Suchergebnisse für ‘symbolfoto’

Symbolfoto XXXVIII

“Bild”-Hamburg druckt heute im Sportteil ein großes Foto. Darauf zu sehen: ein mit Ketten behängter und bemalter Mann (siehe Ausriss). Der dazugehörige Artikel handelt davon, dass sich die WM-Mannschaft des karibischen Inselstaates Trinidad & Tobago entschieden habe, nicht den Masseur bzw. “Kult-Kneter” Hermann Rieger zu engagieren, sondern, wie “Bild” gleich an mehreren Stellen schreibt, einen “Voodoo-Medizinmann”/”Voodoo-Medizinmann aus der Karibik”/”Voodoo-Zauberer”.

Das mag stimmen. Allerdings zeigt das große Foto, mit dem “Bild” die Meldung illustriert, mitnichten, wie “Bild”* suggeriert, einen “Voodoo-Medizinmann aus der Karibik”. Vielmehr zeigt es — wie z.B. das Fußballmagazin “Rund” und sport.ARD.de berichteten — den 41-jährigen Taxifahrer Evoloko aus der Demokratischen Republik Kongo.

*) Nur, damit es bei “Bild” nicht heißt, der Fehler liege beim Fotografen: “Bild” gibt zwar als Quelle “Fotos: STRUSS, IMAGO” an, doch weder der Fotograf Werner Struß, noch die Agentur Imago haben, wie sie uns zumindest versichern, das abgebildete Foto im Angebot.

Mit Dank an Martin K. für den Hinweis und Eberhard S. für die Unterstützung.

Allgemein  

Symbolfoto XXXVII

In Nigeria ist heute eine Pipeline explodiert.

Und Bild.de zeigt dazu auch ein dpa-Foto:

Das dpa-Foto allerdings zeigt nicht etwa, wie Bild.de (auch in einem großen Teaser) vermuten lässt, die heutige Explosion der Pipeline, sondern, wie es z.B. korrekt bei Handelsblatt.com heißt, ein “Archivbild”. Noch genauer heißt es dort:

"Das Archivbild vom 17.9.2004 zeigt ein ähnliches Unglück in Nigeria."

Mit Dank an Marc B. für den Hinweis.

Nachtrag, 13. Mai. Es hat lange gedauert, aber inzwischen hat Bild.de das Foto gegen ein anderes ausgetauscht.

Symbolfoto XXXIV

“Elite-Soldaten holen Geiseln raus”, schreibt “Bild” heute und will die tolle Geschichte natürlich auch bebildern. Naturgemäß sind bei solchen geheimen Unternehmen jedoch keine Pressefotografen dabei. Die “Bild”-Redaktion hat sich deshalb mal wieder für ein Symbolfoto entschieden (siehe Ausriss), das sie wie folgt betextet:

"Elitesoldaten der Engländer und Amerikaner befreiten die Geiseln. Das Foto zeigt eine US-Einheit, die mit dem Hubschrauber bei der Offensive in der vergangenen Woche abgesetzt wurde."

Die Betextung des Fotos ist Unsinn: Ob und inwieweit an der Aktion überhaupt “Amerikaner” beteiligt waren — wer weiß. (In der britischen “Times” heißt es: “The force consisted mainly of SAS troopers, backed by about 50 soldiers from the 1st Battalion The Parachute Regiment and Royal Marines — all members of the Special Forces Support Group codenamed Task Force Maroon.” Kurzum: Es waren “mainly” Briten.) Und dass die “Offensive in der vergangenen Woche”, mit der “Bild” glaubt, den aktuellen Artikel illustrieren zu müssen, nichts mit die Befreiung dreier britischer Geiseln zu tun hat, lässt das Blatt zumindest unerwähnt.

Bedauerlicherweise zeigt die von “Bild” als Symbolfoto verwendete Abbildung jedoch nicht einmal die “Offensive in der vergangenen Woche”. Es handelt es sich dabei vielmehr um eine Aufnahme, mit der bereits die Nachrichtenagentur AFP am 16. März 2006 symbolhaft die an diesem Tag begonnene Offensive der US-Armee bei Samarra zu illustrieren versuchte, zu der es bis dahin ebenfalls keine Fotos gab.

Das von “Bild” also abermals als Symbolfoto verwendete Symbolfoto zeigt US-Soldaten der 1. Gepanzerten Division*, die am 26. August 2005 nahe Bagdad eine Landezone sicherten. Die Agentur AFP, die “Bild” selbst als Quelle nennt, wies bei Veröffentlichung ausdrücklich darauf hin — “Bild” nicht.

*) Nachtrag, 26.3.2006: Eine “Armored Division” ist natürlich keine “Gepanzerte Division”, wie wir schrieben, sondern eine “Panzerdivision”.

Mit Dank an Christoph P. für die Korrektur.

Symbolfoto XXXIII, Kurz korrigiert (73)

Bild.de berichtet über den Baubeginn des Mahnmals an Ground Zero. “So soll die Gedenkstätte einmal aussehen”, steht in der Überschrift und über einer Fotogalerie. Allerdings zeigt gleich das erste Bild der Galerie keineswegs wie die Gedenkstätte einmal aussehen soll, sondern einen älteren, längst überholten Entwurf des Freedom Tower. Doch das ist nicht der einzige Fehler, den Bild.de macht. Im Text heißt es nämlich:

Neben dem geplanten “Freedom Tower” des deutschen Architekten Daniel Libeskind wird “Reflecting Absence” einen wichtigen Platz im Gesamt-Ensemble einnehmen.

Und das ist erstens ziemlich ungenau, weil der Libeskind-Entwurf vom Architekturbüro Skidmore, Owings & Merril so stark überarbeitet wurde, dass der nun tatsächlich geplante Freedom Tower nur noch sehr wenig mit dem von Libeskind einst entworfenen gemeinsam hat. Und zweitens ist es schlicht falsch. Denn Libeskind ist, anders als Bild.de schreibt, keineswegs ein deutscher Architekt. Er wurde vielmehr in Polen geboren und 1965 amerikanischer Staatsbürger.

Mit Dank an Sven Z., Marco B. und Mario P. für den sachdienlichen Hinweis.

Symbolfoto XXXII

“Bild am Sonntag” hat einen “Hunger-Wettlauf bei den Desperate Housewives” ausgemacht. “Beängstigend mager” seien die Serienstars geworden, heißt es in der fast seitenfüllenden Geschichte, die u.a. mit zwei kleinen und einem ziemlich großen Foto von Teri Hatcher beim Joggen aufgemacht ist. Im Text steht:

Neue Fotos zeigen Teri Hatcher (41) beim Joggen.
Sie kann nicht mehr verbergen, wie eingefallen ihre Bauchpartie ist, wie knochig ihre Hüften, wie dünn ihre Beine.

Das kann man auf den kleinen Fotos zwar gar nicht mal so gut erkennen, aber deshalb hat die “BamS” wohl auch das Foto von Hatcher in Shorts als Blickfänger für die Seite gewählt (siehe Ausriss). Nur ist das Foto ganz und gar nicht neu. Es stammt aus dem August letzten Jahres und wurde damals schon mehrfach veröffentlicht.

Angesichts dieser Irreführung ist es dann auch bloß noch peinlich, dass das Foto am 12. August 2005 schon einmal auch auf Bild.de* unter der Überschrift, “Hier joggt Teri Hatcher klapperdürr durch den Park”, veröffentlicht wurde. Schließlich wäre die “BamS” doch so gerne “Deutschlands schnellstes Magazin”.

Mit Dank an Sigrid N., Helmut R., Tobias L. und Valeri K. für den sachdienlichen Hinweis.

*) Der Artikel aus dem August 2005 ist auf Bild.de seit der Überarbeitung der Seite leider nicht mehr online und nur noch über den Google-Cache und ohne Fotos abrufbar.

Symbolfoto XXXI

* Alle Summen geschätzt

steht neben der “geheimen Geld-Tabelle”, mit der “Bild” heute aufmacht. Vermutlich darf man deshalb nicht davon ausgehen, dass “unsere Olympia-Stars” wirklich das verdienen, was die “Bild”-Zeitung in ihrem Huren-Pranger ihrer großen Gehaltsliste (“Viele Helden kriegen nur einen Bruchteil von dem, was mancher Versager erhält”) behauptet.

Auch wir wissen nicht, ob Eishockey-Spieler Marcel Goc (“26/NHL-Profi”) wirklich 58.600 Euro im Monat verdient. Wir schätzen aber mal, dass er vier Jahre jünger ist und ganz anders aussieht.

Danke an Tobias B. für den Hinweis!

Nachtrag, 15 Uhr. Bild.de hat das Foto ausgetauscht, das falsche Alter aber natürlich belassen.

Nachtrag, 17.30 Uhr. Nun stimmt auch das Alter. Bei dem in “Bild” abgebildeten Sportler scheint es sich übrigens um Marcels Bruder Sascha Goc zu handeln.

Danke auch an Niklas D. und Thomas!

Symbolfoto XXX

Foto-Verwechslungen findet “Bild” offenbar schlimm. Zumindest wird, wer bedauerlicherweise einen Text falsch bebildert und sich anschließend (anders als “Bild”) öffentlich dafür entschuldigt, schnell mal zum “Verlierer” des Tages.

Heute indes präsentiert “Bild” ihren durchschnittlich über elf Millionen Lesern auf der Titelseite den venezolanischen Präsidenten Hugo Chavez als “Verlierer”. Das Foto allerdings, mit dem “Bild” (wie auch Bild.de) die “Verlierer”-Meldung illustriert (siehe Ausriss), zeigt bedauerlicherweise nicht Hugo Chavez.

Wer der Mann wirklich ist, dessen Konterfei “Bild” heute auf der Titelseite unter dem Stichwort “Verlierer” den durchschnittlich elf Millionen Lesern zeigt, wissen wir allerdings (noch) nicht.

Mit Dank an Boris G., Kolja S., Martin und kuzy für den Hinweis.

Nachtrag, 16.30 Uhr: Bild.de hat das falsche Chavez-Foto inzwischen durch ein richtiges ersetzt. Und “Bild” korrigiert das morgen gaaanz bestimmt auch noch — hat ja schließlich auf der Titelseite rechts neben dem “Gewinner” des Tages eine eigene Rubrik dafür…

Nachtrag, 16.49 Uhr: Der ursprünglich abgebildete Mann ist übrigens der peruanische Präsidentschaftskandidat Ollanta Humala.

Mit Dank an Dirty Harry, Roland S., Jonas und Harald N. fürs Wiedererkennen.

Allgemein  

Symbolfoto XXIX

Am 28. Oktober 2005 berichtete “Bild” zum wiederholten Mal über ein Elternpaar (von “Bild” kurz “Eis-Eltern” genannt), das die Leiche eines seiner Kinder zweieinhalb Jahre lang in einer Kühltruhe versteckt hatte. Anders als in den vielen vorangegangenen Berichten illustrierte das Blatt den seitenfüllenden Bericht vom 28. Oktober unter anderem mit nebenstehendem Foto und schrieb dazu:

“In dieser Kühltruhe wurde die Kinderleiche entdeckt.”
(Hervorhebung von uns.)

Dabei konnte es schon bei Veröffentlichung des Fotos als unwahrscheinlich gelten, dass die Kinderleiche tatsächlich in “dieser Kühltruhe” entdeckt wurde. Ja, “Bild” selbst hätte es wissen müssen. Bereits am 23. Juni 2004 hatte “Bild” schließlich ein Foto aus der Wohnung der “Eis-Eltern” veröffentlicht (siehe Ausriss) und auf dem Foto diejenige Stelle rot markiert, an dem “diese Kühltruhe” bzw. “die Kühltruhe mit dem toten Jungen” gestanden haben soll — und “diese Kühltruhe” hätte an der rot markierten Stelle gar keinen Platz gehabt.

Weil heute aber — aus aktuellem Anlass — andere Medien wie die Nachrichtenseite N24.de ein Foto der tatsächlichen Kühltruhe veröffentlichen, die “dieser Kühltruhe” nicht im geringsten ähnlich sieht (siehe Ausriss), steht damit endgültig fest, dass die “Bild”-Zeitung am 28. Oktober 2005 ihre vielen, vielen Leser einfach mal wieder schamlos belogen hat.

Mit Dank an Sascha E. für den sachdienlichen Hinweis!

Nachtrag, 21.28 Uhr: Natürlich berichtet auch Bild.de aktuell über die “Eis-Eltern von Cottbus” – und illustriert die Nachricht…
… naja, wie wohl?

Nachtrag, 21.2.2006: Aus dem aktuellen Artikel hat Bild.de die falsche Truhe mittlerweile ersatzlos entfernt. In der Online-Version des ursprünglichen “Bild”-Berichts vom 28. Oktober aber findet sie sich leider noch immer.

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