Kettenanstiftung, Brian Williams, Prenzlauer Berg Nachrichten

1. „Gericht tadelt ‚Blick‘-Methoden“
(tagesanzeiger.ch, Peter Studer)
Ein Fall von „Kettenanstiftung“ vor dem St. Galler Kantons­gericht: „Der Reporter stiftet den Privatdetektiv an, dieser dann den Polizeimann. Wer jemanden zu einer Straftat ‚bestimmt hat‘, wird nach derselben Strafdrohung verurteilt wie der Haupttäter, hier: der geheimnisverletzende Polizist. Das Geheimnis von Bild und Namen der Chauffeure wurde über den Privatdetektiv einer ’nicht berechtigten Drittperson‘ – hier dem Reporter – offenbart: ‚Auf welchem Weg das geschieht, ist nicht von Bedeutung‘ (Gericht).“

2. „‚Spiegel‘-Abo? Gekündigt!“
(thilo-baum.de)
Weshalb Thilo Baum sein „Spiegel“-Abonnement kündigt: „Beim ‚Spiegel‘ hat man noch nicht begriffen, dass es auch hier um Kundenorientierung geht – die Leute wollen klare Informationen, keine Agitation. Ebenfalls nicht begriffen hat die ‚Spiegel‘-Redaktion, dass sie mit ihrem Stil am eigenen Ast sägt. Ob die Mitarbeiter der Abo-Abteilung hin und wieder mal den Redakteuren klarmachen, dass sie nicht weiter ihre Jobs in Gefahr bringen sollen? Ich denke, der ‚Spiegel‘ braucht ein völlig anderes Selbstverständnis: Die Leute müssen runter vom hohen Ross und mehr Respekt zeigen nicht nur gegenüber den Leuten, die ihre Gehälter finanzieren, sondern auch vor der Wahrheit.“

3. „Begeisterung unerwünscht“
(wortvogel.de, Torsten Dewi)
Torsten Dewi fotografiert in einem Zeitschriftenladen – und wird deshalb kritisiert.

4. „NBC News finds Brian Williams embellished at least 11 times“
(washingtonpost.com, Paul Farhi, englisch)
Eine Untersuchung von NBC News hat ergeben, dass der frühere Nachrichtenmoderator Brian Williams in elf Fällen seine journalistischen Leistungen übertrieben hat: „It’s not clear when, or even if, Esposito’s findings about Williams will be made public. Although the investigation could be a critical factor in whether NBC decides to bring Williams back, it could also remain confidential as a condition of any potential severance agreement, an NBC journalist said on Friday.“

5. „Ich mach dich fertig“
(taz.de, Dana Buchzik)
Nach der Publikation des Artikels „Auch in der Literatur ist ein #aufschrei fällig“ (welt.de) habe sie „Beleidigungen und Drohungen, auch seitens Kollegen“ erhalten, schreibt Dana Buchzik: „Ich schätze viele dieser Kollegen nach wie vor; es sind kluge, feinsinnige Menschen. Um ihre Ausfälle nachvollziehen zu können, muss man vor allem begreifen, dass im Literaturbetrieb Konkurrenzkampf nicht unbedingt auf der Leistungsebene stattfindet. In der gutbürgerlichen Betriebssuppe darf im Grunde sowieso nur schwimmen lernen, wessen Eltern oder Partner für den eigenen Lebensunterhalt aufkommen, denn von zynisch bezahlten Volontariaten kann sich niemand ernähren.“

6. „‚Prenzlauer Berg Nachrichten‘ in der Krise“
(tagesspiegel.de, Luisa Jacobs)
Die „Prenzlauer Berg Nachrichten“ lassen sich aus dem Werbemarkt alleine nicht finanzieren, so Gründer Philipp Schwörbel. Er sucht deshalb „750 Abonnenten, die für 4,90 Euro im Monat Mitglied“ werden.