Rutesheim, Montabaur, Griechenland

1. „Gefühlter Journalismus“
(wolfgangmichal.de)
Eine „Emotionalisierungswelle“ erfasse den Journalismus, schreibt Wolfgang Michal. Wichtig sei es dem gefühlten Journalismus, den Leser und Zuschauer emotional zu beschäftigen und in tiefer Besorgnis zu wiegen. „Scheitert der Euro? Breitet sich Ebola aus? Gibt es Krieg in Europa? Michael Moores auf die USA gemünzte These, die Aufgabe heutiger Massenmedien sei es, die Gesellschaft in ständiger Angst zu halten, wird hier und heute verwirklicht. Jedes Unglück, jedes Attentat, jedes Unwetter, jede Terrordrohung wird zur existenziellen Verunsicherung, der man nur mit mehr Sicherheit und ständiger Selbstprüfung entkommen kann.“

2. „Rutesheim sorgt bundesweit für Aufsehen“
(leonberger-kreiszeitung.de, Ulrike Otto)
Ulrike Otto besucht Petra und Kai Oberst in der Postagentur Rutesheim, in der „Bild“ nicht mehr verkauft wird: „Die Berichterstattung über den Germanwings-Absturz, über Griechenland und vieles andere, der Eindruck, viele nehmen die Bild-Zeitung als feste Institution, als Macht-Medium einfach hin und finden sich damit ab. ‚Ist das die richtige Art des Journalismus?‘, fragt Kai Oberst, der nicht glaubt, dass die Bild das Sprachrohr der Deutschen ist, zu dem sie sich selbst gern aufschwinge.“ Siehe dazu auch „Wie weit…“ (shopblogger.de, Björn Harste).

3. „Draufhalten: Medien in Montabaur“
(ndr.de, Video, 6:32 Minuten)
Nach dem Absturz von Germanwings-Flug 9525 versammeln sich in Montabaur internationale Medienteams.

4. „Germanwings: Ungefilterte Welt“
(persoenlich.com, René Zeyer)
Journalismus „filtert nicht mehr“, stellt René Zeyer fest: „Selbst wenn man das alte Kriterium anwendet, die Grösse einer News über Todesfälle ist proportional zur Entfernung des Lesers oder Zuschauers zum Tatort, wobei davon betroffene Staatsangehörige des Zielpublikums Extrapunkte geben, findet hier mal wieder Jämmerliches statt.“

5. „Die Sache mit dem Namen“
(medienwoche.ch, Rico Bandle)
Rico Bandle gibt zu bedenken, dass der Journalismus früher Namen und Adressen von Privatpersonen genannt hat: „Es ist ein interessantes Paradoxon: Je mehr die Leute freiwillig von ihrem Privatleben preisgeben, desto restriktiver sollen die Medien damit umgehen. Als wollte man die eigene Freizügigkeit kompensieren, indem man die Medien einzuschränken versucht.“

6. „Die andere Seite“
(journalist.de, Michalis Pantelouris)
Im Umgang der deutschen Medien mit Griechenland sieht Michalis Pantelouris drei Grundfehler: „Da ist erstens die Tatsache, dass Konfrontation spannender ist als Kooperation. Zweitens werden Zitate nicht daraufhin untersucht, was in ihnen steckt, sondern darauf, was man zugespitzt aus ihnen machen kann. Und drittens haben viele Medien das Problem, Fehler nicht eingestehen zu können oder zu wollen.“