Suchergebnisse für ‘AfD’

Tabubruch-AfD, Fake News, Ausgeloggt

1. Wie der Tabubruch für Aufmerksamkeit sorgt
(heute.de, Dominik Rzepka)
Gerade in den sozialen Medien kann man mit provozierenden Tabubrüchen viel Aufmerksamkeit erzeugen. Besonders die AfD macht in dieser Hinsicht immer wieder von sich reden, zuletzt ein bayerischer Kreisverband mit einer Bildtafel mit einem Foto der Widerstandskämpferin Sophie Scholl. Darauf der Werbeslogan: “Sophie Scholl würde AfD wählen”. Wie mit derartigen Dingen umgehen: Widerspruch und damit der Sache eventuell unnötig Gewicht geben oder mehr Gelassenheit und die Provokation ins Leere laufen lassen?

2. Wie real ist Fake News? Es ist mal wieder Zeit für eine kleine Datenanalyse im Zeichen der Statistical Correctness.
(herrfischer.net, Martin Fischer)
Die Macher von “Hoaxmap.org” sammeln falsche Gerüchte und Meldungen zum Thema Flüchtlinge zusammen und tragen diese in eine Landkarte ein. Martin Fischer hat den etwa 450 Falschmeldungen der letzten beiden Jahre eine Stichprobe von 50 entnommen und statistisch ausgewertet. In seiner Stichprobe seien nur vier Fake News-Beiträge, so Fischer. Man mache mit dem Begriff Fake News für ein relativ kleines Problem ein sehr großes Fass mit vielen Nebenwirkungen auf.

3. Jeder Fünfte hält “Lügenpresse”-Vorwurf für berechtigt
(horizont.net, Marco Saal)
“infratest dimap” hat im Auftrag des Westdeutschen Rundfunks (WDR) eine repräsentative Befragung zur Glaubwürdigkeit der Medien durchgeführt: Jeder fünfte Deutsche halte den Begriff “Lügenpresse” im Zusammenhang mit Medien für richtig. Dreiviertel der Deutschen würden das dagegen nicht so sehen.

4. Wir gegen sie
(sueddeutsche.de, Pia Rauschenberger)
Noch ist nicht bekannt, wann und ob die populistische US-Website “Breitbart” einen Deutschland-Ableger startet. Trotzdem haben sich unter dem Projektnamen “Schmalbart” Gegner in Berlin zu einer Tagung getroffen.

5. ARD erwägt Klage gegen AfD – und lädt Parteichefin Petry ein
(tagesspiegel.de, Markus Ehrenberg)
Am Samstag wollen sich führende Vertreter rechtspopulistischer Parteien in Koblenz treffen, darunter Marine Le Pen, Geert Wilders sowie AfD-Chefin Frauke Petry. Medienvertreter sind ausgeschlossen. Die ARD behält sich rechtliche Schritte gegen den Ausschluss vor – und lädt unverdrossen Parteichefin Petry in Talkshows ein.

6. Geldstrafe für früheren taz-Redakteur
(taz.de, Martin Kaul & Sebastian Erb)
Das Amtsgericht Berlin hat den früheren “taz”-Redakteur Sebastian Heiser wegen seines Keylogger-Einsatzes zur Zahlung von 160 Tagessätzen à 40 Euro verurteilt. Nach seinem Auffliegen im Februar 2015 hatte sich Heiser in ein Land in Südostasien abgesetzt, das mit Deutschland kein Auslieferungsabkommen abgeschlossen hat. Sollte Heiser, der dem Gerichtstermin ferngeblieben war, nicht innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung Einspruch gegen den Strafbefehl einlegen, würde ein Urteil ergehen und er wäre dann vorbestraft. Sollte er den Strafbefehl nicht akzeptieren und einer weiteren Verhandlung erneut fernbleiben, könne ein Haftbefehl erlassen werden. Nach spätestens zehn Jahren wäre der Fall jedoch verjährt.

AfD, Hasslawine, Game of Schund

1. Journalisten nicht willkommen
(djv.de, Eva Werner)
Journalisten nicht willkommen! Die AfD Baden-Württemberg will auf ihrem Landesparteitag keine Medien dabeihaben. Der Deutsche Journalisten-Verband wertet dies als Zeichen für ein massiv gestörtes Demokratieverständnis. DJV-Bundesvorsitzender Frank Überall: “Geradezu lachhaft ist, dass die AfD Baden-Württemberg statt der Teilhabe am Landesparteitag Journalisten mit einer Pressekonferenz mit vorgefilterten Informationen abfrühstücken will.“

2. Warum “Programmatic Advertising” der eigenen Marke schaden kann: Wenn Werbung Wunder verspricht, haben Medien ein Problem
(kress.de, Bülend Ürük)
Von den politisch motivierten Fake-Nachrichtenseiten war die letzten Tage oftmals die Rede. Doch es gibt noch andere Desinformationsseiten und mit denen wird viel Geld verdient. Dabei geht es um Themen wie Diätpillen, Nahrungsergänzungsmittel, Glücksspiel und Kosmetik. Daniel Brückner von “testbericht.de” berichtet, dass die Werbung dieser Fakenachrichtenseiten auf 72 von 100 überprüften seriösen Nachrichtenseiten erscheint. Schuld daran sei unter anderem das “Programmatic Advertising” das Brückner als “Hintertürchen für Fake-Nachrichten” bezeichnet.

3. Obama sollte Manning die Reststrafe erlassen
(reporter-ohne-grenzen.de)
“Reporter ohne Grenzen” appelliert an US-Präsident Barack Obama vor seinem Ausscheiden aus dem Amt, der inhaftierten Whistleblowerin Chelsea Manning den Rest ihrer Freiheitsstrafe zu erlassen: “Chelsea Manning sitzt schon jetzt länger im Gefängnis als jeder andere verurteilte Whistleblower in der US-Geschichte und hat während ihrer Haft grausam gelitten. Ihre unverhältnismäßige Strafe weiterhin zu vollstrecken, wäre eine unnötige Verlängerung ihrer Qualen. Schon jetzt zeichnen sich schwere Zeiten für die Pressefreiheit in den USA unter dem künftigen Präsidenten Donald Trump ab. Gnade für Chelsea Manning und Jeffrey Sterling wäre eine späte Gelegenheit für Obama, sich nach seinem erbitterten Feldzug gegen Whistleblower mit einem positiven Signal aus dem Amt zu verabschieden.”

4. Totficken, Steinigen, Kreuzigen – Wir haben getestet, ob Facebook Hetze und Morddrohungen löscht
(vice.com, Stefan Lauer)
“Vice”-Autor Stefan Lauer hat eine Woche lang mehr oder weniger wahllos, wie er sagt, auf den Facebook-Seiten von NPD, diversen Pegida-Ablegern, anderen rechten Facebook-Seiten und öffentlich einsehbaren privaten Profilen Hasskommentare gemeldet und abgewartet, was passiert. Die Ergebnisse sind, nunja, ernüchternd: “Facebook scheint in einer braunen Hasslawine zu versinken und nicht zu wissen, wie damit umzugehen ist. Oder sie wollen sich gar nicht darum kümmern.”

5. Ein Urteil gegen Ankara
(taz.de, Reinhard Wolff)
Die Türkei hatte beim Satellitenbetreiber Eutelsat einen Ausstrahlungsstopp des kurdischen TV-Kanals “Newroz” bewirkt. Dies hat ein Gericht nun kassiert: Der Sendestopp wurde für rechtswidrig erklärt, Eutelsat muss das Programm wieder ausstrahlen.

6. Was soll der Hype um “Game of Thrones”?
(sueddeutsche.de, Luise Checchin)
Luise Checchin metzelt für die “SZ” die US-amerikanische Fantasy-Fernsehserie “Game of Thrones” nieder: “Wäre Game of Thrones einfach nur platt und redundant, es wäre alles halb so schlimm. Aber da ist eben auch diese schmierige Grundstimmung, die ab der ersten Episode vorhanden ist und die nach und nach bei jedem einigermaßen kritisch denkenden Menschen einen fundamentalen Selbst- und Fremdekel auslösen müsste. Game of Thrones ist eine Aneinanderreihung von sexistischem und gewaltverherrlichendem Schund.”

Übles Fernsehspiel, AfD-Besuch, Haftbefehl vom “rbb”

1. “Terror” – Ferdinand von Schirach auf allen Kanälen!
(Thomas Fischer, zeit.de)
Thomas Fischer, Bundesrichter in Karlsruhe und bekannter “Zeit”-Kolumnist, hat sich den vieldiskutierten Fernsehfilm “Terror” angeschaut, die Verfilmung des gleichnamigen Theaterstücks von Ferdinand von Schirach. Ein “übles Spiel zu Lasten der Bürger” nennt er es, was Autor, Verlag und Medien dort betreiben würden. Fischer in gewohnt direkter Weise: “Die lieben Zuschauer werden nach Strich und Faden verarscht, und zwar sowohl vom rechtsgelehrten Autor als auch vom quotengeilen Sender. Ihnen werden Belehrungen über die Rechtslage zuteil, die hinten und vorne falsch sind und die entscheidende Fragestellung gar nicht enthalten. Auf dieser Bananen-Ebene dürfen sie dann “abstimmen” und “über das Schicksal eines Menschen entscheiden”. Eine Kunst, die aus Lüge, Denkfaulheit und Inkompetenz besteht, ist nicht mehr als die Imitation ihrer selbst.”

2. Terror als Populisten-Porno
(sueddeutsche.de, Heribert Prantl)
Auch der Journalist und Jurist Heribert Prantl findet kritische Worte zur Schirach-Verfilmung. Der Film würde kluge ethische Fragen aufwerfen, die Zuschauer aber zugleich zu “Deppen” erklären: “Schirach und die ARD haben fälschlicherweise so getan, als gäbe es beim Urteilsspruch nur die Alternative Freispruch oder lebenslang. Schirach und die ARD haben der bloßen Spannung wegen die Zuschauer genarrt, sie haben sie zu einer Entscheidung genötigt, die es in Wahrheit so nicht gibt. Sie haben so getan, als müsse man das Recht verraten, um ihm Genüge zu tun: Sie haben dem Zuschauer verschwiegen, dass das Recht einen Täter schuldig sprechen und ihn trotzdem milde oder gar nicht bestrafen kann.”

3. „Deutschland wirkt in letzter Zeit sehr verzagt“
(welt.de, Christian Meier)
Thomas Roth verlässt die „Tagesthemen“. Sein Nachfolger wird der US-Korrespondent Ingo Zamperoni, der ausgerechnet in der heißen Phase des US-amerikanischen Wahlkampfs wieder zurück nach Deutschland wechselt. Im Interview geht es um seinen neuen Job als Anchorman des Ersten, aber natürlich auch um die Wahlentscheidung in den USA.

4. ‚Planen sie was?‘ – AfD Parteitag in Henstedt-Ulzburg
(janzegal.de, Carsten Janz)
Carsten Janz ist für den “NDR” nebst Kameramann zum AfD-Parteitag nach Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) gereist: “Das kann ja alles nicht so stimmen, was über die AfD berichtet wird – habe ich mir gedacht. In Schleswig-Holstein ist das nicht so schlimm – habe ich gehofft. Ausreißer gibt es sicherlich, aber im Gros wird es halbwegs gesittet von Statten gehen – vermutete ich. Doch leider kam alles anders.”

5. Lügen, Lücken und Mediendiät
(medienwoche.ch, Lothar Struck)
Lothar Struck hat sich in einem großen Beitrag gleich drei wichtige und aktuelle Bücher zur Medienkritik vorgenommen: Uwe Krügers “Mainstream”, Ulrich Teuschs “Lückenpresse” und “Redaktionsschluss” von Stephan Schulz. In seiner Dreier-Rezension geht er auf die unterschiedlichen Perspektiven der Autoren ein und ergänzt, was ihm noch wichtig erscheint.

6. Nicht gezahlt – Haftbefehl
(taz.de, Anne Fromm)
Eine in Brandenburg lebende Frau weigert sich, ihre Rundfunkbeiträge zu leisten. Mit der Begründung, sie würde am Existenzminimum leben. Nun droht ihr Haft. Anne Fromm in der “taz” dazu: “Welcher Haftbefehl ist schon verhältnismäßig, wenn es um ein paar Hundert Euro Rundfunkbeitrag geht? Ein Tag in einem Brandenburger Gefängnis kostet laut brandenburgischem Justizministerium 146,87 Euro – halb so viel, wie Kathrin Weihrauch dem rbb schuldet. Dazu kommt ein immenser Imageschaden für die Rundfunkanstalten.”

Alternativpreis, AfD-Symbiose, Wirtschafts-Podcast

1. “Cumhuriyet” und “Weißhelme” geehrt
(tagesschau.de)
Der Alternative Nobelpreis geht diese Jahr an vier Preisträger: Die syrische Organisation “Weißhelme”, die türkische Zeitung “Cumhuriyet”, die russische Menschenrechtsaktivistin Gannuschkina und die ägyptische Feministin Mozn Hassan mit ihrer Organisation “Nazra” für feministische Studien. Die “Tagesschau” stellt die Preisträger und ihre Verdienste vor.
Deniz Yücel beschäftigt sich in einem Meinungsbeitrag in der “Welt” speziell mit der Vergabe des Alternativen Nobelpreises an die türkische Zeitung „Cumhuriyet“. Yücel stellt eine Besonderheit heraus: “Doch eines unterscheidet die „Cumhuriyet“ von den übrigen Preisträgern: Diese haben es nicht mit Regimen zu tun, die zu den engen Verbündeten des Westens zählen. Zu ihnen gehört die Türkei schon, erst recht seit dem Flüchtlingsdeal. Der Preis für die Zeitung ist daher nicht nur ein verdienter Tadel für Erdogan, sondern ebenso für Europa.”

2. “Die besten Geschichten gibt es nur noch gegen Geld”
(futurezone.at, Patrick Dax)
Mathias Müller von Blumencron, Digitalchef der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ), hat sich mit “Futurezone” über kostenpflichtige Angebote im Internet, Werbeblocker und Facebooks Vorstoß ins Nachrichtengeschäft unterhalten. Und natürlich die Zukunft der Zeitung als solche.

3. Repression in ungekanntem Ausmaß
(reporter-ohne-grenzen.de)
“Reporter ohne Grenzen” (ROG) hat einen ausführlichen Länderbericht zur Situation in der Türkei veröffentlicht, in dem untersucht wird, welche Folgen der nach dem Putschversuch vom 15. Juli verhängte Ausnahmezustand für die Pressefreiheit hat. Zwei Monate nach der Verhängung des Ausnahmezustands habe die Repression gegen Journalisten in der Türkei ein nie gekanntes Ausmaß erreicht. Rund 100 Journalisten seien im Gefängnis, rund 100 Zeitungen, Zeitschriften, Radio- und Fernsehsender seien geschlossen, die Reisepässe vieler Journalisten annulliert worden.

4. Die Zukunft des Journalismus reloaded
(de.ejo-online.eu, Tina Bettels-Schwabbauer)
Die leitende Redakteurin der deutschen Journalismus-Seite “EJO” Tina Bettels-Schwabbauer hat sich das neue Buch von Christian Jakubetz angesehen. In „Universalcode 2020“ beschreibt Jakubetz, wie der Journalismus von morgen aussehen wird und gibt viele handwerkliche Tipps. Vor allem der praktische Teil des Buchs hat es der Rezensentin angetan. Davon würden besonders Berufseinsteiger und Altgediente mit Berührungsängsten vor dem Digitalen profitieren.

5. “Ein symbiotisches Verhältnis”
(mediendienst-integration.de)
Kai Hafez ist Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Erfurt und beschäftigt sich unter anderem mit Theorien der Auslandsberichtserstattung und kulturvergleichender Medienethik. Im “Mediendienst”-Interview spricht Hafez darüber, warum die AfD medial erfolgreich ist und warum Engagierte in der Flüchtlingshilfe eher selten in den Medien vorkommen. Die “Alternative für Deutschland” (AfD) und die Medien würden voneinander profitierten. Hafez warnt: “Viele Journalisten bemerken gar nicht, was sie da tun. Faktisch bedienen sie rechte Neigungen, und wenn diese Früchte tragen, erschrecken die Medien und warnen vor der AfD. Davon profitiert die Partei bisher – es ist ein Teufelskreis der rechtspopulistischen Öffentlichkeitsbildung.”

6. „Der talentierte Mr. Vossen“
(freitag.de, Sebastian Grundke)
Sebastian Grundke empfiehlt die Geschichte um den Fall des Aktienhändlers und mutmaßlichen Betrügers Felix Vossen, die als siebenteiliger dokumentarisch-literarischer Podcast aufbereitet wurde. Grundke ist begeistert von der Arbeitsweise des für Recherche und Stück verantwortlichen Reporters Christoph Heinzle: “Dazu greift Heinzle auf eine eher literarische Erzählweise zurück, montiert Interviewschnipsel und Notizen aus seinem Reisetagebuch oder nutzt Cliffhanger am Ende jeder Folge. Dabei bricht Heinzle auch mit klassischen journalistischen Gepflogenheiten, zum Beispiel wenn er zum Ich-Erzähler seiner monatelangen Spurensuche wird. Das Ergebnis ist jedoch meisterhaft.”

AfD-Aufschrei, Oktoberfest-Tränen, Seitensprung-Offensive

1. Hier & Jetzt 6: ’10 Jahre Medienwandeldebatte‘, mit Ronnie Grob
(neunetz.fm, Marcel Weiß & Ronnie Grob)
Fast eine ganze Dekade hat Ronnie Grob als Kurator die Medienrubrik “6 vor 9” beim BILDblog mit Empfehlungen bestückt und in dieser Zeit ein unfassbares Wissen über die spezifischen Eigenheiten der Branche und den Medienwandel (und die damit verbundenen Medienwandeldebatten) angesammelt. Im Interview spricht er eine Stunde über die letzten zehn Jahre, neue Geschäftsmodelle und den Status Quo des Journalismus. Persönliche Anmerkung: Als sein Nachfolger bin ich auch nach einem dreiviertel Jahr voller Bewunderung für das, was Ronnie Grob hier auf BILDblog geleistet hat. Respekt, Ronnie!

2. Wo bleibt der Aufschrei?
(spiegel.de, Liane Bednarz und Farhad Dilmaghani)
Die AfD reklamiere demokratische Rechte für sich, um auf legalem Weg an die Macht zu kommen – dann will sie “aufräumen”, “ausmisten” und “Politik nur für das Volk machen”. Wer diese Rhetorik verharmlose, mache sich mitschuldig, finden Liane Bednarz und Farhad Dilmaghani in ihrem Gastbeitrag für “Spiegel Online”.

3. So gehts: Wie Sie den Medien ein Seitensprung-Baby beichten
(schweizamsonntag.ch, Christof Moser)
“Sind Sie ein prominenter Politiker, zelebrieren öffentlich Ihr Ehe- und Familienleben, zeugen dann aber ein außereheliches Baby? Gehen Sie in die Offensive wie Christophe Darbellay!”, so die provozierende Empfehlung von Christof Moser in der “Schweiz am Sonntag”. Dirigiert wurde das Ganze von einem Züricher Medienanwalt, der für seinen Mandanten einen Deal mit dem “SonntagsBlick” aushandelte, der auf mediale Schadensbegrenzung ausgerichtet war.

4. Die Charmeoffensive
(taz.de, Daniel Bouhs)
Google investiert über einen “Innovationsfond” 150 Millionen Euro in den europäischen Medienmarkt. Eine “Charmeoffensive” nennt Daniel Bouhs das Vorgehen, mit dem Google noch mehr Verlage für eine Zusammenarbeit gewinnen will. Auf der – zumindest teilweise öffentlichen – Förderliste würden neben Start-ups auch Traditionshäuser wie die Schweizer “NZZ”, der britische “Telegraph”, der österreichische “Standard”, die “Wirtschaftswoche”, der “Tagesspiegel” und die “Rhein-Zeitung”. Und auch der “Spiegel” habe angekündigt, sich um die Förderung zu bemühen.

5. “Was Facebook tut, unterliegt keiner demokratischen Kontrolle”
(deutschlandradiokultur.de, Ulf Buermeyer & Christian Rabhansl)
“Deutschlandradio Kultur” hat mit dem Verfassungsrechtler und Berliner Richter Ulf Buermeyer gesprochen. Dieser kritisiert, dass Facebook sich deutschen Strafverfolgungsbehörden entziehe. “Und ich denke, wir müssen bei Unternehmen, die so wie Facebook relevant sind für die demokratische Kultur und für den Diskurs in einer Demokratie, bei solchen Unternehmen müssen wir schon darüber nachdenken, ob wir uns da ausschließlich auf letztlich willkürliche Hausregeln und deren ebenso willkürliche Durchsetzung verlassen können oder ob wir hier nicht irgendeine Form von demokratischer Kontrolle brauchen.” Das Bundesjustizministerium müsse auf Facebook einwirken und zumindest einen Deal erwirken, der es den Strafverfolgungsbehörden erlaube, im Bedarfsfall einzuschreiten: “Für mich ist nicht einleuchtend, wieso Facebook in Deutschland nach deutschem Recht Werbung verkauft, aber sich den Strafverfolgungsbehörden weitgehend entzieht und, wie gesagt, nur nach Gutdünken kooperiert.”

6. Wiesn-TV – Bei jeder Werbung möchte man weinen vor Dankbarkeit
(sueddeutsche.de, Johanna Bruckner)
Johanna Bruckner hat sich mehr als vier Stunden Oktoberfest-Live-Übertragung angetan. Ihre Erkenntnis: Söder verliert im Wiesn-Schwanzvergleich. Und das Oktoberfest kann auch ohne Alkohol sehr wehtun.

18-Jährige-vs.-Eltern-Hoax, Opfer von der AfD, Mimimi-Männer

1. Verklagt 18-Jährige wirklich die Eltern wegen Facebookfotos?
(morgenpost.de, Lars Wienand)
Weltweit berichten Medien über eine 18-jährige Österreicherin, die ihre Eltern angeblich verklagt, weil diese Kinderfotos von ihr auf Facebook gepostet hätten. Alle berufen sich auf einen Bericht der Zeitschrift “Die ganze Woche”. Lars Wienand hat nicht nur abgeschrieben, sondern recherchiert — das Ergebnis: “Die im Artikel zitierte Anwaltskanzlei weiß über den Fall nichts, die mutmaßlich zuständige Gerichtssprecherin kennt ihn nicht — und die Redaktion des Blattes tut nichts, um Widersprüche zu erklären.”

2. AfD-Spitzenmann Leif-Erik Holm: Die Mär vom selbsternannten Opfer aus dem Nordosten
(kress.de, Armin Fuhrer)
Leif-Erik Holm, designierter Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, war früher Radiomoderator und wurde wegen seines politischen Engagements entlassen. So stellt er es jedenfalls selbst dar. Sein ehemaliger Chef, der Geschäftsführer des Radiosenders “Antenne MV”, erzählt eine andere Version der Geschichte: “‘Holm selbst hat ganz freiwillig gekündigt, als er begann, für die Berliner AfD-Landesvorsitzende Beatrix von Storch zu arbeiten.'” Der Sender habe zum damaligen Zeitpunkt gar keine Veranlassung zu einem solchen Schritt gehabt — “denn wir haben überhaupt nicht gewusst, dass Holm sich parteipolitisch engagierte.”

3. Analyse des EuGH-Urteils zur Störerhaftung: Steinzeit in Luxemburg
(heise.de, Ulf Buermeyer)
Der Europäische Gerichtshof hat sich damit beschäftigt, inwieweit WLAN-Betreiber für Urheberrechtsverstößte haften müssen. Richter Ulf Buermeyer hält das Urteil für gefährlich: “Wenn in Zukunft nach einem ersten vermeintlichen Verstoß gegen das Urheberrecht aus einem WLAN heraus dessen Betreiber vor Gericht gezerrt werden könnte und auch noch die Kosten für dieses Verfahren tragen müsste, dann dürfte es in Deutschland zu einem echten WLAN-Sterben kommen.” Auch Volker Tripp von der “Digitalen Gesellschaft” sieht “WLAN-Betreiber jetzt mit einem Bündel neuer Unsicherheiten und Fragen konfrontiert”.

4. Olympia? “Nicht zu jedem Preis”
(taz.de, Anne Fromm und Jürn Kruse)
ARD-Chefin Karola Wille spricht im Interview mit der “taz” über Horst Seehofers Fusions-Pläne für die Öffentlich-Rechtlichen (sie ist skeptisch), transparente Intendantengehälter (Wille selbst verdient 275.000 Euro pro Jahr), die umstrittenen Honorare von Fußballexperten wie Mehmet Scholl (“Die Gremien als Vertreter der Gesellschaft bekommen die Informationen. Alles weitere untersucht gerade Herr Kirchhof.”) und die Übertragungsrechte für die Winterspiele 2018 in Pyeongchang (“nicht zu jedem Preis”).

5. Hör auf zu heulen, Mann!
(jetzt.de, Quentin Lichtblau)
In neuen Männer-Magazinen beklagen sich Männer über das harte Los des Lebens als Mann. Quentin Lichtblau wundert sich: “Ich bin doch eigentlich genau der, von dem ihr da sprecht: Ein weißer, deutscher Hetero-Mann, mittelalt, Akademiker. Penisträger hat mich noch niemand genannt, mit Eseln und Frauen habe ich äußerst selten nennenswerte Probleme. […] Dank meiner halben Stelle kann ich jederzeit in den Urlaub fahren — mal abgesehen vom Geldmangel, für den die Emanzipation weiß Gott nichts kann. Was läuft da bei euch anders? Was hat euch bloß so ruiniert?”

6. IKEA und das Ekel-Badezimmer
(prinzessinnenreporter.de, Bernhard Torsch)
In der “Zeit” hat Kersten Augustin dem “Ikea”-Chef einen Brief geschrieben und sich über den “Ikea”-Katalog beklagt. Bei den “Prinzesinnenreportern” schreibt Bernhard Torsch einen Brief an Kersten Augustin und antwortet ihm. Das ist ein bisschen böse, aber auch relativ lustig.

Springerbeschwerde, Olympia-Peinlichkeiten, AfD-Hass-Klima

1. Fall Kachelmann: Springer streitet weiter
(evangelisch.de)
Der Rechtsstreit zwischen dem Wettermoderator Jörg Kachelmann und dem Medienkonzern Axel Springer geht weiter. Nach Informationen des Evangelischen Pressediensts (epd) legte der Konzern gegen das Urteil des OLG Köln Nichtzulassungsbeschwerde beim Bundesgerichtshof ein. Der Springer-Sprecher begründet dies mit der schädlichen Wirkung von Strafzahlungen: “Dies würde eine einschüchternde Wirkung auf die freie Presse haben.”

2. Can Dündar tritt zurück
(faz.net)
Der Chefredakteur der regierungskritischen Zeitung “Cumhuriyet”, Can Dündar, ist von seinem Posten zurückgetreten und bleibt vorerst in Europa. Vertrauen in die türkische Justiz hat er nicht mehr. Wer kann es ihm verdenken: Dündar und der Hauptstadtbüroleiter der “Cumhuriyet”, Erdem Gül, waren im Mai zu fünf Jahren und zehn Monaten beziehungsweise fünf Jahren Haft verurteilt worden. Drei Monate saß er in Untersuchungshaft.

3. Stimmungslos
(begleitschreiben.net, Gregor Keuschnig)
Bei Gregor Keuschnig mag keine rechte Olympia-Stimmung aufkommen, was an den Fernsehmoderatoren und der medialen Inszenierung liege: “Wie man sich bei ARD und ZDF den medienkompatiblen Sportler vorstellt, konnte man am Sonntag bei einer Schaltung zum »Deutschen Haus« sehen. Elf Medaillengewinner saßen da nebeneinander und nun wollte der Reporter von jedem wissen, wie sie gefeiert haben, was es zu trinken gab, wie die Nachtruhe war, usw. Die Szenerie war an Peinlichkeit kaum zu überbieten; die Sportler, noch gezeichnet von den Feiern, als Pönitenten. Und dann wundert man sich, wenn keine Olympia-Stimmung vor dem Fernseher aufkommt.”

4. “Unterschichtenorientierte Medienberichterstattung über Straftaten”
(deutschlandfunk.de, Karin Beindorff)
“Zeit”-Kolumnist und Vorsitzender BGH-Richter Thomas Fischer im Interview mit dem “Deutschlandfunk”. Es geht unter anderem um Vorurteile und Vorverurteilungen in Strafrechtsprozessen. Diese seien darauf zurückzuführen, dass in den Medien oft sehr unwissend über solche Themen berichtet werde. Aber auch die Justiz tue das ihre dazu, weil sie sich abschotte. Frank Überall, Vorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbands, wehrt sich im Gespräch mit “kress.de” gegen die Kritik des Karlsruher Richters.

5. Stellungnahme der DW zu Anschuldigungen gegen Korrespondent Juri Rescheto
(dw.com)
Der Moskau-Korrespondent der “Deutschen Welle” Juri Rescheto hat auf Einladung des Verbands der Auslandspresse in Moskau eine Reise auf die Krim unternommen. Nachdem in den sozialen Medien Kritik aufkam, bei der es auch um ein von Rescheto gegebenes Interview für “Russia Today” und die Verwendung von Hashtags geht, hat die “Deutsche Welle” nun eine Stellungnahme veröffentlicht.

6. “Sehr hässliche Hassmails”
(sueddeutsche.de, Martina Scherf)
Der Physiker Harald Lesch hat sich mit den Aussagen des AfD-Programms zum Klimawandel beschäftigt und in einem zehnminütigen Video die Dinge richtiggestellt. Darauf folgten wütende Kommentare von Klimawandelleugnern und AfD-Anhängern, aber auch von der Gegenseite. Nun ließ er ein “Terra X”-Video über die “Psychologie hinter Hass” folgen.

Popper, AfD-Recherchereise, Dr. Sommer

1. Poppers Alptraum
(de.ejo-online.eu, Gerret von Nordheim)
Am Amoklauf in München habe sich gezeigt, welch zentrale und dabei ambivalente Rolle soziale Medien in der modernen Öffentlichkeit spielen, so Gerret von Nordheim in seiner Auswertung des Münchner Geschehens. Der Autor hat eine umfangreiche Netzwerkanalyse durchgeführt und Twitter ausgewertet. Ein Ergebnis seiner Beobachtungen: “Durch psychologische Effekte wie den Bestätigungsfehler, die kognitive Dissonanz oder die Gruppenpolarisierung werden soziale Medien so zu einem Zerrspiegel der Weltwahrnehmung. Es ist davon auszugehen, dass der Selektionseffekt individualisierender Algorithmen (die vielzitierte Filterblase) diese Effekte darüber hinaus katalysiert.”

2. loading: Recherchereise AfD in Mecklenburg-Vorpommern
(dirkvongehlen.de)
Crowdfunding-Experte Dirk von Gehlen macht auf ein spannendes Projekt aufmerksam: Die geplante AfD-Recherchereise von Raphael Thelen anlässlich der am 4. September in Mecklenburg-Vorpommern stattfindenden Landtagswahlen.

3. “Wir sind überzeugt, unserer Verantwortung nachgekommen zu sein”
(wuv.de, Jochen Kalka)
Jochen Kalka übt bei “W&V” Kritik an der Berichterstattung des “Spiegel” in Zusammenhang mit dem Münchner Amoklauf: Während sich Deutschlands Medien offen der Ethikdiskussion stellen und sich für die eine oder andere Berichterstattung über die letzten Terrorakte entschuldigen oder zumindest rechtfertigen, hält sich der “Spiegel” an keine Grenzen.” Beim “Spiegel” ist man sich keiner Schuld bewusst, wie man auf Nachfrage mitteilt.

4. Wie sollen Medien über Terroristen berichten?
(sueddeutsche.de, Joseph Hanimann)
Französische Medien wollen keine Fotos von Attentätern mehr zeigen und keine Namen mehr nennen. Kann das funktionieren, fragt Joseph Hanimann beschreibt den Stand der Debatte in Frankreich.

5. Reaktionen auf Hashtag-Regelungen bei Olympia: „Alles viel zu kompliziert“
(netzpolitik.org, Markus Reuter)
Das IOC hat mit den Regeln für Hashtags und Social-Media-Nutzung bei den Olympischen Spielen für einigen Wirbel und vor allem Spott und Frust gesorgt. Einige Athleten haben bereits angekündigt, auf Berichte von den Olympischen Spielen zu verzichten, da sie den Ausschluss befürchten. Nun versucht sich Michael Vesper vom Deutschen Olympischen Sportbund an einer Klarstellung.

6. Entdeckt (61): Sommerloch 2016: Dr. Sommer drückt sich – und Frau Fischer trägt jetzt Tischdecke
(kioskforscher.wordpress.com, Markus Böhm)
“Kioskforscher” Markus Böhm mit Kurzkritiken zu “Dr. Sommer”, “Bock” und dem “Straßen Journal Deutschland”. Visuelles Highlight seines Beitrags: Die zusammengephotoshoppten nur leicht variierten Cover vom “Goldenen Blatt” und Co.

7. Aus „seit“ und „seid“ wird „seidt“? MDR aktuell sitzt Fake-Meldung auf
(flurfunk-dresden.de)
“Oh, das ist peinlich: In einem Radio-Beitrag zu “20 Jahre Rechtschreibreform” berichtet MDR aktuell, dass es künftig eine einheitliche Form von “seid” und “seit” geben soll: “seidt”. … Blöd nur, dass die Meldung überhaupt nicht stimmt. Vielmehr ist man beim MDR dem Satire-Portal Der Postillon aufgesessen.”

AfD-Stratege, Spiegelhistorie, Startseitengenerve

1. Ehemaliger “Welt”-Redakteur arbeitet für die AfD
(zeit.de)
Der nordrhein-westfälische AfD-Landeschef Marcus Pretzell hatte die ihm angebotenen Dienste noch abgelehnt, nun heuert der bei der “Welt” unter großem Getöse ausgeschiedene Journalist Günther Lachmann bei der AfD in Thüringen an.

2. IS: Bilder-Verbote wie in Frankreich?
(mdr.de, Patrick Eicke, Audio 2:05 Min.)
MDR-Autor Patrick Eicke hat bei deutschen Medienhäusern nachgefragt, wie diese mit der Veröffentlichung von Fotos von Attentätern umgehen.

3. Lutz Hachmeister: „Ich wollte dem Spiegel nicht schaden“
(wolfgangmichal.de)
Interview mit dem Hochschullehrer für Journalistik und langjährigem Leiter des Grimme-Instituts Lutz Hachmeister über seine 20-jährige Recherche zum “Netzwerk ehemaliger Nazis” im Nachrichtenmagazin “Der Spiegel”.

4. Kommunikation in der Krise
(wwwagner.tv, Jörg Wagner, Audio, 26:57 Min.)
Jörg Wagner hat mit dem Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Polizeipräsidiums München Marcus da Gloria Martins gesprochen. Dieser hatte während der Berichterstattung um den Münchner Amoklauf viel Lob für seine besonnene Art geerntet. In dem knapp halbstündigen Interview erfährt man Einiges über die Arbeit der Pressestelle eines Großpräsidiums mit tausenden von schriftlichen Presseanfragen pro Tag, über seine Einstellung zu Social Media und Krisenkommunikation.

5. Die Quote darf nicht zum alleinigen Impulsgeber werden.
(planet-interview.de, Adrian Arab)
Adrian Arab hat für “Planet Interview” die ARD-Vorsitzende und Intendantin des MDR Karola Wille befragt. Das Themenspektrum reicht von Mahnverfahren und Transparenz bis hin zu den vielen ARD-Mediatheken. Dem Interview angehängt ist eine Tabelle zur “Offenlegung der Intendanten-Gehälter auf den Websites der Rundfunkanstalten der ARD”.

6. Breaking News: Die Startseite wurde aktualisiert!
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Sie kennen die lästigen Einblendungen auf den Startseiten großer Medienseiten: “Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?” Stefan Niggemeier widmet sich auf “Übermedien” den digitalen Plagegeistern und fragt einige Verantwortliche, warum sie von den lästigen Störbildern Gebrauch machen.

#AfDfrei, Ulfkottismus, Fußballmilliarden

1. Ulrich Wickert: “Journalisten betreiben Selbstzensur”
(kress.de, Frank Hauke-Steller )
Ulrich Wickert kann auf eine lange Karriere als Journalist zurückblicken, zunächst als Korrespondent in den USA und Frankreich, danach lange Jahre als Anchorman der Tagesthemen. Jüngst hat er den Essayband “Medien, Macht, Verantwortung” herausgebracht, in dem er eine Rückbesinnung auf die eigentliche Aufgabe des kritischen Journalismus fordert: Aufklärung. Im Interview mit “kress.de” erklärt Wickert, warum es um den Journalismus derzeit schlechter stehe als vor 30 bis 40 Jahren und welche politische Einflussnahme er für einen “Skandal” hält.

2. Kurs in Kapitalismus
(de.ejo-online.eu, Kurt W. Zimmermann)
Kolumnist Kurt W. Zimmermann hat sich die Bilanzen der fünf großen Schweizer Verlage angesehen und kommt zum Ergebnis: “Das einzige Medienunternehmen, das kapitalistischen Kriterien genügt, ist Tamedia. Hier macht das Bodenpersonal für die Besitzer wirklich Cash. Das Schlussfeld bewegt sich in Richtung unternehmerischen Hobbywesens. Warum beschäftigt man so viele Mitarbeiter, wenn die keine Kohle bringen? Das hat schon etwas leicht Resignatives.”

3. Inhaftierte Journalisten freilassen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Anlässlich des Deutschland-Besuchs von Präsident Ilcham Alijew fordert “Reporter ohne Grenzen” Aserbaidschan auf, alle inhaftierten Journalisten freizulassen. „So sehr sich Aserbaidschan auch als modernes, weltoffenes Land präsentieren will: Hinter der schönen Fassade unterdrückt das Regime von Präsident Alijew jede kritische Regung“, so der ROG-Geschäftsführer. Derzeit säßen in der Kaukasus-Republik mindestens drei professionelle Journalisten und vier Blogger wegen ihrer Tätigkeit im Gefängnis.

4. Medien und die AfD: Zeit für eine Pause?
(tagesspiegel.de, Matthias Meisner)
Mathias Meisner fragt im “Tagesspiegel”, ob die AfD in den Medien zu oft zu Wort kommen würde. Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) hat die Frage mit einem “Weniger ist manchmal mehr” beantwortet: “Journalisten haben einen Informationsauftrag, der selbstverständlich die AfD mit einschließt. Journalisten haben aber auch die Aufgabe, Nachrichten auf ihren Informationswert hin abzuklopfen.” Für sich hat Meisner gestern auf Twitter einen #AfDfrei-en Tag ausgerufen und erhielt viele positive Reaktionen darauf.

5. Udo Ulfkotte & die Mutter, die ihren Sohn essen musste
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Udo Ulfkotte macht in vielerlei Hinsicht von sich reden, ob als Autor eines umstrittenen Bestsellers zum Thema Journalismus bei einem irrlichternden Verlag oder mit Artikeln auf der Webseite eben dieses Verlags. Stefan Niggemeier von “Übermedien” hat sich die jüngste “Enthüllung” Ulfkottes angeschaut: Eine unbelegte Geschichte, die als Klassiker der Schauermärchen in vielerlei Variationen existiere, von Shakespeare bis South Park.

6. Britisches Modell
(sueddeutsche.de, Raphael Honigstein)
Wer in England das Runde auf dem eckigen Bildschirm sehen will, zahlt viel und bekommt recht wenig, berichtet Raphael Honigstein in der “Süddeutschen Zeitung”. Sagenhafte 2,17 Milliarden Euro im Jahr habe Premier-League-Chef Richard Scudamore in der kommenden Saison allein aus den nationalen Rechten herausgeholt. (Wer jetzt denkt, davon seien wir Deutschen weit entfernt: Die “FAZ” berichtet aktuell vom Poker um die Bundesligaübertragung, bei dem es ebenfalls um astronomische Beträge geht.)

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