisch genug über die CDU und die CSU berichten. Mit dem Hörer diskutieren Katharina Hamberger aus dem DLF-Hauptstadtstudio, Politik- und Kommunikationswissenschaftlerin Paula Diehl und Michael Borgers aus der DLF-Medienredaktion “mediasres”.

3. Rekordzahl an Angriffen auf Journalisten
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) macht auf die besorgniserregende Situation für Medienschaffende in Serbien aufmerksam: “Wenn Journalistinnen und Reporter in Serbien im Schnitt alle zwei Tage Opfer körperlicher Gewalt werden, ist das ein Alarmsignal für ganz Europa. Deutschland trägt hier eine besondere Verantwortung: Als gewichtiges EU-Mitglied muss die Bundesregierung klarstellen, dass Serbiens Weg in die EU nur mit einem wirksamen Schutz der Pressefreiheit und anderer Grund- und Menschenrechte vereinbar ist”, so RSF-Geschäftsführerin Anja Osterhaus.

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4. KI-Firma Anthropic beendet Streit mit Autoren über Urheberrecht
(handelsblatt.com)
In den USA sei erstmals ein Urheberrechtsstreit gegen ein KI-Unternehmen mit einem Vergleich beendet worden. Die Firma Anthropic (unter anderem mit dem Sprachmodell “Claude”) habe sich mit einer Autorengruppe geeinigt, die ihr vorgeworfen habe, Millionen raubkopierter Bücher zum Training ihres KI-Modells verwendet zu haben. Der Vergleich könne als Signal für ähnliche Verfahren gegen Firmen wie OpenAI, Microsoft oder Meta gewertet werden.

5. KI & Fake News: Wie künstliche Intelligenz gleichzeitig zur Gefahr und Lösung wird
(media-lab.de)
Künstliche Intelligenz (KI) ermöglicht die schnelle und täuschend echte Produktion von “Fake News”, was Desinformation glaubwürdiger und schwerer erkennbar macht. Gleichzeitig lassen sich KI-Technologien zur Aufdeckung und Bekämpfung dieser Falschinformationen einsetzen etwa durch automatisierte Analysewerkzeuge, Deepfake-Erkennung oder Faktenchecks. Für einen wirksamen Umgang brauche es laut “Media Lab Bayern” eine Kombination aus technischer Innovation, klarer Regulierung, journalistischer Verantwortung und gesellschaftlicher Medienkompetenz.

6. Tod im Stream
(taz.de, Rudolf Balmer)
Der französische Streamer Jean Pormanove (“JP”) sei nach einem zwölftägigen Livestream auf der Plattform Kick gestorben, in dem ihn zwei Begleiter vor laufender Kamera wiederholt gedemütigt, am Schlaf gehindert und geschlagen hätten. Eine erste Autopsie habe keine eindeutige Fremdeinwirkung ergeben, dennoch komme eine Untersuchung wegen Tötung ohne Vorsatz in Betracht. Die Behörden würden nun Sanktionen gegen den Streamingdienst prüfen.

KW 28/25: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. “Fake News im Sommerloch-Kreml-Propaganda auf Hochtouren?”
(ardaudiothek.de, Katja Hackmann & Thomas Bimesdörfer, Audio: 15:48 Minuten)
Bei “Medien – Cross und Quer” ist Anton Himmelspach, Redakteur und Geschäftsführer des unabhängigen Onlinemagazins “dekoder”, zu Gast. In dem Gespräch geht es um die zunehmenden KI-Fakes aus dem russischen Umfeld: “Droht jetzt eine neue Dimension der Falschmeldungen? Was genau wollen die russischen Propagandaportale erreichen? Und werden ihre Methoden mit Hilfe der künstlichen Intelligenz immer raffinierter?”

2. SLAPPs, Compact und Geheimplan-Recherche: Justus von Daniels zu Pressefreiheit
(spotify.com, Janina Zillekens-McFadden, Audio: 33:09 Minuten)
Janina Zillekens-McFadden spricht bei “Grundgesetzlich”, dem Podcast der Gesellschaft für Freiheitsrechte, mit Justus von Daniels, Chefredakteur von “Correctiv”. Sie unterhalten sich über die Pressefreiheit und die zunehmenden Angriffe darauf. Dabei geht es um strategische Klagen, sogenannte SLAPPs, mit denen Unternehmen Medienschaffende einschüchtern wollen. Außerdem diskutierten sie über die “Correctiv”-Recherche “Geheimplan gegen Deutschland” sowie über ein Urteil zum rechtsextremen Magazin “Compact”.

3. Killt KI die Reichweite unabhängiger Medien?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 30:02 Minuten)
“Wie wird die KI-Ära unabhängige Medien verändern? Auf welche Ausspielwege können, müssen sie jetzt setzen?” Über diese und weitere damit in Zusammenhang stehende Fragen hat Holger Klein mit Sebastian Esser gesprochen, dem Geschäftsführer der Mitgliedschaftsplattform Steady sowie Mitgründer und Herausgeber von “Krautreporter”. Ein angemessen nachdenkliches Gespräch, das keine Patentrezepte, aber gute Gedanken liefert.
(Offenlegung: Wir vom BILDblog nutzen Steady für unsere Mitgliedschaften.)

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4. KI als Werkzeug für den Journalismus
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 27:06 Minuten)
Und noch einmal das Thema Künstliche Intelligenz: In seinem Podcast “Satzzeichen” spricht Christian Jakubetz mit Jim Sengl, Leiter des KI-Kompetenzzentrums für Medien in Bayern, darüber, wie KI sinnvoll im Journalismus eingesetzt werden kann. Sengl betont, dass die Künstliche Intelligenz Journalistinnen und Journalisten unterstützen, aber nicht ersetzen sollte. Außerdem erklärt er, warum kreative Prozesse durch KI ergänzt werden sollten, anstatt sie vollständig auszulagern. Die beiden diskutieren darüber, inwiefern Vertrauen, Verantwortung und Vielfalt in der KI-gestützten Medienarbeit entscheidend sind.

5. AI-Training; AfD bei Demokratisierung und Chinesische Autos mit Raubkopien
(youtube.com, Chan-jo Jun, Video: 30:05 Minuten)
Rechtsanwalt Chan-jo Jun berichtet über aktuelle rechtliche Probleme beim KI-Training mit urheberrechtlich geschützten Inhalten und fordert klare gesetzliche Regeln, um Urheberinnen und Urheber fair an Gewinnen zu beteiligen. Zudem spricht er über laufende Prozesse gegen Fake-Accounts auf Social-Media-Plattformen wie TikTok und X.

6. Mastodon statt Tech-Monopole: Wie öffentlich-rechtliche Medien das Fediverse für sich nutzen können
(youtube.com, Stefan Pfeiffer & Lars Basche, Video: 42:18 Minuten)
Beim Videopodcast “9vor9” ist Leonhard Dobusch zu Gast. Er spricht mit den Hosts Stefan Pfeiffer und Lars Basche über das Fediverse, ein dezentrales Soziales Netzwerk, das auf offenen Standards basiert. Dobusch erläutert, warum öffentlich-rechtliche Medienhäuser wie ARD und ZDF eine wichtige Rolle bei der Demokratisierung digitaler Kommunikation spielen könnten. Außerdem geht es um die Frage, wie digitale Souveränität politisch relevanter wird und warum der Aufbau offener digitaler Räume gerade jetzt entscheidend ist.

Diffamierter Held, Antisemitische Musk-KI, Überall Ralf Schumacher

1. Messerangriff in Hamburg: Ein Held, der nicht sein darf
(ndr.de, Raja Khadour & Sulaiman Tadmory & Alice Echtermann, Video: 11:16 Minuten)
Der aktuelle Beitrag des NDR-Medienmagazins “Zapp” zeigt, wie rechte Accounts nach einem Messerangriff in Hamburg gezielt eine Desinformationskampagne gegen den syrischen Helfer Muhammad al Muhammad gestartet und ihn als “erfundenen Helden” diffamiert haben. Dabei wird deutlich, wie Künstliche Intelligenz zur Verbreitung solcher Verschwörungsmythen genutzt wird und warum viele Menschen diesen Erzählungen Glauben schenken.

2. Adolf Hitler als Lösung
(taz.de)
Elon Musk hat vor kurzem angekündigt, seinen KI-Chatbot Grok neu justieren zu lassen, offenbar weil dessen Ergebnisse nicht in Musks rechtslibertäres Weltbild passten. Nun habe Grok Menschen mit vermutlich jüdischem Nachnamen “Hass auf Weiße” vorgeworfen und Adolf Hitler gelobt. Jüdische Organisationen wie die Anti-Defamation League hätten Groks Aussagen als “unverantwortlich, gefährlich und antisemitisch” bezeichnet. Elon Musk selbst habe sich bislang nicht dazu geäußerte.

3. Fake über getötete Eisbären zielt gegen Merz
(tagesschau.de, Carla Reveland & Pascal Siggelkow)
Eine prorussische Desinformationskampagne verbreite gezielt Falschmeldungen über Bundeskanzler Friedrich Merz, darunter ein Fake-Video, in dem ihm die Tötung von Eisbären vorgeworfen werde. Die Aufnahmen, angeblich von einer kanadischen Nachrichtenseite, seien KI-generiert und Teil einer Kampagne der russischen Gruppe “Storm-1516”, die für ähnliche Fakes über Politikerinnen und Politiker bekannt sei.

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4. Zeitungsstreiks vor der 10. Tarifrunde: ver.di ruft zu mehrtägigen Arbeitsniederlegungen in Redaktionen auf
(verdi.de)
Vor der zehnten Tarifrunde mit dem Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger ruft Verdi gemeinsam mit dem Deutschen Journalisten-Verband zu mehrtägigen Streiks in Zeitungsredaktionen auf. Die Gewerkschaften fordern “Verhandlungen auf Augenhöhe” und kritisieren die jüngsten Rückschritte der Verlegerseite als Missachtung journalistischer Arbeit. Besonders im Süden Deutschlands sowie in Nordrhein-Westfalen und an der Ostseeküste solle der Streikdruck deutlich erhöht werden.

5. Für ein digitales Ökosystem
(verdi.de, Lars Lubienetzki)
Markus Beckedahl, Journalist und Gründer des Onlineportals netzpolitik.org, spricht sich dafür aus, sich von den großen, global agierenden Tech-Konzernen in der Onlinewelt zu lösen: “Wir müssen das Konzept des staatsfernen öffentlich-rechtlichen Rundfunks auf die digitale Welt weiterdenken. Zumindest in der Theorie bin ich davon überzeugt, die Öffentlich-Rechtlichen könnten der richtige Player sein, um gemeinwohlorientierte Plattformen staatsfern zu entwickeln, weiterzuentwickeln, zu betreiben oder zumindest als Mitbetreiber zu agieren.”

6. Nervige Werbung: Warum wir ständig überall Ralf Schumacher sehen
(rnd.de, Matthias Schwarzer)
“Der Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher macht Werbung für eine Gebrauchtwagenplattform. Der Werbespot wird so häufig ausgestrahlt, dass er Menschen im Internet an den Rand der Verzweiflung bringt.” Matthias Schwarzer erklärt, dass Unternehmen gezielt auf übermäßige Penetranz setzen, um ihre Marke schnell bekannt zu machen und Konkurrenz zu verdrängen. Trotz möglicher Genervtheit der Zuschauerinnen und Zuschauer könne diese Form von “Nerv-Werbung” effektiv sein. Selbst ein Shitstorm sei dabei oft einkalkuliert.

7. Googles KI-Übersichten – das Ende des Journalismus?
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:14 Minuten)
Zusätzlicher Link, da in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Kartellbeschwerde einiger unabhängiger Verlage gegen Googles KI-Übersichten: “Die Verlage sollten sich keine Illusionen machen: Selbst wenn sie ein paar Krümel vom großen Kuchen abbekommen, rettet sie das nicht. Die wahre Medienrevolution beginnt, wenn Verlage wieder lernen, dass ihre Leser ihre Kunden sind, nicht Google.”

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