In einem “Stern”-Interview kommentiert Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) das “lückenlose mediale Trommelfeuer” nach der “Bild”-Schlagzeile “Baby mit heimlicher Geliebten!” vom 16. Januar wie folgt:
Als Politiker wird man immer mit Privatangelegenheiten konfrontiert. Das gehört dazu. Nicht aber, dass Privates instrumentalisiert wird. Bei mir war das teilweise kampagnenartig. Ich möchte die Schlagzeile einer Ausgabe der “Bild am Sonntag” herausgreifen: “Papa eiskalt”. Ich habe in 40 Jahren nichts Widerwärtigeres erlebt.
Wie das? Da hatte die “Bild am Sonntag” Seehofer kurz nach der Geburt des Kindes doch bloß (1) eine Titelseite gewidmet (“Nur 1 Stunde für sein Baby. Er schiebt unwichtige Termine vor. Er lässt zwei Frauen zappeln und lacht dabei”). Eine “Bild am Sonntag”-Reporterin hatte ihm vor und nach einem beruflichen Termin bloß (2) viele, viele indiskrete Fragen gestellt (“Wie wollen Sie Ihr Privatleben regeln?” — “Was sagt Ihre Frau zu der Geburt Ihrer Tochter?” — “Verraten Sie den Namen Ihrer Tochter?” — “Wollen Sie auch das gemeinsame Sorgerecht?”), die Seehofer zum Teil mit “(Schweigen)” beantwortete, wie die “BamS” dokumentierte. Unter der Überschrift “Papa Eiskalt” war doch bloß (3) eine “BamS-Montage” von “Seehofers Terminkalender” abgebildet (“Freitag: Telefongespräche zu Hause … 13.05 Uhr: Lufthansa-Flug LH223 nach München”). In einem Artikel hatte die “BamS” im Zusammenhang mit Seehofer doch bloß (4) Begriffe wie “gefühlsarm” “eiskalt” und “joborientiert” benutzt, weil Seehofer “fröhlich Wahlkreistermine” wahrnehme, während “die junge Mutter Anette F. im fernen Berlin blass in einem zweckmäßig eingerichteten Einzelzimmer auf der Wöchnerinnenstation” liege. Und in einem “BamS”-Kommentar hatte es doch bloß (5) geheißen, Seehofer habe sich am Tag der Geburt seiner Tochter hinter Terminen “verschanzt”, “seelenruhig” zu Mittag gegessen und beim Besuch der Mutter im Krankenhaus “noch nicht einmal Blumen” und “kein Kuscheltier” dabeigehabt.
Wieso also “widerwärtig”? Die “Bild am Sonntag” nannte den sichtlich angenervten Politiker doch ganz fried- und freundlich “wohlgelaunt”…
Für “Bild” war die Sache einfach — und wichtig genug, um sie am Montag in eine kleine Meldung zu verwandeln, deren zentraler Satz lautet:
Ausländische Künstler müssen auf ihre Gagen für hiesige Auftritte künftig 40 Prozent (statt 20) Steuern zahlen.
Und auch, wenn beispielsweise die “Berliner Zeitung” schreibt, das Thema sei “nicht leicht zu durchschauen”: Die “Bild”-Behauptung ist falsch.
Richtig müsste es offenbar laut Bundesfinanzministerium heißen: Ausländische Künstler haben künftig die Wahl, ob sie lieber auf ihre Nettogage für hiesige Auftritte 40 Prozent Steuern zahlen oder wie bisher auf ihr Bruttogage 20 Prozent.
stern: Pharma-Schleichwerbung in der ARD (stern.de) Pharmakonzerne haben nach einem Bericht des Hamburger Magazin stern in der ARD-Ärzteserie ?In aller Freundschaft? jahrelang Schleichwerbung für Medikamente platziert. Das geht aus einem bisher unveröffentlichten Protokoll der PR-Agentur hervor, die die Deals eingefädelt hat. Dabei ist in Deutschland Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente beim Laienpublikum grundsätzlich verboten.
»Der Kritiker ist nicht mehr attraktiv« (jungle-world.com, Doris Akrap)
Lutz Hachmeister war unter anderem Medienredakteur des Berliner Tagesspiegel, Leiter des Adolf-Grimme-Instituts, gründete das Institut für Medien- und Kommunikationspolitik in Charlottenburg und drehte den Film »Schleyer – eine deutsche Geschichte«. Er veröffentlichte mit »Die Herren Journalisten« die erste Monographie über die NS-Kontinuitäten im deutschen Nachkriegsjournalismus. Im Mai erschien das Buch »Nervöse Zone. Politik und Journalismus in der Berliner Republik«.
Das Ende der Medienmarken? (werbewoche.ch, Jürgen Häusler) Umwälzungen im Medienmarkt gefährden die grossen Marken. Doch auch das Gegenteil gilt: Gerade unter verschärften Bedingungen sind die Leistungen von Marken höher denn je einzuschätzen.
Die Entwurzelung des Wissens (faz.net, Thomas Thiel)
Darf das Internetlexikon Wikipedia als seriöse wissenschaftliche Quelle dienen? Die Geschichtswissenschaft liefert derzeit eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Phänomen – und Wikipedia muss sie fürchten.
Sie denken also, wir brauchen einen Bildungsminister. Und wenn wir schon jemanden haben, dann kennen Sie seinen Namen nicht (siehe Ausriss)?!
Dr. Poehlmann behauptet ja, bei den kleinen Gedächtnisschwächen des Alltags helfe es, die Versorgung mit Vitaminen des B-Komplexes zu erhöhen. Soll angeblich bei den kleinen Gedächtnisschwächen des Alltags helfen, gegen die es ja leider noch immer kein Mittel gibt. Und wenn doch, wüsste ich nicht von wem. Will sagen: Lieber Franz Josef (oder wie sie heißen), ich verstehe Sie gut. Schließlich lese ich jeden Tag Ihre Kolumne in “Bild”, für die Sie jeden Tag eine Kolumne schreiben und für die unbedingt auch mal jemand eine Kolumne schreiben sollte. Am besten jeden Tag. Und idealerweise in “Bild”. Ich denke, wenn es so eine Kolumne schon gibt, dann sollte man sie erfinden.
PR in der Grauzone (zeit.de, Chris Köver)
Bundeswirtschaftsminister Glos ist wegen einer umstrittenen Anzeigenkampagne in die Kritik geraten: Ein Interview mit der Presserechtlerin Dorothee Bölke über die Trennung von Anzeigengeschäft und redaktioneller Arbeit.
Werbepause (sueddeutsche.de, Alex Rühle) Zu Beginn des Jahres schockte der Bürgermeister von São Paulo, Gilberto Kassab, die PR-Branche seiner Stadt, indem er jede Werbung im Stadtbild verbieten ließ [siehe unseren Beitrag vom 15.04.2007]. Seither ist São Paulo die weltweit erste Metropole ohne Banner, Poster und Plakate. Wie lebt es sich in solch einer Stadt? Fragen an den Architekten und Urbanisten Jorge Wilheim, der bis vor kurzem das Stadtplanungsbüro von São Paulo leitete.
“Es ging um den Sieg des Neuen über das Alte” (medien-mittweida.de, Mario Fuerderer)
Rainer Meyer – oder vielmehr seine prominente Kunstfigur Don Alphonso – ist seit Jahren eine bekannte Figur der Blogosphäre. Durch seine schonungslose Abrechnung mit der New Economy polarisiert er jedoch wie kaum ein anderer.
Zeitungen sind nur noch für Nostalgiker (netzeitung.de)
Wie stark wird die Welt im Jahr 2031 vom Computer geprägt sein? Ein neues Buch entwirft Szenarien zwischen Informatik und Science-Fiction, Düsternis und Paradies.
Das Spiel ist aus (dasmagazin.ch, Eric Baumann)
Vor ein paar Wochen war Schluss mit der Zeitschrift «Facts». Als ich davon hörte, kam mir eine Episode aus einer früheren Zeit meiner journalistischen Laufbahn in den Sinn.
Jeden verdammten Tag muss eine Zeitungsredaktion Zeitungsseiten füllen. Sommers wie winters. Und umgekehrt. Und keine Redaktion hat so viel Übung darin wie “Bild”, beliebig wenig Material in beliebig viel Berichterstattung zu verwandeln. Nachdem sich eine Mutter “verzweifelt bei BILD” gemeldet hatte, machten sich die “Bild”-Redakteure an die Arbeit. Ein Foto-Fortsetzungsroman* in (bislang) sechs Teilen:
— Folge 1 —
Dienstag, 7. August 2007
Angeblich wichtigste Info: Eine Tochter (18) ist mit ihrem Lehrer (51) in den Urlaub gefahren und: “Ihre Mutter meldete sich verzweifelt bei BILD.” Wichtigste Info: Die Tochter ist seit April volljährig. Unwichtigste Erkenntnis: Das Berliner Gymnasium, das die Schülerin besucht, ist “renommiert”. Experten: Kenneth Frisse (Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung) Unbeantwortetste Frage: “Wann war der Moment, als aus einer kindlichen Schwärmerei Liebe wurde?” Unerklärlichste Ungereimtheit: Was soll eigentlich dieses kleine, stimmungsvolle Arc-de-Triomphe-Foto neben dem Handy? Anzahl der Fotos: 4 (incl. Handydisplay & Arc de Triomphe) Unkenntlichmachungen: 1 schwarzer Balken (Schülerin) Anzahl der Hinterköpfe: — Anzahl der “Bild”-Autoren: 1 Attribuierungen der Beziehung: “diese Liebe”
— Folge 2 —
Donnerstag, 9. August 2007
Angeblich wichtigste Info: “Sie hat ihre Hände um seine Schultern gelegt, er tätschelt zärtlich ihre Hüfte. Die Lippen der Liebenden im See berühren sich zu einem innigen Kuss.” Wichtigste Info: Ein Paparazzo hat Schülerin und Lehrer beim Baden im See fotografiert. Unwichtigste Erkenntnis: “Auch die Schulbehörde ist über die bizarre Sommerliebe informiert.” (siehe wichtigste Nachricht vom Freitag) Experten: Reimer Hinrichs (Psychoanalytiker), Andre Schindler (Sprecher des Berliner Landeselternauschusses), Rose-Marie Seggelke (Berlin-Chefin der Lehrergewerkschaft GEW), Norbert Beital (Rechtsanwalt) sowie die Schülerinnen Katharina (16), Glynis (18), Julia (19) und Sandra (18) Unbeantwortetste Frage: “Ist dieser Kuss Sünde?” Unerklärlichste Ungereimtheit: — Anzahl der Fotos: 13 Unkenntlichmachungen: 7 Verpixelungen (Schülerin und Lehrer) Anzahl der Hinterköpfe: 4 Anzahl der “Bild”-Autoren: 5 Attribuierungen der Beziehung: “bizarre Sommerliebe”, “Liebes-Glück”
— Folge 3 —
Freitag, 10. August 2007
Angeblich wichtigste Info: “Jetzt spricht die Schülerin” Wichtigste Info: “Schon Mitte Juni soll der Pädagoge seine Versetzung an eine andere Schule beantragt haben.” Unwichtigste Erkenntnis: “Er steht auf, holt Zucker für ihren Kaffee.” Experten: — Unbeantwortetste Fragen: Sind die Fotos, die Schülerin und Lehrer beim Eisessen zeigen, (noch) Paparazziaufnahmen oder (schon) gestellt? Unerklärlichste Ungereimtheit: Wieso kommt, als “Bild” Schülerin und Lehrer zum Interview “in einem kleinen Ort in Brandenburg” trifft, plötzlich ein “ehemaliger Kollege des Lehrers” vorbei? Anzahl der Fotos: 11 Unkenntlichmachungen: ca. 16,5 Verpixelungen (Schülerin und Lehrer) Anzahl der Hinterköpfe: ca. 1,5 Anzahl der “Bild”-Autoren: unbekannt Attribuierungen der Beziehung: “bizarrste Liebe des Sommers”, “verbotenes Glück”, “Sommerglück”, “das Glück”
— Folge 4 —
Samstag, 11. August 2007
Angeblich wichtigste Info: “Sie will ein Kind vom ihm” Wichtigste Info: Der Lehrer lässt sich nach den Sommerferien an ein anderes Gymnasium versetzen. Unwichtigste Erkenntnis: “Aber heute hat ihre Mutter auch Geburtstag.” Experten: Peter Sinram (Deutschlehrer), Udo Wasse (pensionierter Englischlehrer), Harald Junge (Deutschlehrer), Dieter Schütze-Sladek (Mathelehrer) Unbeantwortste Frage: “Aber hat ihre ungewöhnliche Liebe wirklich eine Chance?” Unerklärlichste Ungereimtheit: —
Anzahl der Fotos: 13 Unkenntlichmachungen: 6 Verpixelungen (Lehrer) Anzahl der Hinterköpfe: 2 Anzahl der Autoren: 5 Attribuierungen der Beziehung: “verbotenes Glück”, “ungewöhnliche Liebe”
— Folge 5 —
Montag, 13. August 2007
Angeblich wichtigste Info: “Eltern schmeißen ihre verliebte Tochter raus!” Wichtigste Info: “In einer Woche muss er [der Lehrer] wieder unterrichten, an einer neuen Schule. (…) Der Gymnasiallehrer lebt seit Jahren von seiner Ehefrau getrennt. Demnächst ist Scheidungstermin.” Unwichtigste Erkenntnis: Der Lehrer hilft derzeit Freunden beim Hausbau.
Experten: —
Unbeantwortetste Frage: “Was soll ich zu ihm sagen — Schwiegeropa?”
Unerklärlichste Ungereimtheit: Wieso behauptet die Schülerin, ihre Mutter habe zur ihr gesagt, “dass ich abhauen soll”, wo doch die Mutter zuvor via “Bild”-Zeitung “Kind, komm doch bitte heim!” flehte? Anzahl der Fotos: 4 Unkenntlichmachungen: 1,5 Verpixelungen (Lehrer) Anzahl der Hinterköpfe: 3,5 Anzahl der Autoren: 1 Attribuierungen der Beziehung: “Sommer-Glück”, “bizarre Liebe”
— Folge 6 —
Dienstag, 14.8.2007
Angeblich wichtigste Info: “Verliebte Schülerin ganz allein in Pariser Doppelbett” Wichtigste Info: — Unwichtigste Erkenntnis: In Paris recherchiert die Schülerin “in der Nationalbibliothek für ihre Abiturarbeit zur Bartholomäusnacht”. Experten: — Unbeantwortetste Frage: Ob sich die Mutter der Schülerin das wohl so gedacht hat, als sie sich “verzweifelt bei BILD” meldete? Unerklärlichste Ungereimtheit: Wenn “Bild” seit Tagen große Fotos der Schülerin zeigt und diese seit Samstag nicht einmal mehr verpixelt, wieso nennt “Bild” sie dann immer noch bei ihrem (von “Bild” geänderten) Vornamen “Jasmin”? Zahl der Fotos: 6 Unkenntlichmachungen: 1 Verpixelung (Lehrer) Hinterköpfe: 0 Zahl der Autoren: 1 (“7.13 Uhr hebt ihr Flieger ab. BILD begleitet sie.”) Attribuierungen der Beziehung: “Sommerglück”
Fortsetzung folgt?
— Folge 7 (Nachtrag) —
Mittwoch, 15. August 2007
Angeblich wichtigste Info: — Wichtigste Infos: “Gestern war sie in der Bibliothek, schmökerte sich durch acht Bücher. Abends genoss sie die Aussicht vom Montmatre bei einem Glas Merlot.” (Hervorhebungen von uns.) Unwichtigste Erkenntnis: “Jetzt will der Direktor wissen, was da läuft” Experten: — Unbeantwortetste Frage: Wie ist das eigentlich, mit einem “Bild”-Reporter und einem “Bild”-Fotografen Urlaub in Paris zu machen? Unerklärlichste Ungereimtheit: — Anzahl der Fotos: 5 Unkenntlichmachungen: 1 Verpixelung (Lehrer) Hinterköpfe: — Anzahl der “Bild”-Autoren: 1 Attribuierungen der Beziehung: “ihre große Liebe”
— Folge 8 (Nachtrag) —
Freitag, 17. August 2007
Angeblich wichtigste Info: “Jasmin A. (…) kommt heute zurück nach Berlin.” Wichtigste Info: — Unwichtigste Erkenntnis: — Experten: — Unbeantwortetste Frage: — Unerklärlichste Ungereimtheit: — Anzahl der Fotos: 2 Unkenntlichmachungen: 0 Hinterköpfe: 0 Anzahl der Autoren: unbekannt Attribuierungen der Beziehung: —
Nachtrag, 20.8.2007: Am vergangenen Samstag berichtete “Bild”, dass die Schülerin “wieder in Berlin” sei (“landete um 8.32 Uhr in Tegel”). Und heute berichtet “Bild”, was eine andere junge Frau über ein Jahre zurückliegendes, angebliches Liebesverhältnis mit dem “Liebes-Lehrer” zu berichten hat. Fürs Protokoll: Auch die “Ex-Geliebte”, deren Gesicht “Bild” vollständig unkenntlich gemacht und deren Namen “Bild” geändert hat, war laut “Bild” zum Zeitpunkt des angeblichen Liebesverhältnisses volljährig.
Mit anderen Worten: Wir melden uns wieder, falls es in dieser Sache Neues zu berichten gibt.
*) Alle zusätzlichen Verpixelungen in den Ausrissen von uns.
Die wahren Helden vom Tigris (sonntagszeitung.ch, Birgit Svensson)
?Im Irak sind Blogger nicht lästige Wadenbeisser, sondern lebenswichtige Helfer der Journalisten.?
Franks Reich (tagesspiegel.de, Christian Meier)
?Schwieriger Start, große Aufgabe, Aust im Nacken: Der neue Geschäftsführer des Spiegel-Verlags.?
Videodrohnen bald für jedermann (ORF. Futurezone)
?Ultraleichte Quadrokopter im UFO-Stil waren die Attraktion auf dem Chaos Communication Camp. Die Gerätchen können Videostreams in PAL-Qualität übertragen und fliegen bereits nach GPS-Koordinaten.?
Halbrohkost (Wortfeld.de, Alexander Svensson)
ZEIT Online veröffentlicht die Rohdaten zu einer Umfrage parallel zum Artikel – “eine sehr gute, nachahmenswerte Idee”.
Das reporternde Rasen (sueddeutsche.de, Elmar Jung)
?Angela Merkel beim Edeka, Joschka Fischer in der Bäckerei: Solche und ähnlich irrelevante, jedoch juristisch strittige Schnappschüsse werden seit einem Jahr von Lesern an Bild geschickt.?
iPhone bill is surprisingly Xbox HUGE (arstechnica.com, Ben Kuchera)
?One of our bills is a whopping 52 pages long, and my own bill is 34 pages long.?.
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Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Super, der “Bundesliga-Hammer bei bild.t-online”. Stolz verkündet Bild.de schon auf der Startseite “18 Klubs auf 18 Seiten” und: “BILD bei ihrem Klub”. Wobei man sagen muss, dass der “Bundesliga-Hammer” auf den Seiten zu den einzelnen Vereinen wesentlich treffender beschrieben ist. Da heißt es nämlich:
Und wo sonst, außer bei “Bild” bzw. Bild.de, würde man die Schalke-04-Seite schon mit einem großen Foto der Spielstätte des HSV illustrieren:
Mit Dank an Alexander B. für den sachdienlichen Hinweis.
Nachtrag, 15.03 Uhr: Der Stadion-Beauftragte von Bild.de hat die Arena ausgetauscht.
Dossier: Crossmediale Redaktionen in Deutschland (journalismus-darmstadt.de, Klaus Meier)
?Das multimediale Web-Dossier Crossmediale Redaktionen in Deutschland gibt detaillierte Einblicke in fünf Zeitungsredaktionen: Die Welt (Berlin), Handelsblatt (Düsseldorf), HNA (Kassel), Stadt-Anzeiger (Köln), Südkurier (Konstanz). Studierende des Studiengangs Online-Journalismus haben in meiner Projekt-Lehrveranstaltung das Dossier vor Ort recherchiert?.
plebsTV.com – Leser-Reporter 2.0? (medienrauschen.de, Igor Schwarzmann)
?(…) wenn ich mir plebstv.com anschaue, so fürchte ich, dass der BILD-Leser-Reporter dagegen wie ein Spielzeug aus vergangener Zeit aussehen wird.?
?11 Freunde? geben nicht ab (taz.de, Benjamin Imort)
?Die Konkurrenz kam, und sie ging. Zuletzt wurde ‘Rund’ eingestellt. Doch das Original, das Fußball-Magazin ’11 Freunde’, ist erfolgreich wie nie.?
Murdoch plant kostenlose Netz-Ausgabe (Spiegel Online, Konrad Lischka)
?Eine aufgerufene Seite bringt bei WSJ.com viermal so viel Werbegelder wie bei der weitgehend kostenfreien – und beliebten – Konkurrenz von Nytimes.com. Sprich: Die zahlenden Kunden bei WSJ.com sind Werbetreibenden mehr wert als die vielen, nicht so attraktiven Online-Leser der ‘New York Times’.?
Microsofts Meriten (sueddeutsche.de)
?Welches ist das wichtigste IT-Produkt der letzten 25 Jahre? Bei einer Umfrage landen vier Erzeugnisse aus dem Hause Gates ganz vorne. Nur ein Konkurrent schafft den Sprung in die Top Five.?
Hambach Reloaded (telepolis.de, Gerrit Wustmann)
?Im Juni veröffentlichte der Deutsche Journalistenverband einen Appell mit historischen Wurzeln, um gegen die Beschneidung der Meinungs- und Pressefreiheit durch die Bundesregierung zu protestieren – der Appell ist heute aktueller denn je?.
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Um 6 Minuten vor 9 Uhr erscheinen hier von Montag bis Freitag handverlesene Links zu Online-Storys aus alten und neuen Medien.
Am 21. Juli kam es auf einem Dorffest in Dußlingen zu einem folgenschweren Unfall: Nach einer technischen Panne verletzte ein Böllerschuss den 43-jährigen Klaus K. schwer am Kopf.
Und als er eine Woche später an den Folgen der Explosion starb, berichtete auch “Bild” — überregional, in großer Aufmachung (siehe Ausriss) und online:
Er wollte gucken, warum es nicht knallt
Schützen-Chef schießt sich mit Kanone in den Kopf
Er guckte ins Kanonenrohr, wo der Böller bleibt …
(…) Die Dußlinger Bürger versammeln sich. Dann zieht er die Schnur für das erste Geschoss. Rrrums! Ein Knall. Die Gemeinde klatscht. Dann zieht der Schützenchef die zweite Schnur. Aber sie reißt! Nichts passiert! Sekunden später betritt er die Absperrzone, geht auf die Böllerkanone zu: Das mit Schwarzpulver gefüllte Metallrohr ist noch immer mit dem Korken verschlossen. Er beugt sich darüber. (…) Quelle: “Bild” vom 1.8.2007
Das “Schwäbische Tagblatt” berichtet heute jedoch, der “unwürdige” Artikel habe bei Angehörigen und Bekannten “Ärger und Wut” ausgelöst, denn:
Fast alle Fakten in dem Artikel waren falsch (…).
So bezogen sich alle Angaben zu Familienstand, Kinderzahl und Arbeitgeber in “Bild” nicht auf den vermeintlichen “Schützen-Chef” bzw. “Chef des Schützenvereins” Klaus K., sondern ganz offensichtlich auf den am Unfall völlig unbeteiligten, tatsächlichen “Schützen-Chef” Karl-Werner R. (Unfallopfer K. war dessen Stellvertreter).*
Bei derart mangelhafter Recherche (das unscharfe Opferfoto hatte “Bild” zudem offenbar ohne Genehmigung von der Internetseite des Schützenvereins kopiert) ist es dann doch erstaunlich, dass “Bild” über den Unfallhergang besser Bescheid zu wissen scheint (siehe Kasten) als Augenzeugen und Polizei. Letztere kann nur ein Fremdverschulden ausschließen, darüber, wie genau es zu dem Unglück kam, gibt es widersprüchliche Aussagen.
*) Nachdem sich Angehörige von Klaus K. bei “Bild” beschwert hatten, erschien in der örtlichen “Bild”-Regionalausgabe ein weiterer, kleiner Artikel, in dem (anlässlich der Beerdigung K.s) die falschen Angaben teilweise richtiggestellt wurden — allerdings ohne Hinweis auf die früheren Fehler, dafür aber mit dem Zusatz “BILD berichtete” und unter der Überschrift “Schützenchef beerdigt”.
Dank an Michael H. für den Hinweis und Tobias Z. für die Unterstützung.