Fiktive Todesanzeige, „Ein Herz für Kinder“, Zschäpes Brüste

1. Morddrohung gegen Störungsmelder-Autor
(blog.zeit.de, Johannes Radke)
„Es dauert nicht mehr lange, dann haben deine Denunzierungen ein Ende!“ Diese fiktive Todesanzeige wurde dem „Störungsmelder“-Autor Jonas Miller und weiteren Engagierten zugeschickt. Sie wollen sich von der Morddrohung nicht einschüchtern lassen und werden „auch weiterhin die rechtsextreme Szene kontinuierlich kritisch (…) beleuchten“.

2. “Von der Polizei wünsche ich mir ein höheres Maß an Sensibilität”
(daniel-bouhs.de, Audio, 17:47 Minuten)
Das Foto vom „Pegida“-Galgen für Sigmar Gabriel und Angela Merkel machte im Oktober die große Medienrunde. Nadine Lindner hat’s veröffentlicht, als sie einmal mehr als Korrespondentin fürs „Deutschlandradio“ den Aufmarsch in Dresden besucht hatte. Mit Daniel Bouhs spricht sie über „tätliche Übergriffe auf Journalisten“, den Schutz durch die Polizei und die Auswirkungen ihres Galgen-Fotos. Zum Thema: Matthias Meisner mit „Es gibt No-go-Areas für Journalisten“.

3. Verschlusssache Transparenz
(derpodcast.de, Martin Kissel)
Am kommenden Samstag steigt im ZDF wieder die große „Ein Herz für Kinder“-Spendengala. Normalerweise verlange der Sender „bei Spendenaufrufen von all seinen Partnern ein Spendensiegel“, schreibt Martin Kissel, nicht so bei der „Bild“-Hilfsorganisation. „Dabei gäbe es Fragen genug.“ Dazu aus unserem Archiv: Ein Herz für Schmutzkampagnen.

4. Imitation ist kein Erfolgsrezept: Warum WDR #3sechzig gescheitert ist
(netz-lloyd.de, Julius Endert)
Das Youtube-Projekt „#3sechzig“ wird vom WDR eingestellt. „Netz-Lloyd“ fragt sich, warum — und stellt fest: Nachmachen ist keine Erfolgsgarantie. „Die Zielgruppe will keine Moderatoren, die so tun als seinen sie YouTuber.“ Trotzdem sei es für traditionelle Medien wichtig, sich auf der Videoplattform weiter auszuprobieren. Damit bestätigt er im Wesentlichen die Kritik, die Stefan Niggemeier gleich zu Beginn von „#3sechszig“ bloggte. „Broadmark“ sieht und zeigt die Absetzungsgründe in Zahlen zu ausbleibender Reichweite und fehlender Resonanz.

5. Wer klickt Zschäpes Brüste?
(katapult-magazin.de, Benjamin Fredrich)
Das „Katapult“-Magazin habe es sich „zum Ziel gesetzt, Sozialwissenschaft populär aufzubereiten“. Schon die Überschrift macht klar: Die Popularität kam bei diesem Clickbaiting-Experiment nicht zu kurz. Die Frage: „Inwieweit unterscheiden sich die mäßigen Ergebnisse der Wissenschaftsartikel von jener Veröffentlichung, die auf niedere Instinkte abzielte?“ Die Antwort: „Fünf. Der Zschäpe-Artikel wurde pro Einblendung auf Facebook etwa fünfmal häufiger geklickt als ein herkömmlicher Beitrag.“

6. Gärtners kritisches Sonntagsfrühstück: Mit den Opfern
(titanic-magazin.de, Stefan Gärtner)
Stefan Gärtner liest den „Stern“, der „mehr als 50 Seiten“ zu den Attentaten in Paris verspricht. Nur so viel: Das, was „die Illustriertenpresse“ da veranstaltet, gefällt ihm nicht besonders gut.