RTLs Pädophilie-Jagd auf Unschuldige, Bockige Satireopfer, Schul-Werbung

1. Lynchjustiz: Beide Männer sind unschuldig
(tagesspiegel.de, Eckhard Stengel)
Der Fernsehsender RTL hat mit seiner Lockvogel-Aktion zur Überführung von Pädophilen einiges angerichtet: Nicht nur der von selbsternannten Rächern in Bremen überfallene angebliche Täter sei völlig unschuldig, sondern offenbar auch derjenige Mann, der im RTL-Magazin „Punkt 12“ unter Pädophilie-Verdacht gestellt wurde. Nun gibt es ein Vorermittlungsverfahren, aber nicht gegen irgendwelche angeblichen Pädophilie-Verdächtigen, sondern gegen die Verantwortlichen bei RTL.

2. Der “Grubenhund” der Titanic: Satire darf alles
(blog.ard-hauptstadtstudio.de, Marko Milovanovic)
Auf relativ unaufwendige Weise streute der „Titanic“-Mitarbeiter Moritz Hürtgen die Falschmeldung von der angeblichen Trennung von CSU und CDU. Nachdem sich das Ganze als Fake herausstellte, setzte bei einigen schludrig arbeitenden Medien nicht etwa Scham und Selbstkritik ein. Im Gegenteil: Es hagelte Kritik und Empörung wegen einer „Manipulation“, die weder „witzig“ noch „Satire“ sei. Marko Milovanovic erklärt, warum die Aktion durchaus Satire war, was die Medien daraus lernen sollten und empfiehlt den Betroffenen zu guter Letzt etwas mehr Humor.

3. „Ich kam mir wie ein Beichtvater vor“
(taz.de, Jan Pfaff & Ulrich Schulte)
Der Politikjournalist Günter Bannas war vierzig Jahre Parlamentskorrespondent der „FAZ“. Die „taz“ hat sich mit der Koryphäe des politischen Journalismus über Freundschaft, Machtkämpfe und Auslandsreisen mit Kanzlern unterhalten.

4. „Denn sie wissen nicht, was sie tun“
(peter-hausmann.net)
Der Journalist Peter Hausmann war einige Jahre Sprecher der Bundesregierung und Chef des Bundespresseamtes sowie von 2008 bis 2014 Chefredakteur des „Bayernkurier“ der CSU. Nach seinem Ausscheiden hat er sich nach eigener Aussage nicht mehr öffentlich zur CSU und ihrem Führungspersonal geäußert. Dieses sich selbst auferlegte Schweigegelübde hat Hausmann nun wegen der aktuellen Umstände gebrochen.

5. Dauerwerbesendung
(sueddeutsche.de, Christiane Schlötzer)
In der Türkei finden nächsten Sonntag die Präsidentschaftswahlen statt. Dementsprechend hochtourig und unausgeglichen läuft die Wahlpropaganda: Die regierende AKP und die nationalistische Partnerpartei MHP hatten in den ersten drei Wahlkampfwochen 37 Stunden Sendezeit, die gesamte Opposition gerade mal 3 Stunden. Christiane Schlötzer berichtet über eine Zeit in der Türkei, in der die Medien nur noch ein Thema und einen Kandidaten kennen.

6. Ist DIE ZEIT reif für Werbung an den Schulen?
(gutjahr.biz)
Werbung an Schulen ist in Deutschland verboten. Eigentlich. Doch uneigentlich mogeln sich Medien und Unternehmen trickreich in die Bildungsanstalten, wie Richard Gutjahr feststellte, als man ihn um eine Abdruckgenehmigung eines Artikels bat.