Bedrohte Journalisten, Merkel mit Kopftuch, Reporterleben in den 80ern

1. Was hinter der Zahl von 1,5 Millionen steckt
(sueddeutsche.de, Robert Roßmann)
Am Montag sorgte „Bild“ für Aufregung bei Politikern und anderen Medien. Genauer gesagt eine Zahl, die in der „Bild“-Zeitung zu lesen war: 1.500.000 — so viele Flüchtlinge sollen „Geheimpapieren deutscher Behörden“ zufolge in diesem Jahr nach Deutschland kommen. Zumindest im Innenministerium scheint besagtes Papier nicht bekannt, dort kann man die genannten Zahlen „nicht bestätigen“. Robert Roßmann erklärt, warum zuverlässige Prognosen derzeit so schwierig sind.

2. Bericht aus Berlin: Was soll das?
(falk-steiner.de)
Falk Steiner beschreibt die „Bericht aus Berlin“-Sendung, in der Angela Merkel im Tschador und der Reichstag mit Minaretten gezeigt wurde. Die Erklärung der „BaB“-Redaktion auf Facebook will Steiner nicht gelten lassen: „‚Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Gleichstellung‘ sollten diese beiden Grafiken symbolisieren, schreiben die BaB’ler. Nur wo sich das darin gefunden haben soll, ist das Geheimnis der Macher geblieben — schleierhaft, könnte man sagen.“ Die „taz“ schreibt, dass die ARD „von den Besten“ kopiere, den „Pegida“-Mitmarschierern, die Merkel ähnlich abbildeten. Und der „Tagesspiegel“ beobachtet, dass sich Moderator Rainald Becker nicht zur Kritik äußert, seine Redaktion allerdings schon.

3. Pressefreiheit ja – solange es die eigene Meinung deckt
(mdr.de, Uta Deckow)
Uta Deckow schreibt darüber, wie Journalisten von „Pegida“-Anhängern bedroht werden. „Jeder Kollege der berichtet, kann solche Geschichten erzählen — bis hin zu denen, die Zettel im Briefkasten fanden mit den Worten ‚Wir wissen wo Du und Deine Kinder wohnen‘.“ In den letzten Wochen habe sich die Bedrohungslage für Berichterstatter „erheblich verschärft“. Auch sie selbst habe solche Erfahrungen gemacht: Bei einer Demo habe sich ein „Pegida“-Ordner vor ihr aufgebaut und erklärt, „er habe noch nie eine Frau geschlagen, für mich mache er gern eine Ausnahme.“

4. Wie gut waren „die guten alten Zeiten“?
(medienwoche.ch, Nik Niethammer)
Früher war alles besser! Journalisten erinnern sich gerne an die „guten, alten Zeiten“. Nik Niethammer gesteht zu, dass das Reportleben Ende der 80er-Jahre „spassig“ war, „unbeschwerter, weniger atemlos“, mit größeren Redaktonsbudgets und mehr Zeit für Recherche. Doch führt das zwangsläufig zu besserem Journalismus? „Fehlanzeige. In meinen Texten von damals knirscht und ächzt es an vielen Ecken. Viele von uns waren satt, selbstzufrieden.“ Im Gegenteil: „So seriös, nachhaltig und kompetent wie der Journalismus in der Schweiz heute ist, war er nie. Finde ich!“

5. „Ich bin nicht der Typ, der jedem Reporter die Hand schütteln und sich nach seinem Wohlbefinden erkundigen muss“
(nachbern.ch, Ronnie Grob)
Laut „Sonntagsblick“ ist Ulf Schläfli — nomen est omen — der „größte Hinterbänkler“ unter den Schweizer Parlamentariern. Im Interview mit „Nachbern.ch“ spricht er über den Umgang mit Journalisten, seinen Kontakt zu Lobbyisten und die Teilnahme am Medientraining.

6. Wer Österreichs BloggerInnen sind: Die Ergebnisse 2015
(digitalschmankerl.at, Petra Köstinger)
Weiblich, jung, „professionelle Hobbyisten“: Die beiden Blogger Petra Köstinger und Tom Schaffer haben ihre Kollegen in Österreich vermessen. „Trending Topics“ fasst unter ökonomischen Gesichtspunkten zusammen: „64 Prozent verdienen überhaupt kein Geld mit dem Bloggen, 15 Prozent verdienen pro Monat mehr als 1.000 Euro (8 Prozent mehr als 2000 Euro).“ Zum Vergleich: Konrad Lischka hat berechnet, welchen Umsatz „Medienfirmen je Mitarbeiter“ erlösen.