Entführte Journalisten, Maultasche für „Südkurier“, Kauf ohne Käufer

1. Weltweit derzeit 54 Journalisten entführt
(reporter-ohne-grenzen.de)
153 hauptberufliche Journalisten, 161 Bürgerjournalisten und 14 Medienmitarbeiter seien derzeit weltweit inhaftiert. Dazu kämen 54 entführte Journalisten, acht seien „im Laufe des Jahres 2015 verschwunden“. Das sind die Zahlen der „Reporter ohne Grenzen“, die gerade den ersten Teil ihrer „Jahresbilanz der Pressefreiheit 2015“ (PDF) veröffentlicht haben. Hendrik Zörner vom DJV spricht von einer „Schande“, dass „die inhaftierten Journalisten (…) die Kollateralschäden guter bilateraler Beziehungen“ seien.

2. Flüchtlingsforschung gegen Mythen 2
(fluechtlingsforschung.net)
„Wir brauchen eine Obergrenze.“ Oder: „Sichere Herkunftsländer (…) tragen eben natürlich zu einer schnelleren Bearbeitung bei.“ Was ist dran an solchen Behauptungen in der Flüchtlingsdebatte, die auch von Medien verbreitet werden? Das „Netzwerk Flüchtlingsforschung“ setzt seinen Faktencheck fort (Teil eins hier) und lässt erneut fünf Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf politische Parolen antworten.

3. Datenjournalismus 2015: Ein Rückblick
(datenjournalist.de, Lorenz Matzat)
Ende Dezember ist die Zeit der Jahresrückblicke. Lorenz Matzat lässt das Jahr 2015 aus datenjournalistischer Perspektive Revue passieren. Er stellt die Projekte vor, die ihn am meisten beeindruckt haben, freut sich darüber, dass viele DDJ-Teams von Frauen geleitet werden, und wagt eine Prognose: „2016 wird das vorerst beste Jahr für Datenjournalismus in Deutschland werden.“

4. Flucht, Hunger, Tod — ein ganzes junges Leben lang
(sueddeutsche.de, Judith Raupp)
Judith Raupp hat für die „Süddeutsche Zeitung“ über Afrika berichtet — bis sie sich entschloss, selbst auf den Kontinent zu ziehen. Mittlerweile bildet sie im Kongo Journalisten aus. Und begegnet dabei Menschen, die fürchterliche Dinge erlebt haben. Sie will ihr Engagement aber nicht zu hoch hängen: „Ich bin keine Weltverbesserin. Ich erledige im Kongo einen Job. Auch wenn er mich sprachlos macht.“

5. Maultasche für den Südkurier
(kontextwochenzeitung.de, Holger Reile)
Die „Konstanzer Maultasche“ ist wie die „Goldene Himbeere“ ein Preis, den niemand bekommen will: Die, nun ja, Auszeichnung geht an Unternehmen, „die ihre Mitarbeiter ganz besonders schlecht behandeln.“ Und da ist — dank „Arbeitszeiterhöhung um fünf Wochenstunden, Lohnerhöhungen nach Gutdünken, ‚Tricksereien‘ bei der Vergütung für ZeitungszustellerInnen“ und so weiter — dieses Mal auch der „Südkurier“ dabei.

6. Reporters in Las Vegas Try to Crack Case of Who Owns Their Newspaper
(nytimes.com, Ravi Somaiya, englisch)
Ist ein Casinomagnat der neue Besitzer? Steckt hinter dem Kauf ein politisches Motiv? Fest steht: „The Las Vegas Review-Journal“ wurde für „$140 million in cash“ verkauft. Wer der Käufer ist, ist hingegen nicht bekannt. Dabei würde die Redaktion gerne wissen, für wen sie nun arbeitet.