TV-süchtiger Trump, Huberty-Nostalgie, IMDbs Diskussions-Cut

1. Amt und Fernseher
(sueddeutsche.de, Hubert Wetzel)
Die „New York Times“ mutmaßte, dass Donald Trump beim Regieren schnell langweilig werde und er dann oft den Fernsehapparat einschalte. Was zu diplomatischen Verwirrungen führen kann, wie im „Last-Night-in-Sweden“-Fall. Trump hatte wohl schlicht einen Beitrag auf „Fox News“ falsch verstanden und bei einer Rede munter drauflosfabuliert. „SZ“-Autor Hubert Wetzel hat sich angeschaut, bei welchen Sendungen der amerikanische Präsident noch gerne einschaltet.

2. Warum die türkische Regierung solche Angst vor Deniz Yücel hat
(vice.com, Matern Boeselager)
Auf „Vice“ fragt sich Matern Boeselager, warum die türkische Regierung solche Angst vor Deniz Yücel habe. Yücels unangepasste und unbequeme Art und natürlich seine Texte seien es, die ihm schon in der Vergangenheit Ärger beschert hätten: „Deniz Yücel wusste also, dass er ein hohes Risiko einging, indem er weiter aus der Türkei über die Türkei berichtete, was er für die Wahrheit hielt. Dass er trotzdem immer weiter macht, ist genau der Grund, warum die türkische Regierung solche Angst vor ihm hat.“
PS: „taz.de“ hat sechs Briefe von Kollegen und Freunden an Deniz Yücel veröffentlicht.

3. Ein Blick aus der Leere
(zu-daily.de, Hans Ulrich Gumbrecht)
Einen Monat nach Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump ist das weltweite Entsetzen immer noch groß. Auch befeuert durch die nahezu täglichen und gelegentlich verstörenden Trump-Tweets. Hans Ulrich Gumbrecht schreibt über das Phänomen aus der Sicht eines in Stanford arbeitenden Professors. Die Gesellschaft sei tief gespalten und Trump vor allem von der Sucht nach Resonanz getrieben: „Manchmal ergibt sich der Eindruck, er stehe unter einem Zwang, sich durch Resonanz die Wirklichkeit seiner eigenen Existenz beweisen. So erzeugt auch jede der längst niemanden mehr überraschenden Salven gegen „political correctness“ durchaus Amplituden der Resonanz auf beiden Seiten einer gespaltenen Gesellschaft. Diese Tendenz zeigt sich bisher vor allem auf der Ebene der Außenpolitik, wo Momente des Tabu- und Traditionsbruchs deutlich über strategische Revisionen dominieren. Und hier liegt wohl der Ursprung jener „alternativen Wahrheiten“, Halbwahrheiten oder nicht durch Realität gedeckten Behauptungen, die längst zu einem Markenzeichen von Donald Trumps rhetorischem Stil geworden sind. Solange sie Resonanz produzieren, hält er sie nicht für korrekturbedürftig.“

4. Wie Merkel, Schulz und Co. in den sozialen Medien performen
(horizont.net, Giuseppe Rondinella)
Bald beginnt bei uns der Bundestagswahlkampf. Da stellt sich die Frage: Wer dominiert Social Media eigentlich hierzulande? „Horizont“ hat sich die Performance der Parteien und Spitzenkandidaten auf Facebook, Twitter und Instagram näher angeschaut.

5. Populäres Filmportal schliesst Diskussionsforen
(nzz.ch, Jochen Siegle)
Die „Internet Movie Database“ (IMDb) ist die populärste Datenbank zu Filmen, Fernsehserien, Videoproduktionen und Computerspielen. Über 4 Millionen Filmproduktionen sind gelistet, zu mehr als 7 Millionen Filmschaffenden gibt es Einträge. Nun hat das Filmportal seine beliebten Diskussionsforen abgeschaltet. Eine Entscheidung, die mehr als 250 Millionen User betrifft.

6. „Halten Sie Papier und Bleistift bereit“
(spiegel.de, Peter Ahrens)
Über Jahrzehnte war Ernst Huberty das prominente Gesicht der Fußballberichterstattung. Manche behaupten, dass er als „Mister Sportschau“ zu einem Teil Fernsehgeschichte geworden sei. Nun wird der stets akkurat gekleidete und unaufgeregte Huberty 90 Jahre alt. Ein Anlass für „Spiegel“-Autor Peter Ahrens, sich wehmütig an die Ära der Cordsakkos, Postkarten und den „Galopper des Jahres“ zu erinnern.