1. Medien-Appell: “Lasst uns nach Gaza”
(verdi.de)
Internationale Medienhäuser würden erneut fordern, dass Israel ausländischen Journalistinnen und Journalisten einen unabhängigen Zugang zum Gazastreifen ermöglicht. Sie würden kritisieren, dass das Verbot seit über 930 Tagen bestehe und selbst ein Verfahren vor dem israelischen Supreme Court bislang nicht zu einer Entscheidung geführt habe. Der Appell betone die Pressefreiheit als Grundwert offener Gesellschaften.
2. Was ist das Problem des ORF?
(arminwolf.at)
ORF-Moderator Armin Wolf stellt in seinem Beitrag fest, dass das Hauptproblem des öffentlich-rechtlichen Senders dessen parteipolitisch geprägte Aufsichtsstruktur sei. Der Stiftungsrat vertrete nicht die Öffentlichkeit, sondern faktisch die Parteien, wodurch sich für Führungskräfte falsche Anreize ergäben. Entscheidend seien politische Netzwerke statt fachlicher Eignung. Das schrecke qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber ab und gefährde die Unabhängigkeit des ORF. Als Lösung fordert Wolf einen unabhängig und fachlich besetzten Stiftungsrat.
3. Netflix-Zahlung beschert Warner einen Milliarden-Verlust
(dwdl.de, Uwe Mantel)
Das Medienunternehmen Warner Bros. Discovery habe im ersten Quartal zwar operativ solide abgeschnitten, unter dem Strich aber einen Milliardenverlust verbucht. Hauptgrund sei eine Abstandszahlung in Höhe von 2,8 Milliarden US-Dollar an Netflix, nachdem ein Übernahmevertrag wegen des höheren Angebots von Paramount Skydance aufgelöst worden sei.
4. “Die Presse” und “Kleine Zeitung” nutzen künftig redaktionelle Inhalte gemeinsam
(derstandard.at, Harald Fidler)
Wie der “Standard” berichtet, wollen die österreichischen Blätter “Die Presse” und die “Kleine Zeitung” aus dem Styria-Konzern redaktionell enger zusammenarbeiten. Die “Kleine Zeitung” solle sich stärker auf regionale Berichterstattung konzentrieren und dafür vor allem bei überregionaler Politik- und Wirtschaftsberichterstattung Inhalte der “Presse” nutzen. Hintergrund seien wirtschaftlicher Druck und der Versuch, Synergien zu schaffen.
5. Spaß mit Fakten: Wie “Fun Facts” Journalismus auf die Bühne und zu Youtube bringt
(turi2.de, Alexander Matzkeit)
Alexander Matzkeit ordnet das YouTube-Format “Fun Facts” als unterhaltsame Bühnen- und Onlineshow ein, die aktuelle Themen mit Humor, Prominenz und Factchecking verbinde. Die Kombination von Liveauftritten und digitaler Verbreitung sei gelungen. Zugleich bezweifelt Matzkeit, dass es sich um eine echte journalistische Innovation handelt: Inhaltlich ähnele das Format bekannten Satireshows und biete eher meinungsstarke Einordnung als originäre Nachrichten.
6. Was war nochmal das Problem mit Louis CK?
(setup-punchline.de, Bernhard Hiergeist)
Bernhard Hiergeist argumentiert, dass der US-Comedian Louis C.K. mit einem neuen Netflix-Deal nicht wirklich zurück sei, weil seine Rehabilitierung in der Comedybranche längst stattgefunden habe. Trotz der Vorwürfe sexuellen Fehlverhaltens und seines Geständnisses sei Louis C.K. nie wirklich verschwunden, sondern habe weitergespielt, Preise gewonnen und ein Publikum behalten. Hiergeist kritisiert, dass Medien und Branche vor allem die künstlerische Arbeit von Louis C.K. in den Mittelpunkt stellen würden. Die Perspektive der betroffenen Frauen bleibe hingegen weitgehend ausgeblendet.
