Suchergebnisse für ‘AfD’

MDR muss ausstrahlen, Rechte Influencer, KI-Podcast-Experiment

1. “Wird schon die richtigen treffen”: MDR muss PARTEI-Wahlspot ausstrahlen
(beck.de)
Wie gestern in den “6 vor 9” berichtet, habe der MDR die Ausstrahlung eines Wahlwerbespots der Satirepartei Die Partei abgelehnt, da dieser das Erschießen von AfD-Wählern und -Wählerinnen suggeriere. Die Partei habe daraufhin angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten. Dies ist offensichtlich geschehen – mit positivem Ausgang für Die Partei: Wie das Rechtsportal “beck-aktuell” berichtet, habe das Verwaltungsgericht Leipzig den MDR nun zur Ausstrahlung des Wahlwerbespots verpflichtet.

2. Rechte Influencer auf YouTube: Welche Werbung ideologische Botschaften finanziert
(correctiv.org, Shammi Haque & Jean Peters & Michael Trammer & Nadja Bascheck)
Ein Netzwerk rechter Influencer verbreite auf Youtube extremistische Ideologien und werde dabei von verschiedenen Werbetreibenden finanziert, darunter auch Unternehmen mit Verbindungen zur AfD. Recherchen von “Correctiv” und dem “Y-Kollektiv” würden zeigen, dass diese Influencer mit teilweise fragwürdiger Werbung Einnahmen generieren. Die Verbreitung von Hassrede und extremistischer Propaganda verstoße zwar gegen die Community-Richtlinien von Youtube, doch die Video-Plattform sehe das in den konkreten Fällen anscheinend anders: “Auf Anfrage teilte YouTube zugleich mit, dass sie nach interner Prüfung der Kanäle keinen Verstoß gegen ihre Community-Richtlinien feststellen konnten.”

3. KI-Podcast: Kann AI Hosts und Redaktionen ersetzen?
(youtube.com, Tessniem Kadiri, Video: 56:05 Minuten)
Die an die re:publica angekoppelte Tincon versteht sich als “Festival für digitale Jugendkultur, Spitzenunterhaltung und Gedankenkombination”. Auf einer Veranstaltung in Berlin gab es ein interessantes, wenn auch etwas chaotisches Live-Experiment: “Mit der Hilfe des Publikums werden live auf der Bühne Podcasthosts und Gäste digital geklont und mit Stimme und Persönlichkeit zum Leben erweckt. Stück für Stück sollen die KI-Bots immer selbstständiger werden – und am Ende den ganzen Podcast komplett selbstständig wuppen, sodass er für alle Zeiten automatisch weiterlaufen kann.”

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4. Buchrezension: Neue Perspektiven auf Cross-Border-Journalism
(de.ejo-online.eu, Susanne Fengler)
Susanne Fengler stellt den 500 Seiten umfassenden Sammelband “The Palgrave Handbook of Cross-Border Journalism” vor, der umfassende Einblicke in das Phänomen des grenzüberschreitenden Journalismus biete und theoretische, historische und technologische Aspekte beleuchte. Mit Beiträgen von über fünfzig internationalen Expertinnen und Experten würden die Bedeutung und die Herausforderungen des cross-border journalism in einer globalisierten Welt detailliert dargestellt. Eine besondere Stärke des Buches sei die Vielfalt der Perspektiven, schreibt Fengler, allerdings fehle eine abschließende Zusammenfassung der Themen.

5. “El Hotzo” sagt “Tschüss”: Podcast “Hotz & Houmsi” wird eingestellt
(tagesspiegel.de, Kurt Sagatz)
Der Satiriker Sebastian Hotz, bekannt als “El Hotzo”, habe angekündigt, den gemeinsam mit Salwa Houmsi präsentierten Podcast “Hotz & Houmsi” nach zwei Jahren zu beenden, da ihm die vergangenen Jahre “ganz schön viel” gewesen seien. Die letzte Folge trägt den Titel “Tschüss” und ende, ohne auf die jüngste Kontroverse um Hotz’ Trump-Tweets einzugehen, die auch politische Reaktionen hervorgerufen hatten.

6. So erobern schneller gespielte Versionen von Popklassikern die Charts neu
(spiegel.de)
Der TikTok-Trend, Songs in beschleunigten “sped-up”-Versionen zu verwenden, führe oft dazu, dass diese Versionen viral gehen und Künstlerinnen und Künstlern helfen, die Charts zu erobern, wie im Fall des Songs “Escapism” der Sängerin Raye. Dieser Trend sei eine Weiterentwicklung des “Nightcore”-Phänomens der frühen 2000er-Jahre und habe dazu geführt, dass viele Musikerinnen und Musiker ihre alten Songs remixen, um auf TikTok erfolgreich zu sein. Die Verbreitung der “sped-up”-Versionen führe jedoch auch dazu, dass die Originalsongs oft in den Hintergrund treten und stark verfremdet werden, was nicht bei allen Beteiligten gut ankomme.

MDR lehnt Wahlwerbespot ab, Bürgergeld, Keine Exit-Strategie

1. Sozial-Lobbyist entlarvt Springer-Fake! | Ulrich Schneider bei WELT TV (Reaction)
(youtube.com, Maurice Höfgen, Video: 24:32 Minuten)
“Der Ex-Chef des Paritätischen Gesamtverbandes war zu Gast bei WELT TV, um über die Kürzungen beim Bürgergeld zu sprechen. Dabei war er der einzige in der Runde, der Fakten parat hatte. Die Springer-Journalisten hingegen hatten ihre Zahlen offensichtlich einfach erfunden.” Maurice Höfgen kommentiert den Fall in einem sogenannten “Reactionvideo”.

2. MDR lehnt Ausstrahlung von “Die Partei”-Werbespot ab
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie bei “DWDL” zu lesen ist, habe der MDR die Ausstrahlung eines Wahlwerbespots der Satirepartei Die Partei abgelehnt, da dieser das Erschießen von AfD-Wählern und -Wählerinnen suggeriere. Die Partei habe daraufhin angekündigt, rechtliche Schritte einzuleiten. Der öffentlich-rechtliche Sender verteidige seine Entscheidung damit, dass Wahlwerbung nicht zur Gewalt gegen politische Gegner aufrufen dürfe.

3. RSF: Bundesregierung ohne Exit-Strategie
(verdi.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) kritisiere, dass die Bundesregierung keine Exit-Strategie für ihr Aufnahmeprogramm für gefährdete Menschen aus Afghanistan habe, obwohl tausende Medienschaffende und deren Familien auf eine Ausreise warten. Bisher seien nur wenige der vorgesehenen Personen tatsächlich nach Deutschland gebracht worden, und die Mittel für das Programm seien im Haushaltsentwurf 2025 drastisch gekürzt worden.

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4. “Wollen unsere Follower politisieren”
(taz.de, Livia Sarai Lergenmüller)
Im Interview mit der “taz” sprechen die Gründerinnen des Instagram-Accounts “Femizide stoppen” darüber, wie sie auf der Social-Media-Plattform auf geschlechtsspezifische Gewalt und Femizide in Deutschland aufmerksam machen und ihre Follower politisieren wollen. Sie erläutern ihre Beweggründe, wie zum Beispiel den Verlust einer Freundin durch einen Femizid, und betonen die Notwendigkeit, bereits im Vorfeld gegen Gewalt vorzugehen. In dem Gespräch geht es auch um problematische Aspekte, die man in der medialen Berichterstattung über Kriminalität beobachten kann, wie etwa die Vorverurteilung von Tatverdächtigen. Die beiden Account-Betreiberinnen sehen in ihrem Aktivismus allerdings Unterschiede zur Arbeit “einer journalistischen Quelle”.

5. EU-Kommission will von Meta Infos zu eingestelltem Analysetool
(zeit.de)
Die EU-Kommission fordert vom Social-Media-Konzern Meta Auskunft darüber, wie der Zugang zu öffentlichen Daten von Facebook und Instagram für Forschende nach der Einstellung des Analysetools CrowdTangle künftig gewährleistet werden soll. Meta müsse bis zum 6. September antworten, sonst drohen Geldstrafen. Kritiker bemängeln, dass die Ersatztools von Meta weniger Funktionen böten und den zivilgesellschaftlichen Diskurs sowie die Wahlbeobachtung beeinträchtigen könnten.

6. Warum Deutschland Filme synchronisiert (und andere Länder nicht)
(youtube.com, Matthias Schwarzer, Video: 21:23 Minuten)
Matthias Schwarzer erklärt in seinem Video, warum Filme in Deutschland häufig synchronisiert werden, während in anderen Ländern oft nur Untertitel verwendet werden. Darüber hinaus beleuchtet er die komplexen Prozesse der Synchronisation und diskutiert aktuelle Herausforderungen der Branche, etwa die Rolle der Künstlichen Intelligenz.

KW 33/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Thüringer Medienlandschaft vor der Landtagswahl
(br.de, Nina Landhofer, Audio: 25:22 Minuten)
Bei “BR24 Medien” geht es um die Herausforderungen der Medienlandschaft in Thüringen vor der anstehenden Landtagswahl. Medien zögen sich aus bestimmten Regionen zurück, während gleichzeitig kostenlose Anzeigenblätter mit AfD-nahen Inhalten zunähmen. Außerdem geht es um Angriffe auf Journalisten und Journalistinnen, die schleppende Digitalisierung und Finanzierungsengpässe.

2. Jens Weinreich über das System IOC, Olympische Spiele & Thomas Bach
(youtube.com, Tilo Jung, Video: 4:04:15 Stunden)
Tilo Jung hat sich mehrere Stunden mit dem renommierten sportpolitischen Journalisten Jens Weinreich unterhalten, und es hat sich wie so oft gelohnt. In seltener Ausführlichkeit werden verschiedene Themen rund um die Olympischen Spiele und die Strukturen des IOC diskutiert. Dabei geht es um TV-Rechte, Sponsoring, Doping, den Ausschluss russischer Athletinnen und Athleten sowie die Menschenrechtssituation bei der Vergabe der Spiele.

3. Ingrid Brodnig: Wird diese Wahl im Netz entschieden?
(youtube.com, Zsolt Wilhelm, Video: 47:59 Minuten)
Im Podcast “Inside Austria” von “Spiegel” und “Standard” erklärt Ingrid Brodnig, wie politische Parteien in Österreich Soziale Medien wie TikTok, Instagram und Facebook im Wahlkampf nutzen, um mit Emotionen wie Wut oder Belustigung die Interaktion zu steigern. Brodnig warnt vor der Rolle dieser Plattformen in der gesellschaftlichen Polarisierung: “Es sind vor allem emotionale Inhalte, die im Netz verfangen”, so die österreichische Autorin: “Posts, die Wut auslösen, führen häufig zu Interaktionen und das wird von den meisten Algorithmen belohnt.”

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4. Der Branche den Spiegel vorhalten – Medieninsider für Journalisten und Medienschaffende
(spotify.com, Christian Jakubetz, Audio: 22:57 Minuten)
In der aktuellen Folge des “Satzzeichen”-Podcasts der Hanns-Seidel-Stiftung spricht Gastgeber Christian Jakubetz mit Marvin Schade, Co-Gründer des Online-Branchenmagazins “Medieninsider”. Schade erzählt dabei unter anderem, wie sein Geschäftsmodell die Branche herausfordert und welche Reaktionen es hervorruft.

5. Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser: “Eine Million Abos sind möglich”
(omr.com, Philipp Westermeyer, Audio: 1:04:29 Stunden)
Im “OMR”-Podcast erzählt “Zeit”-Geschäftsführer Rainer Esser von den Erfolgsstrategien, mit denen sein Verlag in den vergangenen Jahren trotz schwieriger Marktbedingungen gewachsen ist. Er spricht über die Bedeutung von Podcasts für die “Zeit”, die enge Zusammenarbeit mit Chefredakteur Giovanni di Lorenzo und seine erste Begegnung mit dem damaligen Herausgeber Helmut Schmidt. Außerdem erläutert Esser seine Vision, wie der Verlag die Marke “Die Zeit” weiter ausbauen und eine Million Abonnentinnen und Abonnenten erreichen will.

6. Sommerinterviews 2024 und Diskussion um “Compact”
(wdr.de, Anja Backhaus: Audio: 46:47 Minuten)
Im WDR-Medienmagazin “Töne, Texte, Bilder” geht es um die Sommerinterviews 2024 von ARD und ZDF, ihre Bedeutung und die Veränderungen des Formats im Laufe der Zeit. Weitere Themen sind der Wandel der Berichterstattung in Russland, das bevorstehende Ende des linearen Fernsehens in den USA sowie die juristischen Auseinandersetzungen um das Magazin “Compact” und die Diskussion um die Einführung von Technologien zur Gesichtserkennung.

KW 32/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Immo Tommy: Die fragwürdigen Deals des Influencers
(youtube.com, Maximilian Sepp, Video: 15:40 Minuten)
In einem “Spiegel”-Artikel (nur mit Abo lesbar) erzählen Henning Jauernig und Kristina Gnirke, “wie ein Netzwerk um Influencer Immo Tommy Immobilienkäufer ins Unglück stürzt”. Maximilian Sepp, Redakteur beim “Spiegel” und Host der Video-Serie “Shortcut”, hat sich mit Jauernig über die Recherche unterhalten.

2. Abhöraktion bei Letzte Generation: Wir ziehen vors BVerfG
(youtube.com, Chan-jo Jun, Video: 19:34 Minuten)
Der Bayerische Journalisten-Verband will für ein betroffenes Mitglied Verfassungsbeschwerde gegen das Abhören des Pressetelefons der “Letzten Generation” durch die Ermittlungsbehörden einreichen. Der mit der Sache juristisch betraute Rechtsanwalt Chan-jo Jun erklärt, worum es bei dem Verfahren geht und warum die Abhöraktion seiner Ansicht nach einen erheblichen Eingriff in die Pressefreiheit darstellt.

3. Gibt es in Polen wieder freie Medien?
(ardaudiothek.de, Nina Landhofer, Audio: 24:20 Minuten)
Nina Landhofer spricht bei “BR24 Medien” mit Martin Adam, ARD-Korrespondent in Warschau, Bartosz Dudek, Leiter des polnischen Programms der Deutschen Welle, und Bartosz Wieliński, stellvertretender Chefredakteur der polnischen Tageszeitung “Gazeta Wyborcza”, über die Herausforderungen und den Versuch der neuen polnischen Regierung unter Donald Tusk, die Unabhängigkeit der Medien und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wiederherzustellen. Es geht dabei um den Einfluss der ehemaligen PiS-Regierung auf den Journalismus, den schwierigen Rückbau der Propaganda und die Notwendigkeit einer EU-weiten Unterstützung für unabhängigen Journalismus.

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4. Verdient die Correctiv-Recherche Preise oder Kritik?
(deutschlandfunk.de, Sascha Wandhoff, Audio: 41:30 Minuten)
In der vergangenen Woche erschien bei “Übermedien” eine kritische Auseinandersetzung mit der Potsdam-Recherche von “Correctiv” (“Geheimplan gegen Deutschland”). Darin bilanzieren die drei Autoren: “Der Text ist misslungen, das Verhalten von Correctiv nach der Veröffentlichung fragwürdig und die Berichterstattung vieler Medien eine Katastrophe.” Die “Correctiv”-Redaktion weist die Vorwürfe in einer Stellungnahme zurück. Im Deutschlandfunk diskutieren nun Felix W. Zimmermann, Leiter von “Legal Tribune Online” und einer der Autoren des “Übermedien”-Artikels, “Correctiv”-Chefredakteur Justus von Daniels und der Medienjournalist Steffen Grimberg über den Fall.

5. Reinhold T. Schöffel (Bundesverband Jugend & Film)
(wiesoweshalbwarum.podigee.io, Thomas Hartmann, Audio: 1:05:07 Stunden)
Kindermedien-Podcaster Thomas Hartmann hat in seiner aktuellen Folge Reinhold Schöffel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Jugend und Film (BJF), zu Gast. Schöffel spricht über seine langjährige Arbeit zur Förderung der Filmkultur für Kinder und Jugendliche, insbesondere durch die BJF-Clubfilmothek, die eine große Auswahl an Filmen für nichtgewerbliche Vorführungen anbietet. Außerdem geht es um die Demokratisierung der Filmkultur seit den 1970er-Jahren, die Verbindung des BJF mit politischem Engagement und die heutige Bedeutung besonderer Filme.

6. Influencer an die Front? – Wenn aus Social-Media Stars Soldaten werden
(youtube.com, Sashka, Video: 19:04 Minuten)
Youtuberin Sashka beschäftigt sich mit einer TikTok-Kampagne der Bundeswehr, bei der Influencer in einem Roadtrip-Format vier Wochen lang verschiedene Aspekte des Militärs erkunden. Sie hinterfragt kritisch, ob es sinnvoll und realistisch ist, Influencer für staatliche Werbung einzusetzen, insbesondere angesichts der ernsten Herausforderungen, vor denen die Bundeswehr steht. Und sie weist darauf hin, dass diese Kampagne möglicherweise nicht die tatsächlichen Anforderungen und die Realität des Militärdienstes widerspiegelt.

Loblied auf Randsport-Reporter, Der Penis und die Latte, Musks KI-Bot

1. Warum Tagesschau24 zeitweise keine “Tagesschau” sendete
(dwdl.de, Alexander Krei)
Wie Alexander Krei bei “DWDL” berichtet, musste der Nachrichtenkanal Tagesschau24 am Donnerstag wegen eines Streiks beim NDR für mehrere Stunden auf die Ausstrahlung der “Tagesschau”-Nachrichten verzichten und stattdessen ein Ersatzprogramm senden. Auch das Hauptprogramm der ARD sei betroffen gewesen. Der Streik, der bis zum heutigen Freitag andauern soll, betrifft auch andere öffentlich-rechtliche Sender wie den Bayerischen Rundfunk. Die Gewerkschaften fordern eine Gehaltserhöhung von 10,5 Prozent.

2. Ein Hoch auf die Randsport-Kommentatoren bei Olympia!
(rnd.de, Imre Grimm)
Beim “Redaktionsnetzwerk Deutschland” singt Imre Grimm ein Loblied auf die Kommentatorinnen und Kommentatoren der olympischen Randsportarten und die von ihnen ausgelöste, überspringende Freude: “Die Spiele von Paris sind ein wundervoll gestaltetes, lavendel­farbenes, perfekt inszeniertes und medial stabil begleitetes Fest der Freude. Es wird nicht dazu führen, dass sich Hundert­tausende Kinder in Deutschland nächste Woche für Judo, Kanu-Polo oder Wellenreiten vor Spiekeroog anmelden. Bis Sonntag aber sind wir alle Randsportler.”

3. Bekannte Bilder
(taz.de, Carolina Schwarz)
In der neuen ZDF-Reportagereihe “Deutschland, warum bist du so?” ist die Journalistin Eva Schulz in Sachsen, Thüringen und Brandenburg unterwegs und spricht mit Menschen vor Ort über Politik und die anstehenden Landtagswahlen. Carolina Schwarz hat sich die Politdoku angesehen und einiges Gutes entdeckt: “Dabei kommen wiederholt auch Rechte und Rechtsextreme zu Wort, wie sollte es anders sein. Doch sie bekommen hier keine große Bühne, sondern werden kritisch befragt.” Letztlich ist Schwarz aber nicht wirklich überzeugt: “Doch trotz allem bleibt man als Zuschauer_in unbefriedigt zurück. Denn was bleibt? Das ohnehin schon bekannte Bild von AfD-Wähler_innen, die sich im Stich gelassen und abgehängt fühlen.”

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4. Digitale Angriffe gegen Exilmedien
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) berichtet, dass die Facebook-Seiten kambodschanischer Exilmedien seit Anfang des Jahres von regierungsnahen und armeefreundlichen Accounts mit Hasskommentaren überflutet würden. Dies scheine eine gezielte Aktion zu sein, um die Medien zu diskreditieren und die Regierung zu unterstützen. Das kambodschanische Verteidigungsministerium weise die Vorwürfe jedoch zurück. Die Pressefreiheit in Kambodscha habe sich laut ROG in den vergangenen Jahren drastisch verschlechtert. Das Land sei mittlerweile auf Platz 151 von 180 in der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit zurückgefallen.

5. Irische Datenschützer gehen wegen KI-Bot gegen X vor
(spiegel.de)
Irische Datenschützer sollen rechtliche Schritte gegen Elon Musks Plattform X/Twitter eingeleitet haben, weil Daten von Nutzerinnen und Nutzern möglicherweise ohne Einwilligung für das Training des KI-Bots “Grok” verwendet wurden. Obwohl X kürzlich eine Opt-Out-Möglichkeit für die Datennutzung eingeführt habe, gelte diese Praxis im europäischen Datenschutzrecht als umstritten. X betone jedoch, alle erforderlichen Maßnahmen zur Einhaltung der Vorschriften getroffen zu haben, und weise darauf hin, dass Wettbewerber wie Meta ähnliche Probleme hätten.

6. Lattendrama: “Spiegel” erklärt Penis fälschlicherweise für unschuldig
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
In Stefan Niggemeiers Text geht es diesmal um einen besonders kuriosen Fall der olympischen Berichterstattung: einen Stabhochspringer, eine berührte Latte und die Frage, was ein Penis damit zu tun hatte.

“Compact”-Verbot mit Bestand?, Streik bei Funke-Blättern, Venezuela

1. Das Com­pact-Verbot wird vor Gericht halten
(lto.de, Gerhart Baum & Max Schulze)
In einem Gastbeitrag für “Legal Tribune Online” argumentieren Gerhart Baum und Max Schulze, dass das Vereinsverbot gegen das “Compact”-Magazin gerechtfertigt und verfassungsgemäß sei, da es die demokratische Ordnung vor Verfassungsfeinden schütze. Baum und Schulze betonen, dass das Verbot wegen der kämpferisch-aggressiven Aktivitäten von “Compact” Bestand haben werde, und plädieren auch für ein Verbot der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative.

2. Drei Tage Streik bei Funke-Blättern
(djv-nrw.de)
Der Deutsche Journalisten-Verband in Nordrhein-Westfalen (DJV NRW) hat die Redakteurinnen und Redakteure der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung”, der “Westfalenpost”, der “Neuen Rhein/Neuen Ruhr Zeitung” und der Funke Medien NRW GmbH zu einem dreitägigen Warnstreik aufgerufen. Funke wolle neu eingestellte Redakteurinnen und Redakteure mit einem “Schmalspurtarifvertrag” abspeisen, was geringere Gehälter, gestrichenes Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie verlängerte Arbeitszeiten bedeute, so der DJV NRW.

3. Britische Regierung fordert von Social-Media-Firmen Maßnahmen gegen Fake News
(spiegel.de)
Die britische Regierung habe Vertreter von Social-Media-Unternehmen wie TikTok, Google, Meta und X zu einem Treffen eingeladen und zu Maßnahmen gegen die Verbreitung von “Fake News” aufgerufen. Hintergrund seien die anhaltenden rechtsextremen Ausschreitungen in britischen Städten, die durch teils millionenfach geteilte Falschmeldungen in Sozialen Medien angeheizt worden seien.

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4. Venezuela: Hartes Los für viele Medien
(verdi.de, Knut Henkel)
Das Verdi-Medienmagazin “M” spricht mit dem venezolanischen Medienwissenschaftler Andrés Cañizález über die Lage der Medien und der Pressefreiheit in Venezuela. Eine unabhängige Berichterstattung werde systematisch behindert, etwa indem der Zugang zu Regierungsinformationen erschwert und Websites, die Falschmeldungen aufdecken, blockiert würden.

5. Elon Musks X verklagt abtrünnige Werbekunden
(faz.net)
Elon Musks Online-Plattform X/Twitter wolle große ehemalige Werbekunden wie Unilever und Mars wegen eines angeblich koordinierten Boykotts verklagen, nachdem diese ihre Anzeigen wegen gelockerter Regeln für Hassrede und Falschinformationen auf der Plattform gestoppt hatten. X wirft den Werbekunden vor, gegen Wettbewerbsrecht verstoßen zu haben und dem Unternehmen Milliarden US-Dollar vorzuenthalten.

6. Technomagazin bangt ums Überleben
(taz.de, Nicholas Potter)
Nicholas Potter berichtet über das drohende Aus des vor 35 Jahren gegründeten Technomagazins “Groove”. Trotz sinkender Abozahlen und Werbeeinnahmen hoffe die kleine Redaktion, durch eine Kampagne mit einem neu gegründeten Verein für Technojournalismus und 500 Mitgliedschaften zu je 100 Euro pro Jahr die Zukunft des Magazins sichern zu können.

Peinliches Penisfechten, Türkei sperrt Instagram, “Der heißt Salami”

1. Peinliches Penisfechten
(taz.de, Carolina Schwarz)
Vergangene Woche ist bei “Übermedien” eine kritische Auseinandersetzung mit der Potsdam-Recherche von “Correctiv” (“Geheimplan gegen Deutschland”) erschienen. Dort bilanzieren Stefan Niggemeier (“Übermedien”), Christoph Kucklick (Leiter der Henri-Nannen-Schule) und Felix W. Zimmermann (“Legal Tribune Online”): “Der Text ist misslungen, das Verhalten von Correctiv nach der Veröffentlichung fragwürdig und die Berichterstattung vieler Medien eine Katastrophe.” “Correctiv” hat den Vorwürfen in einer Stellungnahme entgegnet: “Die Kritik der drei Autoren von Übermedien, die unseren Text als unzureichend empfinden, beruht überwiegend auf stilistischen Anmerkungen und der Wahrnehmung anderer Medienberichte über unsere Recherche.” Carolina Schwarz hat sich den ganzen Vorgang von außen angeschaut und befindet in der “taz”: “Das Problem an der Kritik ist, dass sie teilweise mit den gleichen Mitteln arbeitet, die sie Correctiv vorwirft: nämlich mit Übertreibungen, Spekulationen und Fehlern.” Schwarz kritisierte aber auch die Reaktion von “Correctiv”-Chef David Schraven und kommt schließlich zu dem Schluss, das alles wirke von außen “wie ein peinliches Penisfechten unter Journalisten”.
Weiterer Lesehinweis: Rechtsanwalt und Jura-Blogger Thomas Stadler schreibt: “Die von den Autoren im Duktus der Überheblichkeit geäußerte Kritik an der Reportage von Correctiv, überzeugt nicht. Auf diese Art und Weise kommen wir sicherlich zu keiner echten Debatte.” Und im “Medienmagazin” von radioeins spricht Jörg Wagner mit Christoph Kucklick und “Correctiv”-Chefredakteur Justus von Daniels über die Kritik an der Recherche (ardaudiothek.de, Audio: 1:54:22 Stunden).

2. Mehr Inhalt wagen?
(deutschlandfunk, Sascha Wandhöfer, Audio: 36:34 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die mediale Berichterstattung über Donald Trump und des US-Wahlkampf. Es diskutieren DLF-Hörer Hendrik Zech, Erik Kirschbaum (“Los Angeles Times”) und USA-Korrespondentin Doris Simon.

3. Türkei sperrt Zugang zu Instagram
(spiegel.de)
Die Türkei habe am Freitag den Zugang zu Instagram gesperrt, nachdem Fahrettin Altun, Kommunikationsdirektor von Präsident Recep Tayyip Erdoğan, der Social-Media-Plattform Zensur vorgeworfen hatte. Der Aufruf von Instagram, aktuell nur noch über VPN möglich, sei offiziell wegen der nationalen Sicherheit und dem Schutz der öffentlichen Ordnung blockiert, ein direkter Zusammenhang mit Altuns Vorwürfen wurde nicht bestätigt.

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4. Wie sich das Fernsehen zum Anwalt der kleinen Leute machte
(dwdl.de, Christian Richter)
“Die ‘Drei mit den Mützen’ und der ‘Mahn-Man’ gehörten in den 90ern fest zum RTL-Programm und waren so erfolgreich, dass schnell weitere Sender zum Anwalt der kleinen Leute werden wollten. Das allerdings war echten Anwälten ein solcher Dorn im Auge, dass die Formate selbst die Gerichte beschäftigten.” Bei “DWDL” schildert Christian Richter, “wie sich das Fernsehen zum Anwalt der kleinen Leute machte”.

5. Die Hypewellenreiterin
(zeit.de, Pascal Mühle)
Pascal Mühle schreibt bei “Zeit Online” über Natalie Jane, eine junge US-amerikanische Sängerin mit fast 10 Millionen TikTok-Followern. Janes Karriere, die durch einen viralen Hit auf TikTok beschleunigt wurde, illustriere den Wandel in der Musikindustrie, der junge Künstlerinnen und Künstler vor neue Herausforderungen stelle: kurzfristige Verträge, der ständige Zwang, in den Sozialen Medien präsent zu sein, und der strategische Umgang mit den Algorithmen der Plattformen.

6. Panne in “Tagesthemen”-Liveshow amüsiert ARD-Zuschauer
(t-online.de)
t-online.de berichtet über einen kuriosen Vorfall in den live ausgestrahlten ARD-“Tagesthemen”: Während Moderator Helge Fuhst ernste Nachrichten verkündete, unterbrach plötzlich eine Stimme aus dem Off Fuhsts Ansage mit den Worten: “Der heißt Salami, Jens. Hast du das gelesen?” Die technische Panne habe zu zahlreichen scherzhaften Kommentaren in den Sozialen Netzwerken geführt.

KW 31/24: Hör- und Gucktipps zum Wochenende

Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit zum Hören und Sehen! In unserer Wochenendausgabe präsentieren wir Euch eine Auswahl empfehlenswerter Filme und Podcasts mit Medienbezug. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und Unterhaltung!

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1. Die US Wahl und der Medien-Zirkus: Zwischen Trump-Attentat, Biden-Rückzug und Harris-Memes
(br.de, Jonathan Schulenburg, Audio: 27:03 Minuten)
Jonathan Schulenburg unterhält sich bei “BR24 Medien” mit Ralf Borchard, ARD-Korrespondent in Washington, über die anstehende US-Wahl und den damit verbundenen “Medien-Zirkus”: “Wie haben die US-Medien das ganze begleitet? Hätten sie schon viel früher über Bidens Gesundheitszustand schreiben müssen? Und welche Rolle spielen die sozialen Medien im US-Wahlkampf? Hilft der mediale Hype um Harris, um wirklich Stimmen zu sammeln?”

2. Nachwuchs-Flaute: Hat niemand mehr Bock auf Medienjobs?
(sr.de, Katrin Aue & Florian Mayer, Audio: 14:46 Minuten)
Im Podcast “Medien Cross und Quer” des Saarländischen Rundfunks sprechen Katrin Aue und Florian Mayer mit Martha Richards von der Gewerkschaft Verdi darüber, warum der Beruf des Journalisten beziehungsweise der Journalistin an Beliebtheit verloren hat: Warum haben Redaktionen Schwierigkeiten, Volontärinnen und Volontäre zu finden? Sie diskutieren über die Gründe für diesen Wandel und schauen, welche Maßnahmen ergriffen werden, um dem entgegenzuwirken.

3. I Worked For MrBeast, He’s A Fraud
(youtube.com, DogPack404, Video: 53:38 Minuten, englisch)
Ein ehemaliger Mitarbeiter von “MrBeast”, dem erfolgreichsten und reichweitenstärksten Youtuber der Welt, behauptet, dass dieser Videos manipuliere und illegale Lotterien veranstalte. “DogPack404” beschreibt, wie das Unternehmen hinter “MrBeast” diese Praktiken anwende, um Zuschauer und Zuschauerinnen zu manipulieren und Gewinne zu maximieren. Es wird auch behauptet, dass das Unternehmen bewusst Kinder als Zielgruppe auswähle und diese durch psychologische Tricks beeinflusse. Das Video ist auf Englisch, man kann aber deutsche Untertitel auswählen.

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4. Inside Medien: Victoria Reichelt
(spotify.com, Lisabell Shewafera, Audio: 43:39 Minuten)
In der aktuellen Ausgabe des Podcasts “Inside Medien” ist Victoria Reichelt zu Gast, die beim “funk”-Format “Die da oben” und bei “ZDFheute live” moderiert. Mit Gastgeberin Lisabell Shewafera unterhält sich Reichelt über ihren Werdegang, ihren Einstieg in die Medienbranche und ihre laufenden Projekte.

5. Warum wir auf Fake News hereinfallen – und uns schützen können
(youtube.com, Dietmar Ringel, Video: 25:12 Minuten)
Zu Gast im “Telepolis”-Podcast ist Sabine Schiffer, Professorin für Journalismus und Unternehmenskommunikation sowie Leiterin des Instituts für Medienverantwortung. Das Gespräch dreht sich um die Verbreitung von “Fake News”, insbesondere aus russischen Quellen, und deren Ziel, Angst und Zwietracht zu schüren. Schiffer erklärt, dass nicht nur autoritäre Staaten, sondern auch Demokratien manipulative Techniken einsetzen würden, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

6. Wer mich bezahlt
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 8:17 Minuten)
“Bin ich ein Spitzel des Verfassungsschutzes? Werde ich von Robert Habeck bezahlt? Und was habe ich mit der CIA zu tun?” Mats Schönauer spricht in seinem Video darüber, wie ihn Anhänger der AfD und des Youtubers Alexander Raue mit wilden Verschwörungsmythen und persönlichen Angriffen überhäuften, nachdem er Raue kritisiert hatte. Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”.

Gefangenenaustausch, Streit um “Spiegel”-Abo, Brotzeit-Politik

1. Der größte Gefangenenaustausch seit dem Ende des Kalten Kriegs
(zeit.de, Anastasia Tikhomirova & Alexander Eydlin & Tilman Steffen )
Beim “größten Gefangenenaustausch zwischen dem Westen und Russland seit dem Mauerfall” sind mit “Wall-Street-Journal”-Reporter Evan Gershkovich, der russisch-amerikanischen Journalistin Alsu Kurmasheva und Oppositionspolitiker Wladimir Kara-Mursa auch aktuelle beziehungsweise frühere Medienschaffende freigekommen. “Zeit Online” gibt Antworten auf “die wichtigsten Fragen” rund um den Deal.
Weiterer Lesehinweis: Die Organisation Reporter ohne Grenzen zeigt sich hinsichtlich der Freilassungen erleichtert: “Die Medienschaffenden wurden aufgrund absurder Vorwürfe verurteilt und hätten nicht einen Tag in Haft verbringen dürfen.” Allerdings gibt Geschäftsführerin Anja Osterhaus zu bedenken, dass der Austausch “ein problematisches Vorbild für künftige Erpressungsversuche durch Russland” schaffe: “Ausländische Medienschaffende können nun jederzeit zur Verhandlungsmasse Moskaus bei Verhandlungen mit dem Westen werden.”

2. Ste­phan Brandner muss 50.000 Euro Ord­nungs­geld zahlen
(lto.de, Kevin Japalak)
Wie gestern in den “6 vor 9” berichtet, wurde der AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner erneut zu einem Ordnungsgeld verurteilt, weil er die “Spiegel”-Journalistin Ann-Katrin Müller als “Faschistin” bezeichnet hatte. “Legal Tribune Online” zeichnet den Fall und seine Vorgeschichte juristisch nach – mitsamt einiger Verweise auf die bisherige Berichterstattung und Kommentierung.

3. Streit um Pur-Abo des SPIEGEL eskaliert
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Wie netzpolitik.org berichtet, hat die Datenschutzorganisation noyb den Hamburgischen Datenschutzbeauftragten verklagt, weil dieser voreingenommen das Pur-Abo-Modell des “Spiegel” geprüft und dem Medienhaus preisgünstige Rechtsberatung angeboten haben soll, statt unabhängig einer Beschwerde nachzugehen. Die Behörde habe dem “Spiegel” grünes Licht für das Modell gegeben, bei dem die Nutzerinnen und Nutzer zwischen einem kostenlosen Zugang mit Tracking und einem kostenpflichtigen Zugang ohne Tracking wählen müssen. Die Klage richte sich gegen das Prüfverfahren und die angeblich unzureichende Kommunikation mit den Beschwerdeführern.

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4. Partizipative Propaganda auf TikTok
(verdi.de, Till Schmidt)
Im Interview mit dem Verdi-Medienmagazin “M” erklärt der Politik- und Kommunikationswissenschaftler Marcus Bösch, wie die AfD in den Sozialen Medien junge Zielgruppen anspricht und warum sie damit erfolgreicher ist als andere Parteien. Bösch beschreibt das Phänomen der “partizipativen Propaganda”, bei der Botschaften nicht nur gesendet, sondern durch die Beteiligung der Anhängerinnen und Anhänger, insbesondere über Plattformen wie TikTok, verstärkt werden.

5. RSF prangert Straflosigkeit in Griechenland an
(reporter-ohne-grenzen.de)
Nach einem Freispruch zweier Brüder, die des Mordes an dem Kriminalreporter Giorgos Karaivaz angeklagt waren, wendet sich die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) an die griechischen Behörden: “Wir fordern die griechische Justiz und Politik auf, weiter nach den Schuldigen für den Mord an Giorgos Karaivaz zu suchen – im Namen seiner Angehörigen und im Namen der Pressefreiheit. Auch die Gerichtsentscheidung, welche den griechischen Geheimdienst im Predator-Spyware-Fall aus der Verantwortung entlässt, ist inakzeptabel”, kommentiert ROG-Geschäftsführerin Anja Osterhaus.

6. Bayrische Brotzeit-Politik
(taz.de, Johannes Drosdowski)
Johannes Drosdowski kritisiert die Inszenierung von Politikerinnen und Politikern, die über Soziale Medien persönliche Einblicke geben, um Nähe herzustellen. Besonders steche dabei Bayerns Ministerpräsident Markus Söder mit seinen Essensfotos hervor. Drosdowskis Fazit: “Bei uns daheim kommt Markus Söder übrigens nur am Essenstisch vor, wenn sich mal wieder jemand über ihn beschwert. Weil er mit seinem Trara um Tradition so tut, als wären alle Baye­r*in­nen diskriminierende, hinterwäldlerische Rechts­po­pu­lis­t*in­nen.”

Print-Zahlen, Wiederholungstäter, Frauenmachtanteile rückläufig

1. Print-MA: “BamS”-Reichweite sackt um fast eine Million ab
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel fasst bei “DWDL” die neuesten Reichweitenzahlen für Zeitungen und Zeitschriften der Arbeitsgemeinschaft Media-Analyse zusammen, schränkt deren Aussagekraft aber deutlich ein: “Auch wenn man einen enormen Aufwand für die Ermittlung betreibt, u.a. 20.000 Interviews führt und zusätzlich ausgewählte Leute ihre Print-Nutzung scannen lässt, bleibt das Ergebnis unverändert zweifelhaft, weil sich die ermittelten Reichweiten in sehr vielen Fällen schon lange in keinem sinnvoll erklärbaren Verhältnis mehr zur Zahl der verkauften Exemplare befinden.”

2. Ihr erinnert euch vielleicht …
(bsky.app, Ann-Katrin Müller)
Ann-Katrin Müller, Redakteurin im Hauptstadtbüro des “Spiegel”, berichtet auf Bluesky, dass der AfD-Politiker und Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner sie auf X/Twitter mehrfach als “Faschistin” bezeichnet habe, wofür er von einem Gericht zu 20.000 Euro Ordnungsgeld verurteilt worden sei. Trotz dieses Verbots habe Brandner die Beleidigung am Abend der Europawahl wiederholt, was ihm weitere 30.000 Euro plus Verfahrenskosten eingebracht habe. Außerdem sei ein Ermittlungsverfahren gegen ihn anhängig.

3. Frauenmachtanteile in Leitmedien rückläufig
(verdi.de)
Der Frauenanteil in Führungspositionen deutscher Leitmedien sei rückläufig, wie die aktuellen Daten von ProQuote Medien zeigen. Während die “taz” mit einem Frauenanteil von 65,1 Prozent weiterhin Spitzenreiter sei, müsse der “Focus” den größten Rückgang hinnehmen. ProQuote Medien betone, dass die Gleichstellung weiterhin aktiv gefördert werden müsse, da das Ziel einer 50:50-Verteilung noch nicht erreicht sei.

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4. Gemeinnützigkeit für Non-Profit-Journalismus
(reporter-ohne-grenzen.de)
Wie die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) berichtet, plane die Bundesregierung eine Neuregelung des Gemeinnützigkeitsrechts, die die Anerkennung eines gemeinnützigen Journalismus weiterhin den Finanzbehörden überlasse. Dies führe zu Unsicherheit, da die Anerkennung der Gemeinnützigkeit weiter von Fall zu Fall entschieden werden müsse. ROG fordert in einem offenen Brief, gemeinnützigen Journalismus als eigenständigen gemeinnützigen Zweck in der maßgebenden Abgabenordnung klar zu verankern, um die Finanzierung solcher Projekte zu erleichtern.

5. Newsletter Netzwerk Recherche
(netzwerkrecherche.org, Annelie Naumann)
Wie immer eine Empfehlung wert, nicht nur für investigativ arbeitende Journalistinnen und Journalisten: der Newsletter des Netzwerk Recherche (NR). Die aktuelle Ausgabe beginnt mit einem Rückblick von Annelie Naumann auf die vergangene NR-Jahrestagung und den “Tipps des Monats”. Außerdem gibt es den gewohnten Überblick über medienrelevante Nachrichten, Veranstaltungen, Preise und Stipendien.

6. KI-Chatbot bestritt Trump-Attentat – Meta gibt Halluzinationen die Schuld
(spiegel.de)
Der Social-Media-Konzern Meta habe auf Kritik reagiert, nachdem sein KI-Chatbot fälschlicherweise behauptete, ein Attentat auf Donald Trump habe nicht stattgefunden. Das Unternehmen erklärte, diese “Halluzinationen” seien auf die Funktionsweise der Künstlichen Intelligenz zurückzuführen und nicht beabsichtigt.

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