Suchergebnisse für ‘AfD’

Alte Fehler, Böhmermann siegt gegen Spielerberater, DuMont

1. Sollte man die AfD in TV-Talkshows einladen? “Bitte nicht!”
(mediummagazin.de, Tanjev Schultz)
Caren Miosga hatte gestern in ihrer ARD-Talksendung unter anderem Tino Chrupalla, Bundessprecher der AfD und Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion, zu Gast. Bereits zuvor hatte Tanjev Schultz Miosgas Ankündigung, auch AfD-Politikerinnen und -Politiker einladen zu wollen, kritisch kommentiert: “Wieder und wieder ist in Redaktionen über den Umgang mit der AfD diskutiert worden, und nun geht in diesem Wahljahr alles von vorne los. Die Chance, alte Fehler noch einmal zu begehen, möchte auch Caren Miosga ergreifen. Bitte nicht. Warum glauben Journalistinnen und Journalisten, sie müssen AfD-Leute einladen, da diese nun einmal so populär sind? Nichts müssen sie.”

2. Böhmermann siegt vor Gericht gegen Spielerberater Roger Wittmann
(spiegel.de)
Der Fußballspielerberater Roger Wittmann hat nach “Spiegel”-Informationen erfolglos gegen Jan Böhmermann und dessen Produktionsfirma geklagt. Es ging dabei um eine “ZDF-Magazin-Royale”-Sendung, die unter anderem Wittmanns Geschäftspraktiken als Spielerberater thematisierte (“Miese Maschen, mega Millionen: Die Player hinter den Spielern”, Video: 23:25 Minuten). Das Urteil sei jedoch noch nicht rechtskräftig: “Wittmann und seine Firmen könnten unter Umständen ein Hauptsacheverfahren anstreben und die Causa bis zum Bundesgerichtshof tragen.”

3. SZ-Vize Föderl-Schmid: Inspiriert von taz und “Spiegel”
(msn.com, Jochen Zenthöfer)
Nach Plagiatsvorwürfen hat die Universität Salzburg die Doktorarbeit der stellvertretenden Chefredakteurin der “Süddeutschen Zeitung”, Alexandra Föderl-Schmid, geprüft und für gültig erklärt. Die Vorwürfe zur Doktorarbeit scheinen damit erledigt. Nun verlagere sich die Plagiatsdebatte wieder auf Föderl-Schmids journalistische Arbeit, schreibt “FAZ”-Autor und Jurist Jochen Zenthöfer. Er erklärt den Fall und ordnet ihn kommentierend ein.

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4. Gegen prekäre Arbeitsbedingungen
(taz.de, Wilfried Urbe)
Dass das Image des altehrwürdigen Verlagshauses DuMont bröckele, liege vor allem an dessen Umgang mit den Mitarbeitenden, schreibt Wilfried Urbe in der “taz”. Probleme wie sinkende Auflagen und steigende Produktionskosten würden dem Unternehmen zu schaffen machen, aber die Art und Weise, wie das Management mit diesen Herausforderungen umgehe, habe für Unmut gesorgt. Ein Großteil der rund 560 Beschäftigten und der bis zu 280 Leiharbeiter befinde sich laut Betriebsratsangaben in prekären Arbeitsverhältnissen, berichtet Urbe.

5. Das TikTok-Ultimatum ist traurig, aber konsequent
(zeit.de, Götz Hamann)
Götz Hamann kommentiert bei “Zeit Online” das sich abzeichnende TikTok-Verbot in den USA: “Hätte es noch eines Beweises bedurft, dass die Zeit eines freien offenen Internets vergangen ist, dann wäre dieser Entschluss des Repräsentantenhauses ein solcher. Im digitalen Raum bilden sich zunehmend die geopolitischen Machtverhältnisse und Spannungen ab. Das ist traurig, ernüchternd – und die Realität.”

6. “Einblick in unermessliches Leid”
(tagesschau.de)
Das Bild einer trauernden Palästinenserin mit einem toten Kind im Arm wurde von der Jury des renommierten Wettbewerbes World Press Photo als bestes Pressefoto des Jahres ausgezeichnet. Der Palästinenser Mohammed Salem habe das Foto für die Nachrichtenagentur Reuters am 17. Oktober 2023 aufgenommen. Die Jury habe in diesem Zusammenhang von einem ergreifenden “Einblick in unermessliches Leid” gesprochen. Insgesamt sind 33 Fotografen und Fotografinnen ausgezeichnet worden, deren Bilder in einer Ausstellung gezeigt werden, die in mehr als 60 Ländern weltweit zu sehen sein soll.

Reichelt-Niederlage, Durchmarsch der Clowns, TikTok-Kanzler

1. Hauptverfahren gegen FragDenStaat-Chefredakteur Arne Semsrott eröffnet
(freiheitsrechte.org, Maria Scharlau)
Die Transparenzplattform “FragDenStaat” ist wegen der Veröffentlichung von Gerichtsdokumenten aus laufenden Strafverfahren in eine Auseinandersetzung mit der Berliner Staatsanwaltschaft geraten. Diese ermittelt gegen den Projektleiter Arne Semsrott, weil er amtliche Dokumente – mit Einwilligung der Betroffenen und Schwärzung personenbezogener Daten – veröffentlicht hat. Wie die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) mitteilt, hat das Landgericht Berlin nun das Hauptverfahren gegen Semsrott eröffnet. Er wird in dem Verfahren von der GFF unterstützt: “Das Landgericht hat die Chance verpasst, die Vereinbarkeit der Strafnorm mit der Pressefreiheit direkt vom Bundesverfassungsgericht überprüfen zu lassen”, so Benjamin Lück, Jurist und Verfahrenskoordinator bei der GFF: “Nun gehen wir den Weg durch die Instanzen. Es ist nicht mit der Pressefreiheit vereinbar, dass ausnahmslos jedes Wortlaut-Zitat aus einem Gerichtsbeschluss vor Abschluss des Verfahrens unter Strafe steht.”

2. Gericht ver­bietet Julian Rei­chelt Aus­sagen zu “Poli­zei­Grün”
(lto.de, Charlotte Hoppen & Felix W. Zimmermann)
Ex-“Bild”-Chefredakteur Julian Reichelt und das rechtspopulistische Medium “Nius” haben erneut eine juristische Niederlage erlitten, in diesem Fall zumindest eine Teilniederlage: “Das LG Hamburg hat Julian Reichelt und NIUS u.a. die Erweckung des Eindrucks verboten, der Verein ‘PolizeiGrün’ sei im Auftrag der Grünen tätig.” Der Beschluss sei noch nicht rechtskräftig, noch könnten beide Seiten Widerspruch beziehungsweise Beschwerde einlegen.

3. Durchmarsch der populistischen Talkshow-Clowns
(deutschlandfunk.de, Marina Weisband, Audio: 4:30 Minuten)
Marina Weisband reflektiert in ihrer Kolumne über den Erfolg medialer Selbstdarsteller wie Donald Trump, Javier Milei oder Boris Johnson und mögliche Nachahmer in Deutschland: “Noch hat die AfD es nicht geschafft, aber stellen Sie sich vor, sie findet irgendwann zufällig jemanden mit einem Funken Charisma, der die gleiche Art von Talkshow-Clown spielen kann. Unser mediales System hat keinerlei Immunschutz dagegen. Wir wären aufgeschmissen.”

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4. Russisches Innenministerium schreibt SPIEGEL-Kolumnist Zygar zur Fahndung aus
(spiegel.de)
Unlängst sei bekannt geworden, dass das russische Innenministerium den Kremlkritiker und freien “Spiegel”-Mitarbeiter Mikhail Zygar auf die Fahndungsliste gesetzt und ein Strafverfahren gegen ihn eröffnet hat. “Ich werde für meine Worte, für meine Texte, für meine Bücher verfolgt”, so Zygar: “Offenbar sind sie zu wahr und zu schmerzhaft für den russischen Staat, die Beamten und Propagandisten.” Mikhail Zygar schreibt regelmäßig für den “Spiegel” eine Kolumne (nur mit Abo lesbar).

5. Begräbnis der Radiokultur
(taz.de, Dominik Baur)
Die Umstrukturierungen bei “Bayern 2” werden von manchen mit dem Tod des besonderen Radiosenders gleichgesetzt. Am Dienstagabend wurde er von einigen Demonstranten symbolisch zu Grabe getragen. “taz”-Bayern-Korrespondent Dominik Baur war dabei: “Als der Himmel pünktlich zu Beginn der Trauerfeier am Rundfunkplatz zuzieht und erste Tropfen fallen, haben sie die Särge schon aufgestellt. Kleine schwarze Pappsärge mit den Aufschriften: ‘Nachtstudio’, ‘Radiotexte’, ‘Kulturwelt’, ‘Diwan’, ‘Kulturjournal’, ‘Jazz und Politik’. Alles beliebte Sendungen, die künftig bei Bayern 2 nicht mehr vorkommen.”

6. Olaf muss nicht tanzen
(zeit.de, Meike Laaf)
Bundeskanzler Olaf Scholz nutzt jetzt TikTok, um dort besonders junge Leute anzusprechen und das Feld nicht der AfD zu überlassen. Die ist auf der Plattform nämlich stärker als alle anderen Parteien zusammen. Meike Laaf hat Politiker und Experten zum Thema befragt und die Argumente für und gegen eine Präsenz auf TikTok eingesammelt.
Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “Abgesehen davon, dass es bei TikTok verschiedene Sicherheits- und Datenschutzbedenken gibt, habe ich Kritik an einem ganz anderen Punkt: Für Scholz geht es hier doch nur darum, ein weiteres Medium zu bespielen, in dem er seine Politik nicht erklärt.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 3:08 Minuten)

Pressefeindliche Stimmung, Lage in China, Demokratie ist kein Boxring

1. Weniger Übergriffe, aber pressefeindliche Stimmung
(reporter-ohne-grenzen.de)
“Infolge des starken Rückgangs von Corona- sowie rechtsextremen Demonstrationen ist zwar die Zahl der physischen Übergriffe gegen Medienschaffende rückläufig. Dennoch ist die Zahl immer noch fast dreimal so hoch wie 2019.” Die Organisation Reporter ohne Grenzen hat ihre “Nahaufnahme 2024” veröffentlicht (PDF), in der sie die aktuelle Lage der Pressefreiheit in Deutschland untersucht.

2. Schikaniert, bedroht und mit Drohnen verfolgt
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Wie Markus Reuter bei netzpolitik.org berichtet, wird die Pressefreiheit in China zunehmend eingeschränkt. Eine Umfrage unter 101 Auslandskorrespondentinnen und -korrespondenten habe ergeben, dass fast alle Befragten die Pressefreiheit in China im Vergleich zu internationalen Standards für unzureichend halten. Zudem würden drei Viertel der Befragten von einer umfassenden Überwachung durch den chinesischen Staat ausgehen und kritisieren, dass die restriktiven Bedingungen eine fundierte und differenzierte Berichterstattung über das Land verhindern.

3. AfD im TV: Demokratie ist kein Boxring
(verdi.de, Günter Herkel)
Am 11. April will “Welt TV” ein TV-Duell zur Wahl in Thüringen senden, zwischen CDU-Spitzenkandidat Mario Voigt und AfD-Rechtsaußen Björn Höcke. Günter Herkel kritisiert in seinem Kommentar, dass der mediale Umgang mit der AfD häufig deren Normalisierung fördere, indem sie wie eine normale Partei behandelt werde. Das verschleiere ihren rechtsextremen Kern. Herkel betont, dass es nicht ausreiche, Falschmeldungen zu korrigieren. Seiner Ansicht nach müssten Medien den ideologischen Kontext der AfD darstellen, um ihre extremistische Agenda zu entlarven.

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4. Brasiliens Justiz leitet Untersuchung gegen Elon Musk ein
(zeit.de)
Der oberste Gerichtshof Brasiliens hat ein Ermittlungsverfahren gegen Elon Musk wegen Behinderung der Justiz durch den Kurznachrichtendienst X (vormals Twitter) eingeleitet. Musk wird vorgeworfen, das Netzwerk in krimineller Weise genutzt zu haben, indem er gerichtliche Anordnungen missachtet und bestimmte Konten illegal reaktiviert habe.

5. Mehr Fakten statt Populismus in der EU-Berichterstattung
(de.ejo-online.eu, Henrik Müller)
Henrik Müller unterstreicht in seinem Beitrag die Bedeutung einer faktenbasierten und kritischen Berichterstattung über die EU, die helfe, die Funktionsweise der europäischen Institutionen zu verbessern. Demgegenüber stehe ein populistischer Journalismus, der die europäische Integration pauschal ablehne. Müller schreibt, dass die Komplexität der EU und ihrer Einrichtungen eine Herausforderung darstelle, die Lösung aber in einer objektiven Darstellung europäischer Themen liege, die über nationale Perspektiven hinausgehe.

6. 33. Goldene Blogger: Wo sich der Geist des Bloggens heute findet
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 24:24 Minuten)
Der Podcast “Läuft”, eine Produktion von epd medien und dem Grimme-Institut, beschäftigt sich diesmal mit der bevorstehenden Verleihung der “Goldenen Blogger”. Alexander Matzkeit spricht mit Franziska Bluhm, Mitinitiatorin des Preises, über die Aufgabe der Auszeichnung, die Frage, was Bloggen heute bedeutet, und die Aussicht, was die Teilnehmenden bei der Preisverleihung erwartet.

Brandner muss zahlen, Täuschte “Forbes”?, Content-Verwurstung

1. Weitere 15.000 Euro Ordnungsgeld gegen Stephan Brandner
(lto.de)
Stephan Brandner, der für die AfD im Bundestag sitzt, meinte, “Spiegel”-Redakteurin Ann-Katrin Müller als “Faschistin” bezeichnen zu dürfen. Durfte er aber nicht, wie das Landgericht Berlin entschied. Trotz des Urteils zeigte sich Brandner uneinsichtig und beschimpfte Müller weiter. Das wird nun teuer für ihn.

2. »Forbes« soll Werbekunden getäuscht haben
(spiegel.de)
Dem renommierten Wirtschaftsmagazin “Forbes” wird vorgeworfen, Werbekunden in die Irre geführt zu haben, indem deren Onlineanzeigen auf einer Clickbait-Unterseite statt auf der Hauptseite veröffentlich worden seien. Eigentlich sei den Kunden eine Platzierung auf der Hauptseite versprochen worden. Diese Praxis sei Teil eines größeren Problems in der Online-Werbeindustrie, wo Werbegelder oft auf unseriösen Seiten landen, die nur darauf ausgelegt seien, möglichst viel Werbung zu zeigen.

3. Jammern am rechten Rand
(taz.de, Ann-Kathrin Leclère)
Kritiker des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben ein “Manifest für einen neuen öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Deutschland” veröffentlicht. Ann-Kathrin Leclère hat sich das Forderungspapier und die überwiegend negativen Reaktionen darauf angesehen. So hat beispielsweise die Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Redakteursausschüsse dem Papier widersprochen: “Manifest” für neuen Rundfunk in zentralen Punkten falsch (agra.de, Hubert Krech).

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4. Welche Aufgabe haben Journalisten heutzutage?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhöfer, Audio: 45:12 Minuten)
In dieser Folge des Deutschlandfunk-Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Fragen, welche Aufgaben Journalistinnen und Journalisten heutzutage haben und ob es zu viel Haltung im Journalismus gibt. Es diskutieren Friedbert Meurer, Leiter Aktuelles im Deutschlandfunk, Anne-Lena Mösken von der “Freien Presse” sowie Medienforscher Christian Hoffmann.

5. “Das Chaos zulassen” – Sabine Heinrich über ihre Liebe zum Radio
(thisismedianow.podigee.io, Lukas Schöne, Audio: 25:56 Minuten)
In der aktuellen Ausgabe des Podcasts “This is Media Now” spricht WDR-Moderatorin Sabine Heinrich über ihre Begeisterung für das Radio, die bereits in ihrer Kindheit begann. Sie erläutert, wie sie ihre Erfahrungen bei einem Lokalsender geformt haben, und verrät ihre Ansichten zu Künstlicher Intelligenz.

6. Zamperoni & Miosga weg! Klamroth fehlt! TV-Berichte im Unsinnsstrudel
(dwdl.de, Peer Schader)
Peer Schader schreibt sich in seiner “DWDL”-Kolumne den Frust von der Seele über die “Online-Content-Verwurstungsindustrie”, die Belanglosigkeiten zu Nachrichten aufbläst: “Wie sehr diese Simulation scheinrelevanter Inhalte Gift für die Wahrnehmung des Journalismus als solchen ist, lässt sich in der Gesellschaft längst beobachten. Leser:innen bekommen von Online-Medien die ohnehin schon oft nicht besonders ausgeprägte Restfähigkeit abtrainiert, zu unterscheiden, was wirklich relevant ist und was bloß ein schmutziger Trick zur Klickgenerierung. Am Ende sieht ja alles gleich aus.”

KW 14/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Warum soll Al Jazeera in Israel verboten werden?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 17:13 Minuten)
Im “Übermedien”-Podcast spricht Holger Klein mit dem Politologen, Dokumentarfilmer und Buchautor Asiem El Difraoui über das drohende Verbot des Senders Al Jazeera in Israel: Was erhofft sich die israelische Regierung von einem Verbot? Ist es legitim, gegen ausländische Medien vorzugehen? Oder ist es ein gefährlicher Eingriff in die Pressefreiheit? Und wie politisch unabhängig ist Al Jazeera überhaupt?
Weiterer Hörtipp: Auch im WDR5-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” geht es um den arabischen Nachrichtenkanal: Al Jazeera: Information oder Propaganda? (wdr.de, Tilo Spanhel, Audio: 4:55 Minuten)

2. Im Fadenkreuz russischer Desinformation
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 28:25 Minuten)
Am Freitag haben wir in den “6 vor 9” einen Beitrag über die pro-russische Propagandaplattform “Voice of Europe” und deren möglichen Einfluss auf den AfD-Politiker Petr Bystron empfohlen. In der hier verlinkten Sendung hat “BR24 Medien” Christopher Nehring, Gastdozent für Desinformation des Medienprogramms Südosteuropa der Konrad-Adenauer-Stiftung, zu der Plattform befragt. Außerdem berichtet ARD-Korrespondent Oliver Soos über das “düstere Bild”, das die serbische Medienlandschaft abgibt: “Kaum Regierunsgkritik, pro-russische Berichterstattung und Geschichtsglättung wie im Fall vom Massaker von Srebrenica.”

3. Neuer Kurs – Polens Medien im Umbruch
(sr.de, Sabine Wachs & Thomas Bimesdörfer, Audio: 18:54 Minuten)
Sabine Wachs und Thomas Bimesdörfer sprechen mit dem Journalisten Heiko Kreft über die Situation der polnischen Medien nach dem Regierungswechsel: Wie steht es um die Unabhängigkeit der öffentlichen und privaten Medien? Sind sie jetzt wieder pluralistisch?

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4. Qualität der Newsmedien
(detektor.fm, Charlotte Thielmann & Lars Feyen, Audio: 16:27 Minuten)
Im Podcast “Fit for news” sprechen Charlotte Thielmann und Lars Feyen mit Michael Haller vom Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung darüber, was glaubwürdige Nachrichtenanbieter im Internet auszeichnet und welche Anbieter man besser meiden sollte.

5. Ist die deutsche Filmförderung noch zu retten?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 25:59 Minuten)
Die Reform der deutschen Filmförderung ist eine dringende Aufgabe, die bis Ende 2024 abgeschlossen sein muss. Der erfahrene Filmjournalist Rudolf Worschech analysiert im Gespräch mit Alexander Matzkeit die komplexen Förderstrukturen und gibt einen Ausblick, was am Ende dabei herauskommen könnte.

6. Inzivilität im Netz schadet uns allen
(deutschlandfunknova.de, Katrin Ohlendorf & Marc Ziegele, Audio: 1:01:58 Stunden)
In seinem Vortrag erklärt der Kommunikationswissenschaftler Marc Ziegele das Phänomen der “Inzivilität” in Kommentarspalten und bei Online-Diskussionen. Er geht dabei auch auf die mögliche Ursachen ein: “Polemische und respektlose Äußerungen sichern politischen Akteuren Aufmerksamkeit, garantieren Medien werberelevante Klicks und bringen den Plattformen eine erhöhte Verweildauer der Nutzenden.”

Doktortitel bleibt, Kampf der Studios, Top Ten der vergessenen Nachrichten

1. Welchen Einfluss haben prorussische Propagandaportale?
(deutschlandfunk.de, Anh Tran, 6:55 Minuten)
Der AfD-Europakandidat Petr Bystron soll Geld von einem prorussischen Internetportal erhalten haben, so ein aktueller Vorwurf gegen ihn. Es soll sogar Audioaufnahmen geben, die den Vorgang belegen. Bystron dementiert die Annahme von Zahlungen aus Russland. Bei dem Portal soll es sich um “Voice of Europe” handeln. Anh Tran hat den freien Investigativjournalisten Vojtěch Berger gefragt, was es mit dieser Internetplattform auf sich hat.

2. Universität Salzburg bestätigt Doktortitel für Journalistin Föderl-Schmid
(derstandard.at)
Wie der österreichische “Standard” meldet, hat die Universität Salzburg die Doktorarbeit der stellvertretenden Chefredakteurin der “Süddeutschen Zeitung”, Alexandra Föderl-Schmid, untersucht und “kein relevantes wissenschaftliches Fehlverhalten” festgestellt. Zuvor hatte ein “Plagiatsjäger”, der einen Auftrag der rechtspopulistischen Website “Nius” erhalten hatte, nach eigener Aussage das Gegenteil herausgefunden. Für die Hintergründe des Falls hier noch einmal ein Lesetipp aus dem Februar: Die Chronologie einer Hetzjagd auf Alexandra Föderl-Schmid (derstandard.at, Jan Michael Marchart & Katharina Mittelstaedt & Jonas Vogt).

3. Kampf der Produktionsstudios
(taz.de, Wilfried Urbe)
Private TV-Produktionsstudios in Deutschland wie die MMC- und die EMG-Studios beklagen einen aus ihrer Sicht unfairen Wettbewerb durch Tochtergesellschaften der öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Diese könnten Produktionsaufträge durch niedrigere Angebote aufgrund von Querfinanzierungen gewinnen. Wilfried Urbe erläutert den Konflikt.

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4. Top Ten der Vergessenen Nachrichten 2024
(derblindefleck.de)
Was sind die zehn “Vergessenen Nachrichten 2024”? Welche Themen sind in der medialen Berichterstattung untergegangen oder gar nicht erst aufgetaucht? Die “Initiative Nachrichtenaufklärung” veröffentlicht jedes Jahr eine Top-Ten-Liste. Auf der Website werden alle zehn Themen mit einer Begründung vorgestellt. Diesmal auf Platz eins: “Phytosanierung: Wenn Pflanzen Schwermetalle abbauen”.

5. Google verstößt gegen deutschen Medienstaatsvertrag
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Timo Niemeier schreibt bei “DWDL” über einen aktuellen Verstoß von Google gegen den deutschen Medienstaatsvertrag, den die Kommission für Zulassung und Aufsicht festgestellt habe. Der Vorwurf bestehe darin, dass Google einem kleinen Verlag keinen Zugang zum Google News Showcase gewährt habe, was aufgrund der Reichweitenbeschränkung als unfair angesehen werde.

6. Stefan Raab Comeback: Was steckt wirklich dahinter?
(youtube.com, Torben Platzer, Video: 23:59 Minuten)
In den vergangenen Tagen hat Stefan Raab mit mehreren Instagram-Beiträgen für große Aufregung und Spekulationen gesorgt. Youtuber Torben Platzer sortiert die bisher bekannten Fakten und Gerüchte rund um Raabs mögliches Comeback. Dabei geht es auch um die Fragen, ob Raabs angekündigte Kampf mit Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich tatsächlich stattfinden wird, und wie die Rolle des “Anzeigenhauptmeisters” Niclas M. einzuschätzen ist.

Gescheiterte Beschwerden, Gewalt im Lokalen, Geschichte des Metaverse

1. Vos­gerau schei­tert gegen Cor­rectiv vor OLG Ham­burg
(lto.de, Felix W. Zimmermann)
Das Oberlandesgericht Hamburg hat die Beschwerden des Staatsrechtlers Ulrich Vosgerau und eines weiteren Teilnehmers eines rechten Treffens in Potsdam gegen den “Correctiv”-Bericht “Geheimplan gegen Deutschland” abgewiesen. Felix W. Zimmermann fasst zusammen, warum das Gericht in der Berichterstattung keine Rechtsverletzung sah und wie die Auseinandersetzung insgesamt zu bewerten ist.

2. “Wir wussten, dass es politisch höchst brisant wird”
(journalist.de, Jan Freitag)
Für den “journalist” sprach Jan Freitag mit den “Correctiv”-Spitzen Anette Dowideit und Justus von Daniels über die Folgen der “Geheimplan”-Recherche. Dabei geht es auch um die Gerichtsverfahren, die einzelne Teilnehmer des Treffens angestrengt haben. Justus von Daniels kommentiert: “Wir sehen hier auch einen Trend, Gerichtsverfahren als PR-Mittel zu nutzen, um in der Öffentlichkeit Zweifel zu säen, egal wie das Verfahren ausgeht.”

3. Gewalterfahrung im Lokaljournalismus
(verdi.de, Claudia Krieg)
Bei “M”, dem Medienmagazin der Gewerkschaft Verdi, berichtet der Journalist Fabian Klaus über seine Erfahrungen mit Gewalt und Bedrohungen durch Rechtsextreme bei der Berichterstattung über AfD-Demonstrationen und rechtsextreme Veranstaltungen in Thüringen. Klaus plädiert für eine stärkere Sensibilisierung der Redaktionen für die damit verbundenen Probleme: “Umgang mit Gewalt oder Gewalterfahrung fängt ja nicht erst bei Kriegsberichterstattung an.”

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4. Der Journalismus braucht neue Modelle
(fr.de, Tanjev Schultz)
Der Journalistikprofessor Tanjev Schultz setzt sich in der “Frankfurter Rundschau” leidenschaftlich für die Pressefreiheit ein: “In Zeiten, in denen Donald Trump seriöse Journalistinnen und Journalisten in den USA als ‘Feinde des Volkes’ beschimpft, muss das demokratische Dösen enden. In Zeiten, in denen nicht wenige Menschen die großen Zeitungen und Sender in Deutschland als ‘Lügenpresse’ diffamieren, ist es nötig, aufzuwachen und die Unabhängigkeit der Medien zu sichern.” Schultz mahnt: “Wer die Vierte Gewalt schleifen lässt, steht bald ganz ohne Gewaltenteilung da.”

5. Domradio nach Ankündigung von Woelkis Bistum “besorgt”
(t-online.de)
Das Kölner Erzbistum habe “Strukturveränderungen” beim Domradio angekündigt. Beim Beirat des kircheneigenen Radiosenders stoße der geplante Umbau auf Kritik: “Der Beirat stellt die Frage, welche Vorteile aus der angeregten ‘Neustrukturierung’ gezogen werden sollen, und dringt auf weitere Beratung und Beteiligung in den verantwortlichen Gremien.”

6. Die Geschichte des Metaverse
(metacheles.de, Sascha Pallenberg)
“Die Geschichte des Metaverse oder woher stammen eigentlich Begriffe wie ‘Virtual Reality’, ‘Augmented Reality’, Omniverse und Co.?” Diesen Fragen geht Sascha Pallenberg in einem bunten Medienmix nach: In einer Chronologie der Ereignisse hat er einige spannende Youtube-Beiträge zum Thema zusammengestellt. Und im “MeTacheles”-Podcast geht es noch einmal per Audio um die “fast 100-jährige Historie der virtuellen Welt” (42:00 Minuten).

7. Söder auf China-Reise
(radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 3:51)
Zusätzlicher Link, weil in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator die Social-Media-Inszenierung der China-Reise des bayerischen Ministerpräsidenten: “Eines muss man Markus Söder lassen: Er ist weltweit der erste Influencer, der im Nebenberuf Ministerpräsident ist.”

Grenzwertige Doppelrolle, Erfolge gegen den Guru, Wer Musk hofiert

1. Blockchain-Studie: Die grenzwertige Doppelrolle eines “SZ”-Autors
(capital.de, Niklas Wirminghaus)
Offenbar durfte ein Autor in der “Süddeutschen Zeitung” ausführlich über die Blockchain-Technologie und eine Studie zum Thema berichten, obwohl er selbst Krypto-Unternehmer ist. Niklas Wirminghaus ist dem Fall nachgegangen, der für ihn eine klare Grenzüberschreitung darstellt: “Über ein Themengebiet, in dem man unternehmerisch tätig ist, parallel als Journalist zu schreiben – das verbietet sich eigentlich. Es untergräbt das Vertrauen der Leser und Leserinnen in eine unabhängige Berichterstattung.”

2. Just Love? Erfolge für den hr im Rechtsstreit gegen den Guru der Sekte Bhakti Marga
(hessenschau.de)
In der aktuellen Folge des “ZDF Magazin Royale” geht es um Guru “Vishwananda”, das Oberhaupt der Sekte “Bhakti Marga” mit Sitz in Hessen. Der Guru und dessen Machenschaften waren bereits vor zwei Jahren Thema der sechsteiligen Podcast-Serie “Just Love”. “Vishwananda” war juristisch gegen den Podcast des Hessischen Rundfunks (HR) vorgegangen. In einem “In eigener Sache” berichtet der HR nun über die bisherigen juristischen Erfolge, aber auch darüber, wie mühsam und langwierig das Ganze ist: “Einer der Gründe, warum die Rechtsstreitigkeiten nach mehr als zwei Jahren noch nicht abgeschlossen sind, ist, dass eine Vielzahl von Aussagen einzeln juristisch angegriffen wurde und das Hamburger Landgericht dazu einstweilige Verfügungen erlassen hat. Im Rechtsstreit müssen wir nun teils um jeden einzelnen Satz kämpfen, das dauert, aber es lohnt sich.”
Nachtrag: Der Rechtsanwalt des Gurus hat inzwischen mit einer Pressemitteilung auf den Beitrag des HR reagiert und sieht darin den “offenbaren Versuch einer gezielten Irreführung der Öffentlichkeit”. Das Vorgehen des Senders wirke “orientierungs- und hilflos”: “Entweder müsste die Redaktion es angesichts einer derzeit noch immer bestehenden Untersagung von 66 Behauptungen innerhalb der Berichterstattung einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt für dringend geboten erachten, journalistisch nachzuarbeiten. Oder aber der Hessische Rundfunk sollte sich entschieden gegen empfundenes Unrecht rechtlich zur Wehr setzen – was aus rechtlichen Gründen allerdings wenig erfolgversprechend ist.”

3. Wer Musk hofiert, hofiert Rechtsradikale
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Viele Politiker lassen sich gerne mit dem Tech-Milliardär Elon Musk ablichten. Damit muss Schluss sein, meint Markus Reuter: “Wir müssen Elon Musk als das sehen, was er ist: Ein Ermöglicher von Nazi-Inhalten und ein Mann, der mit seinem unglaublichen Reichtum rechtsradikales Gedankengut verstärkt, indem er eine wichtige Kommunikationsplattform so umbaut, dass der rechte und rassistische Diskurs ungestört wachsen kann.”

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4. Werdet endlich auf Tiktok aktiv!
(taz.de, Maurice Conrad)
Dass die AfD die Sozialen Medien mit weitem Abstand vor allen anderen Parteien dominiert, ist bekannt. Maurice Conrad appelliert in seiner “taz”-Kolumne nun an die Politik, der AfD nicht das Feld zu überlassen: “Liebe demokratische Politi­ker*innen: Social Media ist Arbeit. Macht euch dran – oder bezahlt jemanden dafür. Nehmt die Kommunikation euer Parteien und Fraktionen auf Tiktok genauso ernst wie die Pressearbeit auf den traditionellen Kanälen und sorgt dafür, dass ihr in Sachen Reichweite hinterherkommt.”

5. Newsletter Netzwerk Recherche 231 vom 22.03.2024
(netzwerkrecherche.org, Christian Deker)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche. Die aktuelle Ausgabe beginnt mit klaren Worten von Christian Deker zum investigativen Journalismus: “Journalismus ist kein verlängerter Arm der Strafverfolgung.” Außerdem gibt es, wie gewohnt, einen schönen Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. Jürgen Klopp geht erfolgreich gegen “Bunte”-Bericht vor
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Wie Uwe Mantel bei “DWDL” berichtet, hat das Landgericht Berlin der Illustrierten “Bunte” verboten, über die privaten Wohn- und Lebensverhältnisse des Fußballtrainers Jürgen Klopp zu berichten. “Mit den untersagten Äußerungen und Bildveröffentlichungen werden dem Leser Details über die Wohnverhältnisse des Antragstellers mitgeteilt, die seine Privatsphäre betreffen”, heiße es in der Begründung des Gerichts.

Gericht legt Axt an, Cybermobbing, TikTok als Propagandaplattform

1. FragDenStaat ab jetzt nur noch analog
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Wie Markus Reuter bei netzpolitik.org berichtet, hat das Bundesverwaltungsgericht auf Antrag des Bundesinnenministeriums anonyme Informationsfreiheitsanfragen für unzulässig erklärt. Die Entscheidung betreffe insbesondere die Plattform “FragDenStaat”, über die Bürgerinnen und Bürger einfach und anonym Dokumente bei Behörden anfordern konnten. Damit erschwere das Gericht den bisher niedrigschwelligen digitalen Zugang zu Informationen und zwinge die Kommunikation zurück auf den traditionellen Postweg.
Lesenswert dazu auch die Stellungnahme von “FragDenStaat”: Bundesverwaltungsgericht legt die Axt ans Informationsfreiheitsgesetz (fragdenstaat.de, Arne Semsrott).

2. Zwischen Medienhype und Cybermobbing
(deutschlandfunk.de, Lena Fuhrmann, Audio: 5:39 Minuten)
“Spiegel TV” hat kürzlich eine Reportage über den selbsternannten “Anzeigenhauptmeister” ausgestrahlt, in der das Fernsehteam einen 18-Jährigen bei seinem Einsatz gegen Parksünder begleitet hat. Das Video verbreitete sich viral, das Thema wurde von vielen anderen Medien aufgegriffen – mit unangenehmen Folgen für den jungen Mann, der sich nun auch im realen Leben Beschimpfungen, Drohungen und Angriffen ausgesetzt sehe. Der Fall wirft die Frage nach der Verantwortung der berichtenden Redaktionen auf.
Dazu auch ein Lesetipp: Boris Rosenkranz hatte bereits vor zwei Wochen in einem lesenswerten Beitrag bei “Übermedien” berichtet: Wie “Spiegel TV” einen 18-Jährigen zur Hetze freigab (uebermedien.de).

3. TikTok: Im Zentrum der politischen Debatte
(socialmediawatchblog.de, Martin Fehrensen & Simon Hurtz)
Die aktuelle Ausgabe des “Social Media Watchblog” beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Videoplattform TikTok, die verschiedentlich auch für Propaganda genutzt werde: “Welche Rolle spielt TikTok als Propagandaplattform beim Krieg in Nahost? Warum ist die AfD auf TikTok so erfolgreich? Kommt ein TikTok-Verbot in den USA?”

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4. So unterstützt RSF Medien in Gaza
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisationen Reporter ohne Grenzen (RSF) und Arab Reporters for Investigative Journalism unterstützen Journalistinnen und Journalisten im Gazastreifen mit Arbeitsmaterialien, Hilfsgütern und eingerichteten Arbeitszonen. Seit beginn des Krieges habe man mehr als 90 Medienschaffende versorgt, trotz Schwierigkeiten wie blockierten Kommunikationswegen und Luftangriffen. “Vor allem palästinensische Journalistinnen und Journalisten sind unser Fenster nach Gaza”, sagt RSF-Vorstandssprecherin Katja Gloger: “Deshalb ist es wichtig, dass sie vor Ort weiterarbeiten können, so gut und so sicher es geht.”

5. Wie finde ich das? – Meinungen und Tatsachen
(detektor.fm, Charlotte Thielmann & Lars Feyen, Audio: 19:35 Minuten)
Im Podcast “Fit for news” sprechen Charlotte Thielmann und Lars Feyen mit Michael Haller vom Europäischen Institut für Journalismus- und Kommunikationsforschung über die Frage, wie sich Meinungen von Fakten unterscheiden lassen. Und dies sei wichtiger denn je: “Wenn Menschen bei wichtigen Entscheidungen nur ihren Vorurteilen folgen – zum Beispiel, welchem Politiker sie ihre Stimme geben -, dann gewinnen die Populisten und Demagogen an Zuspruch. Nicht das bessere Argument, sondern die krassere Meinung hat Erfolg.”

6. X entsperrt Konto von extremistischer Identitärer Bewegung
(zeit.de)
Die rechtsextreme Identitäre Bewegung (IB) sei im Juli 2020 wegen mehrerer Verstöße gegen die damaligen Twitter-Regeln zu Terrorismus oder gewalttätigem Extremismus gesperrt worden. Nun habe die Plattform von Free-Speech-Absolutist Elon Musk den IB-Account wieder freigeschaltet. Musk hatte vor wenigen Tagen in einem Interview mit dem ehemaligen CNN-Moderator Don Lemon (von dem er sich später distanzierte) davon gesprochen, dass der Begriff Moderation “ein Propagandawort für Zensur” sei.

TikTok drosselt Krah, Rechtsextreme Medienguerilla, Anti-SLAPP-Richtlinie

1. TikTok drosselt Reichweite von AfD-Politiker Maximilian Krah deutlich
(spiegel.de, Max Hoppenstedt)
Wie Max Hoppenstedt beim “Spiegel” berichtet, hat TikTok die Reichweite des AfD-Politikers Maximilian Krah wegen wiederholter Verstöße gegen die Community-Richtlinien für 90 Tage stark eingeschränkt. Krahs Inhalte sollen aktuell nicht mehr im zentralen “Für-dich”-Feed erscheinen. Zudem habe die Plattform mehrere Videos von Krah gesperrt. Nach “Spiegel”-Informationen soll der AfD-Politiker und Spitzenkandidat für die Europawahl “mit homophoben Aussagen, mit Hetze gegen Geflüchtete und Aussagen im Sinne der Verschwörungstheorie vom großen Bevölkerungsaustausch gegen die Regeln der Plattform verstoßen haben.”

2. Rechtsextreme Medienguerilla: Wie Medien das Spiel von Martin Sellner mitmachen
(moment.at, Natascha Strobl)
Natascha Strobl analysiert die Medienstrategie von Martin Sellner, dem führenden Mitglied der Identitären Bewegung. Er nutze bewusst Verhaftungen als Mittel, um mediale Aufmerksamkeit zu erzeugen und seine rechtsextreme Agenda zu verbreiten. Sellners Strategie ziele auf die Normalisierung seiner Ideologie und die Markenprägung seiner Person ab, indem er sich als Gegner des Establishments inszeniere und finanziell von der erzeugten Aufmerksamkeit profitiere. Strobl appelliert an Journalistinnen und Journalisten, nicht erneut auf diese Taktik hereinzufallen.

3. Wichtiger Schritt gegen Einschüchterungsklagen
(verdi.de)
Gestern wurde die EU-Richtlinie zum Schutz vor missbräuchlichen Klagen, die sogenannte Anti-SLAPP-Richtlinie, wie erwartet vom Europäischen Rat bestätigt. Sie soll unter anderem Medienschaffende schützen. Die europäischen Regierungen haben nun zwei Jahre Zeit, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

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4. Fake news über fake news – wie gefährlich ist Desinformation?
(sr.de, Thomas Bimesdörfer & Michael Meyer, Audio: 18:34 Minuten)
Christian P. Hoffmann ist Professor für Kommunikationsmanagement am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig und Experte für politische Kommunikation. Im Interview mit Thomas Bimesdörfer und Michael Meyer spricht er über mögliche Gefahren von Falschmeldungen angesichts von Künstlicher Intelligenz, Bots und “Fake News”.

5. Der europäische Blick: Rumänien in der deutschen Presse
(de.ejo-online.eu, Richard Steisslinger)
Richard Steisslinger fasst die Ergebnisse einer quantitativen Inhaltsanalyse der Berichterstattung über Rumänien zusammen. Stereotype Darstellungen Rumäniens rund um Korruption und Rückständigkeit seien in der Berichterstattung weiterhin präsent, neben vereinzelten positiven Bildern von unberührter Natur. Die Analyse lege nahe, dass eine umfassende, differenzierte und europäisch geprägte Darstellung Rumäniens noch ausbaufähig ist.

6. Rolf Dobelli: «Ich bin für ein Social-Media-Verbot bis 16»
(srf.ch, Wolfram Eilenberger & Barbara Bleisch, Video: 59:38 Minuten)
In der “Sternstunde Philosophie” diskutieren der Schweizer Bestsellerautor Rolf Dobelli und der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen über die Gefahren von Social Media und unser Verhältnis zur Technik: Brauchen wir digitale Manieren und mehr Selbstkontrolle, staatliche Regulierung oder gar den “digitalen Detox”, also eine Pause von der digitalen Welt? Vergiftet uns das Smartphone wirklich? Und sind Verbote tatsächlich die Lösung? Eine spannende und erkenntnisreiche Diskussion.

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