„Pegida“, Adblock-Abmahnung, Nachrichten im Krieg

1. Wie sich der Blick auf Pegida plötzlich ändert
(cicero.de, Thomas Leif)
„Pegida“-Mitläufer seien nicht alle rechtsextrem, doch sie duldeten in ihrer Wut rechtsextreme Positionen, notiert Thomas Leif. Der scheinbar überraschende Aufstieg von „Pegida“ zum Jahrestag ist nach dem bereits herbeigeschriebenen Niedergang für den „Cicero“-Autor kein Wunder. Laut Leif empöre sich die Gesellschaft nun, dass die Politik beim Thema „Rechtsextremismus in der Mitte der Gesellschaft“ versage. Dazu fragt auch das Rechercheblog der „Welt“, ob der Verfassungsschutz nun “Pegida” beobachtet, wie Thomas de Maizière sagte — oder sich doch noch sehr zurückhält. Der „Tagesspiegel“ berichtet von einem „Pegida“-Angriff auf einen Reporter der „Deutschen Welle“.

2. Bild droht allen Umgehungsversuchen mit Abmahnung
(golem.de, Friedhelm Greis)
Seit vergangener Woche sperrt Bild.de Leser aus, wenn diese einen Adblocker verwenden. Es dauerte nur wenige Tage, bis die ersten Anleitungen auftauchten, wie man die Blockade umgehen kann. Jetzt verschickt der Axel-Springer-Verlag Abmahnungen. Ein Nutzer, der ein entsprechendes Youtube-Tutorial veröffentlichte, soll eine Unterlassungserklärung unterschreiben und Anwaltskosten in Höhe von fast 1.800 Euro übernehmen. Der Leipziger IT-Rechtsexperte Peter Hense zweifelt an der Wirksamkeit: „Der Versuch, durch Abwehrsysteme den werbefreien Genuss von urheberrechtlich geschützten Inhalten zu kriminalisieren, wird jedoch nicht zum Erfolg führen.“ Dazu auch: Felix Schwenzel mit der Frage „sind adblock-benutzer ‚pack‘?“

3. Nicht immer „immer mehr“
(blogs.deutschlandfunk.de, Johannes Kulms)
Johannes Kulms soll für den „Deutschlandfunk“ einen Beitrag über Selbstständige basteln, die mit Hartz IV aufstocken müssen. Immer mehr sollen das sein, schreibt die „arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke“ in einer Pressemitteilung. Die dpa habe die Geschichte aufgegriffen, genauso die AFP. Ein Blick auf die Statistik zeige aber: Die Sache mit dem „Immer mehr“ stimmt gar nicht.

4. Google News und Qualitätsjournalismus: Googles Head of Strategic News im Interview
(t3n.de, Carsten Christian)
Über kaum ein Thema reden Journalisten so gerne wie über die Zukunft der eigenen Branche. Dementsprechend ist es vielleicht eine gute Idee, die immergleichen Fragen über Qualitätsjournalismus und zukünftige Erlösmodelle mal jemandem zu stellen, der vermutlich noch mehr Einfluss darauf hat als die Medien selbst: Madhav Chinnappa ist bei Google verantwortlich für „Strategic Relations, News and Publishers“ und hat unter anderem die „Digital News Initiative“ mitentwickelt. Zwar glaubt Chinnappa, dass „immer ein Redakteur gebraucht“ werde; er sagt aber auch: „Journalisten müssen heute viel härter arbeiten, um relevant zu sein.“

5. Wenn möglich, bitte senden
(sueddeutsche.de, Martin Schneider)
Kleine schwarze Boxen für Syrien: Das Berliner Team von „Media in Cooperation and Transition“ liefert Ultrakurzwellentechnik in „Regionen, in denen es kracht.“ Die Mini-Sender bringen jeden Tag 18 Stunden „Musik und unabhängige Nachrichten in den Krieg“.

6. Leserzahlen dank Relaunch verdoppelt: NZZ.at feiert zweiten Abonnenten
(nzz.at, Fritz Jergitsch)
Der Österreichableger der „NZZ“ hat eine Komplettüberarbeitung bekommen. Und das mit Erfolg: Die Abonnentenzahl sei direkt um 100 Prozent gestiegen — von einem auf zwei.