Folgenschwer, Berichterstattung in Echtzeit, Asyl-Euphemismen

1. Folgenschwere Abstimmung: EU-Parlament entscheidet über Zukunft des Urheberrechts
(netzpolitik.org, Tomas Rudl & Alexander Fanta)
Netzpolitik.org widmet sich der am Donnerstag anstehenden Abstimmung im EU-Parlament, die weitreichende Folgen für alle Internetnutzer hat: „Stimmen die Abgeordneten für die Uploadfilter und das Leistungsschutzrecht, dann ist dieser Zug abgefahren, die Filterpflicht und die befürchtete Link-Steuer werden in der einen oder anderen Form Gesetz.“

2. Schnell, schneller, zu schnell
(deutschlandfunk.de, Stephan Detjen & Isabelle Klein)
Wenn sich die politischen Ereignisse überschlagen, darf sich die Berichterstattung nicht auch überschlagen. Doch das ist einfacher gesagt als getan, wie man beim Seehofer-Rücktritt inklusive anschließendem Rücktritt vom Rücktritt verfolgen konnte. Der Hauptstadtstudio-Chef des „Deutschlandradios“ Stephan Detjen über Schwierigkeiten und Herausforderungen bei unübersichtlichen Lagen.
Weiterer Lesetipp: Cornelius Pollmer widmet sich auf Süddeutsche.de ebenfalls der Echtzeitberichterstattung: Wenn die Koalitionskrise zur Telenovela wird

3. Die Presse möge bitte jetzt gehen
(taz.de, Peter Weissenburger)
Die AfD hat auf ihrem Bundesparteitag entschieden, dass sie auch in Zukunft Presse von Parteitagen ausschließen will, wenn die Mehrheit der Delegierten das wünscht. „taz“-Redakteur Peter Weissenburger geht der Frage nach, ob die Partei derartige Ausschlüsse beschließen und durchsetzen darf.

4. Wer „Transitzentren“ sagt, sagt auch „Asyltourismus“
(sueddeutsche.de, Jakob Biazza)
Der Begriff „Transitzentren“ ist ein Euphemismus, der seine wahre Bedeutung verschleiert und Flüchtlinge in die Nähe von Pauschalurlaubern rückt, findet Jakob Biazza auf Süddeutsche.de. Inhaltlich passender und weniger euphemistisch sei ein Begriff wie „Abweisungszentren“.

5. Cambridge Analytica: US-Behörden nehmen Facebook in die Zange
(wired.de)
Was wusste Facebook von den Daten-Operationen der Firma Cambridge Analytica und warum wurde die Öffentlichkeit erst so spät informiert? Dieser Frage wollen nun mehrere amerikanische Behörden nachgehen, wie die „Washington Post“ von fünf unabhängigen Quellen erfahren haben will.

6. Das sind die besten investigativen Podcasts
(nzz.ch, Raffaela Angstmann)
Raffaela Angstmann hat für die „NZZ“ einige hörenswerte Podcasts zusammengestellt, die auf wahren Begebenheiten beruhen. Die meisten davon in englischer Sprache, aber mit „Wer hat Burak erschossen?“ und „Bilals Weg in den Terror“ sind auch zwei deutsche Produktionen dabei.