WM-Berichterstatter, Pressefreiheit in Europa, Trumps Telefonseelsorger

1. Immer mehr Hetze gegen Journalisten in Europa
(reporter-ohne-grenzen.de)
Wie „Reporter ohne Grenzen“ berichtet, hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr nirgendwo so stark verschlechtert wie in Europa. Dies zeigt die neue Rangliste der Pressefreiheit 2018. Vier der fünf Länder, bei denen es in Sachen Pressefreiheit am meisten abwärts gegangen sei, würden in Europa liegen. Namentlich sind es die EU-Mitglieder Malta, Tschechien und Slowakei sowie das Balkanland Serbien.

2. Sexuelle Belästigung: WDR ringt um die angemessene Aufarbeitung der Vorwürfe
(ksta.de, Anne Burgmer)
Was die Aufarbeitung der Vorwürfe sexueller Belästigung anbelangt, agiert der WDR nach Meinung vieler weiterhin nicht glücklich: „Dass der WDR ausgerechnet die Kanzlei als Anlaufstelle für Betroffene von sexueller Belästigung auswählte, die den Sender in zahlreichen arbeitsrechtlichen Prozessen vertreten hat, auch gegen den Mitarbeiter, der Fälle sexueller Belästigung gemeldet hatte und danach abgemahnt wurde, sorgt im Haus für Irritationen.“

3. Familienministerium hat fast 80 Twitter-Accounts blockiert
(handelsblatt.com, Dietmar Neuerer)
Viele Ministerien sind auch auf Twitter vertreten. Bei problematischen Inhalten reagieren die jeweiligen Social-Media-Beauftragten durchaus schon mal mit einer Account-Blockade des Gegenübers. Im Falle des Familienministeriums war das seit Mitte 2016 genau 79-mal der Fall. Ein Abgeordneter der Linkspartei betrachtet derartige Blockaden als „verfassungsrechtlich hochproblematisch“, da die Meinungs- und Informationsfreiheit der Nutzer beschnitten werde.

4. Trumps Telefonseelsorger
(faz.net, Frauke Steffens)
Der „Fox-News“-Moderator Sean Hannity gilt mittlerweile als wichtiger Einflüsterer Donald Trumps. Die beiden sollen mehrmals die Woche miteinander telefonieren und sich abstimmen. Manche Beobachter würden Hannity mit Trumps ehemaligem Chefstrategen Steve Bannon vergleichen, was die Bedeutung anbelangt. Hannity und Trump haben auch geschäftliche Gemeinsamkeiten: Beide lassen sich juristisch von Anwalt Michael Cohen vertreten und beide sind in umstrittene Immobiliengeschäfte verwickelt. Laut „Guardian“ soll Hannity über ein Netz von Scheinfirmen Immobilien gekauft haben, die von Zwangsvollstreckungen betroffen waren.

5. Schweizer Freiwild: Der Whistleblower
(republik.ch, Sylke Gruhnwald)
In Europa sollen Whistleblower künftig besser geschützt werden. Dies gilt jedoch nicht für die Schweiz: Wer dort Missstände öffentlich macht, in der Firma oder in der Behörde, riskiert ernste Konsequenzen. In einem fiktiven Interview erklärt Sylke Gruhnwald die für Whistleblower schwierige Lage.

6. „Mir fehlt kritische Begleitung des Events“
(deutschlandfunk.de, Sebastian Wellendorf & Jörg-Uwe Nieland)
Der „Deutschlandfunk“ hat mit dem Medienwissenschaftler Jörg-Uwe Nieland über die WM-Berichterstattung von ARD und ZDF und die Verpflichtung der TV-Experten Stefan Kuntz und Philipp Lahm gesprochen, die mit dem DFB verbandelt sind. Nieland dazu: „Die Wahl dieser Experten ist sicherlich darauf zurückzuführen, dass sie sehr eloquent und sehr bekannt sind, dass sie wahrscheinlich auch sehr gut mit den übertragenden Journalisten zusammenarbeiten können. Das ist natürlich auch eine wichtige Voraussetzung. Gleichwohl: Für den kritischen Part stehen sie nicht.“