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Einnehmen leicht gemacht

Was ein Glück! Kurz nach den Feiertagen fand sich auf der Startseite von stern.de genau das Richtige für Leser, die sich bei all den Plätzchen, Festtagsbraten und mit Plätzchen gefüllten Festtagsbraten nicht zurückhalten konnten:

Kampf den Kilos Nach Weihnachten sollen die Pfunde purzeln. Viele nehmen sich Jahr für Jahr vor, ihre überflüssigen Kilos loszuwerden, aber die wenigsten schaffen es. Der stern-abnehm-Coach zeigt, wie es geht. Von Nicole Simon

Wer dem Link in Richtung “Kampf den Kilos” folgt, landet bei einem stern.de-Artikel:

Der stern-Abnehm-Coach hilft und erklärt, wie man sein Gewicht dauerhaft reduziert.

Wissenshungrige können alle Fakten und Neuigkeiten zum Thema Übergewicht im stern-Abnehm-Coach nachlesen. (…)

Der Coach basiert auf dem aktuellen Stand der Ernährungs- und Sportwissenschaften und orientiert sich an den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). (…)

Per Mausklick zur Wunschfigur

Dass hier neben dem Wunsch nach schlanken Lesern auch kommerzielles Interesse mitschwingt, zeigt sich im letzten Absatz:

Wenn es um gesunde Ernährung und Sport geht, kommt immer wieder die Geldfrage auf. Fitnessstudios sind teuer, gute Ernährungsberater erst recht. Nicht hier: Der stern-Ernährungscoach ist professionell und kostet weniger als 15 Euro im Monat.

>>> Hier geht’s zum stern-Abnehm-Coach

Der Link führt auf die Domain stern-abnehm-coach.de. Die aber gehört nicht, wie man denken könnte, dem “Stern”, stern.de oder dem Verlag Gruner + Jahr. Sie gehört der Berliner Firma xx-well.com AG.

Der “Stern-Abnehm-Coach” ist eine umlackierte Version des “Abnehm-Coaches” der Firma xx-well.com. Wer sich für den “Stern-Abnehm-Coach” anmeldet, bewegt sich dabei zwar die ganze Zeit auf Seiten, die aussehen wie die von stern.de. Er schließt aber einen Vertrag mit der Firma xx-well.com AG.

Man ahnt das nicht, wenn man nicht die Allgemeinen Geschäftsbedingungen liest, denn stern.de schreibt bloß davon, das Angebot werde “in Kooperation mit xx-well.com” gemacht.

Wenn stern.de für den “Stern-Abnehm-Coach” wirbt, wirbt es für das Angebot eines externen Unternehmens. Und stern.de wirbt wie verrückt: In vielen, vielen, vielen, vielen redaktionellen Artikeln.

Auch der gedruckte “Stern” wirbt in seinem vermeintlich redaktionellen Teil immer wieder für das kommerzielle Angebot. Im Mai 2008 hieß es etwa: “Per Mausklick schlanker werden: Der neue Abnehm Coach des stern macht das Leben leichter (…)”. Auch im aktuellen Heft 2/2011 stehen wieder ein paar Zeilen, unter der Überschrift:
“Persönlicher Helfer im Kampf gegen die Weihnachtspfunde”.

Damit verstoßen “Stern” und stern.de klar gegen Ziffer 7 des Pressekodex, wo es heißt:

Verleger und Redakteure (…) achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken. Bei Veröffentlichungen, die ein Eigeninteresse des Verlages betreffen, muss dieses erkennbar sein.

Vermutlich bekommt stern.de Provision von xx-well.com für den stern.de-Leser, der auf diese Weise zum xx-well.com Kunden wird. Die Firma bietet jedem Online-Medium ein entsprechendes “Partnerprogramm” an, das mit Provisionen zwischen 4 und 35 Euro pro vermittelten Kunden lockt — stern.de könnte als spezieller Partner auch eigene Konditionen ausgehandelt haben.

Auch die Diät-Coaches der Zeitschriften “Brigitte”, “Men’s Health”, der Portale web.de und gmx.de und vieler weiterer Medien basieren auf dem Angebot des “Experten für Online-Coaching”.

Es scheint ein gutes Geschäft zu sein — nur nicht unbedingt für die Leser.

Worauf stern.de nämlich nicht hinweist: Wer das “Coaching”-Angebot direkt von xx-well.com abonniert, zahlt deutlich weniger als bei der “Stern”-Variante — und das, obwohl sich die beiden Angebote laut Marketingabteilung von xx-well.com nur in Nuancen (etwa einzelne Rezepte) unterscheiden:

Abnehm Coach Ganz flexibel - Ihr Abonnement

Und dabei hatte stern.de auf der Hauptseite des “Stern-Abnehm-Coaches” neben “weniger Pfunde” und “mehr Aktivität” auch “faire Preise” versprochen:

Programm und Preis Der stern-Abnehm-Coach ist als Abonnement erhältlich. Entscheiden Sie selbst, in welchen Abständen die Zahlungen vorgenommen werden sollen. Je größer Sie das Zahlungsintervall wählen, desto günstiger wird Ihr Coach.

Mit großem Dank an Kevin R.

Nachtrag, 11. Januar: Ein aufmerksamer Leser hat uns darauf hingewiesen, dass das Verlagshaus Gruner + Jahr, zu dessen Publikationen unter anderem “Stern” und “Brigitte” gehören, bereits seit 2007 die Aktienmehrheit von xx-well.com hält und seine Anteile 2010 auf 95 Prozent erhöht hat. Damit geht es beim “Stern-Abnehm-Coach” nicht nur um Provisionen, wie wir zuerst mutmaßten, sondern um ganz konkrete Einnahmen.

Spiegel, Giffords, Dioxin

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Eure Doppelmoral kotzt mich an (1): DER SPIEGEL”
(gutjahr.biz, Richard Gutjahr)
Der “Spiegel” kritisiert in der aktuellen Titelgeschichte “Facebook & Co”. Mit einer unersättlichen Datensammelwut würden solche Firmen “Milliarden-Geschäfte” in die Wege leiten. Nicht erwähnt wird, dass auch, wer ein “Spiegel”-Testabo beantragt und ein bestimmtes Häkchen ankreuzt, einwilligt, “dass er nicht nur vom SPIEGEL Verlag, sondern auch von beteiligten Verlagsgesellschaften für alle aktuellen und künftigen Publikationen zugespamt werden darf. Darüber hinaus muss er befürchten, über Jahre hinweg von privaten Callcentern telefonisch belästigt zu werden, um ihm fernmündlich irgendein Abo unterzujubeln.”

2. “Feindbild: Internet!”
(wasmitmedien.de, Daniel Fiene)
Daniel Fiene beschäftigt sich mit der gleichen Titelgeschichte und fragt, was denn so schlimm sei an personalisierter Werbung: “Technik, die so genaue Nutzerprofile erstellen kann, könnte irgendwann zum Missbrauch eingesetzt werden. Willkommen im Hätte-Wenn-Und-Aber-Journalismus. Mit diesem Argumentation ließe sich auch eine Hass-Titelgeschichte rund um Feuerzeuge rechtfertigen. Schließlich kann ich damit nicht nur meine Ikea-Teelichter, sondern auch Bomben anzünden.”

3. “Mediendemokratie auf niederbayerisch”
(blog-cj.de, Christian Jakubetz)
Das Amt des Präsidenten der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien wird neu besetzt. Die Kandidatin Gabriele Goderbauer-Marchner wird in der Lokalpresse mit fragwürdigen Argumenten niedergeschrieben.

4. “How incorrect reports of Giffords’ death spread on Twitter”
(lostremote.com, Steve Safran, englisch)
Die Twitter-Konten @BreakingNews, @nprnews, @BBCBreaking und andere vermelden zwischenzeitlich den Tod der angeschossenen US-Politikerin Gabrielle Giffords.

5. “Misere der Meisterdenker”
(freitag.de, Hans Ulrich Gumbrecht)
Hans Ulrich Gumbrecht sieht “Kritik nur als Detailkorrektur auf der Linie eines immer breiteren Mehrheitskonsensus akzeptier- und denkbar”. “Ohne die stimulierende Kraft des riskantes Denkens, befürchte ich, könnten die zur Norm gewordenen ehemaligen Intellektuellen- und Minoritätenmeinungen so repressiv werden wie in der Vergangenheit – auf der anderen Seite des für immer verschwundenen Eisernen Vorhangs – eine zum Staats-Sozialismus entartete Sozialdemokratie.”

6. “Ein Bild von einem Ei”
(juliane-wiedemeier.de)
Wie die “Tagesthemen” das Thema Eier und Dioxin über eine Woche hinweg illustrieren.

Elfmeter für Trier-Saarburg!

Je größer eine Zahl ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich Journalisten an ihr verheben — insbesondere, wenn auch noch Übersetzungen aus dem Englischen hinzukommen, wo “one billion” einer “Milliarde” entspricht (BILDblog berichtete).

Aber auch kleine Zahlen verhindern nicht immer, dass Leute wie der Bilderstreckenbetexter von Bild.de an ihnen scheitern können:

Rund 11 Meter – so hoch stieg der Pegel bis Donnerstag in der Kyll, dem linken Nebenfluss der Mosel im Kreis Trier-Saarburg

11 Meter, das wäre verdammt viel für so einen kleinen Nebenfluss. Der Rekordpegelstand der Mosel selbst liegt bei 11,28 Meter.

Und das wäre natürlich auch verdammt riesiges Gras, riesiger Schnee und eine riesige Messlatte, wenn jedes Segment einem Meter entspräche. In Wahrheit ist ein solcher Abschnitt einen Dezimeter (oder zehn Zentimeter) groß, das Foto zeigt demnach einen Pegelstand von 1,10 Metern.

Mit Dank an Marcel G.

Demokratisierung, Autorisierung, Flattr

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Mir reicht’s langsam! Brief an Bodo Hombach”
(julius01.de, Julius Endert)
Julius Endert schreibt an WAZ-Geschäftsführer Bodo Hombach. Es sei ziemlich vermessen, “die eigenen Erzeugnisse per se als qualitätshaltig gegenüber dem Rest im Netz abgrenzen zu wollen” – “grundsätzlich ist es so, dass der Wert eines Inhaltes vom Empfänger und nicht vom Absender bestimmt wird”.

2. “Das Drama der Demokratisierung”
(dirkvongehlen.de)
Die Demokratisierung der Publikationsmittel führt zu wunderlichen Abgrenzungsaktionen bei Gastronomiekritikern, Fotografen, Journalisten. Dirk von Gehlen fragt, ob das erforderlich sei – andere, längst demokratisierte Berufsgruppen hätten das doch auch nicht nötig. Man könne sich “nur schwer einen professionellen Koch vorstellen, der öffentlich erklärt, ‘wenig Geschmack’ an einer privat angerichteten Speise zu finden und überhaupt in diesem von einem Amateur zubereiteten Mahle nichts Neues entdeckt zu haben.”

3. “Kurzfazit: Sieben Monate Flattr im Einsatz”
(netzpolitik.org, markus)
Markus Beckedahl resümiert den Einsatz von Flattr nach sieben Monaten: “Aus kommerziellen Gründen müssten wir eigentlich nur noch Unterhaltung fahren. Eine Formel um reich zu werden scheint auf jeden Fall Boulevard zu sein. In der Netzpolitik heißt das möglichst polemisch sein, wenig Arbeit und Recherche reinstecken und ein klares Feindbild haben.”

4. “Im Namen der Zwiebel”
(tagesspiegel.de, Rainer Moritz)
Rainer Moritz erinnert an die Vorzüge der 2001 eingestellten ZDF-Sendung “Das Literarische Quartett”: “Man konzentrierte sich auf zentrale Bücher, folgte nicht dem grassierenden Trend, alles über den grünen Klee zu loben und mit drei Halbsätzen abzuhandeln, polemisierte unverhohlen, ging zu persönlichen Angriffen über, mühte sich darum, ästhetische Fragen anzusprechen, verzichtete auf kreuzdämliche Einspielfilme und lud sich als Gast nicht lesebeflissene ‘Tatort’-Kommissare, sondern kompetente, diskussionsfreudige Literaturkritiker ein.”

5. “Zehn Minuten lang eine gute Show”
(volksfreund.de, Sarah-Lena Gombert)
Ein Kurzinterview mit Florian Silbereisen erscheint nicht, weil seine Managerin bei der Autorisierung eingreift: “Sie wisse zwar, dass Silbereisen gewisse Dinge gesagt habe, erklärt mir die Managerin beim erneuten Telefonat. Doch sie habe ihm bereits mehrfach gesagt, dass er das in Interviews nicht sagen soll. Darum hat sie einen völlig harmlosen Satz kurzerhand gestrichen.”

6. “leben in berlin”
(kunstlehrerin.wordpress.com)
Die Vorteile (Pluspunkte) und Nachteile (Minuspunkte) des Lebens in Berlin.

Ein Hit im Corn Belt

Am Wochenende hat Axel Springer den Berliner Presseball im Haus und kann dabei mit einem echten Weltstar aufwarten, wie Bild.de berichtet:

Joelina Drews (15), die hübsche Tochter von Schlager-Barde Jürgen Drews (65), ist mit ihrer ersten Single “Trendsetter” in den Top 40 der US-Billboard-Charts. Nun wird sie auch bei uns zum Hit: Am Samstag hat sie beim Presseball in der Ullstein-Halle im Axel-Springer-Haus ihren ersten Live-Auftritt in Deutschland.

Es ist allerdings nicht Joelina Drews’ erster Auftritt in den Springer-Medien: Vor elf Monaten freuten sich “Bild” und Bild.de, weil Joelina in einer Fernsehsendung schön gesungen hatte; im August berichtete die gedruckte “Bild”, dass Joelina ihre erste Single aufnehmen werde; im Dezember wurden Song und Video auf Bild.de vorgestellt — damals schon mit der prophetischen Überschrift “Jürgen Drews’ Tochter Joelina wird Popstar in den USA”.

Allein: So richtig geklappt hat das mit dem Durchbruch in Amerika bisher noch nicht. In die Billboard Top 40, die Bild.de nennt, ist die Single bisher jedenfalls noch nicht eingestiegen — und auch sonst fehlt auf der Website des “Billboard Magazine”, die Bild.de dankenswerter Weise direkt verlinkt hat, jeder Hinweis auf Joelina Drews und ihren Song “Trendsetter”. Auch der Chart-Beauftragte des Magazins konnte auf unsere Nachfrage hin nichts finden, was die Behauptung von Bild.de stützt.

Aber spätestens Montag werden wir sicher erfahren, was für ein umfeierter Auftritt das am Samstag war.

Mit Dank an Rolf.

Nachtrag, 7. Januar: Bild.de hat den Hinweis auf die Billboard-Charts gelöscht und schreibt jetzt nur noch, Joelina Drews starte “in den USA durch”.

Österreich, Datenjournalismus, Punkt 12

6 vor 9

Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier montags bis freitags handverlesene Links zu lesenswerten Geschichten aus alten und neuen Medien. Tipps gerne bis 8 Uhr an [email protected].

1. “Falsches Foto von Mordopfer”
(diepresse.com)
“Österreich” wurde am Mittwoch vom Landesgericht für Strafsachen in Wien zu einer Entschädigungszahlung von 20.000 Euro verurteilt. Die Tageszeitung wies ein von Facebook stammendes Foto einer unbeteiligten Studentin als Abbildung einer ermordeten Prostituierten aus.

2. “Die Story sichtbar machen”
(politik-kommunikation.de, Maximilian Steinbeis)
Der langjährige Parlamentskorrespondent Maximilian Steinbeis plädiert dafür, von der langweiligen Personalisierung wegzukommen und sich um den spannenderen Datenjournalismus zu kümmern. Es interessiere ausserhalb der Hauptstadtdunstglocke niemanden, “wenn irgendein langweiliger Politiker Ärger mit irgendeinem anderen langweiligen Politiker hat.”

3. “Datenjournalismus und die Zukunft der Berichterstattung”
(netzpolitik.org, Lorenz Matzat)
Auch Lorenz Matzat tritt für den Datenjournalismus ein: “Journalismus, der sich selbst ernst nimmt, muss sich diesem Feld widmen. Mit der ihm eigenen Spezifik und seinen Werkzeugen.”

4. “Geschichte muss mehr sein als Entertainment”
(zeit.de, Christian Staas)
Das deutsche Geschichtsfernsehen habe sich aus der Debattenkultur verabschiedet, kritisiert Christian Staas. Er regt an, das Fernsehen “könnte die Technik der Montage nicht nur zum Addieren einander stützender Aussagen benutzen, sondern Widersprüche in Szene setzen – zwischen Zeitzeugenerinnerung und Historikersicht, zwischen großer und kleiner Geschichte, zwischen einzelnen Bildquellen. ”

5. “Die arme Familie Grüttner”
(tina-andi.blogspot.com, Andreas)
Andreas fragt sich, warum ein RTL-Reporter in einer kalten Wohnung vor einem nicht angefeuerten Kamin sitzt.

6. “Warum mir 02 keinen Vertrag geben möchte II: Nachricht von Arvato Infoscore”
(mindsdelight.de, Marco)
Marco erhält einen Brief von Arvato Infoscore: “Ich wohne also alleine in Neukölln, bin 24 Jahre alt und zahle meine Rechnungen nicht. In Wahrheit weiss Arvato das alles aber gar nicht. Sie nehmen sich nur die Daten, die ich O2 beim Vertragsgesuch gab, schauen in ihrer Tabelle über Neukölln nach und gehen einfach davon aus, dass ich meine Rechnungen nicht bezahle.”

Viel Spaß, Talkshows, Schweinegrippe

6 vor 9

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1. “Die Zeitschrift mit dem Frausrufezeichen”
(stefan-niggemeier.de)
Die Zeitschrift “Viel Spaß” löst den Konflikt zwischen Frage und Fakt mit einem neuen Satzzeichen.

2. Interview mit Peter Frey
(faz.net, Michael Hanfeld)
Der Chefredakteur des ZDF, Peter Frey, erinnert daran, dass TV-Talkshows den ältesten Zuschauerschnitt haben. Darauf verstärkt zu setzen sei “waghalsig und kein Schritt in die Zukunft”. “Die Versuchung der Talkleute besteht darin, Erfolg durch die stets gleichen Namen zu suchen. Manchmal habe ich den Eindruck, dass Politiker der Generation Siebzig-plus da Sonderverträge haben.”

3. “Wer wird wie oft zu Talkshows eingeladen?”
(zettelsraum.blogspot.com, Zettel)
Zettel glaubt, aufgrund von Auswertungen zu eingeladenen Gästen in Talkshows 2010 (siehe auch meedia.de, 22.12.2010) einen Überhang an linken Politikern erkennen zu können.

4. “Sieben Leitlinien für die SRG”
(nzz.ch, Roger de Weck)
Roger de Weck, neuer Generaldirektor der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft SRG, legt in sieben Leitlinien seine Sicht auf den öffentlichen-rechtlichen Rundfunk dar.

5. “Über Parallelen zwischen Napoleon und den Guttenbergs”
(zeit.de, Harald Martenstein)
Harald Martenstein denkt darüber nach, wie Journalisten die Selbstinszenierung von Politikern aufnehmen. “Was mir auf den Geist geht, sind die Myriaden von Kollegentexten, in denen aus jeder Politikerhandlung eine Karrieretaktik herausgelesen wird. Wenn ein gewisser Brüderle eine Rede hält oder eine Rede absagt, dann gewiss nur deshalb, weil er den Job eines gewissen Westerwelle haben möchte.”

6. “Medien nur mäßig begeistert von Comeback der Schweinegrippe”
(der-postillon.com)
Siehe dazu auch “H1N1 ist die neue Allerweltsgrippe” (zeit.de, Dagny Lüdemann).

Kai Diekmann, Pferdekutschen, Götz George

6 vor 9

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1. “Kai Diekmann im Glashaus”
(fr-online.de, Ulrike Simon)
Ulrike Simon schreibt zum zehnjährigen Wirken von Kai Diekmann als “Bild”-Chefredakteur. Viele Medien würden Diekmanns Kampagnen kritisieren: “Von der politischen Seite 2 lassen sie sich dennoch inspirieren. Und braucht Diekmann aus der Branche Mitstreiter in eigener Sache, kann er der Unterstützung sicher sein.”

2. “Gratiskultur Print”
(stefan-niggemeier.de)
“Bild” findet weniger Käufer, aber Umfragen gemäß mehr Leser: “Man muss diese Leute nicht gleich Raubkopierer nennen, um festzustellen: In der Printwelt hat sich eine gewaltige Kostenloskultur entwickelt. (…) Und die Verlage stören sich nicht daran, sondern sind auch noch stolz darauf.”

3. “Wirre Aussagen zum Medienwandel von der neuen ARD-Vorsitzenden”
(neunetz.com, Marcel Weiß)
Marcel Weiß kommentiert Aussagen der Vorsitzenden der ARD, Monika Piel, im “Handelsblatt” und im “Tagesspiegel”: “Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, in welcher Situation Google gefährlich für die ARD ist. Google hilft wie bei den privaten Angeboten auch bei den Öffentlich-Rechtlichen bei der Verbreitung ihrer Inhalte. Da diese Inhalte vom Gebührenzahler finanziert sind, ist eine maximale Verbreitung wünschenswert.”

4. “… im Osten”
(thomastrappe.wordpress.com)
Wenn der freie Journalist Thomas Trappe über Rumänien schreibt, “über die deutsche Minderheit in Siebenbürgen”, fügt er Pferdekutschen hinzu – da so ein Abnehmer der Geschichte wahrscheinlicher wird: “Tatsächlich habe ich drei größere Geschichten für Ost- wie Westzeitungen geschrieben, die allesamt nichts mit der Pferdezucht zu tun hatten, aber unabhängig voneinander mit Kutsche und Pferd bebildert wurden.”

5. “Die Neujustierung der Meinungsfreiheit”
(geografitti.de, ttm)
Für Timo Thalmann ist die Meinungsfreiheit im Umbruch, an eine bedingungslose Verteidung durch die traditionellen Journalisten glaubt er nicht: “Das Internet ist für einen Vollblutjournalisten alter Schule eine permanente narzisstische Kränkung. Vor allem deswegen ist diese eigentlich dafür prädestinierte Berufsgruppe als Verteidiger der Meinungsfreiheit nahezu ein Totalausfall. Dabei müssten sie allen Schreibern im Netz beispringen, wenn Abmahnungen und Klagen die Freiheit einschränken.”

6. “Es gilt das gestrichene Wort”
(noz.de, Joachim Schmitz)
“Kein Interview mit Götz George”

Johnny Eisenberg, Seymour Hersh, Photoshop

6 vor 9

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1. Interview mit Johnny Eisenberg
(freitag.de, Ulrike Winkelmann)
Rechtsanwalt Johnny Eisenberg spricht über “Bild”, Politiker und Privatsphäre: “Ich habe noch keinen einzigen Politiker gesehen, der in einer echten Krise das Geld hatte oder aufbringen wollte, der Bild Paroli zu bieten und die 80.000 Euro oder so Prozesskosten zu riskieren.”

2. “Verlegerforderung Leistungsschutzrecht: Ja, habt ihr denn überhaupt keinen Stolz?”
(carta.info, Mario Sixtus)
Mario Sixtus schreibt den Printverlegern einen Brief zum von ihnen geforderten Leistungsschutzrecht: “Liebe Verleger, das tut jetzt vielleicht ein wenig weh, aber einer muss es mal deutlich sagen: Euch hat niemand gerufen!”

3. Interview mit Seymour Hersh
(taz.de, Thomas Leif, Lars-Marten Nagel)
Seymour Hersh empfiehlt investigativen Journalisten, sich weniger um die Spitzenpolitiker zu kümmern: “In der zweiten oder dritten Reihe hingegen finden sich manchmal Menschen, die tatsächlich an der Wahrheit interessiert sind. Aber die Leute an der Spitze der Regierung, du meine Güte!”

4. “Keine Zensur!”
(zeit.de, Alice Bota)
Alice Bota sieht die Einschränkung der Pressefreiheit als europäisches Problem: “Wer behauptet, die internationale Aufregung um Ungarn sei aufgebauscht, der hat sich allzu sehr an die scheinbare Selbstverständlichkeit gewöhnt – so wie der gesunde Mensch, der sich nicht vorstellen kann, krank zu werden.”

5. “Top 20 Photoshop Disasters of 2010”
(psdisasters.com, Bilder, englisch)

6. “Der Zugnomade”
(faz.net, Uwe Ebbinghaus)
Friedhelm W. “lebt, schläft und arbeitet in Zügen. Die DB-Lounge ist seine Küche, sein Wohnzimmer und sein Bad.”

Weihnachtsmann, Rebell.tv, Alois & Annely

6 vor 9

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1. “Sport Bild-Watch (9)”
(el-futbol.de, Sidan)
Sidan blickt mit “Sport Bild” auf das Jahr zurück: “(…) bei den Bayern lief wie immer alles rosarot in diesem Jahr. Der schlechte Start in diese Saison, der große Rückstand auf die Tabellenspitze? Kann man im Sport Bild-Jahresrückblick lange suchen.”

2. “Verleger, hört endlich auf zu jammern!”
(meedia.de, Stefan Winterbauer)
Stefan Winterbauer mag die Klagen der “lieben Verleger” über die App der “Tagesschau” nicht mehr hören. “Hört auf zu jammern, reißt Euch am Riemen und denkt nach über sinnvolle neue Inhalte, die eben nicht das Standard-Nachrichtenangebot abdecken.”

3. “Virginia und der Weihnachtsmann”
(blog.gwup.net, Bernd Harder, Patrick Pricken)
Eine aktualisierte Antwort an Virginia auf die Frage, ob es den Weihnachtsmann gibt: “Virginia, deine kleinen Freunde haben Recht. Es gibt keinen Weihnachtsmann. (…) Die Welt ist wunderbar genug, da muss man keinen Weihnachtsmann erfinden.”

4. “Der ganz besondere Blick”
(medien-monitor.com, Nora Weis)
Nora Weis verbringt einen Tag mit der 23-jährigen Verena Günnel, die unter anderem für das Magazin Ohrenkuss arbeitet, das von Menschen mit Down-Syndrom gestaltet wird.

5. Die Liebesgeschichte von Alois & Annely
(zeit.de, Erwin Koch)
Alois und Annely treffen sich erstmals am 19. November 1950. Am 19. Mai 2003 stirbt Alois.

6. “rebell.tv …”
(umblaetterer.de, Marcuccio)
Rebell.tv von Stefan M. Seydel wird am 31. Dezember 2010 vom Netz genommen. Eine letzte Möglichkeit, in den rund 3000 Videos, 500 Podcasts und 16.000 Blogeinträgen zu stöbern.

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