Trumps Mann fürs Grobe, Springer vs. Burda, Pufpaffs treue TV-Hasser

1. Trump-Berater über US-Medien: Ihr seid die Opposition
(sueddeutsche.de, Matthias Kolb)
Donald Trump hat bekanntermaßen den früheren Breitbart-Chef und Rechtsausleger der Republikaner Steve Bannon zum „Counselor to the President“ ernannt. Bannon ist damit der ranghöchste Berater im Weißen Haus. Nun holzt er entsprechend los, behauptet, dass die Medien „zu 100 Prozent“ falsch berichtet hätten und nennt dabei ausdrücklich die „Washington Post“ und die „New York Times“. Matthias Kolb erklärt die Hintergründe und weist am Ende auf eine pikante Meldung der „Washington Post“ hin, nach der Bannon sowie vier andere Mitglieder des engsten Trump-Zirkels in zwei Bundesstaaten in den Wählerlisten auftauchen: „Dies ist genau jener angebliche „Wahlbetrug“, über den sich Trump beschwert und den er – ohne jegliche Grundlage – als Erklärung ausführt, wieso Hillary Clinton knapp drei Millionen mehr Stimmen erhielt.“

2. Ein schmaler Grat: Springer gegen Burda
(irights.info, Till Kreutzer)
Schon seit einiger Zeit wirft der Springer Verlag den Leuten von „Focus Online“ vor, sich systematisch beim Bezahlangebot „Bildplus“ zu bedienen, sprich Meldungen zu übernehmen. Juristisch ist das Ganze nicht einfach wie iRights-Anwalt Till Kreutzer schreibt. In dem Fall ginge es weniger um Fragen des Urheberrechts als um solche des Wettbewerbsrechts. Dem gegenüber stünde die Freiheit von Informationen. Egal wie die Klage Springers gegen Burda ausginge, sei es jedoch eine Frage von (Doppel)Moral: „Solange es nicht verboten ist, können Verlage oder ihre Redaktionen das vielleicht so machen. Aber die andere Frage ist: Sollte man es machen? Insbesondere, wenn man zu einem Verlag wie dem Burda-Verlag gehört, der für sich reklamiert, Qualitätsmedien herzustellen.“

3. Konstruktive Glückwünsche
(taz.de)
„Emma“ wird 40 und die „taz“ lässt zu diesem Anlass sieben Frauen zu Wort kommen, die mit der Zeitschrift groß geworden sind. Neben den zu erwartenden Geburtstagsglückwünschen gibt es auch einiges an Kritik. Und apropos Kritik: Für „turi2“ hat Tatjana Kerschbaumer die aktuelle Jubiläumsausgabe der Emma einer Blattkritik unterzogen.
Und Kommunikationswissenschaftlerin Martina Thiele spricht in der „taz“ unter anderem über die Gefahr, dass die „Emma“ vor lauter Antiseximus rassistisch werden könnte: „Auf dem rechten Auge blind“

4. War on Facts
(medienwoche.ch, Adrian Lobe)
Adrian Lobe schreibt über die Gefahren von Trumps Politik als Reality-Show: „Trumps Krieg gegen die Wirklichkeit besteht darin, dass er seine Politik der Logik der Reality TV unterwirft, in der etablierte und bewährte Spielregeln des politischen Betriebs (Verfassungstreue, Respektierung der Grundrechte, Achtung von Minderheiten) nicht mehr gelten und Medien nur noch Zuschauer sind. Die Folge ist, dass die Lüge gar nicht mehr sanktioniert wird, weil sie als akzeptiertes Stilmittel und Schmiermittel seiner Show-Politik quasi mit dazugehört.“

5. Türkei sperrt neues Onlinemedium „Özgürüz“
(spiegel.de)
Die Türkei hat das kritische Onlinemedium „Özgürüz“ gesperrt. Und zwar bereits bevor es richtig losgehen sollte, wie „Correctiv“-Verantwortlicher und „Özgürüz“-Herausgeber Markus Grill auf Twitter meldete.

6. Die treuesten Zuschauer sind oft die, die einen hassen.
(planet-interview.de, Jakob Buhre)
Sebastian Pufpaff ist ein deutscher Kabarettist, Moderator und Entertainer. In der „Heute-Show“ bekommt er meist die „Arschloch-Rolle“, während er in „Pufpaffs Happy Hour“ als gut gelaunter Gastgeber Comedy- und Kabarett-Kollegen auf die Bühne holt. Im Interview spricht Sebastian Pufpaff über seine Anfänge im Shopping-TV, Sendeplätze für Satire, empfindliche Zuschauer und seine „Schleimfrisur“.