Falschmeldungen, Staatsknete, Mario Barth

1. Fakten? Fuck.
(tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Der amerikanische Wahlkampf war beherrscht von Falschmeldungen und Lügen. Zusätzlich feuerten über 100 US-Politik-Nachrichtenseiten ohne Unterlass Lügenmeldungen pro Trump raus. Das Besondere: Gesteuert wurde alles aus einer Kleinstadt in Mazedonien. Von Teenagern, denen es weniger um Politik als um das große Geld ging. Und Facebook sorgte dafür, dass sich die Geschichten noch schneller verbreiteten. Constantin Seibt stellt einige Thesen vor, warum Falschmeldungen heutzutage derart erfolgreich sind.

2. Justiz muss Anklage gegen Dündar fallenlassen
(reporter-ohne-grenzen.de)
Heute wird in Istanbul das Verfahren gegen den ehemaligen Chefredakteur und den Ankara-Büroleiter der oppositionellen Zeitung „Cumhuriyet“ wegen angeblicher Unterstützung einer terroristischen Organisation fortgesetzt. „Can Dündar und Erdem Gül sind angeklagt, weil sie ihre journalistische Arbeit getan haben. Ihr Fall steht symbolisch für die Willkür, mit der die türkische Regierung reihenweise gegen kritische Journalisten vorgeht“, so ROG-Geschäftsführer Christian Mihr. „Die türkische Justiz muss die beiden Journalisten freisprechen.”

3. Facebook-Mitarbeiter fordern Mark Zuckerberg heraus
(faz.net)
Während des amerikanischen Wahlkampfs verbreiteten sich auf Facebook viele falsche Nachrichten. Immerhin 150 Millionen Amerikaner seien während des Kampfes Clinton versus Trump mit derartigen Fakenews konfrontiert worden. Facebook-Chef Mark Zuckerberg spielt den Vorgang herunter, doch einige seiner Mitarbeiter sind ernsthaft besorgt.

4. Staatsknete für Qualitätsjournalismus
(taz.de, Reinhard Wolff)
In Schweden hat die Subvention von Medienunternehmen Tradition: Derzeit würden etwa 140 Printmedien staatliche Fördergelder erhalten. Nun ist ein neues öffentlich finanziertes Medienunternehmen im Gespräch, ein Public-Service-(Digital)-Kanal zusätzlich zu den drei bestehenden im Radio- und TV-Sektor. Im Rahmen der Reform sollen auch die Spielregeln geändert werden. Die Förderung war bislang neutral und kam auch rassistischen Blättern zu Gute. Dies soll dank „Demokratieklausel“ nun ein Ende haben.

5. „Wir schützen nur unsere Bank“
(sz-online.de, Sebastian Beutler)
Der Görlitzer Volksbank-Chef Sven Fiedler hat eine Geldanlage bewerben lassen, bei der es fürs Tagesgeld symbolische 0,01 Prozent geben sollte, bei einer Kontogebühr von mindestens fünf Euro pro Monat. Daraufhin erging sich ein weltweiter Shitstorm über dem Kreditinstitut. BILD bezeichnete den Bankchef beispielsweise als „Verlierer des Tages“. Im Interview mit der „Sächsischen Zeitung“ erklärt Fiedler die Hintergründe der Geschichte.

6. Live vorm Trump-Tower: Mario Barth entlarvt die Lügenpresse
(uebermedien.de, Stefan Niggemeier)
Der Comedian Mario Barth („Kennste? Kennste?“) hat aufgedeckt, dass vor dem Trump Tower, anders als in den Medien berichtet, keine Proteste stattgefunden haben. Wie er das gemacht hat? „… Mario Barth hat bewiesen, dass da abends keine Proteste stattfinden, indem er morgens vorbeigegangen ist.“