Archiv für März, 2009

“Bild”-Redakteurin kommt vor Gericht

Die “Bild”-Redakteurin Angela Wittig wird sich demnächst wegen des Vorwurfs der Üblen Nachrede vor Gericht verantworten müssen.

Der Brief in “Bild”:

"Abrechnung mit der Justiz-Mafia"Der Leipziger Justiz-Sumpf – er wird immer tiefer… BILD wurde jetzt der Brief eines gewissenhaften Juristen (…) zugespielt. Schon 2001 beklagte der Briefschreiber die Existenz einer Immobilien- und Justiz-Mafia sowie die merkwürdige Rechtsprechung [von] Günther Sch. (…) “Nur leider die Großen der Politik und bei den Robenträgern können in Leipzig schalten und walten wie sie wollen. Da wird sich bereichert und die günstigen Immobilien (…) hin und her geschoben.”
(“Bild”, 30.6.2007)

Wittig hatte im Sommer 2007 unter der Überschrift “Wie ein gewissenhafter Richter schon 2001 gegen Kollegen protestierte – Abrechnung mit der Justiz-Mafia” in einem “Bild”-Artikel über einen Brief an den früheren Präsidenten des Leipziger Landgerichts berichtet. In dem Brief hatte ein namentlich nicht genannter vermeintlicher “gewissenhafter Jurist” schwere Vorwürfe gegen die Leipziger Justiz und insbesondere den Richter “Günther Sch.” des Landgerichts erhoben. Wittig zitierte damals ausführlich aus dem in holprigem Deutsch verfassten Schreiben (siehe Kasten).

Wegen dieser Berichterstattung erließ das Amtsgericht Leipzig Ende vergangenen Jahres auf Antrag der Staatsanwaltschaft Strafbefehl gegen Angela Wittig, wie uns eine Gerichtssprecherin jetzt auf Anfrage sagt. Wittig habe Einspruch gegen den Strafbefehl eingelegt, weshalb es demnächst zur Hauptverhandlung kommen werde. Ein Termin dafür stehe noch nicht fest, so die Sprecherin.

  • Mehr über die “Bild”-Redakteurin auch hier und hier.

Modelle, Wissenschaft, Pressefreiheit

1. Pressefreiheit in Italien
(tagesschau.de, Stefan Troendle)
“In einer Demokratie sollten Medien eigentlich unabhängig von der Politik sein. In Italien kann davon keine Rede sein: Die wichtigsten Fernsehsender kontrolliert Regierungschef Berlusconi ohnehin selbst. Und gegen unliebsame Konkurrenz erlässt er notfalls Gesetze.”

2. Pressefreiheit in der Türkei
(faz.net, Karen Krüger)
“Ministerpräsident Erdogans Kampf gegen die Medien: Besonders unlieb sind ihm die Zeitungen der Dogan-Gruppe. Dem mächtigen Konzern droht eine gewaltige Steuerstrafe, die seine Existenz gefährdet. Die Pressefreiheit der Türkei steht auf dem Spiel.”

3. “Die Zukunft journalistischer Produkte: Wer finanziert wen woraus?”
(zeitungsperspektiven.de, Christopher Buschow)
Zeitungsperspektiven.de macht eine Tabelle mit 5 Modellen, die den Journalismus (zukünftig) finanzieren könnten: 1. Das Kuppelprodukt, 2. Paid Content, 3. Die Lizenzierung, 4. Crowdfunding / Mäzenentum, 5. Die Querfinanzierung.

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