Frauenstimmen, US-Zoll-Harakiri, „Emma“ und der Beifall von rechts

1. „Ich würde mich an ihrer Stelle nicht verbiegen“
(spiegel.de, Julia Köppe)
Dass Sportreporterin Claudia Neumann Spiele der Fußball-WM kommentiert, empfinden manche Männer geradezu als einen Frevel. Weil sie Frauen wie Neumann grundsätzlich die Kompetenz absprechen, andererseits weil sie angeblich ihre Stimme nicht mögen. Im Interview mit „Spiegel Online“ erklärt ein Sprachforscher und Spezialist für den Stimmapparat, welche Rolle Sexismus dabei spielt. Und rät der Moderatorin bei ihrer Stimme zu bleiben und nicht absichtlich tiefer zu sprechen: „Auf keinen Fall, denn das wäre nicht authentisch und davon leben doch die Live-Kommentare. Die Zuschauer würden den Unterschied sehr schnell spüren. Frau Neumann würde dadurch weniger glaubwürdig, und das ist ja genau das, was ihr einige Kritiker vorwerfen. Ich würde mich an ihrer Stelle nicht für einige Hörererwartungen verbiegen.“

2. Titel-Framing, Facebook und die Medien
(deutschlandfunk.de, Stefan Koldehoff, Audio, 23:23 Minuten)
Beim „Deutschlandfunk“ gibt es die komplette Mediensendung „mediasres“ zum Nachhören. Unter anderem mit Beiträgen über die AfD und die Medien, das Titel-Framing der letzten „Spiegel“-Ausgabe, das Verhältnis von Facebook und den Medien und die mittlerweile ins dreißigste Jahr gehenden ZDF-Sommerinterviews.


3. Das ist eine spannende Frage, aber ich werde mich dazu nicht äußern.
(planet-interview.de, Jakob Buhre)
Jakob Buhre hat auf „Planet Interview“ eine Pressekonferenz der ARD zusammengefasst und in Teilen dokumentiert. Gegenstand der Pressekonferenz waren u.a. der Telemedienauftrag, gemeinsame Plattformen mit privaten Anbietern, Sponsoring, Rundfunklizenzen, Angela Merkels erneutes Solo bei Anne Willm und warum die ARD von der FIFA die WM-Übertragunsrechte kauft.

4. „Die Zölle werden Entlassungen quer durch die amerikanische Zeitungslandschaft zur Folge haben“
(sueddeutsche.de, Beate Wild)
Weil sich eine amerikanische Papiermühle über die Subventionierung von Papierherstellern im benachbarten Kanada beschwerte, hat die US-Regierung kanadisches Papier mit Zöllen von bis zu 32 Prozent belegt. Wie so oft, ohne die Folgen zu bedenken, denn durch den Kostenanstieg droht einigen amerikanischen Tageszeitungen das Aus.

5. „Emma“ und der Beifall von rechts
(uebermedien.de, Laura Lucas)
Der Kommunikationswissenschaftler Luca Hammer hat sich für den Verein „Fearless Democracy“ mit der Frage beschäftigt, ob die Zeitschrift „Emma“ auch ein rechtes Publikum bedient, ob gewollt oder ungewollt. Dazu hat er sich die Follower von @EMMA_Magazin auf Twitter angesehen und ausgewertet. Zum Vergleich hat er feministische Magazine wie das „Missy Magazine“ oder das österreichische „an.schläge“ herangezogen. Der Datenanalyst konnte nachweisen, dass es ein rechtes Interesse an „Emma“ gibt, das zudem wachse. Laura Lucas macht als einen Grund dafür die Berichterstattung der „Emma“ verantwortlich und schreibt: „Eben weil gerade Rechtspopulisten die einfachen Antworten so lieben, sollten Medien differenziert berichten — auch feministische. Das schützt zwar nicht vor einer Vereinnahmung von rechts. Was in die Agenda passt, das wird instrumentalisiert. Umso mehr aber sollte es die Aufgabe eines feministischen Magazins sein, die Strategien der Rechtspopulisten zu entlarven.“

6. Robin Alexander ist gerade der wohl krasseste Politikreporter Deutschlands und hier steht warum
(buzzfeed.com, Karsten Schmehl)
Karsten Schmehl hat eine Theorie entwickelt, wie der allgegenwärtige Politikreporter Robin Alexander Deutschlands wichtigsten Politikern so nah kommen kann. Und er kann sie auch noch teen-gerecht im „Buzzfeed“/“Bento“-Style erklären: „Ich mache oft Spaß hier auf BuzzFeed, aber dieser Post ist kein Spaß. Ernsthaft: Der WELT-Reporter Robin Alexander ist aktuell der wohl krasseste Politikreporter, den Deutschland hat — und hoffentlich kann ich dir hier klar machen, warum.“