Danke für wirklich gar nichts, Donald Trump

Lilli Hollunder ist Schauspielerin, hat eine Kolumne bei Stern.de und ist mächtig sauer — nicht auf irgendwen, sondern auf US-Präsident Donald Trump:

Screenshot der Stern.de-Startseite - Kolumne - Lilli Hollunder - Danke für gar nichts! Wie US-Präsident Donald Trump meinen Traum zerstörte
Screenshot Stern.de - Danke für gar nichts! Wie US-Präsident Donald Trump meinen Traum zerstörte

Es gibt sicher viele gute Gründe, beim Gedanken an Donald Trump wütend zu werden. Der für Hollunders Stern.de-Startseiten-Ärger gehört jedoch nicht dazu: In ihrem Text schildert sie, wie sie eine Job-Zusage aus den USA bekommen hat, sich anfangs riesig freute („Erst war ich der glücklichste Mensch unter der Sonne“) und nur 24 Stunden später sehr enttäuscht war („dann das ärmste Schwein“):

Warum nur 24 Stunden? Weil exakt einen Tag später feststand, was zuerst nur eine Befürchtung war: Ich würde das geforderte O1-Arbeitsvisum in der Kürze der Zeit nicht bekommen. Dafür möchte ich an dieser Stelle dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika und seinen erschwerten Einreisebedingungen ein herzliches Dankeschön aussprechen. Danke für gar nichts.

Tatsächlich gibt es für eine Einreise in die USA das sogenannte O-Visum, für das sich „foreign nationals with extraordinary ability in Sciences, Arts, Education, Business or Athletics“ bewerben können. Das O1-Visum „ist vorgesehen für Personen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten auf den Gebieten Wissenschaft, Kunst, Erziehung, Geschäftswesen oder Sport, oder für Personen mit überragenden Leistungen in der Filmindustrie.“

Donald Trumps „erschwerte Einreisebedingungen“ haben damit allerdings rein gar nichts zu tun. Der US-Präsident ordnete zwar teils komplette, teils begrenzte Einreisesperren für Staatsangehörige aus Syrien, Nordkorea, Somalia, Venezuela, Libyen, dem Iran, dem Jemen und dem Tschad an. Auf die Bearbeitungszeit von O1-Visa für deutsche Schauspielerinnen hat Trumps „Travel Ban“ hingegen keinerlei Auswirkungen.

Wir haben auch noch mal bei der US-Botschaft in Berlin nachgefragt. Dort sagte man uns, dass man „aus Datenschutzgründen Anfragen zu Visaanträgen grundsätzlich nicht beantworten“ könne, aber:

Die Bestimmungen für O1-Visa haben sich in der Amtszeit von Präsident Trump nicht geändert.

Mit Dank an Tim für den Hinweis!