Suchergebnisse für ‘AfD’

Kickl und die FPÖ, Unverzichtbare Faktenchecks, Frage des Anstands

1. Was hat Herbert Kickl mit Österreichs Medien vor?
(uebermedien.de, Holger Klein, Audio: 27:12 Minuten)
Österreich könnte nach derzeitigem Stand bald von dem rechtsextremen FPÖ-Politiker Herbert Kickl regiert werden. Holger Klein hat den Juristen und Medienethiker Luis Paulitsch nach dessen Einschätzung gefragt: “Welche Medienpolitik verfolgen Kickl und die FPÖ? Was ließe sich mit der ÖVP umsetzen? Und was hat es mit der Inseratenkorruption auf sich?”

2. Österreichs Rechte greift den ORF an
(verdi.de, Till Schmidt)
Im Verdi-Medienmagazin “M” kommentiert Till Schmidt: “Selbst, wenn die FPÖ nicht Teil der kommenden Regierung werden sollte – allein ihre politischen Forderungen und ihre von Machtfantasien und Opferhaltung geprägte Rhetorik sorgen für eine starke Gefährdung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der Pressefreiheit in Österreich.”

3. Auch Weidel unter den Gästen
(tagesspiegel.de, Christoph Zempel)
Der Springer-Verlag hat laut “Spiegel” (nur mit Abo lesbar) Elon Musk zu einem Wirtschaftsgipfel der “Welt” Ende Januar nach Berlin eingeladen, wo er auf AfD-Chefin Alice Weidel treffen könnte. Musks AfD-Unterstützung in einem Gastbeitrag für die “Welt” hatte bereits zu Protesten in der Redaktion und Rücktritten geführt.

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4. Meta, Media und Moneten: Eine Frage des Anstands
(dwdl.de, Thomas Lückerath)
Thomas Lückerath kritisiert in seinem Kommentar Mark Zuckerbergs “Kniefall” vor Donald Trump und die mangelnde Verantwortung von Social-Media-Plattformen wie Metas Facebook für die Verbreitung von Hass und Desinformation. Er fordert Werbetreibende und Mediaagenturen auf, ihre Werbegelder nicht mehr in diese Netzwerke zu stecken, da sie damit Hass und Hetze finanzieren würden. Lückerath sieht hier einen Hebel für ein gesellschaftliches Umdenken. Gleichzeitig plädiert er dafür, die Vielfalt und Verantwortung von Medienhäusern und alternativen Plattformen stärker zu nutzen, um eine kontrollierte und respektvolle Diskurskultur zu fördern.

5. Faktenchecks: Warum sie für unsere Demokratie unverzichtbar sind
(belltower.news, Robert Lüdecke|)
Robert Lüdecke betont in seinem Text, dass Faktenchecks essenziell für die Demokratie seien, da sie Desinformation entlarven und den öffentlichen Diskurs auf einer faktenbasierten Grundlage ermöglichen. Die Entscheidung von Meta, Faktenchecks in den USA abzuschaffen, schwäche den Schutz vor Falschinformationen und begünstige rechtsextreme sowie verschwörungsideologische Erzählungen. Statt als Zensur würden Faktenchecks als Werkzeug der Aufklärung funktionieren. Ihre Abschaffung sei ein Rückschlag für die Meinungsvielfalt und die Mündigkeit der Gesellschaft.

6. Glaskugelige Kaffeesatzlesereien 2025
(indiskretionehrensache.de, Thomas Knüwer)
Thomas Knüwer hat turnusgemäß die Glaskugel aus dem Schrank geholt und einen Blick auf mögliche Medienentwicklungen des neuen Jahres geworfen. Wie immer geht er dabei auch selbstkritisch seine Prognosen des Vorjahres durch.

Schön­bohm gewinnt gegen ZDF, Filmfördergesetz, Peinlich für CNN

1. Schön­bohm gewinnt gegen das ZDF
(lto.de)
Der ehemalige Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, hat sich juristisch gegen einige Aussagen in Jan Böhmermanns “ZDF Magazin Royale” gewehrt und größtenteils Recht bekommen. Das Gericht habe entschieden, dass vier von fünf angegriffenen Aussagen unwahre Tatsachenbehauptungen seien, die Schönbohms Persönlichkeitsrechte verletzten. Deren Verbreitung müsse unterlassen werden. Eine Geldentschädigung sei jedoch abgelehnt worden, da dies als “ultima ratio” gelte und Schönbohm alternative rechtliche Möglichkeiten nicht frühzeitig ausgeschöpft habe.

2. Bundestag beschließt FFG-Reform, Förderquote wird erhöht
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel berichtet bei “DWDL” über die Verabschiedung der Reform des Filmfördergesetzes im Bundestag. Trotz der Konflikte innerhalb der ehemaligen Ampelkoalition hätten SPD, Grüne und FDP die Reform durchgesetzt, wobei wesentliche Teile wie ein Diversitätsbeirat oder ökologische Vorgaben gestrichen worden seien, um die Zustimmung der FDP zu sichern. Claudia Roth, Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, habe zudem eine Erhöhung der Förderquote auf 30 Prozent ab Februar 2025 angekündigt. Dies werde von Branchenvertretern wie Björn Böhning als Signal für eine wettbewerbsfähigere deutsche Filmbranche gefeiert.

3. Peinlicher Glaubwürdigkeitsverlust für CNN
(taz.de, Bernd Pickert)
Bernd Pickert berichtet über eine peinliche Panne bei einer Reportage des US-Senders CNN in Syrien, in der ein vermeintlich befreiter Zivilist fälschlicherweise als Opfer des Assad-Regimes dargestellt werde. CNN-Reporterin Clarissa Ward begleite die Befreiung auf emotionale Weise. Recherchen der Organisation Verify-Sy hätten allerdings ergeben, dass es sich bei dem Mann in Wirklichkeit um einen wegen Korruption inhaftierten Geheimdienstoffizier handele. CNN habe die Falschmeldung zwar inzwischen bestätigt, der Vorfall habe aber die Glaubwürdigkeit des Senders und der mehrfach ausgezeichneten Clarissa Ward erheblich beschädigt.

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4. ARD und ZDF halten nach Kritik an Konzept für TV-Duelle fest
(zeit.de)
ARD und ZDF verteidigen ihr Konzept für die geplanten TV-Duelle der Kanzlerkandidaten und -kandidatinnen und verweisen auf ihre journalistische Verantwortung sowie auf das Prinzip der “abgestuften Chancengleichheit”. Nach Robert Habecks (Grüne) Absage hätten andere Politikerinnen und Politiker wie Christian Lindner (FDP) und Sahra Wagenknecht (BSW) ihr Interesse bekundet, Habecks Platz im Duell mit Alice Weidel (AfD) zu übernehmen.
Weiterer Lesehinweis: ARD und ZDF haben inzwischen weitere TV-Pläne zum Bundestagswahlkampf veröffentlicht. Nun soll es auch Sendungen geben, in denen alle vier Spitzenkandidatinnen und -kandidaten von SPD, CDU/CSU, Grünen und AfD aufeinandertreffen. (spiegel.de)

5. Hubert Burda übergibt Geschäfte an seine Kinder
(tagesspiegel.de)
Hubert Burda, unter anderem Verleger von “Bunte” und “Focus”, übergebe seine unternehmerische Verantwortung zum 1. Februar 2025 an seine Kinder Elisabeth Burda Furtwängler und Jacob Burda. Beide hätten bereits seit 2017 im Verwaltungsrat des Familienunternehmens mitgewirkt und seien nun bereit, den Verlag in der vierten Generation fortzuführen. Hubert Burda, der kurz vor seinem 85. Geburtstag steht, bleibe Ehrenvorsitzender der Holding.

6. Moderator:innen leiden unter schweren psychischen Erkrankungen
(netzpolitik.org, Ingo Dachwitz)
Ingo Dachwitz berichtet bei netzpolitik.org über ein Gerichtsverfahren in Kenia, in dem mehr als 140 ehemalige Content-Moderatorinnen und -Moderatoren den Meta-Konzern und die Outsourcing-Firma Sama wegen psychischer Schäden verklagen. Die Klägerinnen und Kläger, die für Facebook verstörende Inhalte wie Gewalt oder Tierquälerei moderiert hätten, würfen den Unternehmen unzureichenden Schutz, schlechte Arbeitsbedingungen und psychologische Folgeschäden vor. Nachdem eine außergerichtliche Einigung gescheitert sei, habe ein kenianisches Gericht im September dieses Jahres klargestellt, dass Meta als Auftraggeber für die Arbeitsstandards mitverantwortlich sei, und damit den Weg für den Prozess geebnet.

Ringen um TV-Duelle, Rufmord, Ausgezeichnete Recherche

1. ARD und ZDF verteidigen TV-Duell-Pläne gegen scharfe Kritik
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Uwe Mantel schreibt bei “DWDL” darüber, wie ARD und ZDF ihre geplanten TV-Duelle zur kommenden Bundestagswahl gegen die scharfe Kritik von Grünen und AfD verteidigen. Er erklärt, wie die Sender ihre Entscheidung begründen, SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz gegen CDU-Herausforderer Friedrich Merz und in einem zweiten Duell Robert Habeck (Grüne) gegen Alice Weidel (AfD) antreten lassen zu wollen, wobei Habeck bereits signalisiert habe, nicht teilnehmen zu wollen. Außerdem geht Mantel darauf ein, wie ARD, ZDF und auch RTL mit möglichen Absagen umgehen könnten und wie sie ihre Formate inhaltlich begründen.
Weiterer Hörtipp in eigener Sache: Bei radioeins kommentiert der “6-vor-9”-Kurator: “ARD und ZDF haben eine Debatte losgetreten, die das Vertrauen in ihre Unabhängigkeit nachhaltig beschädigen könnte. Es ist höchste Zeit, dass die Verantwortlichen ihre Entscheidung überdenken – sonst wird aus der Wahl-Debatte eine Debatte über das Fernsehen selbst.” (radioeins.de, Lorenz Meyer, Audio: 4:09 Minuten)

2. “Wir können von Glück sagen, dass niemand von uns darüber verrückt geworden ist”
(mediummagazin.de, Frederik von Castell & Annette Milz)
Für die investigative Recherche “Geheimplan gegen Deutschland” wurde das “Correctiv”-Team von der Jury des “medium magazin” als “Journalist:innen des Jahres” ausgezeichnet. Im Interview ziehen “Correctiv”-Chefredakteur Justus von Daniels, die stellvertretende Chefredakteurin Anette Dowideit sowie Undercover-Reporter Jean Peters Bilanz über die Enthüllung und deren Folgen.
Weiterer Lesetipp: In eigener Sache: Medium Magazin zeichnet CORRECTIV-Team für “Geheimplan-Recherche” aus (correctiv.org, Anna-Maria Wagner).

3. Sprechen wir über … Rufmord?! – Das Weihnachtsspecial mit Renate Künast
(ardaudiothek.de, Holger Schmidt & Thomas Fischer, Audio: 1:00:53 Stunden)
In der aktuellen Folge von “Sprechen wir über Mord!?” heißt es diesmal ausnahmsweise “Sprechen wir über Rufmord!?” In einer Sonderfolge des True-Crime-Podcasts haben der ARD-Terrorismusexperte Holger Schmidt und der ehemalige Bundesrichter Thomas Fischer die Grünen-Politikerin Renate Künast zu Gast und sprechen mit ihr über Hass im Internet.

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4. Elon Musk unterstützt offenbar britische Rechtspopulisten um Nigel Farage
(spiegel.de)
Elon Musk scheint nicht nur den designierten US-Präsidenten Donald Trump, sondern auch die rechtspopulistische britische Partei Reform UK zu unterstützen. Musks Aktivitäten würden zeigen, wie er Soziale Medien, insbesondere X/Twitter, als Bühne für politische Einflussnahme nutze, teilweise in Verbindung mit seiner Ablehnung vorgesehener Regulierungen wie dem britischen Online Safety Act. Reform-UK-Politiker Nigel Farage habe angedeutet, dass Musk nicht nur ideologische Unterstützung bietet, sondern auch eine Großspende von bis zu 100 Millionen US-Dollar in Aussicht stellt.

5. “Nicht absitzen”: Wie arbeiten russische Investigativjournalisten im Exil?
(de.ejo-online.eu, Svetlana Greidina)
Svetlana Greidina beschreibt, wie russische Investigativjournalistinnen und -journalisten wie Katya Bonch-Osmolovskaya von “IStories” trotz Exil und ständiger Bedrohung weiterhin Missstände in Russland aufdecken. Sie nutzen Methoden wie OSINT, Insider-Quellen und internationale Kooperationen, um Daten zu sammeln und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf gesellschaftliche Probleme zu lenken. Ihre Arbeit zeige, wie wichtig unabhängiger Journalismus ist, um unter autoritären Bedingungen Transparenz zu schaffen und den Menschen eine Stimme zu geben.

6. Lost Places in den Medien: Schmaler Grat zwischen Erhalt des Ortes und Erhalt der Geschichte
(fachjournalist.de, Fabian Holtappels)
“Lost Places, also vergessene oder verlassene Orte, werden vor allem bei jungen Menschen immer beliebter. Insbesondere auf YouTube ist die Nachfrage nach Lost Places riesig. Dass es aber gerade das Internet und die Medien sind, die zur Zerstörung dieser Orte mit ihrer individuellen Geschichte beitragen, wird dabei wohl immer häufiger vergessen. Doch wie können Journalisten über Lost Places berichten, ohne diesen zu schaden?” Fabian Holtappels geht dieser Frage nach und beleuchtet in seinem Beitrag die Verantwortung der Medien.

Diskussion um Diskussionsrunden, “Bürgerreporter”, Ganzes Buch

1. Angekündigte TV-Duelle sorgen für Unmut bei Parteien
(dwdl.de, Timo Niemeier)
Für den anstehenden Bundestagswahlkampf planen die TV-Sender bereits die obligatorischen TV-Duelle mit den Spitzenkandidatinnen und -kandidaten. Doch die angedachten Diskussionsrunden sorgen schon jetzt für Diskussionen, wie Timo Niemeier bei “DWDL” berichtet: “ARD und ZDF sowie RTL wollen in einem TV-Duell Olaf Scholz und Friedrich Merz gegeneinander antreten lassen. Kritik kommt nun von den Parteien, die zu diesem Schlagabtausch nicht eingeladen sind, vor allem die Grünen ärgern sich. Die AfD kündigt eine juristische Überprüfung an.”
Weiterer Lesetipp: Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) nimmt die vorgezogene Wahl zum Anlass, die politischen Parteien aufzufordern, die Themen Journalismus und Medien in ihre Wahlprogramme aufzunehmen. “Mit ihren Wahlprogrammen geben die Parteien die politischen Linien für den Fall einer Regierungsbeteiligung vor”, so der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster: “Deshalb ist es jetzt wichtig, klare Aussagen zu existenziellen Fragen des Journalismus zu treffen.” (djv.de, Hendrik Zörner)

2. Der falsche Kautabak
(taz.de, Martin Seng)
Martin Seng beschreibt in seinem “taz”-Artikel, wie Satire-Accounts bei X (ehemals Twitter) Politikerinnen und Politiker wie Karl Lauterbach parodieren und dabei mit Deepfake-Bildern arbeiten. Er berichtet von einem eigenen Moment der Täuschung durch den Satire-Account “Karl Kautabak” und betont, dass nicht jeder die Medienkompetenz hat, solche Fakes sofort zu erkennen. Seng warnt vor der wachsenden Gefahr von Falschinformationen in den Sozialen Medien und betont die Notwendigkeit, wachsam zu bleiben, da selbst kurze Momente der Verwirrung schwerwiegende Folgen haben können.

3. Medienunternehmen haftet für “Bürgerreporter”
(lto.de, Entela Hoti)
Das Landgericht Essen habe entschieden, dass Medienunternehmen für Inhalte von “Bürgerreportern” haften, wenn diese falsche Informationen verbreiten. Im konkreten Fall habe ein “Bürgerreporter” auf der Plattform “Lokalkompass” einen Kommunalpolitiker anlasslos verdächtigt, Beihilfe zu einem Kindesmissbrauch geleistet zu haben, und damit dessen Persönlichkeitsrecht verletzt. Da das Medienunternehmen die Inhalte ohne klare Abgrenzung zu professionellen Beiträgen veröffentlicht und sich die Inhalte durch Nutzungsrechte zu eigen gemacht habe, trage es die Verantwortung für die Berichterstattung.

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4. Kann Gen Z kein ganzes Buch mehr lesen?
(boersenblatt.net, Jaqueline Weigl)
“Zunehmend berichten Professor:innen, dass junge Studierende Probleme damit haben, ganze Bücher zu lesen, auch Forscher:innen befassen sich mit mit dem Phänomen. Welche Ursachen hat das unangenehme Gefühl beim Lesen eines kompletten Buchs – und welche Konsequenzen drohen?” Jaqueline Weigl ist diesen Fragen nachgegangen und hat nicht unbedingt positiv stimmende Antworten gefunden.

5. Ausgezeichnete Beiträge: Journalismuspreis von unten 2024 vergeben
(armutskonferenz.at)
In Wien wurde zum 15. Mal der Journalismuspreis “von unten” für “tiefgründige und respektvolle Armutsberichterstattung” verliehen. In der Kategorie Print wurde Max Miller (“Profil”) für seinen Beitrag über Energiearmut ausgezeichnet, in der Kategorie Radio & Podcast Iris Haschek und Golli Marboe für “Armut ist unsichtbar” (“mental health radio”). Weitere Preise gingen unter anderem an Johannes Greß (wienerzeitung.at) in der Kategorie Online und Čedomira Schlapper (“ORF Aktuell nach Eins”) in der Kategorie Fernsehen.

6. DAZN sendet versehentlich Scientology-Werbung
(spiegel.de)
Der Streaminganbieter DAZN habe während der Übertragung der Darts-Weltmeisterschaft versehentlich einen Werbespot der umstrittenen Organisation Scientology ausgestrahlt und damit gegen den Medienstaatsvertrag verstoßen. Laut DAZN sei der Vorfall auf die automatisierte Werbevermarktung durch einen globalen Dienstleister für unverkaufte Werbeplätze zurückzuführen. Der Streamingdienst habe ausdrücklich um Entschuldigung gebeten, sich von den Inhalten des gesendeten Spots distanziert und betont, Maßnahmen ergriffen zu haben, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

Aufschub für TikTok?, Zwischen politischen Fronten, Aserbaidschan

1. TikTok beantragt Aufschub für drohendes US-Verbot – und hofft auf Trump
(spiegel.de)
TikTok habe gegen ein drohendes Verbot in den USA einen Aufschub beantragt, um das entsprechende Gesetz vorübergehend auszusetzen, bis der Oberste Gerichtshof den Fall entschieden habe. Andernfalls drohe der Videoplattform einen Tag vor dem Regierungswechsel im Januar die Abschaltung. Die chinesische Muttergesellschaft ByteDance wehre sich weiterhin gegen die gegen sie erhobenen Spionagevorwürfe.
Weiterer Lesetipp zu TikTok: Bei netzpolitik.org kommentiert der Datenschutzexperte Thilo Weichert: “Die etablierten Parteien haben eine Brandmauer zur AfD hochgezogen. Wann aber kommt die Brandmauer zu TikTok? Die Plattform geht kaum gegen Falschinformationen und Hetze vor.”

2. Wenn Journalisten zwischen politische Fronten geraten
(br.de, Nina Landhofer, Audio: 27:51 Minuten)
Mit zwei Mitarbeitern des ARD-Studios in Moskau sind erneut Journalisten zwischen die politischen Fronten geraten und müssen Russland verlassen. Nina Landhofer fragt: “Was bedeutet das für Medien, wenn wegen Ihnen Staaten erpresst werden? Wie wirkt sich solch ein Druck auf die Journalisten aus? Wie hat sich das Mediensystem in Russland in den letzten Jahren verändert? Und vor allem: Wie kann gute Berichterstattung weiter funktionieren?”

3. Aserbaidschan wird immer gefährlicher für Journalisten
(taz.de, Bernhard Clasen)
Bernhard Clasen berichtet über die Verhaftung mehrerer Journalistinnen und Journalisten des unabhängigen Medienunternehmens “Meydan TV” in Aserbaidschan. Ihnen wird die illegale Einfuhr von Devisen vorgeworfen, was “Meydan TV” als unbegründet und repressiv zurückweise. Clasen stellt die Vorfälle in Zusammenhang mit einer seit 2014 verschärften Gesetzgebung, die unabhängigen Journalismus und Nichtregierungsorganisationen zunehmend kriminalisiere.

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4. Klimathemen in Sozialen Medien
(verdi.de, Bärbel Röben)
Bärbel Röben berichtet über Vanessa Kokoschkas Forschung zur Wirkung von Plattform-Algorithmen auf klimajournalistische Inhalte. Die Untersuchung basiere auf einer Analyse von Formaten auf Instagram, TikTok und Youtube und behandle die Frage: “Inwieweit passen Redaktionen ihre klimajournalistischen Beiträge der algorithmischen Plattformlogik an?”

5. Chefin zu zweit
(journalist.de, Catalina Schröder)
“Die Journalistinnen Lydia Leipert und Rebecca Zöller teilen sich ihre Führungsposition im Bayerischen Rundfunk. Das Jobsharing bekommt als Modell immer mehr Aufmerksamkeit – wie sinnvoll ist so eine Tandem-Konstruktion im Journalismus?” Über diese und weitere Fragen hat sich Catalina Schröder mit dem Jobsharing-Duo unterhalten.

6. ARD will Kommentare in die Mediathek integrieren
(dwdl.de, Alexander Krei)
Die ARD plane, in ihrer Mediathek eine Kommentarfunktion einzuführen. Dies solle einen stärkeren Dialog mit den Nutzerinnen und Nutzern ermöglichen. Der genaue Zeitpunkt für die Einführung stehe jedoch noch nicht fest.

Kein Karrierehindernis, Weidel bei “Weltwoche”, Australien macht Ernst

1. Was bei Axel Springer kein Karrierehindernis ist
(correctiv.org, Anette Dowideit)
Der Axel-Springer-Konzern habe Jan Philipp Burgard trotz eines früheren MeToo-Vorwurfs, als Burgard noch beim WDR arbeitete, zum neuen “Welt”-Chefredakteur ernannt, was Zweifel an der Glaubwürdigkeit des behaupteten Kulturwandels bei Springer aufwerfe. Kritiker würden Burgards Umgang mit “Welt”-TV-Moderatorinnen und seine frühere Degradierung beim WDR wegen eines unangemessenen Vorfalls bemängeln, während Springer und Burgard die Vorwürfe abwehren würden. Die Entscheidung passe in ein Muster, bei dem Springer-Vorstandschef Mathias Döpfner enge Vertraute auf Schlüsselpositionen setze. Anette Dowideit, stellvertretende Chefredakteurin von “Correctiv” und ehemals langjährige Springer-Mitarbeiterin, hat all die unerfreulichen Einzelheiten zum Fall zusammengetragen.

2. Kolumne zuerst!
(taz.de, Uli Hannemann)
Nachdem bekannt geworden ist, dass Alice Weidel Kolumnistin bei der Schweizer “Weltwoche” wird, hat sich Uli Hannemann für die “taz” ausgedacht, was die AfD-Chefin in ihrer ersten Ausgabe schreiben könnte.

3. Australien beschließt radikales Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche
(spiegel.de)
Der australische Senat habe am Donnerstag Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren den Zugang zu TikTok, Instagram und anderen Sozialen Netzwerken verboten beziehungsweise ein entsprechendes Verbot verabschiedet. Dieses soll bald in Kraft treten: “Das weltweit einmalige Gesetz sieht vor, dass Plattformen wie TikTok, Facebook, Snapchat, Reddit, X und Instagram unter 16-Jährige systematisch daran hindern müssen, Accounts ihrer Plattformen zu besitzen.”

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4. Und täglich grüßt die FDP: Zu viele Liberale im Dlf-Frühprogramm?
(deutschlandfunk.de, Brigitte Baetz, Audio: 29:09 Minuten)
Im Deutschlandfunk (DLF) kommen regelmäßig Hörerinnen und Hörer zu Wort. Manchmal liefern sie sogar die Idee für eine ganze Sendung und tauschen sich darin mit Expertinnen und Experten aus. In dieser Folge des Podcasts “Nach Redaktionsschluss” geht es um die Frage, ob die FDP in der DLF-Frühsendung überrepräsentiert ist. Hörerin Sabine Weber diskutiert mit Friedbert Meurer, Leiter der Abteilung Aktuelles im Deutschlandfunk, und Moderatorin Brigitte Baetz.

5. Heise Online verlässt “X” und setzt auf Mastodon
(meedia.de, KNA Mediendienst)
Das Technik-Medium “Heise Online” habe den Kurznachrichtendienst X/Twitter verlassen und konzentriere sich stattdessen auf Mastodon. Dort sei die Anzahl der Interaktionen höher, obwohl die Reichweite kleiner sei. Die Entscheidung sei vor allem aus praktischen Gründen getroffen worden: X habe als Traffic-Lieferant an Bedeutung verloren, Mastodon passe als dezentralisierte Plattform besser zu “Heises” technikaffiner Zielgruppe.

6. Verleihung der Otto Brenner Preise 2024
(otto-brenner-preis.de)
Vor etwa zwei Wochen fand in Berlin die 20. Verleihung der Otto-Brenner-Preise für kritischen Journalismus statt. Auf der Seite der Otto-Brenner-Stiftung gibt es nun eine übersichtliche Zusammenstellung der Filmmitschnitte. Die Preisträgerinnen und Preisträger sind hier dokumentiert. Und eine Sammlung der häufig gestellte Fragen und Antworten gibt es hier.

Desinformationsverbreiter, RTL-Wahlduelle, Gefahr in Österreich

1. Diese 5 einst seriösen Medien verbreiten jetzt Desinformation
(volksverpetzer.de, Philip Kreißel & Thomas Laschyk)
Philip Kreißel und Thomas Laschyk werfen mehreren deutschen Medienhäusern eine zunehmende Verbreitung von Desinformation vor. Publikationen wie die “Schwäbischen Zeitung”, die “Berliner Zeitung”, die “NZZ”, der “Cicero” und die “Welt” würden rechte Narrative, russische Hofberichterstattung oder “Fake News” veröffentlichen. Kreißel und Laschyk fordern strengere Standards und eine konsequentere Haltung gegenüber Desinformationsquellen innerhalb etablierter Medien. Ihr Fazit: “Die Selbstkontrolle scheint immer wirkungsloser zu werden. Es gibt keine Standards für wirksamen Schutz vor übergriffigen Herausgebern. Und es wird sich nichts ändern, wenn wir die Übeltäter weiter wie seriöse Medien behandeln.”

2. Die Linke droht, sich notfalls in RTL-Wahlduelle einzuklagen
(dwdl.de, Uwe Mantel)
RTL plane im Vorfeld der Bundestagswahl drei TV-Duelle mit Spitzenkandidatinnen und -kandidaten von SPD, CDU/CSU, Grünen, FDP, AfD und BSW. Die Linke sei hingegen bislang nicht berücksichtigt worden. Die Partei habe dies scharf kritisiert und prüfe rechtliche Schritte, da sie in dem Vorgang einen Verstoß gegen den Medienstaatsvertrag und die journalistischen Grundsätze der Vielfalt und Fairness sehe. RTL verteidige die Auswahl mit einem Verweis auf Umfragewerte. Doch genau da sieht Uwe Mantel eine Argumentationslücke: “Wenn man sich die von RTL und ntv selbst in Auftrag gegebene Forsa-Wahlumfrage in der aktuellsten Ausgabe ansieht, dann liegen inzwischen dort FDP, BSW und die Linke gleichauf – und zwar bei jeweils nur 4 Prozent und somit aktuell unterhalb der 5-Prozent-Hürde, aber allesamt auch mit Chancen darauf, diese Hürde noch zu überspringen. Bleibt es dabei, müsste man wohl bei RTL anhand der selbst gewählten Maßstäbe noch einmal überdenken, wie die Zusammensetzung genau aussehen wird.”

3. Österreich: Gefahr für die Pressefreiheit
(verdi.de, Till Schmidt)
Im Interview mit dem Verdi-Medienmagazin “M” beschreibt Luis Paulitsch die politischen Auswirkungen der jüngsten österreichischen Nationalratswahl, bei der “die extrem rechte FPÖ” stärkste Kraft wurde, und skizziert Unsicherheiten bezüglich möglicher Regierungskoalitionen. Paulitsch betont, dass sich in Österreich eine mediale Parallelwelt etabliert habe, wodurch die FPÖ nicht mehr von unabhängiger Berichterstattung abhängig sei: “Mit Herbert Kickl hat sich die Rhetorik verschärft. Das Vertrauen in einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird zerstört, wenn man permanent den Eindruck vermittelt, er sei Teil oder Handlanger der Regierung und berichte lediglich das, was ‘von oben’ vorgegeben wird.”

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4. Was der FCC-Vorsitz mit der Meinungsfreiheit im Netz zu tun hat
(netzpolitik.org, Tomas Rudl)
Der von Donald Trump nominierte Brendan Carr, künftiger Chef der US-Telekommunikationsaufsicht FCC, wolle Onlinediensten die Inhaltemoderation erschweren. Tomas Rudl erklärt, was Carr sich bereits für das radikale Umbauprogramm “Project 2025” einer US-amerikanischen nationalistisch-konservativen Denkfabrik ausgedacht hatte und wie er seine Ideen umsetzen will.

5. Zwischen den Zeilen: Was uns die Fightin’-Words-Analyse über die Russland-Berichterstattung verrät
(de.ejo-online.eu, Juliane Niepert)
Juliane Niepert erläutert, wie Sprache ideologische Perspektiven in der medialen Berichterstattung sichtbar macht, und thematisiert die Anwendung der “Fightin’-Words”-Methode auf die Russland-Berichterstattung deutscher Medien: “Letztendlich ist die Entscheidung von Die Zeit, die ukrainische Hauptstadt fortan als ‘Kyjiw’ zu bezeichnen, ein Beispiel dafür, wie bewusst gewählte Sprache politische Standpunkte und ideologische Ausrichtungen sichtbar machen kann. Die Fightin’ Words-Methode verdeutlicht genau diese Dynamiken, indem sie aufzeigt, wie sprachliche Unterschiede ideologische und kulturelle Perspektiven widerspiegeln.”

6. Fil­me­ma­cherin bekommt Aus­kunft über Wer­be­ein­nahmen von RTL
(lto.de, Pauline Dietrich)
Das Oberlandesgericht Köln habe entschieden, dass RTL einer Filmemacherin Auskunft über die Werbeeinnahmen zu ihren Produktionen erteilen müsse, um mögliche Nachvergütungsansprüche prüfen zu können. Das Gericht habe den Auskunftsanspruch bejaht, da ein Kausalzusammenhang zwischen Werbeeinnahmen und den Sendungen angenommen werde, obwohl dies in der Literatur umstritten sei. Die Entscheidung markiere einen Meilenstein im Privatrundfunkrecht.

RBB wehrt sich, Westdeutsche Perspektiven, Tracker-Recherche

1. RBB wehrt sich juristisch gegen Rundfunkstaatsvertrag
(dwdl.de, Alexander Krei)
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) wolle Verfassungsbeschwerde gegen den Rundfunkstaatsvertrag Berlin-Brandenburg einlegen. Der Sender sehe die Rundfunkfreiheit durch Regelungen wie die erweiterte Regionalberichterstattung und die politisch festgelegte Anzahl von Regionalbüros gefährdet. Zudem kritisiere der RBB eine aus seiner Sicht verstärkte Einflussnahme der Politik auf Personalentscheidungen, die unter anderem den Rundfunkrat beträfen.

2. Nur zu Besuch
(taz.de, Alexander Teske)
In seinem Essay kritisiert Alexander Teske die Vergabe des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises an westdeutsche Journalisten und Journalistinnen für Reportagen über Ostdeutschland: “Alle Preisträger eint: Sie haben Filme über Ostdeutschland gedreht. Und: Alle vier sind Westdeutsche. Den Filmen sieht man das an. Sie zeichnen ein einseitiges Bild und zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der Realität. Der Jury unter dem Vorsitz von Sandra Maischberger fiel das nicht auf. Vielleicht, weil unter 43 Mitgliedern nur eine Ostdeutsche ist.”

3. Zieht euch warm an
(djv.de, Gina Schad)
Gina Schad, Pressesprecherin des Deutschen Journalisten-Verbands, kommentiert die Wahl Donald Trumps und mögliche ähnliche Entwicklungen in Deutschland: “Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Mann die Medien in Europa und Deutschland vor sich hertreibt. Bei uns werden in einer vorgezogenen Bundestagswahl die Karten bald neu gemischt. Die AfD steht schon in den Startlöchern. Vielleicht ist die Antwort auf die Wahl von Trump ein Kodex, wie wir als Medienschaffende mit der AfD umgehen sollten. Jetzt können wir noch etwas ändern, bevor es in ein paar Jahren auch bei uns heißt: Alle vier Jahre grüßt das Murmeltier.”

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4. Ein Babystrampler, der sich aus Belgrad meldet
(journalist.de, Sonja Peteranderl)
Sonja Peteranderl beschreibt, wie Journalistinnen und Journalisten mithilfe von Trackern illegale Praktiken wie Elektroschrottentsorgung oder Steuervermeidung aufdecken. Ihr Text beleuchtet auch die Herausforderungen der Technologie, den Missbrauch durch Stalking sowie technische Einschränkungen solcher Recherchen.

5. #eXit: Twitter ist leider kaputt
(arminwolf.at)
In seinem Blog beschreibt der Journalist Armin Wolf seine 16-jährige Beziehung zu Twitter, die er nun aufgrund der negativen Entwicklungen unter Eigentümer Elon Musk beenden wolle. Wolf kritisiert die Plattform für die Förderung von Hassrede, Propaganda und algorithmischer Verzerrung, die den einstigen Nutzen für Journalismus und Diskurs verdrängt habe. Als Alternative empfiehlt er die Plattform Bluesky.
Weiterer Lesetipp: Bluesky verzeichnet in Woche nach US-Wahl eine Million neue Nutzer: “Die Social-Media-Plattform hat in der Woche nach der US-Wahl eine Million neue Nutzerinnen und Nutzer gewonnen. Das hat auch mit neuen Nutzungsbedingungen von X zu tun.” (zeit.de)

6. Abschied aus der hypermoralisierten Mediengesellschaft
(matthiaszehnder.ch)
Matthias Zehnder thematisiert die zunehmende Moralisierung in Medien und Politik, die dringliche Appelle und moralischen Alarmismus zur Aufmerksamkeitserzeugung nutze. Er argumentiert, dass diese Kommunikationsweise Misstrauen und Demoralisierung auslöse, sowohl in Unternehmen als auch in der Gesellschaft, da sie sachliche Debatten und formale Rahmenbedingungen untergrabe. Sein Appell: “Versuchen Sie, weniger zu verurteilen und mehr zu beurteilen. Natürlich wünsche ich mir genau das von den Medien und ihrer Berichterstattung. Auch da: Regen Sie sich nicht darüber auf. Ständiges Moralisieren ist kontraproduktiv.”

Kaputter US-Journalismus, Streit um § 353d StGB, Grönemeyer vs. CDU

1. “Wir müssen uns von der Vorstellung lösen, dass Journalismus gleichbedeutend mit Content ist”
(journalist.de, Leif Kramp & Stephan Weichert)
Bei journalist.de ist ein lesenswertes Interview mit dem US-amerikanischen Journalismus-Experten Jeff Jarvis erschienen, der gleich in der ersten Antwort ziemlich direkt wird: “Während wir die US-Wahlen durchlaufen, frage ich mich, ob es Zeit ist, den Großteil der amerikanischen Traditionsmedien aufzugeben, und ob ich einen Teil der 50 Jahre, die ich im Journalismus tätig bin, verschwendet habe. Der US-Journalismus ist in einem desaströsen Zustand: Die New York Times ist kaputt, die Washington Post auch, CNN ist steuerlos und Murdochs Medien sind bei Weitem zu erfolgreich.”

2. Wer darf publizieren?
(taz.de, Johanna Treblin)
Johanna Treblin berichtet in der “taz” über den Streit um den Paragraphen 353d des Strafgesetzbuches, der die Veröffentlichung von Gerichtsdokumenten während laufender Verfahren verbietet. Kritiker würfen den Gerichten vor, hier mit zweierlei Maß zu messen, da juristische Fachzeitschriften ähnliche Veröffentlichungen machten, ohne dafür bestraft zu werden.

3. Rundfunkreform: Reichen die vorgeschlagenen Änderungen aus?
(laeuft-programmschau.podigee.io, Alexander Matzkeit, Audio: 20:33 Minuten)
Reichen die vorgeschlagenen Änderungen der Rundfunkreform aus? Darüber spricht Alexander Matzkeit im Podcast “Läuft” mit Journalismusprofessorin Annika Sehl, die vergangenes Jahr von der Rundfunkkommission der Länder in den sogenannten Zukunftsrat berufen wurde. Mit dem Ziel, “eine langfristige Perspektive für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und seiner Akzeptanz über das laufende Jahrzehnt hinaus zu entwickeln”. In dem Gespräch geht es um die im Staatsvertragsentwurf fehlenden Aspekte, die Frage, warum der Prozess Sehls Ansicht nach dennoch wertvoll war, und wie es mit der Neuregelung des Rundfunkbeitrags weitergehen könnte.
Weiterer Lesehinweis: Jan Freitag hat den scheidenden WDR-Intendanten Tom Buhrow interviewt und ihn unter anderem gefragt, wie er die von Printmedien oft beklagten “presseähnlichen Inhalten” der öffentlich-rechtlichen Sender im Internet sieht. Buhrow konstatiert: “Ob Zeitung, Radio, Fernsehen: Alle müssen im Netz präsent sein, wo Informationen ohne Text undenkbar sind. Ich bin auch überzeugt, dass die Herausforderungen der Printbranche nicht geringer wären, wenn wir kaum Text im Internet hätten.” (journalist.de)

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4. Pressefreiheit zu Nahost-Reportagen unter Druck
(reporter-ohne-grenzen.de)
Die Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) stellt fest, dass der Krieg in Nahost auch Auswirkungen auf die Pressefreiheit in Deutschland habe, und bietet Betroffenen ihre Unterstützung an: “Die Organisation ermutigt Journalistinnen und Journalisten, die Opfer von gewalttätigen Übergriffen bei Demonstrationen, beruflichen Einschränkungen von Seiten ihrer Redaktionen oder Hassrede im Zusammenhang mit ihrer Berichterstattung über den Nahost-Konflikt wurden, sich an RSF zu wenden.”

5. Face­book-Nutzer hat Ex-Kanz­lerin Merkel belei­digt
(lto.de)
Das Oberlandesgericht (OLG) Zweibrücken habe entschieden, dass Beleidigungen gegen Politikerinnen und Politiker in Sozialen Medien auch ohne große Reichweite strafbar sind, wenn der Inhalt selbst beleidigend ist. Ein Mann aus Kaiserslautern hatte die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel auf Facebook öffentlich beleidigt und war zunächst vom Amtsgericht verurteilt, vom Landgericht jedoch freigesprochen worden. Das OLG habe dieses Urteil nun aufgehoben und betont, dass es bei der sogenannten “Politikerbeleidigung” allein auf den Inhalt der Äußerung und nicht auf die Reichweite ankomme.
Weiterer Lesehinweis: “Das ist schon fast Trump-artig”: “AfD-Vizechef Stephan Brandner warf einer Journalistin wiederholt vor, ‘Faschistin’ zu sein. 50.000 Euro soll Brandner dafür bereits zahlen, jetzt ermittelt auch die Staatsanwaltschaft gegen ihn. Was treibt ihn an?” (t-online.de, Annika Leister)

6. Grönemeyer untersagt CDU Nutzung seines Songs
(zdf.de)
Herbert Grönemeyer fordere die CDU und die Junge Union auf, seinen Song “Zeit, dass sich was dreht” nicht mehr für ihren Wahlkampf zu nutzen und bisherige Online-Verbreitungen zu löschen. Grönemeyers Anwalt betone, dass sich der Musiker weitere rechtliche Schritte vorbehalte. Auch der Rapper $oho Bani, der den Song in einer neuen Version mit Grönemeyer aufgenommen hat, habe die Nutzung bei CDU-Veranstaltungen kritisiert.

Opfer der “Bild”-Zeitung, Reporter angegriffen, 7 Herausforderungen

1. Die Opfer der BILD-Zeitung
(youtube.com, Mats Schönauer, Video: 50:10 Minuten)
“In diesem Video zeige ich euch, mit welchen brutalen Mitteln die BILD-Zeitung Leben zerstört. Ehemalige BILD-Reporter berichten, wie sie Menschen gejagt und erpresst haben – und Opfer von BILD erzählen, wie die Zeitung sie missbraucht, ihren Ruf zerstört und ihr Leid noch viel größer gemacht hat.” Transparenzhinweis: Mats Schönauer ist ehemaliger Leiter des BILDblog und Co-Autor des BILDblog-Buchs “Ohne Rücksicht auf Verluste. Wie BILD mit Angst und Hass die Gesellschaft spaltet”, auf dem sein sehenswertes Video basiert.

2. Reporter nach Interview mit Musiker angegriffen
(spiegel.de)
In Düsseldorf sei ein Reporter der Deutschen Welle nach einem Interview mit dem syrischen Musiker Al Shami von Mitgliedern des Sicherheitspersonals eines Konzerts attackiert worden. Bereits während des Interviews sei es zu Drohungen und Beleidigungen gegen den Journalisten und dessen Kollegin gekommen. Die Deutsche Welle wie auch der Deutsche Journalisten-Verband verurteilen den Übergriff als Angriff auf die Pressefreiheit.

3. TikTok ist sich seines Suchtpotenzials offenbar bewusst
(netzpolitik.org, Ben Bergleiter)
Interne Dokumente sollen zeigen, dass TikTok sich des Suchtpotenzials seiner Plattform, besonders für Jugendliche, bewusst sei. Bisherige Präventionsmaßnahmen hätten kaum Wirkung gezeigt. Laut Untersuchungen könnten junge Nutzerinnen und Nutzer bereits nach 35 Minuten, in denen sie über 260 Videos sehen, eine Abhängigkeit entwickeln. TikToks Bildschirmlimit von 60 Minuten habe die Nutzungsdauer von durchschnittlich 107 Minuten pro Tag kaum reduziert.

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4. K I: 7 Herausforderungen für die Medien
(de.ejo-online.eu, Nicolas Becquet)
Nicolas Becquet beschreibt sieben Herausforderungen, die Künstliche Intelligenz (KI) für die Medienlandschaft mit sich bringt. Dazu gehöre die Notwendigkeit, KI zu entmystifizieren und verantwortungsvolle Nutzungsrichtlinien zu schaffen. Medien müssten auf die Risiken eines “Informationswirrwarrs”, der Technologieabhängigkeit und der Schwächung der “Linkwirtschaft” reagieren, um weiterhin als verlässliche Informationsquellen in einem zunehmend automatisierten und manipulierten Umfeld agieren zu können.

5. Klimaleugnung in den Medien
(verdi.de, Günter Herkel)
Günter Herkel schreibt, dass Klimaleugnung heute weniger die Existenz des Klimawandels leugne, sondern zunehmend die Wirksamkeit von Klimaschutzmaßnahmen anzweifle. Dies sei vor allem in rechten Kreisen verbreitet. Akteure wie die AfD und Klimaskeptiker würden populistische Narrative nutzen, um Klimapolitik als irrational, elitär und gesellschaftsschädigend darzustellen. Diese neue Form der “Klimaleugnung in den Medien” verzögere dringend notwendige Klimaschutzmaßnahmen und vertiefe gesellschaftliche Polarisierungen, so Herkel.

6. Von wegen “Rentner-Bravo”
(taz.de, Franziska Betz)
Die früher als “Rentner-Bravo” geschmähte “Apotheken Umschau” habe sich modernisiert und greife nun Themen wie Gendern, Body-Shaming und Diskriminierung auf. Unter der Leitung von Dennis Ballwieser und Julia Rotherbl setze das Magazin verstärkt auf wissenschaftlich fundierte Informationen und eine vielfältigere Ansprache, ohne dabei klassische Inhalte zu vernachlässigen.

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