Suchergebnisse für ‘Afd’

Seipel-Bericht, Strategie des Wutleser-Fischens, Künast vs. Meta

1. “Seipel hat sich missbrauchen oder einspannen lassen”
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der Journalist und Dokumentarfilmer Hubert Seipel, bekannt für seine Bücher über und Interviews mit Wladimir Putin, soll laut ZDF und “Spiegel” 600.000 Euro aus Russland erhalten haben. Der NDR hat daraufhin im November eine Untersuchungskommission unter Leitung des ehemaligen “Spiegel”-Chefredakteurs Steffen Klusmann eingesetzt. Nun liegt der Bericht vor, der Seipels Fehlverhalten bestätige, aber auch Kritik am NDR übe. Der Sender formuliert es so: “Wenngleich keinerlei Pflichtverletzungen bei Mitarbeitenden des NDR vorliegen, so kommt der Bericht doch zu der Einschätzung, man habe Seipel über die Jahre zu sehr hofiert und zu wenig kritisch hinterfragt.”

2. “Welt”-Leser wollen sich Rechtsextremismus nicht erklären lassen
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier beleuchtet die Reaktionen der “Welt”-Leserschaft auf einen Bericht über die rechtsextreme Parole “Deutschland den Deutschen – Ausländer raus”. Trotz einer historischen Betrachtung dieser Parole durch “Welt”-Politikredakteur Frederik Schindler, der ihre Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgt, empörten sich die Leser und Leserinnen mehr über die vermeintliche Parteinahme der “Welt” gegen die AfD als über die Parole selbst. Niggemeiers Fazit: “Die Strategie des Wutleser-Fischens scheint nicht nur gefährlich zu sein, sondern auch wenig nachhaltig.”

3. RSF verurteilt Angriffe der AfD gegen Correctiv
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen verurteilt die Angriffe von AfD-Mitgliedern auf Medienschaffende der Rechercheplattform “Correctiv”, die über ein Treffen berichtet hatten, bei dem Pläne für die Ausweisung von Millionen deutscher Staatsbürger diskutiert wurden. “Die vielfältigen Versuche, diese journalistische Recherche zu denunzieren, sind nicht nur ein Angriff gegen die Reporter und Rechercheure von Correctiv, sondern gegen uns alle. Wir wissen, wohin es führt, wenn Parteien den Nährboden für Radikale und Extremisten bereiten”, so Martin Kaul, Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen.

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4. Wie es jungen Journalist*innen in Österreich geht
(tageins.at, Emil Biller)
Bei “tag eins” berichten fünf junge Journalistinnen und Journalisten aus Österreich über ihre berufliche Situation in einer von Sparmaßnahmen und Strukturwandel geprägten Medienlandschaft. Die Bedingungen klingen alles andere als einfach: Prekäre Arbeitsverhältnisse, schlecht bezahlte Praktika und unsichere Karriereperspektiven bestimmen den Alltag der jungen Medienschaffenden.

5. Renate Künast erzielt Erfolg in Prozess gegen Facebook-Konzern Meta
(zeit.de)
Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat im Prozess gegen den Facebook-Mutterkonzern Meta wegen eines Memes mit einem ihr fälschlich zugeschriebenen Zitat einen juristischen Erfolg erzielt: Das Oberlandesgericht Frankfurt bestätigte das Urteil der Vorinstanz, wonach Meta das betreffende Meme sowie ähnliche Varianten löschen muss, um viral verbreiteten Verleumdungen wirksam zu begegnen. Während das Landgericht Künast ein Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro zugesprochen hatte, wurde dieser Teil des Urteils vom Oberlandesgericht abgewiesen; die Entscheidung sei noch nicht rechtskräftig.

6. Abpfiff und Niederlage
(taz.de, Sebastian Moll)
Die Zeitschrift “Sports Illustrated”, einst bekannt für ihren literarischen Sportjournalismus, steht vor dem Ende, nachdem sie durch mehrere Besitzerwechsel, zuletzt an eine “Brand-Management”-Firma, ihre journalistische Qualität verloren habe. Mit etwas Wehmut blickt Sebastian Moll auf die goldenen Zeiten der Sportillustrierten zurück: “Das Zusammenspiel von Bild und Text formte die Art und Weise, wie die Geschichte des Sports in Amerika erinnert wird. Wer an den Sensationssieg der US-Eishockeymannschaft bei den Olympischen Spielen von 1980 denkt, wird immer das Sports-Illustrated-Foto der jubelnden Mannschaft im Moment des Sieges im Kopf haben.”

Einfluss von KI, Mit Rechten reden?, “Kontraste” erzwingt Teilnahme

1. “Wir haben nicht vor, Texte von einer KI generieren zu lassen”
(journalist.de, Henning Kornfeld)
Im Interview mit journalist.de spricht Sebastian Horn, stellvertretender Chefredakteur von “Zeit Online”, über die wachsende Rolle von Künstlicher Intelligenz (KI) im Journalismus und betont gleichzeitig die Unersetzbarkeit menschlicher Recherche und Texterstellung: “Bei unseren Texten wird man weiterhin davon ausgehen können, dass sie von Menschen geschrieben wurden. Das Textgenerieren mittels KI würde den Kern dessen berühren, wofür die Zeit steht – vertrauenswürdiger, tief recherchierter und exzellent erzählter Journalismus.”
Weitere Lesetipps: Bei fachjournalist.de macht sich Michael Schaffrath Gedanken über den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf den Sportjournalismus: Kein K.o. durch KI – aber durchaus Wirkungstreffer. Und bei verdi.de berichtet Susanne Stracke-Neumann von einer Podiumsdiskussion über die Herausforderungen und Chancen von Künstlicher Intelligenz für den Journalismus: Qualität versus generative KI?

2. “Medien reden mit Rechten” hat nicht funktioniert
(deutschlandfunk.de, Matthias Dell, Audio: 3:42 Minuten)
In seiner Kolumne im Deutschlandfunk reflektiert Matthias Dell den Umgang der großen Medien mit der AfD, insbesondere nach den Enthüllungen über den “Geheimplan” von AfD-Politikerinnen und -Politikern. Dell kritisiert eine unangemessene Offenheit und Faszination vieler Medien gegenüber der AfD und rechtsextremen Ideologien, was teilweise zu einer Normalisierung dieser Ansichten geführt habe.
Weiterer Hörtipp: Auch der “6-vor-9”-Kurator hat sich in seiner radioeins-Kolumne Gedanken über die Frage gemacht, ob und wie Medien mit der AfD reden können. Die Herausforderung bestehe darin, die Aussagen der Partei zu analysieren und zu kontextualisieren, ohne ihr eine Plattform für rechtsextreme Propaganda zu bieten. Gleichzeitig sei es wichtig, die Stimmen derer zu hören, die von der Politik und Rhetorik der AfD betroffen sind (radioeins.de, Audio: 3:29 Minuten).

3. “Kontraste” erzwingt Teilnahme an AfD-Veranstaltung
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Das ARD-Magazin “Kontraste” habe per einstweiliger Verfügung seine Teilnahme an einer AfD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt durchgesetzt. Die Journalisten hätten von einer feindseligen Atmosphäre vor Ort und Schwierigkeiten bei der Ausübung ihrer Arbeit berichtet, wie etwa Einschränkungen der Bewegungsfreiheit und feindseligen Reaktionen des Publikums.
Weiterer Hörtipp: Der Deutschlandfunk hat mit “Kontraste”-Redaktionsleiter Georg Heil über den Fall gesprochen: Gericht kippt Drehverbot für ARD-Team (deutschlandfunk.de, Sören Brinkmann, Audio: 7:45 Minuten).

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4. “Geheimplan”-Recherche: Fragen und Antworten
(correctiv.org)
Die Veröffentlichung der “Correctiv”-Recherche “Geheimplan gegen Deutschland” über ein Treffen von AfD-Politikerinnen und -Politikern sowie einzelnen Mitgliedern von CDU und “Werteunion” mit Rechtsextremisten hat ein enormes Medienecho ausgelöst und am vergangenen Wochenende Hunderttausende bei Demonstrationen auf die Straße gebracht. Die “Correctiv”-Redaktion hat viele Fragen zu ihrer Recherche erhalten, die sie in einem FAQ gebündelt beantwortet hat.

5. Journalisten mit Pegasus-Spyware angegriffen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen schreibt, sie habe Belege dafür, dass die Mobiltelefone zweier in Togo vor Gericht stehender Journalisten von staatlicher Seite mittels der Spionagesoftware “Pegasus” überwacht wurden: “Wir konnten im Fall von Loïc Lawson nachweisen, dass sein Mobiltelefon immer wieder von dem Staatstrojaner Pegasus infiziert wurde. Es ist Aufgabe der internationalen Staatengemeinschaft, die Regierung von Togo und die NSO Group, welche diese Spionagesoftware an Togo verkauft hat, zur Verantwortung zu ziehen”, sagt Janik Besendorf, einer der beiden für die Enthüllung verantwortlichen Mitarbeiter des Berliner Digital Security Lab.

6. Suizid-Content in sozialen Medien: Gefahr für junge Menschen
(ndr.de, Alex Grantl, Video: 21:55 Minuten)
Warnung: In dem verlinkten Beitrag geht es um Suizide. Solltest Du Suizid-Gedanken haben, dann gibt es Menschen, die Dir helfen können, aus dieser Krise herauszufinden. Eine erste schnelle und unkomplizierte Hilfe bekommst Du etwa bei der “TelefonSeelsorge”, die Du kostenlos per Mail, Chat oder Telefon (0800 – 111 0 111 und 0800 – 111 0 222) erreichen kannst.
Das Medienmagazin “Zapp” thematisiert, wie Inhalte in Sozialen Medien, insbesondere auf Plattformen wie TikTok, die sich mit Suizid, Essstörungen und Selbstverletzung beschäftigen, eine potenzielle Gefahr für Jugendliche und junge Erwachsene darstellen. In dem Beitrag werden verschiedene Perspektiven beleuchtet, unter anderem die der TikTokerin Nadine Breaty, der Nutzerin Sera und des Suizidforschers Thomas Niederkrotenthaler, um die Risiken solcher Inhalte für junge Menschen zu untersuchen.

Rechte Influencer, “Rage Bait”, Eskalation in Polen?

1. Braune IT und rechte Influencer
(netzpolitik.org, Tomas Rudl & Markus Reuter)
Eine Recherche von netzpolitik.org und “Correctiv” beleuchtet die Verbindungen eines IT-Unternehmers zur rechtsextremen Szene in Deutschland. Dieser sei früher im Umfeld der NPD aktiv gewesen und immer noch in rechtsextremen Kreisen vernetzt, wie seine Teilnahme an einem Geheimtreffen in Potsdam zeige. Der Artikel enthüllt auch die Pläne des Sohnes des Gastgebers des Treffens, eine rechte Influencer-Agentur zu gründen, um Kampagnen und finanzielle Unterstützung für rechtsextreme Inhalte zu organisieren.

2. Eskalation in Polen? Erbitterter Kampf um öffentlich-rechtliche Medien
(ndr.de, Tom Fugmann, Video: 11:27 Minuten)
In Polen gibt es einen heftigen Konflikt um den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, insbesondere um den Fernsehsender TVP. Nach dem Machtwechsel zu einer Mitte-Links-Regierung unter Donald Tusk wurde die von der nationalkonservativen PiS-Partei eingesetzte TVP-Führung abgesetzt, was zu Protesten und einer vorübergehenden Besetzung des TVP-Gebäudes in Warschau durch PiS-Politiker und Medienschaffende führte.

3. “Ich bin sowieso ein ruhiger Typ”
(journalist.de, Jan Freitag)
Im Interview mit dem “journalist” spricht die langjährige Fernsehmoderatorin Anne Will über ihre Karriere und die Bedeutung ihrer journalistischen Herangehensweise. Sie betont die Wichtigkeit von Ruhe und Gelassenheit in ihrer Rolle, insbesondere in Krisensituationen wie den Anschlägen vom 11. September 2001. Will spricht auch über ihre Entscheidung, sich von der Moderation ihrer Sonntagabend-Talkshow zurückzuziehen, um wieder verstärkt journalistisch arbeiten zu können. Außerdem geht es in dem Gespräch um die Herausforderungen und die Verantwortung, die die Moderation einer Talkshow mit großer Reichweite mit sich bringt, sowie um die Auswirkungen von Talkshows auf die öffentliche Meinung und politische Debatten.

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4. Rechtsextreme Politiker*Innen feiern Erfolge auf TikTok
(belltower.news, Federico Battaglia, Visualising Democracy)
Eine beliebte Strategie für hohe Interaktionsraten in Sozialen Netzwerken sei das sogenannte “Rage Bait”, schreibt Federico Battaglia mit Blick auf einen AfD-Politiker: “Dabei werden Inhalte verbreitet, die vor allem Wut auslösen sollen, polarisieren und damit große Reichweite erlangen. Mit dieser Strategie, bekannt unter anderem aus dem Präsidentschaftswahlkampf Donald Trumps, ist Ulrich Siegmund zum erfolgreichsten deutschen Politiker auf TikTok avanciert.”

5. Elf Investigativjournalisten in Untersuchungshaft
(reporter-ohne-grenzen.de)
Als “größte Verhaftungswelle der letzten Jahre” bezeichnet Reporter ohne Grenzen (ROG) das, was sich derzeit in Kirgisistan abspielt: “Mit den Verhaftungen sollen zwei unbequeme Medien endgültig zum Verstummen gebracht werden, deren Beiträge die Regierenden kritisieren. Doch Berichte über Korruption und Amtsmissbrauch sind kein Verbrechen”, so Katja Gloger, ROG-Vorstandssprecherin: “Wir verurteilen die Festnahmen und fordern die kirgisischen Behörden auf, die Medienschaffenden freizulassen”.

6. Der Abschied vom Pressebüro
(verdi.de, Rudolf Stumberger)
Rudolf Stumberger beschreibt die Entwicklung eines in den 1980er-Jahren gegründeten Journalistenbüros in der Münchner Fliegenstraße, das im vergangenen Jahr seine Räume verlassen musste und sich aufgelöst habe. Die heute üblichen Pressebüros würden den gesellschaftlichen und journalistischen Wandel widerspiegeln: “Vom sich als gesellschaftskritisch verstehenden Journalistenkollektiv mit gemeinsamem Auftritt hin zu einer pragmatischen Bürogemeinschaft einzelner Kolleg*innen. Von der Dominanz des Politischen hin zur Dominanz des Wirtschaftlichen.”

KW 03/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

***

1. Wie viel Theater braucht investigative Recherche?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 32:08 Minuten)
Das Recherchenetzwerk “Correctiv” berichtete am 10. Januar über ein konspiratives Treffen einflussreicher AfD-Politiker und -Politikerinnen mit Rechtsextremen, bei dem ein geheimer Plan zur Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland besprochen worden sei. Bei dem Treffen sei es auch um den Kampf gegen öffentlich-rechtliche Medien und den Aufbau einer rechtsextremen Gegenöffentlichkeit gegangen. Im “Übermedien”-Podcast berichtet Anette Dowideit, stellvertretende “Correctiv”-Chefredakteurin, über die Recherche und ihre Folgen. Die im Podcast erwähnte szenische Lesung der Recherche als Theaterstück ist hier zu sehen (youtube.com, Video: 1:23:30 Stunden).

2. Hörbar Rust: Caren Miosga
(ardaudiothek.de, Bettina Rust: 1:26:37 Stunden)
Caren Miosga kann auf eine beachtliche Fernsehkarriere zurückblicken: “Kulturjournal”, “Zapp”, “Titel, Thesen, Temperamente”, 16 Jahre “Tagesthemen”. Nun wartet eine neue Herausforderung: Als Nachfolgerin von Anne Will geht es für Miosga ab diesem Sonntag mit einer eigenen wöchentlichen politischen Talkshow im Ersten weiter. Bettina Rust hat sich mit der zukünftigen Polit-Talkerin in der “Hörbar Rust” getroffen.

3. Wer ist die Familie Murdoch?
(zdf.de, Heike Ebling, Video: 17:03 Minuten)
Jahrzehntelang war Rupert Murdoch einer der mächtigsten Medienmacher der Welt, nun zieht er sich im biblischen Alter von 92 Jahren von der Spitze seines Unternehmens zurück. ZDF Info ist der Frage nachgegangen, wie die Murdochs ihr globales Medienimperium aufgebaut haben und wer Rupert Murdochs Nachfolge antreten wird: “Wer ist die Familie Murdoch?”

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4. Survival-Guide für Redaktionen
(hinterdenzeilen.de, Niklas Münch & Tobias Hausdorf, Audio: 46:26 Minuten)
Die “Hinter-den-Zeilen”-Podcaster Niklas Münch und Tobias Hausdorf wollen sich nach dreieinhalb Jahren Podcast anderen Dingen widmen. Für die letzte Ausgabe haben sie sich noch mal etwas Besonderes ausgedacht: einen akustischen “Survival-Guide für Redaktionen”: “Dazu haben wir Anekdoten von Kolleg*innen gesammelt, die davon erzählen, welche Peinlichkeiten ihnen beim Berufsstart passiert sind oder welche ungeschriebenen Redaktionsregeln sie gebrochen haben. Ihr hört, warum ihr vor einem Termin die Postleitzahl checken solltet und wie ihr euch richtig entschuldigt: mit Marzipankuchen.”

5. Satire und Kunstfreiheit
(share.transistor.fm, Luis Paulitsch, Audio: 31:47 Minuten)
Was darf Satire? Welche Auswirkungen haben solche Diskussionen auf die Freiheit der Kunst? Und wo hört Kunst auf? Darüber spricht Luis Paulitsch im Podcast des österreichischen Presserats mit Fritz Jergitsch, Chefredakteur der österreichischen “Tagespresse”, und Meri Disoski, Frauensprecherin der österreichischen Grünen. Zu Wort kommen auch der “Kurier”-Karikaturist Michael Pammesberger und Alexander Warzilek, Geschäftsführer des Presserats.

6. Griechenland: Journalisten in Bedrängnis
(ardmediathek.de, Anja Miller, Video: 5:51 Minuten)
Im “Weltspiegel” gibt es einen Bericht (ab Minute 26:08) über die Situation von Journalistinnen und Journalisten in Griechenland. Bespitzelungen und Bedrohungen bei kritischen Recherchen seien an der Tagesordnung. Auf der internationalen Rangliste der Pressefreiheit stehe das Land nur auf Platz 107 von 142, noch hinter Katar.

Rücktritt, Unwort des Jahres, Strg_F bittet Rezo um Entschuldigung

1. Treffen mit Rechtsextremen: Silke Schröder tritt zurück
(br.de)
Silke Schröder ist als Vorstandsmitglied des Vereins Deutsche Sprache zurückgetreten, nachdem sie an einem rechtsextremen Treffen teilgenommen hatte, bei dem über die Ausweisung von Menschen mit Migrationshintergrund aus Deutschland diskutiert wurde (siehe dazu auch die “6 vor 9” von gestern). Bei dem Treffen waren auch AfD-Funktionäre und CDU-Mitglieder, die der rechtskonservativen Werteunion angehören, anwesend. Bekannt geworden war der “Geheimplan gegen Deutschland” durch eine “Correctiv”-Recherche.

2. dju in ver.di Niedersachsen-Bremen kritisiert massive Einschränkung der Pressefreiheit
(dju.verdi.de, Tobias Morchner)
Die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in Verdi Niedersachsen-Bremen hat die Polizeidirektion Hannover wegen der Einschränkung der Pressefreiheit bei der Räumung eines Protestcamps kritisiert. Die dju fordert einen ungehinderten Zugang für Medienschaffende zu einem Waldstück, das geräumt wurde, um Rodungsarbeiten für den Ausbau eines Schnellweges zu ermöglichen: “Journalist*innen vor Ort berichten, dass ihnen die Beobachtung der polizeilichen Maßnahmen praktisch nicht möglich ist”, so dju-Landesmediensekretär Peter Dinkloh: “Damit setzt sich die Polizei über das große öffentliche Interesse an einem so umfangreichen Einsatz hinweg.”

3. Verwicklung in US-Politik
(taz.de, Ann-Kathrin Leclere)
Der US-amerikanische Milliardär Bill Ackman sei auf einem Kreuzzug gegen Unis und Medien, und der Axel-Springer-Verlag stehe ihm dabei bei, so die Einschätzung von Ann-Kathrin Leclere. Ein verwickelter Fall, bei dem es auch um Plagiatsvorwürfe geht.

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4. NDR-Format STRG_F bittet Internetstar Rezo um Entschuldigung
(spiegel.de)
Das öffentlich-rechtliche Youtube-Format “Strg_F” hat nach einem öffentlich ausgetragenen Schlagabtausch den Youtuber Rezo wegen Fehlern in der Berichterstattung um Entschuldigung gebeten. Rezo hatte “Strg_F” unter anderem für die Darstellung seiner Beziehung zur Marke More Nutrition kritisiert. Die “Strg_F”-Redaktion räumt ein, dass sie Rezo mehr Zeit hätte geben sollen, um Fragen zu beantworten, und betont, dass sie daran arbeite, ihre Prozesse und den Umgang mit Fehlern zu verbessern.

5. Klima vor Acht statt Börse vor Acht
(verdi.de, Claudia Krieg)
Die Initiative “Klima vor Acht” kritisiert die aus ihrer Sicht unzureichende Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Sender über die Klimakrise und fordert ein regelmäßiges Format zur besten TV-Sendezeit, das umfassend über Klimathemen informiert. Claudia Krieg hat sich mit “Klima-vor-Acht”-Mitgründer Norman Schumann über die Ziele der Initiative und die Reaktionen der Sender unterhalten.

6. “Remigration” ist “Unwort des Jahres”
(sueddeutsche.de, Kassian Stroh)
Das “Unwort des Jahres” 2023 ist “Remigration”, das von rechten und rechtsextremen Gruppierungen als Euphemismus für Zwangsausweisungen und Massendeportationen von Menschen mit Migrationshintergrund verwendet werde. Dies stehe im Gegensatz zur ursprünglichen Bedeutung des Begriffs in der Migrations- und Exilforschung, die verschiedene Formen der freiwilligen Rückkehr umfasst. Auf Platz zwei landete das Wort “Sozialklimbim” aus der Debatte um die Kindergrundsicherung und auf Platz drei “Heizungs-Stasi”.

Einsicht zu Nord Stream 2, “Klare Kante”, Influencer-Abzocke

1. VG Berlin gewährt Zugang zu “Nord Stream 2”-Infor­ma­tionen
(lto.de, Max Kolter)
Wie “Legal Tribune Online” berichtet, hat das Verwaltungsgericht Berlin die Bundesregierung dazu verurteilt, einem “Bild”-Reporter Einsicht in Unterlagen zu den Erdgas-Pipelines Nord Stream 2 zu gewähren. Dabei gehe es vor allem um Informationen zur Genehmigung und zum Bau der Pipelines sowie zur Gründung und zur Tätigkeit der umstrittenen “Stiftung des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Klimaschutz und Bewahrung der Natur”.

2. Klare Kante notwendig
(djv.de, Paul Eschenhagen)
Silke Schröder, Vorstandsmitglied des Vereins Deutsche Sprache, hat auf der Plattform X/Twitter die “Remigration von sog. Journalisten an Ausbildungsstätten, die ihnen ideologiebefreit die Grundlagen ihres Handwerks beibringen” gefordert (Schröder hat ihr X-Konto mittlerweile auf privat gestellt). “Darunter kann man nur den Wunsch nach einer Deportation von unliebsamen Journalistinnen und Journalisten in Umerziehungslager verstehen”, kommentiert Mika Beuster, Bundesvor­sitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes: “Das erinnert an die dunkelsten Zeiten in Deutschland.” Vergangene Woche berichtete “Correctiv”, dass Silke Schröder an einem Treffen von hochrangigen AfD-Politikern, Neonazis und finanzstarken Unternehmern in einem Hotel bei Potsdam teilgenommen habe.

3. Prognosen zur Landtagswahl Sachsen: 37, 34 oder 32 Prozent – wie viel hätten sie den gern?
(flurfunk-dresden.de, Peter Stawowy)
Anhand der aktuellen Umfragen zur im September 2024 anstehenden Landtagswahl in Sachsen zeigt Peter Stawowy, wie unterschiedlich die Werte der Meinungsforscher ausfallen. Sein Fazit: “In jedem Fall gilt es, Umfragen nur als das zu sehen, was sie sind: Momentaufnahmen. Denn, das macht Politik ja auch so spannend: Bis zu den Wahl-Terminen kann noch einiges passieren.”

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4. “Das Fenster nach Gaza”
(taz.de, Matthias Ubl)
Im Interview mit Christoph Resch, Pressereferent von Reporter ohne Grenzen, geht es um die gefährliche Situation für Journalisten und Journalistinnen im Gaza-Krieg. Die Organisation fordert eine genaue Untersuchung jedes einzelnen Todesfalls. Es gebe Hinweise auf gezielte Tötungen von Medienschaffenden durch die israelischen Streitkräfte, wie im Fall des Reuters-Journalisten Issam Abdallah.

5. Funke gehört nun vollständig der Familie Grotkamp
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet, gehört die Funke Mediengruppe nach rund zweieinhalb Jahren unternehmerischer Führung nun vollständig der Familie um Petra Grotkamp. Dieser Schritt folge einer Vereinbarung aus dem Jahr 2021, in der sich die Familie Grotkamp mit den bisherigen Miteigentümern auf den Kauf aller Unternehmensanteile geeinigt habe.

6. Influencer sammelte Zehntausende Euro für Obdachlosen – und behielt Großteil offenbar für sich
(spiegel.de)
Am vergangenen Freitag verlinkten wir in den “6 vor 9” einen Beitrag des Medienmagazins “Zapp” (Video: 6:20 Minuten), in dem gezeigt wurde, wie Youtuber mit Geschenken an Obdachlose Klicks produzieren. Nun berichtet der “Spiegel” von einem Influencer, der bei TikTok und Instagram Spenden in fünfstelliger Höhe für einen Obdachlosen gesammelt, diese jedoch offenbar nahezu komplett für sich behalten habe.

Geheime Medienpläne, Rezo vs. “Strg_F”, Bedrohte Medienvielfalt

1. “Correctiv” deckt geheime Medienpläne der Neuen Rechten auf
(deutschlandfunk.de, Anh Tran, Audio: 7:54 Minuten)
Das Recherchenetzwerk “Correctiv” berichtete gestern von einem konspirativen Treffen einflussreicher AfD-Politiker mit Rechtsextremen, bei dem ein geheimer Plan zur Vertreibung von Millionen Menschen besprochen worden sei. Bei der Zusammenkunft sei es auch um den Kampf gegen öffentlich-rechtliche Medien und den Aufbau einer rechtsextremen Gegenöffentlichkeit gegangen, berichtet “Correctiv”-Chefredakteur Justus von Daniels im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.
Weitere Lesetipps: Making-Of zur Geheimplan-Recherche und Nach Correctiv-Recherche: Bundestagsabgeordnete fordern rechtliche Schritte gegen AfD (beide correctiv.org).

2. Rezo gegen den NDR: Die Zerstörung des Formats “STRG_F”
(msn.com, Jochen Zenthöfer)
Jochen Zenthöfer setzt sich mit den Vorwürfen des Youtubers Rezo gegen das Reportageformat “Strg_F” des NDR und “funk” auseinander. Rezo wirft dem Format vor, in Reportagen über ihn und einen seiner Sponsoren sowie in anderen Beiträgen Fehler gemacht und diese anschließend vertuscht zu haben. Diese Vorwürfe haben zu einer größeren Kontroverse und zu Glaubwürdigkeitsproblemen für “Strg_F” geführt. Der NDR hat eine sorgfältige Prüfung und Aufarbeitung angekündigt. Alle angesprochenen Videos sind im Artikel verlinkt.

3. Madsack macht den Sack zu
(taz.de, Johann Voigt)
Die Madsack Mediengruppe aus Hannover hat die DDV Mediengruppe aus Dresden übernommen und besitzt nun alle Dresdner Lokalzeitungen, einschließlich der “Sächsischen Zeitung”, der “Dresdner Morgenpost” und der “Dresdner Neuesten Nachrichten”. Diese Übernahme, der das Bundeskartellamt noch zustimmen muss, könnte erhebliche Auswirkungen auf die Vielfalt des Lokaljournalismus in Dresden haben. Darüberhinaus fragt sich Johann Voigt in der “taz”: “Inwiefern werden sich die Inhalte von SZ, Dresdner Morgenpost und DNN angleichen? Werden Redaktionen zusammengelegt? Oder versucht Madsack womöglich die auflagenschwächere DNN abzustoßen?”
Weiterer Lesetipp: Kartellamt ist gefordert: “Der Deutsche Journalisten-Verband fordert das Bundeskartellamt auf, die in diesen Tagen bekannt gewordenen Fusionspläne von zwei Zeitungsverlagen einer kritischen Überprüfung zu unterziehen.” (djv.de, Hendrik Zörner)

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4. Was wir besser machen könnten
(arminwolf.at)
Im Rahmen einer Ringvorlesung zum 100. Geburtstag des “Spiegel”-Gründers Rudolf Augstein sprach Armin Wolf darüber, “warum öffentlich-rechtliche Medien nie wichtiger waren – und was wir besser machen können”. Auf seiner Website veröffentlicht Wolf den Text seiner Rede, in der er sich mit der Bedeutung und den Herausforderungen der öffentlich-rechtlichen Medien in der heutigen, digital geprägten Medienlandschaft auseinandersetzt. Er geht auf die historische Entwicklung und den aktuellen Stand von Medienproduktion und -konsum ein und diskutiert die Auswirkungen von Desinformation und “Fake News” sowie die Rolle der Medien bei der Förderung einer informierten Demokratie.

5. “2024 entscheidet über die Demokratie”
(verdi.de, Günter Herkel)
Maria Ressa ist Chefredakteurin und Geschäftsführerin des philippinischen Nachrichten- und Investigativportals “Rappler” und hat 2021 für ihren Einsatz für die Pressefreiheit den Friedensnobelpreis erhalten. Auf einer internationalen Konferenz der Friedrich-Naumann-Stiftung und der Organisation Reporter ohne Grenzen sprach Ressa über die Bedrohung der Menschenrechte durch Desinformation, Online-Belästigung und Überwachung.

6. Viele fremdeln noch mit Twitch
(blog.medientage.de, Lisa Priller-Gebhardt)
Lisa Priller-Gebhardt beschäftigt sich mit der Nutzung der Livestreaming-Plattform Twitch durch etablierte deutsche Medienunternehmen. Sie stellt heraus, dass Twitch eine große, vor allem junge Community anziehe und sich über Gaming hinaus auf verschiedene Genres wie Kochen, Sport und Musik ausgeweitet habe. Trotz der wachsenden Popularität und der potenziellen Vorteile seien viele Medienhäuser noch zurückhaltend bei der Nutzung der Plattform.

Friedrich in China, Journalisten schützen, Jeremys schlechter Geruch

1. Der Verleger der “Berliner Zeitung” ist von China begeistert
(msn.com, Jochen Zenthöfer)
Jochen Zenthöfer befasst sich mit Holger Friedrich, Herausgeber der “Berliner Zeitung”, der über seine Teilnahme an der “13. Konferenz des Welt-Sozialisten-Forums” in Peking berichtet hat. Friedrichs Berichterstattung, die eine positive Darstellung Chinas und Kritik an westlichen Institutionen beinhalte, wird kritisch hinterfragt, insbesondere im Hinblick auf dessen Rollen als Journalist, Referent und Beobachter. Zenthöfer geht auch auf Friedrichs frühere China-Berichterstattung in der “Berliner Zeitung” ein und wirft Fragen nach journalistischen Standards und Rollenvermischungen auf.

2. Namensnennungen unverzichtbar
(djv.de, Hendrik Zörner)
Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) betont die Bedeutung der Nennung der Namen von Fotografinnen und Fotografen in journalistischen Beiträgen. Diese sei auch für die Transparenz und Glaubwürdigkeit journalistischer Arbeit unverzichtbar: “Es macht einen Unterschied, ob das Bild von der Pressestelle einer Regierung oder eines Unternehmens kommt oder eben von unabhängigen Fotografinnen und Fotografen”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. Der DJV hat in einer stichprobenartigen Untersuchung überprüft, ob in Tageszeitungen “die gesetzlich vorgeschriebene Namensnennung von Bildurhebern tatsächlich erfolgt”.

3. Vertrauliche Kommunikation von Journalisten schützen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Derzeit wird in Brüssel über den Europäischen Rechtsakt zur Medienfreiheit (englisch: European Media Freedom Act, EMFA) verhandelt, bei dem auch Punkte wie der Quellenschutz und die Überwachung von Journalistinnen und Journalisten eine Rolle spielen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) fordert den maximalen Schutz von Medienschaffenden im Regelwerk. ROG-Geschäftsführer Christian Mihr kommentiert: “Ausnahmeregelungen zum Schutz der nationalen Sicherheit haben darin nichts zu suchen und öffnen Tür und Tor für Missbrauch.”

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4. Offener Brief: Eine unterfinanzierte Zivilgesellschaft gefährdet die Demokratie
(neuemedienmacher.de)
Mehr als 50 zivilgesellschaftliche Organisationen befürchten negative Auswirkungen auf ihre Arbeit durch die aktuelle Ausgabensperre der Bundesregierung bis 2024 und wenden sich mit einem offenen Brief an die Öffentlichkeit: “Es droht das Sterben einer zivilgesellschaftlichen Landschaft, die sich seit Jahren überall in diesem Land für die Stärkung und Verteidigung der Demokratie, die Förderung von Medienbildung und Medienkompetenz, für Vielfalt sowie gegen digitale Gewalt und Desinformation engagiert.”

5. Sky nimmt Jeremy-Fragrance-Dokuserie aus dem Angebot
(spiegel.de)
Der Pay-TV-Sender Sky hat eine Dokuserie über Jeremy Fragrance aus dem Programm genommen, nachdem Fotos aufgetaucht waren, die den Influencer mit rechtsextremen Personen zeigen. “Wir distanzieren uns klar von jeglichen rechtsextremen Inhalten oder Äußerungen”, so ein Sky-Sprecher gegenüber dem “Spiegel”. Auch sein Buchverlag werde die Zusammenarbeit mit dem Parfüm-Influencer nicht fortführen.

6. Konkurrenz zu Twitter: Neuer Kurznachrichtendienst soll in Europa in wenigen Tagen online gehen
(fr.de, Lennart Schwenck)
Lennart Schwenck berichtet über den für Donnerstag erwarteten Europa-Start einer neuen Social-Media-App namens Threads von Meta, dem Mutterkonzern von Facebook und Instagram, die eine Konkurrenz zu Twitter/X sein soll. Diese Entwicklung folgt auf die Übernahme von Twitter durch Elon Musk und spiegelt die sich verändernde Landschaft der Sozialen Medien wider, in der große Unternehmen um Marktanteile und das Engagement der Nutzerinnen und Nutzer konkurrieren.

Medien verstehen nur Bahnhof, RIP Presseförderung, Wikipedia-Charts

1. Drohungen nehmen zu
(reporter-ohne-grenzen.de)
Bei pro-palästinensischen Demonstrationen in Deutschland ist es in den vergangenen Wochen vermehrt zu Drohungen, Beleidigungen und Angriffen gegen Journalistinnen und Journalisten gekommen. Die Organisation Reporter ohne Grenzen verurteilt diese Entwicklung und appelliert an Staat und Medien: “Polizei und Sicherheitsbehörden müssen Medienschaffende bei Demonstrationen konsequent schützen und das Grundrecht auf Pressefreiheit durchsetzen. Aber auch die deutschen Medienhäuser müssen sich der Verantwortung gegenüber ihren Mitarbeitenden stärker bewusst werden und Sicherheitskonzepte für die Berichterstattung in polarisierten öffentlichen Räumen entwickeln oder bestehende besser umsetzen.”

2. “European Railway Station Index”: Medien verstehen nur Bahnhof
(uebermedien.de, Sebastian Wilken)
Sebastian Wilken kritisiert bei “Übermedien” die Berichterstattung über den “European Railway Station Index”, der deutschen Bahnhöfen ein schlechtes Zeugnis ausstellt. Die Studie stamme von einer umstrittenen US-Lobbyorganisation und basiere auf fragwürdigen Kriterien. Und in der Tat ist es bemerkenswert, wie viele und durchaus renommierte Medien diese Studie unkritisch übernommen haben.

3. RIP Presseförderung
(verdi.de, Günter Herkel)
Günter Herkel beschreibt in seinem Beitrag das “Begräbnis mit Ansage” der staatlichen Presseförderung in Deutschland. Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Finanzierung des Klima- und Transformationsfonds fehle der finanzielle Spielraum für die Förderung. Deren Scheitern habe sich allerdings schon vor dem Urteil und den damit verbundenen Sparmaßnahmen abgezeichnet.

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4. “Die Viva-Story”: Eine Fernsehgeschichte über Fernsehgeschichte
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
“DWDL”-Chef Thomas Lückerath hat sich die dreiteilige TV-Doku “Die Viva-Story – zu geil für diese Welt” angeschaut und ist äußerst angetan. Die von Florida Factual produzierte Reihe sei ein “gut zugänglicher Balance-Akt zwischen Fakten und Erinnerung, Nostalgie und Kritik. Aufstieg, Triumph und Fall des Senders in rund 100 Minuten. Eine nostalgische Zeitreise, visuell stimmig und mit Liebe zum Detail in Szene gesetzt.” Die Serie ist in der ARD-Mediathek verfügbar: Folge 1, Folge 2, Folge 3.

5. “Gedruckte Magazine haben etwas herrlich Sinnliches” – Christoph Schwennicke über Print-Liebe, Online-Journalismus und die Aussichten fürs LSR.
(turi2.de, Markus Trantow)
Im Interview mit “turi2” spricht Christoph Schwennicke über seine journalistische Karriere, einschließlich seiner Zeit bei “Cicero” und Corint Media. In dem Gespräch geht es unter anderem um seine damaligen Bemühungen, das Leistungsschutzrecht gegen die US-amerikanischen Tech-Giganten durchzusetzen, den politischen Journalismus in Deutschland und Schwennickes neue Rolle bei t-online.de.

6. Das waren 2023 die meistgelesenen Wikipedia-Artikel
(spiegel.de)
Die englischsprachige Wikipedia hat eine Übersicht der am häufigsten aufgerufenen Artikel des Jahres 2023 veröffentlicht. Jener über ChatGPT führt die Liste an. Insgesamt wurden die Wikipedia-Artikel in allen Sprachen zu dem KI-Chatbot über 78 Millionen Mal aufgerufen. Unter den Top 3 der englischsprachigen Wikipedia-Beiträge finden sich auch ein Überblick über bemerkenswerte Todesfälle im Jahr 2023 und ein Artikel über die Cricket-Weltmeisterschaft.

Springer stellt “Bild TV” ein, Faszination für True Crime, “noFake”

1. Springer-Verlag stellt “Bild TV” ein
(tagesschau.de)
Der Axel-Springer-Konzern beendet die lineare Verbreitung seines Fernsehsenders “Bild TV” zum Ende des laufenden Jahres. Das Bewegtbildangebot von “Bild” werde ab 2024 auf einer eigenen digitalen Plattform konzentriert, einige Sportformate sollen zu “Welt TV” wechseln. “Bild TV” war im August 2021, nach dem Aufbau eigener Studios und Redaktionen sowie dem Erwerb einer Sendelizenz, als frei empfangbares 24-Stunden-Fernsehprogramm gestartet.

2. Konfrontation und Recherche-wie umgehen mit der AfD
(sr.de, Kai Schmieding & Michael Meyer, Audio: 18:42 Minuten)
Mit den steigenden Zustimmungswerten für die AfD gerate die Partei noch stärker in den Fokus der medialen Berichterstattung. Doch das gestalte sich mitunter schwierig, da die AfD ein problematisches Verständnis von der Rolle von Medien habe. Darüber sprechen Kai Schmieding und Michael Meyer in “Medien – Cross und Quer” mit dem Journalisten Olaf Sundermeyer.

3. Mit Kompetenz gegen Desinformation
(journalist.de, Caroline Lindekamp)
Caroline Lindekamp, Leiterin des Projekts “noFake” bei “Correctiv”, schreibt im “journalist”, dass zur Bekämpfung von Desinformation nicht nur reaktive Faktenchecks (debunking), sondern auch präventive Maßnahmen (prebunking) notwendig seien: “Aktuell reichen die Anstrengungen keiner Plattform aus: Sie sind besser darin, ihre Bemühungen imagewirksam nach außen zu tragen als die Masse an Desinformation tatsächlich und nachhaltig in den Griff zu bekommen. Um die Auswirkungen auf Demokratie und Gesellschaft zu mildern, wird es wichtig bleiben, Informationskompetenz zu stärken, Faktenchecks zu verbreiten und eine vielfältige Medienlandschaft zu fördern.”

Bildblog unterstuetzen

4. Struck: “Wir haben Business Punk nicht aus reiner Sentimentalität übernommen”
(clap-club.de, Daniel Häuser)
Die Übernahme des Magazins “Business Punk” durch die Weimer Media Group habe vor allem wegen des Vorwurfs “undurchsichtiger Zustände” und Kritik am Gründer Wolfram Weimer für Aufsehen gesorgt. Daniel Häuser hat bei “Business-Punk”-Manager Andreas Struck nachgefragt, wie das Medienunternehmen auf die Vorwürfe reagiert.

5. Newsletter Netzwerk Recherche 227 vom 24.11.2023
(netzwerkrecherche.org, Daniel Drepper)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche (NR). Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einigen Worten von NR-Mitvorstand Daniel Drepper zu NR-Mitglied Hubert Seipel, der für ein Buch über Wladimir Putin mehr als 600.000 Euro von einem Putin-Freund erhalten haben soll. Außerdem gibt es wie immer einen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. “Faszination für das Echte”
(taz.de, Carolina Schwarz)
Carolina Schwarz hat für die “taz” mit der Kulturwissenschaftlerin Christine Hämmerling über True-Crime-Formate gesprochen. In dem Interview geht es auch um den Vorwurf, es sei moralisch falsch, sich von wahren Verbrechen unterhalten zu lassen, und um den gefürchteten Nachahmungseffekt.

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