Vogue Arabia, Fake-Clown, Autorendasein

1. FAZ macht mobil
(oxiblog.de, Kathrin Gerlof)
„Das Leib- und Magenblatt der Wirtschaftselite polemisiert gegen Wachstumskritiker und behauptet, Wachstumskritik sei Rückschritt.“, fasst „Oxiblog“-Autorin Kathrin Gerlof einen Artikel der „FAZ“ zusammen. Gerlof stört sich sowohl an Inhalten als auch an Sprache des „FAZ“-Beitrags: „Rainer Hank hat sich für uns alle öffentlich auf die Couch gelegt. Herausgekommen ist ein Text voller Ressentiments, ein Lehrstück manipulativer Sprache und die Erkenntnis, dass es gut wäre, sich noch mal mit Präpositionen zu befassen.“

2. Debatte um mögliche „Spring doch“-Rufe in Schmölln
(mdr.de)
Es besteht immer noch Unklarheit darüber, ob Schaulustige dem Flüchtling, der sich im ostthüringischen Schmölln aus dem Fenster stürzte, „Spring doch“ zugerufen haben. Laut eines Berichts des „MDR“ sieht die Thüringer Polizei dafür keine Beweise. Auch die Einsatzkräfte hätten solche Rufe nicht bestätigt. Eine Mitarbeiterin der Einrichtung, in der der Somalier lebte, hat jedoch solche Rufe gehört, wie der Leiter der Einrichtung auf Nachfrage bestätigt.

3. Zur Not einen Porno schreiben
(faz.net, Maximilian Weingartner)
Am Wochenende ist die Frankfurter Buchmesse zu Ende gegangen. Maximilian Weingartner schreibt über die finanziellen Nöte von Autoren: „Jedes Jahr werden Autoren auf der Buchmesse wie Popstars gefeiert. Doch selbst wer Bestseller schreibt, hat es finanziell schwer. Wie bestreiten da erst die anderen ihr Leben?“ Weingartner holt den Rechenstift vor und unternimmt einige Beispielkalkulationen, die beweisen, dass sich das Dasein als Autor für die wenigsten lohnt. Zumindest finanziell.

4. Die Genugtuung der Außenseiter
(taz.de, Elisabeth Wagner)
Nächstes Jahr bringt der Verlag „Condé Nast“ die 22. internationale Ausgabe seines Hochglanzmagazins „Vogue“ auf den Markt: „Vogue Arabia“. Als Chefredakteurin fungiert die 41-jährige Deena Aljuhani Abdulaziz, eine Prinzessin aus dem privilegierten Umfeld des Scheichs und damit Teil einer absolutistisch herrschenden Elite. Als Redaktionssitz hat man sich jedoch nicht für das frauenfeindliche Riad, die Hauptstadt des Königreichs Saudi-Arabien, entschieden, sondern ist nach Dubai gegangen.

5. Die ganze Wahrheit
(tagesanzeiger.ch, Michèle Binswanger)
Die Medien leiden seit geraumer Zeit unter einer Vertrauenskrise, der Ruf des Journalismus hat gelitten, die Presse ist oft zum Feindbild geworden. Michèle Binswanger hat sich auf Ursachensuche begeben und sieht allen Widrigkeiten zum Trotz auch Positives: „Im Unterschied zu allen Meinungsmachern im Internet haben Journalisten Branchenregeln. Wenn wir Fehler machen, werden wir darauf behaftet, müssen wir überprüfen und allenfalls korrigieren. Wir müssen für unseren Bullshit geradestehen, und das motiviert uns, Bullshit zu vermeiden.“

6. Mord im Clownkostüm: Die Meldung ist frei erfunden
(zak.de, Michael Würz)
Im baden-württembergischen Balingen verbreitet sich die Nachricht über einen als Clown verkleideten Mann, der vor der örtlichen Volksbank einen anderen Mann erschossen habe. Doch die Meldung ist frei erfunden und wurde von einer dubiosen Webseite als „Fake-News“ in Umlauf gebracht.