Suchergebnisse für ‘BILD’

Autojournalismus

Der Autohersteller Audi ist begeistert von seinen neuen LED-Scheinwerfern und ihren Möglichkeiten. “Spiegel Online” auch.

Wie weit die gemeinsame Begeisterung geht, entdeckt man, wenn man eine Pressemitteilung von Audi mit “umfangreichem Hintergrundmaterial zum Thema ‘LED-Technologie und Licht-Design'” mit einem “Spiegel Online”-Artikel zum “Techniktrend LED-Licht” vergleicht:

Audi-PR: “Spiegel Online”-Artikel:
Die Erfolgsstory begann vor 5 Jahren in Detroit. Audi präsentierte auf der North American International Auto Show die Konzeptstudie Pikes Peak quattro. Das elegante SUV, Vorbild für den späteren Audi Q7, beeindruckte mit den ersten Nebelscheinwerfern der Welt, die mit Hochleistungs-Leuchtdioden bestückt waren. Vor rund fünf Jahren zeigte Audi in Detroit die Studie Pikes Peak Quattro, aus der später der Geländekoloss Q7 wurde. Die Studie verfügte über die weltweit ersten Nebelscheinwerfer mit LED-Technik.
Ein gutes Frontbild mit markanten Leuchten macht das Auto, seinen Charakter und die Marke auf den ersten Blick unverwechselbar. (…) Nun aber lassen die unterschiedlichen Formen des LED-Tagfahrlichts auch eine Unterscheidung der einzelnen Modelle zu – und das sogar bei Nacht. (…) Das wohl bekannteste Beispiel im Heckbereich sind die Rückleuchten des Audi A6 Avant. Die ringförmig angeordneten Leuchtdioden haben sich genauso zum prägnanten Wiedererkennungsfaktor entwickelt wie das geschwungene LED-Tagfahrlicht in der Front des Audi A4. Ob bei Konzeptautos wie einer kürzlich gezeigten A1-Studie oder Serienfahrzeugen – die LED-Technik soll Audi-Modelle insbesondere bei schlechten Sichtverhältnissen oder bei Nacht unverwechselbar machen. Das gelingt zum Beispiel durch den feschen Schwung des Tagfahrlicht-LED-Bandes beim Audi A4 oder durch die charakteristischen Leuchtquader in den Heckleuchten des Audi A6.
Licht emittierende Dioden – kurz LEDs genannt – sind einen Quadratmillimeter kleine Halbleiter (…) und unschlagbar effizient, wenn es um den Energieverbrauch geht. Bereits heute haben Xenon- und LED-Scheinwerfer eine 4-fach höhere Energieeffizienz als Halogenschweinwerfer. (…) Zudem glänzen LEDs durch eine fast unbegrenzte Lebensdauer (…). Licht emittierende Dioden, kurz LEDs genannt, sind besonders klein, haltbar und sparsam. Im Vergleich zu Halogenscheinwerfern weisen aktuelle LEDs eine etwa viermal höhere Energieeffizienz aus.
Doch LEDs vermögen noch mehr. Sie können auch den Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs reduzieren. Wenn im Mai 2011 in ganz Europa die Tagfahrlichtpflicht eingeführt wird, haben Audi-Modelle mit LED-Technologie an Bord die Nase vorn. (…) Dabei verbrauchen klassisches Abblendlicht, Rückleuchten und Kennzeichenbeleuchtung rund 200 Watt Leistung, welche die Lichtmaschine ständig erzeugen muss. Zum Vergleich: Das moderne LED-Tagfahrlicht des neuen Audi A4 braucht nur 15 Watt Leistung (…) Unter dem Strich entspricht das einer Ersparnis von rund 0,2 Liter Benzin pro 100 km und somit rund 4 g weniger CO2-Emission pro km. Letztlich, so die Audi-Techniker, helfe LED-Licht beim Spritsparen. Vor allem, wenn ab Mai 2011 in ganz Europa die Tagfahrlichtpflicht eingeführt wird. Wer dann mit klassischem Abblendlicht, Rücklicht und Kennzeichenbeleuchtung unterwegs ist, benötigt stetig rund 200 Watt Leistung, die von der Lichtmaschine des Autos erbracht werden müssen. Das LED-Tagfahrlicht eines Audi A5 jedoch komme mit 15 Watt aus. “Unter dem Strich entspricht das einer Ersparnis von 0,2 Liter Benzin pro 100 Kilometer sowie rund 4 Gramm weniger CO2-Emission pro Kilometer”, heißt es bei Audi.
Neben dem markanten Design ist die Energieeffizienz ein weiterer Grund sich für das Hightech-Licht zu entscheiden. So ordern inzwischen mehr als die Hälfte aller Käufer eines Audi A3 oder A4 das Tagfahrlicht mit LED-Technik. Spritverbrauch und Schadstoffausstoß des Wagens sinken, das ist lobenswert. Was Audi jedoch noch mehr freuen dürfte ist, dass der Umsatz klettert. Denn LED-Tagfahrlicht, das inzwischen von mehr als der Hälfte aller Käufer eines neuen Audi A3 oder A4 bestellt wird, ist natürlich aufpreispflichtig.
Die nächste Generation weißer Hochleistungs-LED, die im kommenden Jahr auf den Markt kommt, wird mit gigantischen 100 Lumen pro Watt aufwarten und erstmals die Effizienz des Xenonlichts schlagen. Dahinter verbirgt sich eine rasante Entwicklung. “Leuchtdioden sind vergleichbar mit Computerchips. Alle 2 Jahre gibt es eine Leistungssteigerung von rund 30 Prozent”, sagt Berlitz (…). Die nächste Generation weißer Hochleistungs-LED, die im kommenden Jahr auf den Markt kommt, werde erstmals die Effizienz des Xenonlichts schlagen, erklärt Stephan Berlitz, Leiter der Lichttechnik und Elektronik bei Audi. “Leuchtdioden sind vergleichbar mit Computerchips. Alle zwei Jahre gibt es eine Leistungssteigerung von rund 30 Prozent”, sagt Berlitz.
Digitales Licht, wie Berlitz die neue Lichttechnologie nennt, lässt sich mit Hilfe der Elektronik in seiner Helligkeit flexibel verändern und exakt an die Bedürfnisse des Autofahrers anpassen. (…) So befindet sich bereits ein Fernlicht in der Vorserienentwicklung, das Autofahrer blendfrei über nächtliche Straßen führen soll. Es funktioniert über eine variable Lichtverteilung: Die Elektronik erkennt den Abstand zum entgegenkommenden Fahrzeug und sorgt dafür, dass die Fläche davor permanent optimal ausgeleuchtet ist. Er spricht im Zusammenhang mit den kommenden Lichtquellen gern von “digitalem Licht”. Das soll sich künftig in seiner Helligkeit flexibel steuern lassen und stets den Sichtverhältnissen in der jeweiligen Situation des Autofahrers angepasst werden. Bereits in der Vorentwicklung befindet sich ein LED-Fernlicht, das Autofahrer blendfrei durch die Nacht führen soll, weil entgegenkommende Fahrzeug von der Steuerelektronik erkannt und die Lichtintensität entsprechend variiert wird.
Die Gestaltung des Lichtstreifens unterstreicht dabei den Charakter der Fahrzeuge wie der Lidstrich bei einem Auge. Damit ändert sich die “Körpersprache” der Audi-Modelle grundlegend: “Früher wirkte das Lichtschema, also der Kühlergrill in Kombination mit den runden Leuchten, eher wie das Gesicht eines freundlichen Bären”, sagt André Georgi, Senior Designer Lichtsysteme. Heute: “(…) das LED-Tagfahrlicht beim R8 zeichnet die Hörner eines Stiers (…)” Die Modelle erhielten durch die neuen Scheinwerfer eine ganz andere Körpersprache, sagt André Georgi, Lichtsystem-Designer in Ingolstadt. “Früher wirkte das Lichtschema, also der Kühlergrill in Kombination mit den runden Leuchten, eher wie das Gesicht eines freundlichen Bären.” Das sei nun anders geworden. Georgi. Im LED-Tagfahrlicht des R8 erkennt er einen Stier.

Erstaunlich ist allerdings, dass der LED-Artikel bei “Spiegel Online” schon am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde, die LED-Pressemappe von Audi mit denselben Zitaten von Audi-Mitarbeitern sowie teils wortgleichen Formulierungen und Erklärungen aber erst gestern. So ganz genau mag Audi-Pressesprecher Tilman Schneider das nicht erklären. Es sei aber nicht so, dass man “Spiegel Online” die fertige Pressemappe für den Artikel vorab zur Verfügung gestellt habe, sagt er uns auf Anfrage. Es sei eher so, dass sich halt beide für das Thema interessiert hätten.

Wie auch immer: Der einzige Gedanke in dem ganzen “Spiegel Online”-Artikel, der nicht in der Pressemappe von Audi vorkommt, ist der kurze Hinweis, dass durch die tollen neuen LEDs auch der Umsatz von Audi steigt, weil das Tagfahrlicht Aufpreis kostet.

Mit Dank an Medienrauschen!

Gewinnmaximierung

Es begann mit einem jungen Mann aus München, der Journalist werden wollte und sich fragte, ob er eine Chance hätte, ohne Abitur an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg genommen zu werden. Er stellte die Frage unter dem Pseudonym “Kent Brockman” im März dieses Jahres auch auf journalismus.com, einem von einem freien Journalisten gegründeten “Journalisten-Treff im Web” mit Informationen und Foren.

Im Juni dieses Jahres eröffnete “Kent Brockman” eine neue Diskussion und fragte: “Welche Journalistenschule ist die Beste?” Diesmal verband er die Frage mit einer Abstimmung unter den anderen Mitgliedern des Forums. Eine solche private Umfrage kann dort jeder starten, der ein neues Thema eröffnet, und jeder kann teilnehmen — sie ist natürlich nicht repräsentativ und lässt sich leicht manipulieren. Die Umfrage stieß auch bei den Journalistenschulen auf reges Interesse, und am 10. September, als sie automatisch beendet wurde, hatten über 52 Prozent der 11.433 Teilnehmer für die Axel Springer Akademie gestimmt.

Darüber freute sich die Axel-Springer-AG, der die Ausbildungsstätte gehört, so sehr, dass sie drei Tage später eine Pressemitteilung verbreitete. Darin schrieb sie natürlich nicht, dass es sich nur um eine Abstimmung handelte, die irgendein Forumsmitglied gestartet hatte, wie es täglich ungezählte Male in den Foren dieser Welt geschieht, sondern titelte: “Auszeichnung für die Axel Springer Akademie”. Der Verlag nannte es eine Umfrage von journalismus.com, nicht auf journalismus.com — und lobte den Akademie-Direktor Jan-Eric Peters für sein wegweisendes Konzept.

Die “Bild”-Zeitung, bei der die Schüler der Axel Springer Akademie im Rahmen ihrer Ausbildung etwas über praktische Ethik im Journalismus lernen, erklärte die verlagseigene Schule am selben Tag wegen der Abstimmung zum “Gewinner des Tages”, worauf Akademie-Direktor Jan-Eric Peters wiederum in seinem Blog hinwies, nicht ohne in typischem Bild.de-Englisch hinzuzufügen: “Schwarmintelligenz at it’s best”.

Und in der aktuellen Ausgabe des Medienmagazin “M Menschen – Machen – Medien”, das von der Gewerkschaft Ver.di herausgegeben wird, steht nun in der Rubrik “Preise”:

Die Axel Springer Akademie (Berlin) wurde bei einer Umfrage des Internet-Portals journalismus.com zur besten deutschen Journalistenschule gewählt, gefolgt von der Deutschen Journalistenschule (München) sowie der Henri-Nannen-Schule (Hamburg) und der Zeitenspiegel-Reportageschule (Reutlingen).

So einfach ist das.

Mit Dank an Kirstin M.!

Grisselgeschichten aus Mumbai

Michelangelo Antonioni hat schon vor mehr als vierzig Jahren einen großartigen Film darüber gedreht, dass beim Vergrößern von Vergrößerungen von ohnehin unscharfen Fotodetails (engl.: blowup) am Ende kaum mehr übrig bleibt als ein grobkörniges Nichts.

Und wenn beispielsweise die Nachrichtenagentur AFP anlässlich der Terroranschläge in Mumbai ein vom Fernsehbildschirm reproduziertes Bild verbreitet, das zeigt, wie der britische Sender Sky News ein vom indischen Sender NDTV gezeigtes Foto eines Terroristen zeigt (siehe rechts) – dann hat man am Ende mit Glück noch einen vagen Eindruck (junger Mann mit T-Shirt, Rucksack und Gewehr).

Außer natürlich bei Journalismusattrappen wie RP-Online oder Bild.de. Dort erkennt die Redaktion nämlich, dass die Augen des jungen Mannes “weit geöffnet” sind (RP-Online, Bild Nr. 2) bzw.: “Aufgerissene Augen” und “geweitete Pupillen” sowie ein “diabolisches Grinsen” (Bild.de). Und das mag dann zwar geradezu perfekt zur Nachrichtenlage passen (“Vollgepumpt mit LSD und Kokain – Terroristen töteten im Drogenrausch”), ist aber ganz offensichtlich keine Beobachtung, sondern Boulevardprosa.

Auf einer anderen, von der Nachrichtenagentur AP verbreiteten (und womöglich von AFP nur – via Sky News – via NDTV – übernommenen) etwas weniger grisseligen Version desselben Fotos kann man nach irgendwelchen “geweiteten Pupillen” jedenfalls lange suchen:

Mit Dank an Jan D. für den Hinweis.

Nicolaus Fest verzockt sich

“Zockerschutz auf Staatskosten” lautet die Überschrift der aktuellen Bild.de-Kolumne von Dr. Nicolaus Fest. Scharf kritisiert er darin, dass die Bundesregierung “die Anlagen deutscher Sparer bei der isländischen Kaupthing-Bank mit einem Millionenkredit sichern” wolle.

Und scharf kritisiert Fest in seiner Kolumne auch die Sparer, die Geld bei der isländischen Kaupthing-Bank angelegt haben. Für ihn sind das “Zocker”, die sich “von hohen Zinsversprechen anlocken ließen”. Auf “Spekulationsgeschäfte” hätten sie sich eingelassen. Die Kreditsicherung durch die Bundesregierung sei eine “Abwälzung des Zockerrisikos von Privatleuten auf den Steuerzahler”. Der Staat würde damit “300 Millionen Euro für den Schutz von spekulativen Anlagen locker (…) machen”.

Über all das könnte man diskutieren – aber nicht mit Fest.

Denn abgesehen davon, dass Tages- und Festgeld-Anlagen (und um solche geht es in erster Linie bei Kaupthing), anders als Fest behauptet, grundsätzlich nicht als spekulativ gelten, hatte die Stiftung Warentest zwar bereits im Mai dieses Jahres speziell bei Kaupthing Edge eindringlich “zur Vorsicht” geraten (und auch “Welt”, “Frankfurter Neue Presse” und boerse.ard.de hatten etwas später deutlich auf die Risiken hingewiesen).

Die Zeitung jedoch, für die Fest arbeitet, war damals weniger hilfreich: Noch Mitte September dieses Jahres hatte “Bild” unter der Überschrift “Wo lege ich mein Geld gut und sicher an?” die Angebote der Kaupthing Bank besonders hervorgehoben. Unter den “besten” Tages- und Festgeld-Angeboten belegte Kaupthing in einer “Bild”-Liste Platz eins und Platz zwei (wir berichteten).

Fragt sich also, warum der Bild.de-Kolumnist Nicolaus Fest – im Hauptberuf immerhin Mitglied der “Bild”-Chefredaktion – die damaligen “Bild”-Artikel, die “Spekulationsgeschäfte” (Fest) und Geldanlagen für “Zocker” (Fest) als “gut und sicher” (“Bild”) verkauften, nicht einfach verhindert hat.

Kurz korrigiert (486)

Von der “Bild”-Zeitung, die sich bekanntlich wie kaum ein anderes Medium regelmäßig an Geschichte und Gegenwart der RAF abarbeitet, sollte man doch eigentlich erwarten können, dass sie wenigstens die groben Eckdaten des Deutschen Herbstes kennt. Auch in ihrem Online-Angebot. Zumal gestern mit “Mogadischu” ein “bewegender Teil” dieser Geschichte “im TV gezeigt” wurde. Oder?

"Mit dem Geiseldrama zur Freipressung der RAF-Köpfe Andreas Baader, Gudrun Enslin und Ulrike Meinhof aus dem Gefängnis Stuttgart-Stammheim wurde gestern ein bewegender Teil deutscher Geschichte im TV gezeigt."

Ulrike Meinhof war zum Zeitpunkt der Entführung der Landshut schon seit fast anderthalb Jahren tot.

Mit Dank an R. B. und Philip M. für den sachdienlichen Hinweis.

Nachtrag, 21.50 Uhr. Bild.de hat Ulrike Meinhof aus dem Artikel entfernt, hält aber an der Schreibweise “Enslin” für Ensslin fest.

Nachtrag, 2.12.2008: Inzwischen weiß Bild.de auch wieder, wie man Gudrun Ensslin schreibt.

Schnapsidee

Bierernst berichtete die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) gestern von der “ersten ökumenischen Pferdesegnung in Hamburg”, an der am Samstagnachmittag “mehr als 40 Vierbeiner und 100 Menschen” teilgenommen hätten:

Die Idee zur ersten ökumenischen Pferdesegnung im Norden entstand in dem mehr als 200 Mitglieder zählenden Harburger Reitverein im Süden Hamburgs. Dort sei der Wunsch nach einer Weihnachtsfeier aufgekommen, die zeigt, “dass es auch anders geht im Reitsport”, erklärte die Vereinsvorsitzende Andrea Sjursen-Stein.

Und auch beim “Hamburger Abendblatt” hat der ein oder andere am Wochenende offenbar schon so’n büschen Weihnachten gefeiert. Danach ist dann wohl die Idee entstanden, aus der KNA-Meldung diese kleine Nachricht zu machen (hicks):

"Die Idee zur ersten ökumenischen Pferdesegnung im Norden war in dem mehr als 200 Mitglieder zählenden Harburger Reitverein nach eine Weihnachtsfeier entstanden."

Mit Dank an Flo F. für den sachdienlichen Hinweis.

Genosse Klar, Arbeitslose, Augenhöhe

1. “Was unterscheidet Stars von ‘Bild’-Artikeln?”
(bildblog.de, lupo)
Die Bild-Zeitung und bild.de recyclen fröhlich alte Beiträge. Und zwar nicht uralte Beiträge, sondern welche, die erst vor zweieinhalb Monaten gelaufen sind.

2. “‘Junge Welt’ verklärt RAF und Christian Klar”
(odenwald-geschichten.de)
Die Junge Welt schreibt über die Freilassung des wegen mehrfachen Mordes verurteilten Christian Klars und wünscht ihm “trotz alledem” nach 26 Jahren Knast ein “Willkommen in der Freiheit, Genosse Christian Klar“.

3. FAZ und Perlentaucher weiter ohne Einigung
(fr-online.de, René Martens)
Die grosse Frankfurter Allgemeine und der kleine Perlentaucher wollten sich auf einen Vergleich einigen, berichtet die Frankfurter Rundschau. Der Perlentaucher wünscht sich die Richtigstellung eines Artikels, die FAZ bot eine “Notiz” an, die dieser Tage erscheinen sollte. Es sah also nach einer Einigung aus – “sofern die Parteien nicht kurzfristig noch Argumente gegen den Kompromiss gefunden haben”. Genau dieser Fall scheint nun eingetreten zu sein – vorerst keine Notiz, vorerst kein Vergleich.

Read On…

Blick über den Weihnachtstellerrand

Es weihnachtet schon wieder. Und wir nutzen die Gelegenheit diesmal für einen Blick über den Weihnachtstellerrand – und machen im Advent “BILDblog für alle”: Statt nur auf die Unzulänglichkeiten einer großen deutschen Boulevardzeitung zu starren, schauen wir uns einfach mal genauer an, was an Fehlern, Falschmeldungen, Persönlichkeitsrechtsverletzungen, Irreführendem und Unsinn… kurzum: wieviel “Bild” in anderen Medien steckt.

Die kleinen Merkwürdigkeiten und das große Schlimme im “Trierischen Volksfreund” oder in der “Süddeutschen Zeitung”, auf RTL, im “heute journal”, auf “Spiegel Online” und natürlich, wie gehabt, in “Bild”.

Und so, wie das BILDblog ohne die sachdienliche Unterstützung unserer Leser nicht möglich wäre, freuen wir uns auch beim “BILDblog für alle” auf Hinweise zu Entgleisungen und (un)journalistischen Mängeln in einer großen deutschen Medienlandschaft.

Harry Potter, Twitter, ORF

1. “ORF baut bis 2012 1000 Angestellte ab”
(diepresse.com, Isabella Wallnöfer)
“Dem ORF droht der komplette Zusammenbruch. Das sagt nicht ein Gegner des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, sondern ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz: ‘Werden nicht einschneidende Maßnahmen gesetzt, wäre die Folge eine Insolvenz des Unternehmens und die Zerschlagung in Einzelteile. Und da stehen schon nationale und internationale Investoren bereit, sich den einen oder anderen Teil einzuverleiben.’ Die 100 Millionen Euro minus, die der ORF heuer einfahren wird, sind nur der Anfang.”

2. “Twitter mal wieder”
(don.antville.org)
Don Dahlmann macht sich Gedanken zur Aufnahme der Quellen bei Twitter anlässlich der Angriffe in Mumbai: “CNN hat rasend schnell gelernt und mitbekommen, wie ein dezentrales Nachrichtennetzwerk wie Twitter funktioniert. Nicht nur, dass man die Infos schneller bekommt, nicht nur, dass die Informationen häufig direkt mit Bildern oder pixeligen Videos verknüpft sind, sie haben auch noch den Vorteil, dass sie umsonst sind. Man kann mit wenig Mitteln sehr viel erreichen. Um so unverständlicher, dass bei N24 und n-tv nichts passierte, aber vielleicht ist das Schweigen der beiden Sender, die täglich Nachrichten simulieren, ein schönes Beispiel für den Zustand großer Teile des deutschen Journalismus.”

3. “Anschläge in Mumbai – Sollte ich Twitter doch noch eine Chance geben?”
(carosmedienschelte.blogspot.com, Carolin Neumann)
“Als ich zum ersten Mal von Twitter gehört und darüber gebloggt habe, hielt ich es für einen unnützen ‘Web-2.0-Hype’, der schneller wieder vorbei ist, als er angefangen hat.” Doch mittlerweile muss Caro zugeben, dass bei konkreten Ereignissen Twitter “in der Tat ein vielversprechenes Medium” ist. Dennoch: “Ich will nach wie vor wie keine Tweets von irgendwelchen Geeks lesen, die nichts zu sagen haben, was von Interesse ist.”

Read On…

Fingerkuppen, Bullshit, Paparazzi

1. “Wozu noch Zeitungen?”
(sueddeutsche.de)
Sueddeutsche.de findet drei “Preisträger”, die erklären, warum “die Print-Branche wird auch morgen noch dringend benötigt” wird. Seltsame Oden an raschelndes, totes Holz und an schwarze Fingerkuppen – liest man denn Zeitungen nicht wegen dem Inhalt?

2. Bullshit-Erkennung mit Alan Posener
(welt.de, Video, 3:34 Minuten)
Alan Posener hat seit einiger Zeit bei Welt Online eine neue, eigene Blattkritik-Videokolumne, in der er Zeitungsschlagzeilen auf Bullshit abcheckt. Findet er welchen, drückt er den Bullshit-Button. Und dann wirft er die Zeitung ordentlich neben sich zu Boden.

3. “Die Deutschen schnappen uns die Frauen weg”
(madial.blogspot.com)
“Die Deutschen, so heisst es in Anführungsstrichen im Titel [tagesanzeiger.ch], schnappen uns die Frauen weg! Was dann folgt, ist eine einzige Demontage des im Titel angedeuteten Problems.”

Read On…

Blättern:  1 ... 847 848 849 ... 1086