Schützende Journalisten, PR-Nazis, „Los Wochos“-Nachrichten

1. „Journalisten waren ihr einziger Schutz“
(daniel-bouhs.de, Audio, 6:12 Minuten)
Martin Kaul spricht im Interview über seine Berichterstattung über die Flüchtlinge in Budapest. Der „taz“-Reporter hat dort den Eindruck gewonnen, dass den Ankommenden die Rolle der Medien sehr bewusst ist — und sie auch wichtig sind: „Es gab ja tatsächlich keinerlei Schutz — von keinem Roten Kreuz, von keiner Behörde.“

2. Die Hexe an der Macht
(tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Rebekah Brooks ist eine der meistgehassten Frauen Englands, nicht umsonst lautet ihr Spitzname „Die Hexe“. Sie war die jüngste Chefredakteurin des Landes, machte rasante Karriere bei den Boulevardblättern von Rupert Murdoch. Dann deckte der „Guardian“ 2011 den „News of the World“-Skandal auf, Brooks musste zurücktreten und wurde verhaftet. Nun ist sie zurück und bekommt erneut einen Top-Job in Murdochs Medienimperium. Ein Kurzportrait von Constantin Seibt.

3. Tiefste Stimmungsmache mit dem Tod eines Kindes
(mimikama.at)
Manche Menschen versuchen, das Bild des toten Flüchtlingskindes am Strand von Bodrum zu instrumentalisieren, so geistert etwa eine Geschichte durchs Netz, dass die Familie „nur“ wegen einer Zahnbehandlung auf dem Weg nach Europa war. Mimikama räumt mit dieser Verkürzung auf und warnt vor Stimmungsmache: „Tatsächlich gibt es nun diese ‚Zahnaussage‘, jedoch war diese nicht der Grund für die Flucht. Der Grund ist weiterhin der Krieg.“

4. Die PR-Nazis aus Dortmund
(jungle-world.com, Sebastian Weiermann)
Wer „Nazis“ hört, denkt oft reflexhaft an Ostdeutschland. Doch im Westen gibt es ähnliche Probleme, Dortmund gilt als Hochburg der Rechtsradikalen — und deren Strategie hat sich im Laufe der vergangenen Jahre deutlich geändert. Statt gewalttätiger Übergriffe setzen sie nun auf geschickte PR, etwa auf lokale Themen und medienwirksame Provokationen.

5. Monothematischer Journalismus
(wolfgangmichal.de, Wolfgang Michal)
Erst die Berichte zu Charlie Hebdo, dann der Absturz der Germanwings-Maschine, der Euro-Poker, Landesverrat und jetzt alles zum Thema Flucht — Wolfgang Michal macht einen neuen Trend im Journalismus aus: die Monothematik im Nachrichtengeschäft. „Die Nachrichten-Medien konzentrieren sich — ähnlich den Empörungswellen in den sozialen Netzwerken — über längere Zeiträume auf ein einziges, markt- und meinungsbeherrschendes Thema.“ In dieser „Los Wochos-Strategie“ sieht er Chancen, aber auch Risiken.

6. „Geschichte nimmt durch Twitter viel schnellere Entwicklung“
(deutschlandfunk.de, Dirk-Oliver Heckmann, Audio, 7:43 Minuten)
Matthias Meisner berichtet für den „Tagesspiegel“ über Flüchtlinge. Im Interview spricht über seine persönlichen Eindrücke und seine Twitter-Aktivitäten vom Wochenende.